Die Bilder zeigen den kompakt gebauten
Refraktor, der von einer Vixen SP Montierung sehr
stabil getragen wird. Die Rohrschellen werden direkt
mit der Montierung verschraubt. Mit Sucher und okularseitgem
Zubehör ist der Tubus gut ausbalanciert.
Der sinnvolle Vergrößerungsbereich liegt
zwischen 15- und 160fach. Die längste sinnvolle
Okularbrennweite dürfte 40mm sein. Dabei wäre
ein 2" Weitwinkelokular angebracht, um das Bildfeld
dieses Teleskops auszunutzen. Für astronomische
Zwecke und starke Vergrößerungen benötigt
man eine gute 2x Barlowlinse, um nicht zu teuren Okularen
mit sehr kleinen Brennweiten greifen zu müssen,
die an anderen Teleskopen kaum einzusetzen wären.
Ich schätze das Beobachten durch ein Binokular.
Leider ist das Vixen ED80SF nicht gut dafür eingerichtet.
Mit dem Zenitprisma und einem Seben Binokular kann
man weit entfernte Objekte nicht scharfstellen. Wer
auf binotauglichkeit Wert legt und den Tubus nicht
kürzen möchte bzw. die Ausgaben für
einen Glaswegkorrektor und dessen Einsatz vermeiden
möchte, sollte Alternativen in Betracht ziehen.
Der Vixen ED80SF Refraktor im Einsatz. Die Rohrschellen
erlauben das Drehen des Tubus in den Ringen und damit
ein optimales Positionieren des Sucherfernrohrs. Die
hoch und runter kurbelbare Mittelsäule des Stativs
unterstützt das Einstellen einer angenehmen Einblickposition
und verhindert den Anschlag des Teleskops gegen ein
Stativbein. Die Vixen SP ist ein hervorragender Unterbau
für den Vixen ED80SF Refraktor. Für die rein
manuelle Nachführung wäre ein zweiter Drehknopf
am Feintrieb der RA-Achse sinnvoll.
80mm Refraktoren sind zwischen 100 und 2000 Euro zu
haben. Die Preisspanne ist gewaltig. Einfache Achromaten
mit mehr oder weniger stark ausgeprägten Farbsäumen
sind spottbillig. Klassische Fraunhofer mit Öffnungsverhältnissen
ab 1:15 und geringen optischen Fehlern sind kaum noch
bekommen.
Der zweilinsigen ED-Refraktor 'Vixen ED80SF' hat eine
sehr gute Bildqualität und erreicht in seiner Klasse
nahezu alles, was man von einem spitzenmäßigen
80mm Refraktor erwarten kann.
In der Preisklasse des Vixen ED80SF sind andere 80mm
ED Refraktoren mit verbesserten Fokussieren (zwei Geschwindigkeitsstufen)
sowie einem teilbaren Tubus bei ähnlicher optischer
Qualität erhältlich. Bis zu 2000 Euro darf
man für die teuersten handelsüblichen farbreinen
80mm Refraktoren hinblättern. Ob die gewaltige
Preisspanne mit einem echten Gegenwert verbunden ist,
sei dahingestellt. In China werden mittlerweile 80mm
EDs angefertigt, die für 400 Euro auf den Markt
gelangen. Mit dem Scopos TL 805 mit einem 80/504 Triplet
Apo für knapp 600 Euro wird derzeit ein Teleskop
angeboten, dass sogar mit den mechanischen Details (siehe
oben) der oberen Liga ausgestattet ist. Mittlerweile
gibt es 100mm ED-Refraktoren ab 800 Euro auf dem Markt.
Wer sich für diesen Teleskoptyp interessiert, sollte
die Gebrauchtmärkte beobachten. In der Regel behandeln
Astronomen ihre Instrumente sehr pfleglich. Hobbyaufgaben,
der Wunsch nach größeren Optiken etc. führen
dazu, dass laufend gute gebrauchte Geräte in den
einschlägigen Foren angeboten werden. Ein Vixen
ED80SF im guten Zustand dürfte aus zweiter Hand
für 400 Euro zu bekommen sein.