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Digiscoping mit dem Smartphone

Digiskopie - Phonescoping - iScoping

Mit dem Spektiv fotografieren


2016 © Thomas Gade
  • Digiscoping / Digiskopie
  • Spektiv + Smartphone
  • Spektiv + DSLR
  • Spektiv + Digitale Kompaktkamera
  • Praxis

  • Spektiv + Smartphone

    Smartphones werden gerne zum Fotografieren und Filmen genutzt. Das geht sogar mit Spektiven. Man muss nur das Objektiv des Smartphones einige Millimeter hinter das Okular halten. Die richtige Position findet man schnell heraus.

    Hat man das Spektiv für die Beobachtung mit dem Auge scharfgestellt, stimmt die Einstellung auch für das Smartphone, weil sein Autofokus eventuelle Korrekturen vornimmt.


    Smartphone am Kowa Prominar TSN 883. Hier erfolgte die Verbindung mit dem Kowa TSN-PA7 Anschluss durch einen Selbstbauadapter mit T2 Gewinde. Kowa hat eigene gute Smartphone-Adapter zum Aufstecken auf Okulare für rund 60 € im Programm.

    Korrekten Bildausschnitt einstellen

    Legt man das Smartphone an das Okular, zeigt das Display ein kreisrundes Bild, wie man es auch mit dem Auge sieht. Aber wir möchten kein kreisrundes Bild aufnehmen, sondern einen rechteckigen Ausschnitt, bei dem die runden Ecken gerade eben aus dem Bildfeld verschwunden sind. Dies ist nur mit dem Zoom des Smartphones realisierbar. Mit einem Samsung Galaxy S5 haben wir an verschiedenen Spektiven Zoomfaktoren zwischen 1,6 bis 2,1 einstellen müssen. Mit dem Samsung Galaxy S7 erstreckte sich der Bereich von 1,5x bis 2,1x.


    Da Smartphones keinen optischen Zoom haben, sondern einen digitalen, geht er zulasten der Auflösung, weil im Prinzip nur ein Ausschnitt aufgenommen wird, der auf eine größere Pixelanzahl hochgerechnet wird - reine Kosmetik. Je stärker mit dem Smartphone digital gezoomt wird, desto niedriger ist somit die tatsächliche Auflösung. Beim Kowa TSN 883 war mit 1,5x der niedrigste digitale Zoom einzustellen. Knapp dahinter lag das Zeiss Conquest Gavia 85 mit 1,6x und etwas geringerer Verzeichnung. Das Vanguard Endeavor HD 82A benötigte bereits einen über 2-fachen digitalen Zoom, der die Bildqualität deutlich reduzierte.


    Storch im Horst. Samsung Galaxy S5 an einem Kowa Prominar TSN 883. Super!


    Samsung Galaxy S5 am Kowa Prominar TSN 883

    Bequeme Bildkontrolle auf großem Display

    Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man bereits auf seinem Display vieles ganz gut beobachten kann und nicht unbedingt die Kamera abnehmen muss, um einen Blick auf das Motiv zu werfen.


    Kowa Prominar TSN-883 mit Samsung Galaxy S5 Smartphone



    Klein und handlich. Das Smartphone am Spektiv

    Autofokus funktioniert

    Das vom großen Spektivobjektiv gesammelte Licht wird beim Digiscoping mit dem Smartphone auf den winzigen Sensor konzentriert. Daher kommt dort reichlich Licht an. Infolgedessen sind die Belichtungszeiten mit Smartphones am Spektiv verhältnismäßig kurz und der Autofokus funktioniert sehr gut. Der AF-Bereich ist erstaunlich groß, so dass die Schärfe sogar beim Schwenken im weiten Rahmen nachgestellt wird. Dies macht das Fotografieren mit Smartphones sehr komfortabel.

    Adapter

    Wie befestigt man ein Smartphone am Spektiv? Im Prinzip ist das relativ leicht. Man braucht eine Halterung für das Smartphone, die wiederum mit einer Hülse versehen ist, die stramm auf das Okular gesteckt wird, ohne es dabei zu beschädigen. Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Modelle. Entweder ist der Adapter maßgeschneidert für ein bestimmtes Smartphone und Spektiv oder er ist für verschiedene Smartphonegrößen und Spektive verstellbar.

    Passgenaue Adapter sind leicht und am besten geeignet. Aber Universaladapter sind durch mehrere verstellbare Elemente instabil, schwerer und größer. Zudem lassen sie sich oftmals nicht optimal am Okular des Spektivs befestigen.

    Kowa hat sehr gute Smartphoneadapter für knapp 60 € für nahezu alle gängigen Geräte. Swarovski hat nur entsprechende Adapter für iPhones, die rund 160 € kosten - sehr teuer, meinen wir.

    Aktuell ist das Smartphone das trendigste Aufnahmegerät am Spektiv. Die Entwickler von Adaptern stehen momentan vor einer Herausforderung, weil zunehmend zwei nebeneinanderliegende Kameramodule in Smartphonekameras verbaut werden, um Qualitätseinbußen durch den digitalen Zoom mithilfe unterschiedlicher Brennweiten entgegenzutreten. Beim Apple iPhone 7 findet man diese Bauart. Hier muss sichergestellt sein, dass das richtige Kameramodul in das Okular blickt.


    Links: Kowa Smartphone Adapter. Gut, weil paßgenau und leicht
    Rechts: Lens2scope Butterfly oder DA-1 Butterfly Adapter - Instabiler und schwerer durch verstellbare Teile

    Marktübersicht Smartphone - Digiscoping Adapter

    Das Angebot ist viel zu umfangreich für eine umfassende Darstellung. Deshalb stehen in der Tabelle exemplarisch nur einige Smartphone Adapter.

    TS Smartphone SPA-T2 DA-1 Butterfly Novagrade Standard Kite Kowa Swarovski
    39 € 80 € 180 € 10 € 59 € 140 - 180 €
    Einstellbar für verschiedene Smartphones Einstellbar für verschiedene Smartphones Einstellbar für verschiedene Smartphones Klemmadapter mit Stativanschluss für Digiscoping Adapter paßgenau für viele Modelle iPhones
    Mit T2 Anschluss! Gut Relativ schwer und verstellt sich leicht. Zu teuer Gute Idee, wenn man bereits einen universellen Digiscoping Adapter besitzt sehr gut sehr gut, aber teuer, leider nur für iPhones

    Für erste Experimente reichen auch billige Direktimporte aus China für rund 10 €. Siehe eBay mit Eingabe: 'Universal Smartphone Adapter für Teleskop, Spektiv'

    Tipp: Bau eines Smartphone-Adapters mit T2 Anschluss

    Ein Halter für Smartphones lässt sich leicht basteln. Dafür benötigt man eine Schutzschale für die Rückseite des Smartphones. Sie soll aus Alu sein und hat einen flachen Boden, also nicht gerundet. Bei eBay gibt es maßgeschneiderte für rund 10 € (cover alu + Name des Smartphones eingeben) Daran klebt man eine auf das Okular aufsteckbare Hülse oder einen T2 Adapter mit Epoxyharz (Uhu plus endfest)

    Fazit

    Ein modernes Smartphone mit guter Kamera eignet sich sehr gut zum Digiscoping. Wegen des digitalen Zooms kann man nicht die volle Auflösung nutzen, aber ansonsten ist die Bildqualität sehr gut und das Handling mit etwas Übung sehr einfach. Äußerst angenehm ist der erstaunliche Spielraum des Autofokus und seine hohe Geschwindigkeit, die man mitunter nicht mal an der DSLR mit einem proprietären Teleobjektiv mit langer Brennweite so kennt. Filmt man mit dem Smartphone, ist die Bildqualität überraschend gut.

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