Ergebnisse
Beim Vergleich verschiedener Scans aus einem Nikon Coolscan
5000 sowie einem Polaroid Sprintscan 35 Plus mit Dateien des
OpticFilm 7200i kann man keine Mängel erkennen. Der Nikon
ist zunächst detailstärker, doch verbessert sich die
Differenzierung der Plustek-Bilder sehr durch eine angemessene
Unscharfmaskierung, während hochaufgelöste Nikon-Scans
dadurch im Detail eher rauschiger und kantiger werden. Scans
aus Scannern mit diffusem Licht vertragen eine Schärfung
nicht nur besser; sie gewinnen bei moderater Anwendung deutlich
an Detailtrennnung.
Die Einstellung 7200 dpi (190 MB pro 24-Bit-RGB-Datei) des Plustek
bringt auch bei aufwendiger Bearbeitung nicht mehr als die 4000
dpi (55 MB pro 24-Bit-RGB-Datei) des Nikon. Mit 3600 dpi hat
der Plustek sein höchstes Auflösungsvermögen
praktisch erreicht. Der Nikon neigt in dunklen Partien zu feinstrukturierten
Farbstörungsmustern, welche mit Programmen wie NoiseNinja
und NeatImage wirksam unterdrückt werden können. Der
Plustek hat diesbezüglich nur Probleme, wenn eine Unscharfmaskierung
eingesetzt wird. Das dürfte an der Kaltkathodenstrahlröhre
liegen, die im Gegensatz zu den im Nikon verwendeten LEDs günstige
Eigenschaften hat. (Wann erscheint endlich der Nikon Coolscan
6000 mit Kaltkathodenstrahlröhre oder einem Diffusor?)
Die hier genannten Unterschiede sind bei starken Detailvergrößerungen
zu erkennen. Der OpticFilm 7200i kommt mit Farbnegativen, Dias
und Schwarzweißfilmen sehr gut zurecht. Die Qualität
der Ergebnisse ist vom Können und den Möglichkeiten
der Anwender abhängig. Ein paar Grundlagen der digitalen
Bildbearbeitung sollte man drauf haben oder sich aneignen. Um
Bilderserien mit höchster Qualität zu digitalisieren,
sind Kenntnisse der Stapelverabeitung zur Automatisierung der
Nachbearbeitung wichtig. Wem dieses ein Buch mit sieben Siegeln
bleibt, mag sich mit der QuickScantaste behelfen.
Der Reichstag in Berlin wurde mit zwei Scannern
gescannt:
Nikon Coolscan 5000, 4000 dpi, VueScan mit Reinigung -
Stufe light.
Plustek OpticFilm 7200i, 7200 dpi, VueScan mit Reinigung
- Stufe heavy.
Für beide Scans wurde NoiseNinja zur Beseitigung
von Störungen eingesetzt, die sonst als Farbsäume
an den Kanten und als Farbgriesel in Flächen beim
starken Hineinzoomen sichtbar werden. Der Plustekscan
wurde anschließend auf 4000 dpi reduziert und mit
einer Unscharfmaskierung bearbeitet: Stärke = 120,
Radius = 0,8 und Schwellenwert = 0. Der Nikon Scanner
benötigt die Unscharfmaskierung nicht. Der Plustek
hat ein weicheres Bild, welches nach der Unscharfmaskierung
dem Nikon-Bild ähnelt.
Das Foto wurde freihändig mit einem Tamron Mittelklassezoom
auf Fuji Sensia Diafilm mit 200 ASA aufgenommen.
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Die nachstehenden Bilddetails wurden zur Darstellung runtergerechnet
und komprimiert. Die Originale sind qualitativ besser.
Links Nikon, rechts Plustek:
Das erste Bildpaar zeigt zwei Ausschnitte, die sich in punkto
Schärfe und Auflösung kaum unterscheiden. In gleicher
Weise hatte ich vorher die nicht reduzierte 7200 dpi Datei mit
der Nikondatei verglichen. Es sah genauso aus und die 7200 dpi
bringen nicht mehr Details. Die Infrarotreinigung der Plustekdatei
funktioniert bei 7200 dpi nicht so gut wie beim Nikon. Vor allem
werden Störungen in relativ homogenen Bereichen weniger wirksam
korrigiert. Bei 3600 dpi werden Schmutz und Kratzer effektiver
beseitigt!
Links Nikon, rechts Plustek. Zwei weitere Ausschnitte zeigen
ebenfalls große Ähnlichkeiten. Diesmal zeigt der
Nikonscan eine Reinigungsschwäche. Beim Sockel der zweiten
Säule von links sieht man ein Staubfussel, welches sich
oben an der Säule fortsetzt. Das Zwischenstück wurde
erfolgreich retuschiert. Das Plustekbild zeigt das Fusselteil
am Sockel nicht. Das Nikonbild ist in den Schatten etwas krisseliger
als die Plustekdatei. Die Unterschiede sind marginal und man
kann zu jedem der beiden Scanner Arbeitsmethoden entwickeln,
die recht ähnliche Ergebnisse bringen. Die Plustekdateien
gewinnen mit einer angemessenen Unscharfmaskierung deutlich
an Detailauflösung.
Fazit
Der Plustek OptikFilm 7200i ist gemessen an seinem Preis, seiner
Leistung und der Handhabung ausgezeichnet. Er ist ein unkompliziertes
Gerät, mit dem man sehr gute Scans von Kleinbildvorlagen
erzeugen kann. Für unzerschnittene Filme ist ein Reflekta
Proscan 4000 besser geeignet, doch zur Aufarbeitung eines gemischten
Archivs mit kurzen Filmstreifen und Einzeldias ist der OpticFilm
7200i sehr gut einsetzbar. Hinsichtlich der Software-CD sollte
Plustek den Experten entgegenkommen und eine Option nur zur
Installation des Treibers anbieten. Vuescan Benutzer können
sich mit Hamricks 'scanner.ini behelfen. Dadurch wird der Originaltreiber
überflüssig. In der Hardware steckt mehr Potenzial,
als die auf Laien zugeschnittene Installationsroutine vermuten
läßt.
Ich setze den Plustek OptikFilm 7200 ohne ICE gerne für
Schwarzweissfilme ein, die damit ausgezeichnet gescannt werden.
| Plustek
OpticFilm 7200i |
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Februar 2006 |
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