Der Microtek ArtixScan
120tf ist ein Mittelformat Filmscanner. Er ist baugleich
mit dem Polaroid Sprintscan 120. Er wurde im Jahre 2000
auf der Photokina präsentiert und war mit der angegebenen
Maximalauflösung von 4000 dpi eine kleine Sensation. Damals
war es noch nicht üblich, diese Werte maßlos zu übertreiben,
wie man es inzwischen im Zusammenhang mit Flachbettscannern
gewohnt ist.

Der ArtixScan 120tf
wird mit Filmhaltern für 35mm Filmstreifen, gerahmte Kleinbilddias
und Mittelformatfilme geliefert. Die Filmhalter haben kein Glas.
Damit werden Newtonringe und mehr Flächen (Glasober und
-unterseiten), auf denen sich Staub im Scanbereich ansammeln
kann, vermieden. Die Filmhalter für Filmstreifen sind solide.
Sie haben einen Metallkern mit einem Plastikrahmen zur Fixierung
der Filme. Die Plastikrahmen sind etwas labberig und harmonieren
nicht wirklich mit der schweren Metallbasis. Die Praxis wird
zeigen, ob Befürchtungen hinsichtlich ihrer Haltbarkeit
angebracht sind. Für sie spricht immerhin ein gewisse Flexibilität
des Materials, welches zu starke mechanische Belastungen des
Filmmaterials vermeidet. Der Halter für gerahmte Dias besteht
komplett aus Plastik. Der Halter für 35mm Film hat im Abstand
von 36mm Querstege. Für Panoramaaufnahmen auf Kleinbildfilm
müßte man den einen oder anderen Steg beseitigen,
damit das volle Format digitalisiert werden kann.
Software
Microteks Programm heißt ScanWizard Pro TX; Polaroid arbeitet
mit PolaColor Insight Pro. Beide Anbieter lieferten den Scanner
mit LaserSofts SilverFast Ai aus. Die Omnipräsenz dieses
Programms ist fast erschreckend; man kommt beim Kauf eines Scanners
kaum noch darum herum. Allmählich sollte das unseren Kartellwächtern
auffallen. Wie üblich kann dieser Scanner auch mit Vuescan,
dessen Optionsvielfalt und Verzicht auf unbrauchbaren Schnickschnack
ich sehr schätze, betrieben werden.
Obwohl die Scanner mit SilverFast Ai geliefert werden, kann
man das Programm für 485 Euro separat erwerben:
Man mag von SilverFast Ai mit seinen vielen Funktionen und den
kaum verständlichen Bezeichnungen 'HiRePP', 'Gane', 'NegaFix',
'SDR' etc. halten, was man möchte. Das Programm, welches
nur mit einem bestimmten Scannertyp arbeitet, ist extrem teuer.
Die Alternative 'VueScan' ist mindestens ebensogut, kostet in
der Pro-Version gerade mal 89 $ und kann derzeit über 500
Scanner ansteuern.
Technische Daten
| Abmessungen Scanner |
504 mm x 274 mm x 142 mm (LxBxH) |
Scanner Gewicht
Microteks Angabe:
Polaroids Angabe: |
8 kg
6,4 kg |
| Stromversorgung |
110 bis 240 V, 50 bis 60 Hz |
| Stromverbrauch |
40 Watt |
| Optionales Zubehör |
Mittelformat Glasvorlagenhalter |
| Schnittstellen |
FireWire und SCSI-II |
| Betriebssystem |
Windows und Macintosh |
| Fokus |
Auto-Focus (kann an- oder abgeschaltet
werden) |
| Filmformate |
35 mm Filmstreifen, 35 mm Dias, 6x4,5 cm,
6x6 cm, 6x7 cm und 6x9 cm Mittelformate |
Max. optische Dichte
Min. optische Dichte
Dynamikbereich |
4,2 Dmax
0,2 Dmin
3,9 |
| Bildsensor |
Kodak CCD mit 10000 Elemente (tri-lineare
Reihe) |
| Lichtquelle |
Kaltkathodenlampe |
| Scanverfahren |
Single Pass |
| optische Auflösung |
4000 dpi |
| Farbtiefe |
42 bit |
Der Sanner hat eine empfindliche 42 bit Kodak CCD mit einer
Kaltkathodenlampe. Letztere eignet sich zum Scannen von Filmen
besser als moderne LED-Zeilen, die Kratzer, Staub und Schmutz
stark betonen. Der Scanner unterstützt kein ICE. Diese
hardwarebasierte Schmutz- und Kratzererkennung nebst softwareseitiger
Beseitigung' leistet mit vielen Scannern gute Dienste,
funktioniert aber nicht bei Schwarzweissfilmen und ist bei einer
Kaltkathodenbeleuchtung nicht so dringlich wie in Scannern mit
gerichteten LED Zeilen.
Der vom Hersteller genannte Dmax-Wert von 4,2 reicht aus, um
alle Details der dunkelsten Partien von handelsüblichen
Filmen zu differenzieren. Bei einem Dmin von 0,3 ergibt sich
ein Dynamikumfang von 3,9. Ob diese Werte realitisch sind, vermag
ich nicht zu ermitteln. Schauen wir uns später ein paar
Ergebnisse an.
Das Auto-Focus-System läßt sich ausschalten. Der
Scanner ist Multi-Sampling-fähig. Also kann die Software
das Bild mehrmals scannen und aus den Daten den endgültigen
Scan mit geringerem Rauschen errechnen.
Dann gibt es das Feature 'Motion Correction Control', welches
Problemen, die bei längeren Betriebszeiten des Scanners
entstehen können, vermeidet. Man darf sich darüber
streiten, ob es aus Sicht des Marketings sinnvoll ist, sowas
überhaupt zu erwähnen.
SCSI versus Firewire
Der Artixscan wird über Firewire oder SCSI mit dem Computer
verbunden. Die Verbindungen haben keinen spürbaren Einfluss
auf die Scanzeiten. Sie unterscheiden sich marginal zugunsten
von SCSI. Aber Firewire hat einen bedeutenden Vorteil: Der Scanner
läßt sich im laufenden Computerbetrieb zuschalten,
während SCSI einen Neustart verlangt.
| Microtek
ArtixScan 120tf / Polaroid Sprintscan
120 |
Thomas Gade |
September 2006 |
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