photoinfos.com

Vixen Shuttle Scope 100s


November 2013 © Thomas Gade



Das Vixen Shuttle Scope 100s ist ein Spektiv mit großem Objektiv. Der zweilinsige Achromaten hat 100mm Öffnung und 640mm Brennweite. Das Design weicht von der farblichen Gestaltung der Vixen Teleskope ab. Dieser Tubus ist schwarz mit rot. Darauf fehlt eine Angabe der Brennweite, die auf anderen Spektiven üblicherweise auch nicht zu finden ist. Auf einer japanischen Website wird ein Vixen Shuttle Scope 100s mit weissem Tubus gezeigt, das eher für eine astronomisch orientierte Zielgruppe gedacht ist.

Technische Daten


Öffnung 100mm
Brennweite 640mm
Öffnungsverhältnis 1 : 6.4
Objektivtyp Achromat
Länge
60,5 cm
Gewicht 2,08 kg
Fokussierer Kombination aus Auszugsrohr und Helikalfokussierer mit 1,25" Anschluss
Ehemaliger Preis* 1599 DM (ca. 750 €)

* Angaben in der Preisliste vom 1.6.2000: 2-linsiger Achromat, Objektiv Ø 100mm, f=640mm; f/6.4
Die Grundausstattung enthält: Optik mit Tubus (mattschwarz), Amiciprisma 45° Ø 1 1/4", Okulare 25mm und 12,5mm Ortho Ø 1 1/4", Fotostativanschluß 1/4", Transporttasche und Zubehörtasche.

Mit dem 25mm Okular wird 25,6x vergrößert und mit dem 12,5mm Okular 51x. Das Amiciprisma deutet auf eine vorgesehene Verwendung als Spektiv hin.


Das Vixen Shuttle Scope 100s als Spektiv. Bei trüben Wetter ist die große lichtstarke Optik vorteilhaft.


Auf dem Tubus befindet sich ein Sucherschuh, in dem eine primitive Visiereinrichtung steckt. Bei Bedarf kann man einen anderen Sucher aufsatteln, doch ist das im Rahmen der für dieses Instrument vorgesehenen Vergrößerungen unnötig.


Montageplatte mit 1/4" Fotostativgewinde

Es gibt keine Taukappe. Die Optik wird nur durch eine schmale Fassung vom seitlichen Streulich abgeschattet. Innen ist der Tubus mattschwarz lackiert. Der Anstrich ist nicht dunkelgrau und speckig glänzend, sondern tiefdunkel und matt. Hier muss niemand mit Velours nachbessern. Im Tubus befinden sich zwei Blenden.

Fokussierer

Der Fokussierer besteht aus einem weiten Auszugsrohr, mit dem grob scharfgestellt wird. Die Feineinstellung findet mit einem weich laufenden Helikalfokussierer von Borg für 1,25" Okulare statt.






Fokussierer in Teilen. Links: Auszugsrohr, rechts: Helikalfokussierer

Der Helicoid Fokussierer hat auf der im Teleskop befindlichen Seite eine Blende. Sie bewirkt beim Fotografieren mit einer DSLR mit APS-Sensor (ca. 24x16mm) eine Vignettierung in den Bildecken. Deswegen haben wir die Blende entfernt.


Helikalfokussierer mit Blende


Die Blende wurde entfernt.

Optische Qualität

Das Beobachten mit dem Vixen Shuttle Scope macht Spass. Ob man den Himmel mustert oder Zugvögel beobachtet, mit diesem Instrument geht das bestens. Wer von einem 100mm Achromaten mit einem Öffnungverhältnis von 1:6.4 zu starke Qualitätseinbußen durch Farbsäume an den Kanten erwartet, wird beim Betrachten der Natur mit 30x Vergrößerung eines Besseren belehrt. Die Bildqualität ist klasse. Experimente zum Hochtreiben der Vergrößerung aus astronomische Werte um 150x zeigen indes deutlich, dass ein qualitativer Abstand zum Apo-Refraktor existiert.

Fotografie

Das Vixen Shuttle Scope 100s hat ein achromatisches Objektiv mit 640mm Brennweite. Eine Optik dieses Typs ist nicht auf höchste Farbreinheit korrigiert und bildet mit Farbsäumen ab, die beim Hinzoomen in ein Foto sichtbar werden. Im Test zeigte sich, dass das Vixen Shuttle Scope 100s durchaus brauchbar zum Fotografieren und Filmen eingesetzt werden kann. Die Optik löst scharf und detailreich auf. Mit der digitalen Bildbearbeitung sind bläuliche Farbsäume gut korrigierbar wenn sie stören.



Nach dem Abschauben der Einsteckhülse für die Okulare erfolgt der Anschluss der Kamera mit zwei Adaptern, um die größtmögliche Öffnung nutzen zu können. Das Scharfstellen mittels des Helikalfokussierers geht hervorragend und wesentlich angenehmer als mit den an Teleskop üblichen Crayfords oder Zahnstangengetrieben. Das Gewicht der DSLR trägt der Helikalfokussierer gut.


ISO 200, 1/640 Sekunde


Ausschnitt aus dem Bild. Bläuliche Farbsäume


Ausschnitt aus dem Bild. Beseitigte bläuliche Farbsäume. Die Detailauflösung ist erstaunlich hoch.


Aufnahme bei leichtem Nieselregen und trübes Wetter. ISO 1600, 1/400 Sekunde.


Ausschnitt aus dem Bild. Mit Hilfe der Farbsaumkorrektur des RAW-Konverters sind Farbsäume kontrollierbar. Die geringe Detailschärfe ist vor allem dem Nieselwetter und dem hohen ISO-Wert geschuldet.

Fazit

Das Vixen Shuttle Scope 100s ist ein angenehmes Instrument für Natur- und Himmelsbeobachtungen. Im konzeptionell vorgesehenen Vergrößerungsbereich zwischen 20x bis 60x ist die visuelle Bildqualität sehr hoch. Der Fokussierer ist super! Das Instrument kann zum Fotografieren und Filmen verwendet werden. Auf den Gebrauchtmärkten taucht es selten auf. Ein gut erhaltener Tubus ist mit 350 € nicht überbezahlt.

Testbilder: Vergleichsaufnahmen mit diversen Teleobjektiven

.


© Thomas Gade   Unsere Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung ist nur mit schriftlicher Erlaubnis des Verfassers gestattet und stets honorarpflichtig. / © Our articles and images are copyrighted.