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Pentax K-3 / Pentax K-3 II


2015 © Thomas Gade

Die Pentax K-3 kam 2013 auf den Markt. 2015 erschien eine weitere Version, die K-3 II, ohne eingebauten Blitz, der durch ein GPS Modul ersetzt wurde. Wie bei Pentax üblich, sind sie mit einer Shake Reduction (Kompensation der Verwacklung) mittels eines beweglichen Sensors, Dust Removal (Sensorreinigung), Spritzwasserschutz und Ultraschall AF ausgestattet.


Pentax K-3 II ohne Blitz, mit integrierter GPS Einheit / Pentax K-3 mit Blitz

Technische Daten


  Pentax K-3 Pentax K-3 II
Markteinführung 2013 2015
Preis (September 2015) 800 € 999 €
Sensor APS-C APS-C
Auflösung 24 Megapixel 24 Megapixel
Video Full HD / 4K ** Full HD / 4K **
Shake Reduction ja ja *
Display 3,2" - 1.04 Megapixel 3,2" - 1.04 Megapixel
Objektiv Anschluss KAF2 KAF2
GPS mit Zubehör O-GPS1 ja
Astrotracer mit Zubehör O-GPS1 ja
Pixelshift nein ja
Eingebauter Blitz ja nein
Gewicht (nur Gehäuse) 715 g 700 g


* Die Pentax K-3 II erkennt Kameraschwenks automatisch und gleicht diese nicht durch den Sensor aus.
** Im Intervallmodus

Die gute Qualität und Eigenschaften beide Kameras werden im Web an mehreren Stellen ausführlich besprochen. Wir wollen das im einzelnen nicht wiederholen. Siehe: http://www.dpreview.com/reviews/pentax-k-3
Näher betrachtenswert sind jedoch die Funktionen Astrotracer und Pixelshift.


Astrotracer


Die Pentax K-3 II hat ein integriertes GPS Modul mit magentischem Kompass. Sie bietet die Astrotracerfunktion ohne Zubehör an. Die Pentax K-3 muss zusätzlich mit der aufsteckbaren GPS Einheit O-GPS1 versehen werden, um Astrotracer anzubieten. Damit kann beim Aufnehmen der Sterne ihre scheinbare Bewegung kompensiert werden, die durch die Rotation der Erde zustande kommt.


Pentax K-3 II mit 50mm Objektiv. 30 Sekunden Belichtung ohne Astrotracer


Pentax K-3 II mit 50mm Objektiv. 30 Sekunden Belichtung mit Astrotracer

Der Astrotracer setzt eine gute Kalibrierung der GPS-Einheit gemäß der Anleitung im Handbuch voraus. Sie klappt nicht immer gut und muß gegebenenfalls wiederholt werden. Bei guter Kalibrierung kann man mit dem Astrotracer sehr gute Sternaufnahmen machen. Mit einem 21 mm Weitwinkel kann man rund 4 Minuten belichten und beim 300mm Tele rund eine Minute (in Südrichtung). Die Technik läßt den beweglichen Sensor durch den Bildkreis des Objektivs wandern. Daher blendet man etwas ab und nutzt vorzugsweise Objektive, die für das Vollformat gerechnet wurden. Wer Interesse daran hat, sollte sich mit grundsätzlichen Techniken der Astrofotografie auseinandersetzen. Tipps bekommt man unter astronomie.de und in anderen einschlägigen Foren.

Wir haben das Verfahren ausführlich beschrieben: Astrotracer

Mehr Infos im Web

http://www.digitalcamerareview.com...astrotracer

http://www.pentaxforums.com...astrotracer

Pixelshift


Die Pentax K-3 II Kamera hat einen Pixelshift-Modus. Dabei werden vier Aufnahmen gemacht, bei denen der Sensor um jeweils einen Pixel nach links, rechts, unten und oben verschoben wird. Dadurch sollen Nachteile der Bayer Matrix ausgeglichen werden. An jeder Stelle werden rote, grüne und blaue Farbinformationen gemessen, die sonst mit Qualitätsverlusten aus Nachbarpixeln interpoliert werden. Dieses Verfahren ist nur beim festen Aufbau der Kamera und einem unbeweglichen Motiv sinnvoll anwendbar.

Tatsächlich kann man ein deutliche Verbesserung der Detailauflösung feststellen.

RAW Container mit vier Dateien



Die RAW Dateien der Pentax Pixel Shift Resolution enthalten vier Einzeldateien. Daher ist die RAW-Datei mit rund 111 MB ein Container für mehrere Dateien. Zum Zeitpunkt des Erstellens dieses Beitrags (September 2015) konnten DxO Optics Pro 10.5, Lightroom CC und der mit der Pentax K-3 II gelieferte RAW Konverter Digital Camera Utility Pro 5 diese Dateien bearbeiten und zu einem Einzelbild konvertieren. Adobes DNG Converter 9.1 kann aus einem Pixel-Shift-RAW eine DNG Datei erstellen, die mehr Details als aus einem Einzelbild zeigt, aber an manchen Bildstellen Artefakte aufweist.


Pentax K-3 II mit Pentax-D FA F2.8 WR 100mm Macro-Objektiv.
ISO 200, Blende 9. An der Reprosäule fotografiert, um Verwackeln komplett auszuschließen.


100% Ausschnitt. 800x532 Pixel. Ohne Pixelshift


100% Ausschnitt. 800x532 Pixel. Mit Pixelshift
Feine Strukturen werden deutlicher ausgearbeitet.

Pixelshift beim Abfotografieren von Schwarzweißnegativen (35mm Film)


Bild vom abfotografierten Schwarzweißnegativ nach der Tonwertumkehrung
Pentax K-3 II mit Pentax-D FA F2.8 WR 100mm Macro-Objektiv



100% Ausschnitt. 800x532 Pixel. Ohne Pixelshift


100% Ausschnitt. 800x532 Pixel. Mit Pixelshift
Mit Pixelshift. Hinsichtlich der Details des Fotos bringt Pixelshift hier so gut wie gar nichts.
Das stärkere Rauschen ist vermutlich eine verbesserte Darstellung des Filmkorns.

Zum Vergleich zeigen wir die Ergebnisse einer Pentax K-3 II mit dem Pentax D FA 100mm Macro
und einem Nikon Coolscan 4000 Filmscanner mit 4000dpi


Ausschnitt: Pentax K-3 II mit Pentax D FA 100mm WR Macro ohne Pixelshift
Die Bildqualität leidet etwas, weil es so skaliert wurde, dass der Ausschnitt mit der gleichen Stelle aus dem Nikon Scanner deckungsgleich ist. Es wurde eine Unscharf Maskierung von Stärke 100 / Radius 1,2 / Schwellenwert 0 angewandt, um eine ähnliche Mikroauflösung zu erzeugen wie vom Nikon Scanner.


Ausschnitt: Der Nikon Scanner löst einen Tick besser auf, jedoch gibt es in den hellsten und dunkelsten Partien Zeichnungsverluste

Bei abfotografierten Dias und Colornegativen war durch Pixelshift keine effektive Verbesserung der Auflösung erkennbar. Der 24 Millionen Pixel Sensor löst mit einem guten Makroobjektiv abfotografierte 35mm Dias und Negative im normalen Modus so gut auf, das mehr Detailauflösung nur unwesentlich mehr bringt.

Fazit


Schauen wir mal zurück. 10 Jahre vor der Einführung der Pentax K-3 stieg Pentax mit der *ist D in den Verkauf von digitalen Spiegelreflexkameras ein. Von ehemals 6 Millionen Pixel ist die Auflösung auf 24 Millionen Pixel gestiegen. Noch vor wenigen Jahren hielt man es für unmöglich, mit so vielen Pixeln auf der kleinen Sensorfläche rauscharme Bilder zu produzieren. Der Stand der Technik hat diese Bedenken beiseite gefegt.

Pentax Konzept des beweglichen Sensors zur Vermeidung von Verwacklungsunschärfen hat sich bewährt und bietet Spielraum für interessante Zusatzanwendungen wie Pixelshift und den Astrotracer. Pixelshift bringt mehr Auflösung. Der Astrotracer ist der Hammer, sofern man sich für Sternaufnahmen interessiert.
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