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Pentax K-5

Thomas Gade © November  2010 / August 2013

Die Pentax K-5 wurde im Oktober 2010 als das Top-Model des Unternehmens auf den Markt gebracht. Aufgrund ihres hohen Dynamikumfanges und ihres guten Rauschverhaltens bei höheren ISO-Werten war die Nachfrage gross und es gab anfangs Lieferengpässe. Erst ab Mitte November 2010 konnte die Pentax K-5 endlich auch in deutschen Geschäften bestellt werden.

Äußerlich ist die Kamera ein Zwilling der Pentax K-7. Aber die Qualität der Bilder aus der Pentax K-5 ist weit überlegen. (Siehe: Pentax K-7 versus K-5. Vergleich der Bildqualität) Selbst bei ISO 3200 können Fotos der K-5 noch einer kritischen Betrachtung durch anspruchsvolle Fotografen standhalten. Der Unterschied zur gar nicht mal so alten Pentax K-7 ist frappierend.


Pentax K-5 mit Da 1:4 17-70mm. Bildquelle: Pentax.

Technische Daten

Markteinführung 2010
Auflösung 16,3 Megapixel
Video 1920 x 1080 (full HD), 1280x720 und kleiner
Empfindlichkeit ISO 100 - 25.600
Display 3 Zoll
Gewicht (nur Gehäuse) 660 g
Stromversorgung Lithium-Ionen-Akku
Formate JPG, RAW (DNG, PEF)

Shake Reduction, Dust Removal, Spritzwasserschutz, Ultraschall AF, Live View, AF Front-/Backfocus Justierung, Pixelmapping, Blitzbuchse



Pentax K-5 mit einem SMC-A 2,8 / 135mm Teleobjektiv

Alte Pentax Objektive mit K-Bajonett harmonieren bestens mit der Pentax K-5.


Flecken auf dem Sensor bei ersten Modellen

Die Pentax K-5 ist eine hervorragende Kamera, jedoch gibt es einige Konstruktionsschwächen, die man kennen sollte. Frühe Käufer der Pentax K-5 entdeckten Stippen auf den Bildern. Sie nahmen an, dass der Sensor verstaubt war. Doch alsbald wurde ein schwerer Mangel erkannt. Die frühen K-5 Gehäuse litten am 'stains-issue'. Unter dem Glas über dem Sensor befand sich eine Substanz, die scheinbar aus Tröpfchen 'Perlenketten' bildete, wie man dieses Phänomen in deutschsprachigen Foren nannte. Die Freude an der Pentax K-5 war rasch getrübt, weil die Fotografen diese Flecken nicht abwischen konnten.


Ausschnitt aus einem Bild, das die Flecken zeigt.

Pentax erkannte das Problem und tauschte die betroffenen Kameras um. Nikon hatte zur gleichen Zeit bei der Einführung der Nikon D7000 durch Meldungen über HotPixels ein ähnliches Problem.

Das 'stains-issue' versetzte der Euphorie über die sonst sehr überzeugende Kamera erstmal einen Dämpfer, denn Pentax konnte mehrere Wochen lang keine einwandfreien Ersatzgehäuse liefern. Ab März 2011 trat eine Beruhigung ein. Viele der beanstandeten Gehäuse waren ausgetauscht worden.

Knopf für Objektivverriegelung fällt ab

Im Internet mehrten sich die Meldungen über Objektivverriegelungsknöpfe, die sich ohne Vorwarnung lösen. Wir erlebten es mit unserem Modell nach rund 29.000 Auslösungen im dritten Jahr, kurz nach Ablauf der Garantie. Die Reparatur kostete 65 €.

Eine Diskussion dazu im Web: http://www.pentaxforums.com/forums/pentax-k-5/199351-lens-release-button-lost-3.html


Zwei Wochen nach der Reparatur des abgefallenen Objektivverriegelungsknopfes an meiner Kamera verklemmte der Mechanismus für das Zu- oder Abschalten des Autofokus. Im Berliner Reparaturservice wurde dies als Folge der Reparatur betrachtet und der Mangel umgehend und kostenlos behoben.

Autofokus

In den Foren wird der Autofokus kontrovers diskutiert. Viele sind zufrieden. Andere prüfen diese Funktion sehr genau und bemängeln Ungenauigkeiten, die zum Teil über die Front-/Backfocus Justierung behebbar sind.

Solche 'Kleinigkeiten' führten wohl zur Einführung der Penax K-5 II, einer überarbeiteten Version, die von ihren Besitzern als spürbar verbessert empfunden wird.

JPG und Rohdateien

Die Pentax K-5 speichert Fotos als JPG oder Rohdaten (RAW) in den Formaten DNG und PEF. Rohdateien werden ohne Korrekturen wie Schärfen, Rauschverminderung und verlustbehaftete Tonwertkorrekturen gespeichert. Sie gelten als digitale Negative wie einstmals der Film in der konventionellen Fotografie. RAW-Dateien werden mit RAW-Konvertern zu fertigen Bilddateien 'entwickelt'. Vor der Konvertierung in ein gebräuchliches Bildformat wie TIF oder JPG gibt der Fotograf Parameter ein, die berücksichtigt werden. Dazu gehören Vorgaben zur Tonwertkorrektur, Gradation, Farbigkeit, Entrauschung, Ausschnitte, Drehungen, automatische Objektivfehlerkorrekturen und so weiter. Sinn dieses zeitaufwendigen Verfahrens ist die optimale Interpretation der Bilddatei.

Die Pentax K-5 kann schon mit den Standardeinstellungen hervorragende JPG-Dateien ausgeben, die kaum nachbearbeitet werden müssen. Mit RAW-Daten ist qualitativ mehr aus der Kamera rauszuholen.

Video

Die Pentax K-5 erzeugt Videos in Full-HD (1920 x 1080) mit 25 Bildern pro Sekunde. Die Filmfunktion wird über das Moduswahlrad auf der linken Oberseite des Gehäuses eingestellt. Leider gibt es keinen separaten Videoknopf. Beim Filmen gibt es keinen nachführenden Autofokus. Das setzt den praktischen Einsatzmöglichkeiten Grenzen.
Wir haben die Pentax K-5 häufig mit Teleskopen verwendet, beispielsweise beispielsweise zum Filmen von Störchen in Horsten. Das funktioniert sehr gut.



Gebraucht kaufen?

Die Pentax K-5 bietet eine sehr gute Bildqualität, die selbst mit höheren ISO-Werten nicht dramatisch einbricht. Selbst mit ISO 3200 lassen sich noch relativ gute Bilder machen. Die Pentax K-5 ist in der Hinsicht ihrer Vorgängerin K-7 (und der K20D) weit überlegen.

Tipp:

Beim Gebrauchtkauf sollte man darauf achten, dass die betreffende Kamera kein frühes Modell ist, das vom oben beschriebenen Stains-Issue betroffen ist. Falls ja, nicht kaufen! Kameras, die ab Mitte 2011 ausgeliefert wurden, weisen diesen Fehler nicht mehr auf.
 

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