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Binokular - Seben Stereoeinblick
und Denkmeier Standard
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Üblicherweise blickt
man einäugig durch Teleskope. Um beide
Augen nutzen zu können, werden binokulare
Ansätze verwendet. Mit Prismen verteilen
sie den teleskopseitigen Lichtstrahl auf zwei
Okulare. Der Abstand zwischen den Okluaren
läßt sich verstellen, um an den
Augenabstand des Benutzers angepaßt
werden zu können. Binokulare verlängern
den Abstand zwischen den Okularen und der
Teleskopoptik. Der sogenannte 'Glasweg' beträgt
je nach Konstruktion zwischen 100 bis 140mm
und hat zur Folge, dass ein Scharfstellen
des Bildes mit vielen Teleskopen ohne Hilfsmittel
nicht mehr funktioniert. Es gibt optische
Elemente, die den Glasweg ausgleichen. Sie
verlängern die Brennweite des Teleskops
wie eine Barlowlinse, was nicht immer erwünscht
ist. Zudem stellt die Verwendung von Binokularen
eine beträchtliche Belastung des gesamten
Systems dar. Sie wiegen einiges und benötigen
zwei Okulare. Viele Fokussierer sind mechanisch
nicht dafür geschaffen. Kurzgebaute Reflektoren
mit Hauptspiegelfokussierung wie die Schmidt-Cassegrains
von Meade und Celestron und viele Maksutovs
oder Teleskope mit verkürzbaren Tuben
sind ideal für Binos geeignet.
Das Beobachten mit zwei Augen ermöglicht
ein wesentlich besseres, entspannteres Wahrnehmen
der Objekte als die einäugige Betrachtung.
Wer sich einmal daran gewöhnt hat, möchte
darauf nicht mehr verzichten. Es fällt
einem leichter, Details zu trennen und lichtschwache
Objekte zu erkennen. |


Auf dem obigen Bild sind die unterschiedlichen
Durchmesser der Lichtwege zu erkennen.

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Seben bietet Massenware aus chinesischer
Produktion an. Das Gesamtsortiment erinnert
an einen Ramschladen, der von Metallsuchgeräten,
Multifunktionslampen bis hin zu Teleskopen
allerhand Krimskram anbietet. Es gibt Astronomen,
die starke Vorbehalte gegen Sebenprodukte
hegen. Der Pauschalvorwurf 'billige Chinaware,
die nichts taugt' ist nicht berechtigt.
Einige Okulare, darunter sogar ein Zoomokluar,
sind ziemlich gut und dabei sehr günstig.
Im Gegensatz dazu gehört das Denkmeier
Bino markenmäßig zur gehobenen
Klasse. Es hat okularseitig weitere Glasöffnungen
und innen größere Prismen.
Den Bino-Viewer von Seben erstand ich über
Ebay. Das erste Exemplar war dejustiert
und zeigte Doppelbilder. Desgleichen das
erste Austauschexemplar. Daher erwartete
ich von dem dritten Bion-Viewer nicht mehr
allzuviel und wurde von einem einwandfrei
funktionierendem Teil überrascht. Über
die Ursache die Qualitätsunterschiede
mag man spekulieren. Es gibt unter anderen
Namen Binokulare, die dem Seben erstaunlich
ähnlich sehen. Vermutlich sind sie
baugleich.
Die bekannten 'Goldkanten' von Reese oder
nahezu baugleichen 'TS-SW-66°' Weitwinkel-Okulare
sind kompakt und relativ leicht. Die 15mm
Okulare aus der Reihe sind auf Grund des
bequemen Einblicks hervorragend für
Binokulare geeignet. Diese Aussage ist nicht
ganz auf die anderen Brennweiten übertragbar,
weil sie hinsichtlich des Einblicks weniger
Spielraum lassen. Die 20mm sind fast so
gut wie die 15'ner. Bei den 9mm Goldkanten/TS-SW-66°
muss man die Augen sehr genau über
die Okulare positionieren, um ein gute Abbildung
zu bekommen.
Das Seben ist in der oben gezeigten Kombination
am Celestron gut verwendbar. Die Hauptspiegelfokussierung
reicht völlig aus, um den Glasweg des
Seben Bino-Viewers zu kompensieren.
Überraschenderweise komme ich mit dem
Denkmeier auf einem 2" Spiegel am Celestron
C8 gerade mal so in den Fokus. Die Fokussiermechnik
im Teleskop erreicht dabei den Anschlag.
Sicherlich gibt es die eine oder andere
Bastellösung, um die Okulare ein paar
Millimeter näher an das Teleskop zu
rücken. Mit einem 1 1/4 Zoll Zenitprisma
kommt man aber gut hin. Man sollte ein stabiles
Exemplar verwenden.
Preislich unterscheiden sich die Binos beträchtlich.
Das Seben ist um die 100 Euro zu haben,
das Denkmeier Standard kostet ca. 500 Euro.
Am C8 mit 20 cm Öffnung und 2 Metern
Brennweite (1:10) ist ein visueller Unterschied
mit den oben genannten 15mm Okularen nicht
wahrnehmbar. Erst die 20mm Okulare zeigen
im Denkmeier ein unwesentlich größeres
Bild mit scharfen Rand während im Seben
Bino-Viewer eine diffuse Randbegrenzung
zum Vorschein kommt. Mit 26mm Okularen ist
das Bild im Denkmeier deutlich weiter. Für
den 8" Schmidt-Cassegrain sind diese
Unterschiede eher unbedeutend. An 1:4 bis
1:8 Teleskopen, die im unteren Vergrößerungsbereich
mit langbrenweitigen Okularen verwendet
werden, wird der Unterschied durch die schmalere
Austrittsöffnung des Seben schwerer
wiegen. Bei Beobachtungen von Planeten,
Sonne und Mond kann ich mit meinem Instrumentarium
keinen qualitativen Unterschied in der Bildqualität
erkennen. Denkmeier Binos werden laut Hersteller
sorgfältig gefertigt und einzeln korrigiert.
Das beweglichen Gelenk ist mit einem Schmiere,
welche in einer weiten Temperaturspanne
leichtgängig bleiben soll, versehen
worden.
Celestron C8 auf einer HEQ-5 mit Intes 2"
Zenitprisma und Denkmeier Bino-Viewer.
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1999 - 2008 © Thomas Gade
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