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Celestron Regal M2 80ED 20-60x

ED Spektiv / Spotting Scope


2016 © Thomas Gade


Celestron Regal M2 80ED Digiscoping
Digiscoping mit dem Celestron Regal M2 80ED und einer Pentax K-3 mit SMC-Pentax 2,8/40mm

Technische Daten

Hersteller Celestron
Bezeichnung Celestron Regal M2 80ED
Objektiv ED (Apo lt. Anbieter)
Öffnung 80 mm
Brennweite 480 mm
Einblick 45° Schrägeinblick
Okulare 20-60x Zoom
Gewicht 1,6 kg
Preis (Dezember 2016) 650 € (bei Amazon)



Celestron Regal M2 80ED. Spektiv - Spotting Scope - Teleskop -Fernrohr

Das ED-Objektiv des Celestron Regal M2 80ED enthält eine Linse aus besonders dispersionsarmen ED Glas für farbreine Abbildungen mit hoher Schärfe. Das Spektiv mit 80mm Öffnung wiegt nur 1,6 kg. Möglich ist dies durch ein Magnesiumgehäuse. Das Celestron Regal M2 80ED ist wasserdicht und mit Stickstoff befüllt, um innen nicht zu beschlagen. Der Dual-Speed Fokussierer hat einen Grob- und Feintrieb. Ersterer ist etwas stramm, aber der Feintrieb läuft leicht. Es gibt eine Rohrschelle mit Stativfuß. Das Spektiv ist darin rotierbar. Am Objektiv befindet sich eine ausziehbare Streulichtblende. Eine passende Schutztasche wird mitgeliefert.

Okular

Zum Set gehört ein 20-60x Okular mit einer variablen Brennweite von 8 - 24 mm. Die Augenmuschel des Okulars ist abschraubbar, um ein M35 Gewinde freizulegen. Mit dem beigefügten Stepup-Adapter wird daraus ein T2 Anschluss, der das Anbringen von Kameras erleichtert.

Digiscoping DSLR Spotting Scope
Ein Gewinde unter der abnehmbaren Augenmuschel ermöglicht eine solide Adaptierung der Kamera.
Bei 20x und einem 40 mm Fotoobjektiv werden so rund 1000 mm Brennweite erreicht.

Geeignet für 1,25" Astro-Okulare

Anstelle des Zoomokulars aus dem Set, kann man 1,25" Astrookulare anschließen, um beispielsweise Festbrennweiten mit besonders großem Blickwinkel zu verwenden oder andere Brennweiten für höhere und niedrigere Vergrößerungen.

Die Ringklemmung für Okulare ist ordentlich gefertigt, aber man kann die Steckhülsen vieler Okulare nicht vollständig in den Stecktubus des Spektivs versenken. Mit verschiedenen Plössl, TS SW Okularen und einem 7,5 mm Eudiaskop konnten wir bis unendlich scharfstellen.


Okularaufnahme mit Ringklemmung für 1,25" Okulare

Visuelle Bildqualität

Wir testen das Spektiv an einem in der Nähe befindlichen Kraftwerk, das mit geraden Linien in seinen Bauten und einer offenen Trägerkonstruktion vor dem Himmelshintergrund gut geeignet ist, um Verzeichnungen und Farbsäume an Kanten darzustellen. Beim Durchblick offenbart sich eine überraschend hohe Bildqualität, die man von einem Spektiv unter 1000 € nicht erwartet. Bei allen Vergrößerungsstufen ist die Abbildung ordentlich. Zum Rand hin kommt es an scharfen Kanten zu minimalen Farbsäumen und die Verzeichnung ist relativ gering.

Vergleichsweise stellen wir ein Pentax PF-80EDa mit einem Pentax XLT 8-24mm Okular daneben. Das Set vergrößert aufgrund der etwas längeren Brennweite einen Tick stärker, obwohl für beide Spektive derselbe Vergrößerungsbereich angegeben wird. Wir tauschen zur Überprüfung dieser Feststellung die Okulare aus, was aufgrund der 1,25" Okularanschlüsse an beiden Spektiven problemlos möglich ist.

Das Pentax Okular zeigt am Celestron Regal M2 Spektiv die gleichen Bildausschnitte wie das Celestron Zoomokular. Umgekehrt gilt das gleiche am Pentax Spektiv.

Auf den ersten Blick ist nicht festzustellen, welche Kombination die höhere Bildqualität bietet. Bei Vergrößerungen bis 40x liefern beide Spektive eine sehr gute Abbildung. Bei 60x hat die Pentax-Kombi die Nase vorne, doch bedeutet das nicht viel, weil man in der praktischen Naturbeobachtung meistens zwischen 20-40x vergrößert, denn mehr bringt aufgrund des Flimmerns der Luft selten etwas und der Kontrast lässt bereits sichtbar nach.

Nimmt man die Okulare heraus, sieht man in den Einstecktuben der Spektive, dass Pentax größere Prismen verbaut.

Für einen weiteren Vergleich werden zwei TS 20mm SW 66° (Blaukanten) eingesetzt. Die gleichzeitige Bestückung mit zwei identischen Okularen ermöglicht einen raschen Wechsel der auf das selbe Motiv gerichteten Spektive. Beide zeigen im niedrigen Vergrößerungsbereich (Celestron - 24x / Pentax - 25x) ein größeres Bildfeld als mit ihren Zoomokularen. Zum Rand hin bildet das Pentax PF-80EDa etwas besser ab, aber der Unterschied ist zu gering, um preisbewusste Spektivbenutzer zum Kauf eines doppelt so teuren Systems zu verleiten.

Digiscoping

Das Fotografieren durch Spektive nennt man Digiscoping. Erfreulicherweise hat das Celestron Regal M2 80ED ein Okular mit einem Gewinde unter der abnehmbaren Augenmuschel. Es erleichtert wesentlich den Anschluss einer Kamera. Aus einer paßgenauen Schutzschale für ein Smartphone und einem ausgemusterten T2 Adapter kann man sich leicht eine solide Smartphonehalterung bauen, die besser am Okular sitzt als Universaladapter. Siehe: Bau eines Smartphone-Adapters

Celestron Regal M2 80ED smartscoping phonescoping
Celestron Regal M2 mit Smartphone. Smartscoping. Phonescoping

Fazit

Das Preis-/Leistungsverhältnis dieses Fernrohrs ist sehr gut. Bislang haben wir kein Spektiv mit 80 mm Öffnung unter 1000 € mit dieser hohen Abbildungsqualität begutachtet. Wir hatten kurz vorher das etwas günstigere Vanguard Endeavor HD 82A Spektiv auf dem Prüfstand, das recht gut gebaut ist, aber hinsichtlich seiner optischen Leistung dem Celestron Regal M2 80ED deutlich unterliegt.

Die Kompatibilität des Celestron Spektivs mit 1,25" Astro-Okularen ist ein großer Pluspunkt. Gegenüber erheblich teureren Spektiven ist das Celestron Regal M2 im Detail etwas einfacher ausgeführt, aber die Abstriche sind nicht gravierend.


 

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