
links: Denkmeier Bino, rechts: Seben Bino-Viewer
Der Denkmeier Binoviewer wiegt 0,781 kg und das Seben
0,540 kg.
Binokulare sind schon durch die Notwendigkeit zwei
gleiche Okulare einzusetzen kein billiges Vergnügen.
Zudem gibt es Binokulare in Preisklassen zwischen
110 € bis 1100 €.
Das günstigste Produkt wurde von Seben, das Massenware
aus chinesischer Produktion anbietet, auf den Markt
gebracht. Das Gesamtsortiment erinnert an einen Technikbasar,
der von Metallsuchgeräten, Multifunktionslampen
bis hin zu Teleskopen allerhand Krimskram in guter
und schlechter Qualität anbietet. Es gibt Astronomen,
die starke Vorbehalte gegen Sebenprodukte hegen. Der
Pauschalvorwurf 'billige Chinaware, die nichts taugt'
ist nicht berechtigt. Einige Okulare, darunter sogar
ein Zoomokluar, sind gut und zugleich günstig.
Den Bino-Viewer von Seben erstand ich über Ebay.
Das erste Exemplar war dejustiert und zeigte Doppelbilder.
Desgleichen das erste Austauschexemplar. Daher erwartete
ich von dem dritten Bino-Viewer nicht mehr allzuviel
und wurde von einem einwandfrei funktionierenden Teil
überrascht. Über die Ursache die Qualitätsunterschiede
mag man spekulieren. Das Binokular von Seben ähnelt
sehr anderen Produkten, die unter anderem Namen wie
'TS Bino' oder 'AOM Bino II' angeboten werden. Vermutlich
stammen sie vom selben Hersteller.
Im Gegensatz dazu gehört das Denkmeier Bino zur
gehobenen Klasse. Es ist stabiler gebaut und hat größere
Prismen. Es zählt zu den Spitzenprodukten.

links: Denkmeier Bino, rechts: Seben Bino-Viewer
Das Denkmeier hat größere Prismen. Das
Bild zeigt die unterschiedlichen Durchmesser der Lichtwege.
Das Seben ist in der oben gezeigten Kombination am
Celestron gut verwendbar. Die Hauptspiegelfokussierung
reicht völlig aus, um den Glasweg des Seben Bino-Viewers
zu kompensieren.
Überraschenderweise komme ich mit dem Denkmeier
auf einem 2" Spiegel am Celestron C8 gerade mal
so in den Fokus. Die Fokussiermechnik im Teleskop
erreicht dabei den Anschlag. Mit einem 1 1/4 Zoll
Zenitprisma geht es aber.
Preislich unterscheiden sich die Binos beträchtlich.
Das Seben ist um die 110 Euro zu haben, das Denkmeier
Standard kostet ca. 500 Euro. Am C8 mit 20 cm Öffnung
und 2 Metern Brennweite (1:10) ist ein visueller Unterschied
mit den oben genannten 15mm Okularen nicht wahrnehmbar.
Erst die 20mm Okulare zeigen im Denkmeier ein etwas
größeres Bild mit scharfen Rand während
im Seben Bino-Viewer eine diffuse Randbegrenzung zum
Vorschein kommt. Mit 26mm Okularen ist das Bild im
Denkmeier deutlich weiter. Für den 8" Schmidt-Cassegrain
sind diese Unterschiede eher unbedeutend. An 1:4 bis
1:8 Teleskopen, die im unteren Vergrößerungsbereich
mit langbrenweitigen Okularen verwendet werden, wird
der Unterschied durch die schmalere Austrittsöffnung
des Seben schwerer wiegen. Bei Beobachtungen von Planeten,
Sonne und Mond kann ich mit meinem Instrumentarium
keinen qualitativen Unterschied in der Bildqualität
erkennen. Denkmeier Binos werden laut Hersteller sorgfältig
gefertigt und einzeln korrigiert.
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mit dem Binokular |
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Thomas Gade |