photoinfos.com

Plustek OpticFilm 7200i

Februar 2006 © Thomas Gade

Seite 1   2

(wie: Quato IntelliScan 5000)

Lieferumfang

Scanner, Netzteil, USB Kabel, zwei Filmhalter (je einer für Filmstreifen und gerahmte Dias),
gepolsterte Tasche, Unterlagen, 3 Software CDs mit diverser Software:

Silverfast Ai 6, QuickScan, Corel Draw Essentials 2 und die NewSoft Presto Programme:
PageManager, ImageFolio und Mr. Photo

Preise

mit Silverfast Ai 6 360 bis 400 €
mit Silverfast Se 6 270 bis 300 €



Auszug aus den technischen Angaben des Herstellers:

Scanfläche 38mm x 38mm Die Filmhalter nutzen das Feld nicht aus! 
Auflösung bis 7200 dpi Diese Auflösung wird nicht erreicht. Bei 3600 dpi ist Schluss.
Anschluss USB 2.0

Scanzeiten

(Beispiele mit VueScan Pro 8.26 am AMD 3200+, 2 GB Ram, Windows XP Pro)

Schwarzweiss, 7200 dpi , 16-Bit Ausgabe 2 Minuten 48 Sekunden
Farbnegativ, 3600 dpi, medium Infrarotreinigung 2 Minuten 20 Sekunden
Farbdia, 3600 dpi, medium Infrarotreinigung 2 Minuten 12 Sekunden
Farbdia, 7200 dpi, heavy Infrarotreinigung 5 Minuten 45 Sekunden

Der Plustek Opticfilm 7200i ist nahezu baugleich mit dem Quato IntelliScan 5000, der bis 5000 dpi auflösen soll.

Installation

Die Inbetriebnahme des Plustek OpticFilm 7200i ist mit Vorsicht zu genießen. Zuerst wird die Plustek-Software installiert und danach Silverfast. Dies ist auch erforderlich, wenn man VueScan zum Scannen einsetzt. (Nachtrag 2016: Das gilt nicht mehr, die Installation des Plustek Treibers reicht.)

Läßt man dem Setup freie Hand, gelangen viele Daten auf den Rechner. Neben den Treibern werden drei Programme installiert. Wählt man die Konfiguration 'minimal', erspart man sich schon mal zwei Programme aber der verbleibende PageManager belegt stolze 138 MB Speicher. Im Autostart nistet sich das Programm QuickScan ein. Untersucht man den Datenwust genauer, fallen im PageManager-Ordner lcd- und lcm-Dateien auf, die offenbar Sprachvarianten sind. Löscht man alle bis auf die Deutschen (german.lcd), fliegen 46 MB (!) in den Papierkorb. Die Inhalte der Ordner 'Samples' können ebenfalls gelöscht werden. Deinstalliert man den PageManager komplett, bleiben nur noch 3,5 MB im Plustek-Verzeichnis. Nun beseitigt man QuickScan aus dem Autostart, da sonst beim Neustart des PCs eine Fehlermeldungen erscheint. Nach dieser Kur vermissen weder VueScan noch Silverfast etwas und können den Scanner ohne Einschränkungen ansteuern. Die Schalter QuickScan und IntelliScan werden mit der Deinstallation des PageManagers außer Kraft gesetzt, doch sind sie unbedeutend.

Tipp: Das kostenlose Programm CCleaner leistet beim Deinstallieren, der Registryreinigung und der Autostartverwaltung gute Dienste. Wer VueScan bevorzugt, kann Silverfast deinstallieren.

Hardware


Der OptikFilm 7200i ist kompakt und leicht. Er hat ein externes Netzteil und scannt relativ leise. Der Vorlagenwechsel bzw. Filmtansport erfolgt manuell.

Zum Einbringen der gerahmten Dias oder Kleinbildfilmstreifen sind dem Scanner zwei Filmhalter beigelegt. Sie sind aus Kunststoff und machen einen verläßlichen Eindruck. Beim Einschieben eines Filmhalters in den dafür vorgesehenen Schlitz spürt man Rastpunkte, die das richtige Positionieren eines Bildes einfach machen. Mit etwas Fingerspitzengefühl geht das prima. Die seitlichen öffnungen des Scanners haben Staubschutzklappen, die automatisch zufallen wenn kein Filmhalter im Scanner steckt.



Links oben: Vier Filmhalter von Nikon, Polaroid / Mikrotek und die beiden Plusteks in der Mitte. Nikons Filmstreifenhalter ist kompliziert und fummelig zu bedienen. Polaroid Filmstreifenhalter sind filigran und zerbrechlich. Dagegen sind die Halter von Plustek robust und einfach zu handhaben. Der Filmstreifenhalter sollte Nuten haben, mit denen man Filme mit starkem Drall vor dem Schließen fixieren kann.


Ein Nikon Coolscan 5000 neben einem Opticfilm 7200i

Diastreifenhalter im OpticFilm 7200i

Im Gegensatz zu den Reflekta Proscans und baugleichen Typen braucht der Plustek OptikFilm 7200i nach Eingabe eines Scanbefehls keine lange Anlaufzeit. Es finden keine endlosen Kalibriervorgänge statt. Wenn überhaupt, gibt es sehr kurze Lampenaufwärmphasen. Das Gerät startet zügig und trödelt auch nicht beim Scanvorgang, solange man keine Farbbilder mit 7200 dpi und Infrarotreinigung scannt.

Der Vergleich von 3600 dpi Dateien mit 7200 dpi Dateien zeigt so gut wie keinen Unterschied, abgesehen von der vierfachen Größe der Bilder mit der letzten Einstellung. Sie ist überflüssig. Der Scanner hat eine hardwarebasierte Schmutz- und Kratzererkennung, für die neben dem RGB-Scan ein zweiter Infrarot-Scan durchgeführt wird.

VueScan

VueScan ist mit dem Plustek OpticFilm 7200i kompatibel und bietet dem erfahrenen Nutzer weitgehende Möglichkeiten zum Bedienen des Scanners.

Auf der Plustek-Website gibt es sogar einen Downloadlink für VueScan. Es ist ein kompaktes Programm, welches wenig am bestehenden Softwaresystem ändert und keine Romane in die Registry schreibt. Es kann zurzeit (September-2006) nach Angaben des Entwicklers über 500 verschiedene Scanner ansteuern. Nach der Installation konnte der Scanner problemlos mit VueScan bedient werden.

Silverfast Ai 6

Zum Lieferumfang dieses Scanners gehört Silverfast SE oder Ai. Mit letzterem kann auf hohem Niveau gescannt werden. Ich ziehe VueScan vor, doch sollten Anwender, die diesbezüglich flexibel sind, beide Varianten ausprobieren. Sie haben aus nachvollziehbaren Gründen jeweils ihre Fangemeinden.

Automatikschalter

An der Vorderseite des Scanners gibt es zwei Schalter. Neben dem einen steht QuickScan, nebem dem anderen IntelliScan. Abgesehen davon, dass Plustek mit diesen Wortschöpfungen seinen Hang zu Wörtern mit zwei großgeschriebenen Buchstaben unterstreicht, erlauben die Schalter ein Scannen auf Knopfdruck. Man sollte vorab schon mal in die Menues schauen und entsprechende Eintellungen vornehmen mit denen festgelegt wird, in welchem Dateiformat die Bilder in welchem Ordner gespeichert werden. Die Funktion ist ausreichend, um einen Großteil der Bilder einigermaßen vorzeigbar zu machen.

Der Schalter mit der Bezeichnung 'IntelliScan' aktiviert automatische Scans mit Silverfast. Dafür muss neben QuickScan und dem PageManager mindestens Silverfast Ai 6.2x installiert sein. Die Ergebnisse vom Farbdia und vom Schwarzweißfilm waren nicht immer überzeugend. Anspruchsvolle Fotografen werden andere Arbeitsroutinen bevorzugen.


Februar 2006 © Thomas Gade

Seite 1   2

{ }

© Thomas Gade   Unsere Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung ist nur mit schriftlicher Erlaubnis des Verfassers gestattet und stets honorarpflichtig. / © Our articles and images are copyrighted.