Die Linotype-Hell Scanner gehörten in der 1990'er Jahren
zu den besten Scannern der Druckvorstufe. Er wurde später
von der Fa. Heidelberg vertrieben. Daher kursiert er als Linotype
oder Heidelberg Scanner. Im Frühjahr 1998 erschien der
Saphir Ultra II mit einer optischen Auflösung von 1200x2400
dpi. Der empfohlene Verkaufspreis lag seinerzeit bei 7500 DM
(ca. 3250 €). Bei Ebay ist er ab 100 € zu haben.
Technische Daten
| Abmessungen Scanner |
358 x 180 x 555 mm (14.1 x 7.1 x 21.9 ") |
Scanner Gewicht
|
12,5 kg |
| Stromversorgung |
100 - 240 Volt |
| Stromverbrauch |
45 Watt |
| Profilierung |
ScanOpen ICC mit IT8 Aufsichtsvorlage |
Treiber
|
Linocolor Elite (MAC)
ColorFactory Pro (PC)
Alternativ: Vuescan und Silverfast Ai |
| Schnittstellen |
SCSI II |
| Betriebssystem |
Win 95 bis XP, MAC |
Maximaler Scanbereich
- Filme
- Aufsichtsvorlagen |
216 x 254 mm / 8,5 x 10 "
216 x 297 mm / 8,5 x 11,7" |
Max. optische Dichte
Min. optische Dichte
Dynamikbereich |
3,4
0,1
3,3 |
| Bildsensor |
CCD mit 10600 Elementen |
| Lichtquelle |
Kaltkathodenlampe |
| Farbtiefe |
42 Bit (14 Bit pro Kanal) |
| optische Auflösung |
1200x2400 |
Wie kommt man dazu, im Jahre 2006 einen Scanner zum thematisieren,
der 1998 auf dem Markt erschien? Solche Geräte sind spottbillig
auf dem Gebrauchtmarkt zu erwerben. Darunter gibt es etliche,
die gute Ergebnisse bringen und selbst im Vergleich mit aktuellen
Scannern gut abschneiden. Canon und Epson haben in den vergangenen
Jahren relativ günstige Flachbettscanner mit Durchlichteinheiten
produziert. Sie sind zum Digitalisieren von Filmen bedingt tauglich,
protzen mit hohen optischen Auflösungen, die nicht mal
annähernd erreicht werden, und haben bedeutend kleinere
Durchlichtflächen als die letzten besseren SCSI-Scanner
von Agfa, Umax, Microtek und Linotype.
Der Linotype Saphir Ultra II ist ein Single-Pass Flachbettscanner
mit eingebauter Durchlichteinheit. Damit ist er fähig,
transparente Vorlagen (Filme) zu scannen. Die angegebene optische
Auflösung von 1200x2400 dpi sollte nicht die Erwartung
erzeugen, dass Kleinbildnegative detailreich aufgelöst
werden können. Der Afga Arcus 1200 ist der einzige mir
bekannte Scanner, mit derselben Nennangabe, der diesbezüglich
überraschend gute Dateien brachte. Der nahezu baugleiche
Agfa F40, schon mit Firewireanschluss, war deutlich schlechter,
wie mir auch von anderen Fotografen bestätigt wurde.
Bei den Oldies dieser Klasse läßt sich in der Regel
die Glasscheibe abnehmen, um sie von beiden Seiten reinigen
zu können. Das ist beim Ultra Saphir II problemlos möglich.
Versuchen Sie das mal mit einem Epson Prefection 3200 oder 4990,
bei dem sich schon nach kurzer Zeit eine beunruhigende, leichte
milchige Eintrübung der Glasinnenseite einstellt! Peinliche
Sauberkeit ist notwendig, um die Möglichkeiten eines Scanners
in höchsten Auflösungsstufen ausschöpfen zu können.
Installation
Der Anschluss des Scanners erfolgt über SCSI. Entsprechende
Karten von bester Qualität zirkulieren zuhauf in den Gebrauchtmärkten.
Windows XP Benutzer müssen einen ASPI Treiber installieren,
damit SCSI richtig funktioniert. Wer keine Erfahrung mit SCSI
hat, merkt sich, dass ein SCSI-Gerät vor dem Computer eingeschaltet
werden muss. Es gibt SCSI-USB Adapterkabel und einige Leute
haben damit ihren Scanner zum Laufen gebracht.
Zur Zeiten der Linotypes dominierten Apple Computer im Grafikgewerbe.
So wurden sie mit Software für Apple Computer verkauft.
Es ist mir nicht bekannt, ob diese Versionen mit heutigen Apple
Betriebssystemen funktionieren. Die Suche nach einem Treiber
für einen PC mittels Google und anderen Suchmaschinen brachte
kein Ergebnis. Landet man auf der Website von Heidelberg, dem
Nachfolger von Linotype, gibt es einen Link zur Firma Aixtema,
die SilverFast Ai empfiehlt.
Der Vollständigkeit halber wollen wir es erwähnen.
LaserSoft hat eine SilverFast Ai 6 Version für den Saphir
Ultra II. Sie ist im Shop unter dem Hersteller Heidelberg zu
finden. Bevor man sich näher damit befasst, sollte man
einen Blick auf die Preise werfen. Nachstehende Information
wurde im September 2006 aufgerufen:
 |
Keine Bange, es gibt auch eine ökonomisch sinnvolle Lösung,
nämlich das bewährte
VueScan Pro für 89,-
$, welches installiert gerade mal 3 MB Platz benötigt und
ca. 500 verschiedene Scanner bestens steuern kann. Mit Ed Hamricks
scanner.ini werden die meisten Scanner ohne Herstellertreiber
erkannt und können trotz Gemeckere von Windows, welches Software
für eine neu erkannte Software abfordert, bedient werden.
So auch beim Linotype / Heidelberg Saphir Ultra II, der anstandslos
von Vuescan erkannt wird.
| Linotype
Saphir Ultra II Flachbettscanner |
09-2006 |
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