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Pentax-M Objektive richtig mit der DSLR verwenden

2017 © Thomas Gade

1975 führte Pentax das K-Bajonett als Nachfolger des M42 Gewindes zum Anschluss des Objektivs an das Kameragehäuse ein. Das K-Bajonett blieb seitdem unverändert, sodass sogar die ersten Objektive mit K-Bajonett aus den 1970ern mit allen späteren Pentax Spiegelreflexkameras kompatibel sind bis hin zu den heutigen DSLRs.

Jedoch wurde dieses Bajonett im Zuge technologischer Entwicklungen erweitert. Pentax integrierte elektronische Kontakte und einen rotierenden Stift für den Autofokus. Zugleich änderte sich der Funktionsumfang der Objektive. Während die frühen Pentax K Kameras aus den 1970ern die durch den Blendenring eingestellte Blende erkennen konnten und in ihrer Zeitautomatik oder manuelle Belichtungsmessung einbezogen, kamen in den 1980ern die Pentax KA Objektive heraus, die eine elektronische Erkennung und Steuerung der Blende durch die Kamera ermöglichten. Die Zeitautomatik wurde erweitert durch die Blenden- und Programmautomatik. Später folgte der Autofokus.

Moderne digitale Spiegelreflexkameras sind nicht in der Lage, die eingestellte Blende an den Objektiven vor dem Pentax KA Bajonett zu erkennen. Doch gelten einige der früheren Pentax Objektive mit K Bajonett ohne jedwede elektronische Verbindung, geschweige denn Steuerung, als exzellente Fotoobjektive. Pentax M Objektive sind besonders kompakt und zugleich robust gebaut. Die Optik einiger dieser Objektive wird selbst von modernen Nachfolgern nicht wesentlich übertroffen.


Frühes Pentax K Bajonett ohne elektrische Kontakte

Da die moderne DSLR nicht weiß, welche Blende am alten Pentax M Objektiv eingestellt ist, kann man rasch den falschen Schluss ziehen, dass sie praktisch nicht miteinander kompatibel sind, weil die Handhabung zu schwierig ist. Aber so kompliziert ist das nicht; Pentax hat diese Kombination durchaus in die Konstruktion seiner Kameras einbezogen.

DSLR für Pentax-M Objektive einstellen

Zunächst stellt man im Menü der DSLR ein, dass der Blendenring aktiviert wird. Geschieht das nicht, löst die Kamera mit einem Pentax M Objektiv oder einem früheren Pentax K-Bajonett Objektiv gar nicht erst aus. Im Prinzip teilt man der Kamera im Menue mit, dass sie auslöst, obwohl sie die Blende des alten Pentax K-Objektivs nicht erkennen kann. Warum dieser Schritt nötig ist, mag man nicht erkennen, denn diese Option könnte von Haus aus immer aktiviert sein.


Menue der Pentax K-3


Blendenring aktiveren

Zum Fotografieren stellt man das Belichtungsprogramm M ein. Es steht für manuelle Belichtung. Gemeinhin versteht man darunter, dass nun für jedes Bild die Blende und Zeit individuell eingegeben werden. Das ist recht umständlich, jedoch hat Pentax dies stark vereinfacht. Auf der Rückseite, gut erreichbar für den Daumen des der rechten Hand, befindet sich ein Druckknopf mit einem grünen Punkt, der in diesem Modus eine interessante Funktion hat.


Grüne Taste: Belichtungsmessung mit automatischer Übernahme der Belichtungszeit im M-Modus nach Blendenvorwahl am Objektiv.

Am Objektiv wird mit dem Blendenring eine Blende eingestellt. In der Tageslichtfotografie bleibt diese bei üblichen Brennweiten oft unverändert auf dem Wert 8. In der Praxis wird die Blendeneinstellung zwischen den Aufnahmen oft nur selten verändern. Die Kamera wird auf Motiv gerichtet und das Bild scharf gestellt. Durch das Drücken des grünen Knopfes schließt sich kurz die Blende und die Kamera führt währenddessen eine Belichtungsmessung durch. Der Wert für die Belichtungszeit wird automatisch übernommen. Anschließend kann man auslösen und somit ein Foto mit einer korrekter Kombination aus Blende und Zeit aufnehmen.

Schlussfolgerung

Viele Pentax Objektive mit dem ursprünglichen K-Bajonett ohne elektrische Kontakte sind optisch und mechanisch hervorragend. Sie gehören längst nicht zum alten Eisen. Bei richtiger Handhabung lassen sie sich auch gut mit modernen DSLRs verwenden.

 

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