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Teleskope für Natur und Sterne


 
 
Revue Katadioptrisches Spiegelteleskop Thomas Gade - November 2011










Beschreibung
Technische Daten

Öffnung 114mm
Brennweite 1000mm
Öffungsverhältnis 1 : 9,4
Länge
 
Gewicht  

Lieferumfang

Tubus, Rohrschelle, Montierung, Stativ, 3 Huygens Okulare mit 5mm, 10mm und 20mm Brennweite und 0,96" Steckmaß, T2-Fotoadapter, Bedienungsanleitung, Mondfilter, Sonnenfilter (für das Okular)

Sonnenfilter für Okulare sind gefährlich, weil sie durch die Hitze brechen können. Der Deckel des Teleskops enthält eine kleinere Öffnung, die in Kombination mit dem Sonnenfilter verwendet werden soll, um gefahrlos beobachten zu können. An vielen Stellen wird vor der Verwendung eines Okularsonnenfilters gewarnt.


Dieses Teleskop wurde von Revue, der Optiksparte des einstigen Versandhauses Quelle, in den 1980'er und 1990'er Jahren verkauft. Die Zielgruppe für dieses Set waren vermutlich vor allem Einsteiger und Kinder, die es zu Weihnachten oder zum Geburtstag bekamen.




Mit Hilfe von Adaptern wurde eine Anschlussmöglichkeit für 1,25" Okulare improvisiert.


Revue Catadioptric 114mm - 1000mm Brennweite f 1:9,4


Die kleine parallaktische Montierung gehört zu den typischen Vertretern der billigen Kaufhausmontierungen. Sie trägt das kurze und leichte Revue-Teleskop für visuelle Beobachtungen völlig ausreichend. Allerdings ist die Schraube zum Klemmen der Polhöhe gefährlich. Im Dunkeln wird sie leicht mit der Klemmung für die Achsen verwechselt und beim Lösen kippt die Montierung seitlich weg. Wer damit arbeitet, sollte die Schraube mit dem Drehknopf gegen eine andere ersetzen und gut anziehen. Bei dem Material darf man den Spruch "Nach fest kommt ab." nicht vergessen. Am besten verklebt man die richtige Einstellung fest mit 2-Komponenten-Kleber.

Okulare

Die mitgelieferten Okulare sind nach heutigen Maßstäben bescheiden. Sie haben einen relativ kleinen Bildausschnitt. Die Okulare mit 10 und 20mm Brennweite sind verwendbar. Das 5mm-Exemplar (200x Vergrößerung) darf man getrost entsorgen.

20mm Huygens    20mm TS - SW (wie Goldkante)

An den Bilder ist der kleine Bildausschnitt der beigefügten Okulare erkennbar. Das Teleskop kann mehr als mit den Set-Okularen realisierbar ist.

Optische Qualität


Für terrestrische Beobachtungen ist das Teleskop ganz nett. Mit 20mm Brennweite erreichen wir eine 50-fache Vergrößerung. Mehr ist praktisch unnötig, weil das Flimmern der Luft dem Beobachten von weit entfernten Tieren ohnehin eine Grenze setzt, die häufig darunter liegt.

Mit 10mm Brennweite wird eine 100-fache Vergrößerung erreicht. Die Bildqualität läßt nun im Vergleich mit einem Newton oder Mak mit gleicher Öffnung nach. Alles darüber lohnt nicht. Für das Beobachten des Mondes, der Sonne, des Wahrnehmens des Ringes um den Saturn und das Verfolgen der Mondbewegungen um den Jupiter ist das ausreichend.


Völlig unerwartet befand sich ein solider T2-Adapter zum Anschluss einer Kamera im Set. Damit wurde eine Pentax K-5 an das Teleskop montiert. Der Okularauszug ist für diese Aufgabe viel zu schwach dimensioniert. So gut es damit ging, wurden einige Testaufnahmen gemacht.

Die Aufnahmen zeigen Verschiedenes. Im unteren Bereich ist das Bild einigermaßen scharf und wird nach oben hin unschärfer. Das mag eine Konstruktions- oder Justageschwäche sein. Beim visuellen Beobachten ist das so nicht zu sehen.

Ein präzises Fokussieren mit Kamera ist mit dem Okularauszug nicht machbar. Er ist nicht für das Gewicht der Kamera ausgelegt. Wahrscheinlich verkippt sie den Tubus des Okularauszugs. Das Justieren des Teleskops, der Austausch des Okularauszugs und die Verwendung einer kleinen spiegellosen Systemkamera könnten zu besseren Ergebnissen führen. Aber es gibt sicherlich lohnendere Baustellen und ich würde davon abraten, wenn es nicht nur darum geht, den Basteltrieb zu befriedigen.

Fazit

Dieses Teleskop ist gut für den 10-jährigen Filius, der in die Hobbyastronomie einsteigen möchte. Es ist allemale besser als das kleine Teleskop, mit dem ich seinerzeit vom Kinderzimmerbalkon aus beobachten konnte. Der Papa wird bestimmt nichts dagegen haben, dass der Nachwuchs nach dem Besuch eines Planetariums und dem Studium eines Astronomiebuchs den Bau eines besseren Stativs angeht oder andere 'Verbesserungen' an der Ausrüstung vornimmt.

Damit dieses Einsteigerteleskop nicht gleich zum Aussteigerteleskop wird, sollten die Huygens-Okulare ausgetauscht werden. Zwei bessere (Mikroskop-)Okulare mit 25mm und 12,5mm wären gerade richtig, um dieses Teleskop vernünftig in seinen Grenzen zu nutzen.


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