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Linotype Saphir Ultra II Flachbettscanner

09-2006 / © Thomas Gade


Die Linotype-Hell Scanner gehörten in der 1990'er Jahren zu den besten Scannern der Druckvorstufe. Er wurde später von der Fa. Heidelberg vertrieben. Daher kursiert er als Linotype oder Heidelberg Scanner. Im Frühjahr 1998 erschien der Saphir Ultra II mit einer optischen Auflösung von 1200x2400 dpi. Der empfohlene Verkaufspreis lag seinerzeit bei 7500 DM (ca. 3250 €). Bei Ebay ist er ab 100 € zu haben.

  

Technische Daten

Abmessungen Scanner 358 x 180 x 555 mm (14.1 x 7.1 x 21.9 ")
Scanner Gewicht
12,5 kg
Stromversorgung 100 - 240 Volt
Stromverbrauch 45 Watt
Profilierung ScanOpen ICC mit IT8 Aufsichtsvorlage
Treiber Linocolor Elite (MAC)
ColorFactory Pro (PC)
Alternativ: Vuescan und Silverfast Ai
Schnittstellen SCSI II
Betriebssystem Win 95 bis XP, MAC
Maximaler Scanbereich
- Filme
- Aufsichtsvorlagen

216 x 254 mm / 8,5 x 10 "
216 x 297 mm / 8,5 x 11,7"
Max. optische Dichte
Min.  optische Dichte
Dynamikbereich
3,4
0,1
3,3
Bildsensor CCD mit 10600 Elementen
Lichtquelle Kaltkathodenlampe
Farbtiefe 42 Bit (14 Bit pro Kanal)
optische Auflösung 1200x2400


Wie kommt man dazu, im Jahre 2006 einen Scanner zum thematisieren, der 1998 auf dem Markt erschien? Solche Geräte sind spottbillig auf dem Gebrauchtmarkt zu erwerben. Darunter gibt es etliche, die gute Ergebnisse bringen und selbst im Vergleich mit aktuellen Scannern gut abschneiden. Canon und Epson haben in den vergangenen Jahren relativ günstige Flachbettscanner mit Durchlichteinheiten produziert. Sie sind zum Digitalisieren von Filmen bedingt tauglich, protzen mit hohen optischen Auflösungen, die nicht mal annähernd erreicht werden, und haben bedeutend kleinere Durchlichtflächen als die letzten besseren SCSI-Scanner von Agfa, Umax, Microtek und Linotype.

Der Linotype Saphir Ultra II ist ein Single-Pass Flachbettscanner mit eingebauter Durchlichteinheit. Damit ist er fähig, transparente Vorlagen (Filme) zu scannen. Die angegebene optische Auflösung von 1200x2400 dpi sollte nicht die Erwartung erzeugen, dass Kleinbildnegative detailreich aufgelöst werden können. Der Afga Arcus 1200 ist der einzige mir bekannte Scanner, mit derselben Nennangabe, der diesbezüglich überraschend gute Dateien brachte. Der nahezu baugleiche Agfa F40, schon mit Firewireanschluss, war deutlich schlechter, wie mir auch von anderen Fotografen bestätigt wurde.

Bei den Oldies dieser Klasse läßt sich in der Regel die Glasscheibe abnehmen, um sie von beiden Seiten reinigen zu können. Das ist beim Ultra Saphir II problemlos möglich. Versuchen Sie das mal mit einem Epson Prefection 3200 oder 4990, bei dem sich schon nach kurzer Zeit eine beunruhigende, leichte milchige Eintrübung der Glasinnenseite einstellt! Peinliche Sauberkeit ist notwendig, um die Möglichkeiten eines Scanners in höchsten Auflösungsstufen ausschöpfen zu können.

Installation

Der Anschluss des Scanners erfolgt über SCSI. Entsprechende Karten von bester Qualität zirkulieren zuhauf in den Gebrauchtmärkten. Windows XP Benutzer müssen einen ASPI Treiber installieren, damit SCSI richtig funktioniert. Wer keine Erfahrung mit SCSI hat, merkt sich, dass ein SCSI-Gerät vor dem Computer eingeschaltet werden muss. Es gibt SCSI-USB Adapterkabel und einige Leute haben damit ihren Scanner zum Laufen gebracht.

Zur Zeiten der Linotypes dominierten Apple Computer im Grafikgewerbe. So wurden sie mit Software für Apple Computer verkauft. Es ist mir nicht bekannt, ob diese Versionen mit heutigen Apple Betriebssystemen funktionieren. Die Suche nach einem Treiber für einen PC mittels Google und anderen Suchmaschinen brachte kein Ergebnis. Landet man auf der Website von Heidelberg, dem Nachfolger von Linotype, gibt es einen Link zur Firma Aixtema, die SilverFast Ai empfiehlt.

Der Vollständigkeit halber wollen wir es erwähnen. LaserSoft hat eine SilverFast Ai 6 Version für den Saphir Ultra II. Sie ist im Shop unter dem Hersteller Heidelberg zu finden. Bevor man sich näher damit befasst, sollte man einen Blick auf die Preise werfen. Nachstehende Information wurde im September 2006 aufgerufen:

Keine Bange, es gibt auch eine ökonomisch sinnvolle Lösung, nämlich das bewährte VueScan Pro für 89,- $, welches installiert gerade mal 3 MB Platz benötigt und ca. 500 verschiedene Scanner bestens steuern kann. Mit Ed Hamricks scanner.ini werden die meisten Scanner ohne Herstellertreiber erkannt und können trotz Gemeckere von Windows, welches Software für eine neu erkannte Software abfordert, bedient werden. So auch beim Linotype / Heidelberg Saphir Ultra II, der anstandslos von Vuescan erkannt wird.



 

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