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RAW-Konverter Thomas Gade    November   2005  / update März 2007 Seite: 1    2

Die Bilder in den gegenwärtigen Digitalkamera entsteht durch das Belichten eines Chips, der mehrere Millionen lichtempfindlicher Rezeptoren hat, auf die beim Auslösen der Kamera Licht fällt und zu individuellen Meßergebnissen führt. Sie werden von der Kameraelektronik verarbeitet. Dabei werden Schritte wie das Schärfen, der Weißabgleich, Tonwertkorreturen etc. vollzogen.

Anspruchsvolle Fotografen vermeiden die kamerainterne Bearbeitung und bevorzugen die Ausgabe von RAW Dateien. Sie enthalten alle Informationen, die der Kamerachip registrieren konnte. Die Kameraeinstellungen für Schärfe, Farbeinstellungen, Kontrast, Kompression und andere sind hinfällig, wenn man RAW Dateien speichert. Der Sinn besteht darin, es dem Fotografen zu ermöglichen, diese Einstellungen selber zu treffen. Nachteilig ist der damit verbundene Zeitaufwand, der die Freude am hemmungslosen digitalen Fotografieren mit großen Speichern und ausdauernden Akkus ein wenig dämpft. Aber die Vorteile der individuellen Bearbeitung von Bilddateien, die mit einem Maximum an möglichen Werten ausgegeben wurden, werden schnell deutlich. Die Kameraautomatik kann schlecht, mittelmäßig oder gut sein, doch wird sie immer zu einem mehr oder weniger starken unkontrollierbaren Verlust an Bilddetails in den Schatten und Lichtern führen. Zudem kann die Tonwertkorrektur weit neben der optimalen Einstellung liegen.

Eine 6 Millionen-Pixel-Kamera erzeugt pro Bild eine ca. 10 MB große RAW-Datei. Gewandelt zum 16-Bit-TIF erhalten wir eine 36 MB große Datei. Das RAW-Format ist nicht einheitlich definiert. Jeder Kamerahersteller hat eigene (mehrere!)Varianten. Die RAW-Dateien aus Nikon Kameras tragen die Dateinnamensendung '.nef' und RAWs aus Pentax Kameras heißen '.pef'. Olympus nennt sie '.oef'. Trotz der gleichen Bezeichnungen innerhalb einer Marke, werden die Dateien von den RAW-Konvertern unterschiedlich gehandhabt. Die Unbeständigkeit der Formate und stetig zukommenden Varianten zwingt die Softwareentwickler laufend zu updates der RAW-Konverter, um neue Dateitypen optimal bearbeiten zu können.

DieFachpresse wirbt für das permanente Speichern der RAW-Daten. Dagegen spricht bislang die fehlende Möglichkeit, die Bilder IPTC-konform zu beschriften. Moderne Bilddatenbanken und die Bildflüsse in der Presse basieren auf den IPTC-Texteinträgen mit Urhebervermerken und den Bildbeschreibungen, die sich in jeder Bilddatei befinden. Solange diese nicht in RAW-Daten eintragbar sind, kann man sie kaum als Archivdateien nutzen. Zudem lassen sich RAWs nicht bearbeiten und modifiziert speichern. RAW-Konverter legen zu jeder RAW-Datei eine weitere Datei an, in der die Änderungswünsche des Fotografen festgehalten werden. Sie ist von anderen Programmen nicht interpretierbar. Das ist der aktuelle Stand, der nicht so bleiben muß, aber zurzeit unumgänglich ist. Daher konvertiert man RAW-Dateien zu 16-Bit Tifs, die im 16-Bit Modus bearbeitet werden. Sie können IPTC-konform beschriftet werden und sind somit von vielen Datenbankprogrammen automatisch einlesbar. Eine moderat bearbeitete 16-Bit Tif Datei, die das Maximum an Tonwerten aus der RAW-Datei mitnimmt, wird zur Urdatei, die permanent archiviert wird.

Jede Kamera, die RAW-Dateien erzeugt wird, mit einer Software geliefert, die das Konvertieren der Daten zu einem Tif ermöglicht. Bislang habe ich weder von Nikon, Canon und Pentax Programme gesehen, die ein flottes Arbeiten ermöglichen. Außerdem sind diese Programme nur mit den herstellereigenen RAW-Formaten kompatibel. Mittlerweile bieten etliche Anbieter Software zum Konvertieren der RAWs an. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass Fotografen, die sich mit RAW-Konvertern befassen, ein ausgereiftes Bildbearbeitungsprogramm haben. Zudem unterstelle ich das Vorhandensein eines Bildverwaltungsprogramms, welches IPTC-Beschriftungen, einfache Bildbearbeitungen und das Umbennen von Dateien im Batch anbietet. Einige Bildbearbeitungsschritte, wie selektive Farbkorrekturen, Unterdrückung des Rauschens, Korrektur der perspektivischen Verzeichnung, des Vignettierens, Stapelverarbeitungen und andere werden in der Praxis mit diesen Programmen im 16-Bit Modus durchgeführt. Daher sind diese Funktionen in einem RAW-Konverter nicht zwingend notwendig.


RawShooter

RawShooter Essentials 1.13
Preis: kostenlos

Die Fa. Pixmantec veröffentlichte 2004 das Programm RawShooter Essentials. Es ist leicht zu bedienen und bringt gute Ergebnisse.


RawShooter Premium 1
ehemaliger Preis: 99 €

RawShooter Premium kam im Oktober 2005 auf den Markt. Zu den neuen Funktionen gehört die manipulierbare Gradationskurve mit eingeblendetem Histogramm. Das Programm ist unter Kennern sehr beliebt.

Adobe kaufte im Juli 2006 die Fa. Pixmantec. Im März 2007 wurde die Webseite vom Netz genommen. Damit verschwand die Möglichkeit, von dort das kostenlose RawShooter Essentials runterzuladen. Seit der letzten Version sind neue Kameras auf den Markt gekommen. Ihre RAWs werden eigentlich nicht mehr von Rawshooter unterstützt. Jedoch haben findige Tüftler Anleitungen zur Anpassung vorgestellt. Lesen Sie hier eine Anleitung: RawShooter updaten



SilverFast DC

Preis: SilverFast DCPro 399,- / SilverFast DCPro Studio 499,- / SilverFast DCPro Studio PhotoProof 979,-

Mit Hinblick auf eine mehrjährige Präsenz als professionelles Programm zum Bedienen von Scannern hat die Silverfast-Familie ihre Liebhaber. Die Preise für Silverfast DC dürften für viele potentielle Nutzer KO-Kriterien sein. Das Handbuch umfaßt 494 Seiten. Wer soll das lesen?

SilverFast DC hat zwei Arbeitsflächen. Zum einen gibt es den Virtuellen Leuchttisch, der Bilder in einem Ordner als nebeneinanderstehende Miniaturansichten zeigt. Öffnet man ein einzelnes Bild zur Konvertierung, erscheint die typische SilverFast-Oberfläche mit einem Preview und den Optionen.

Wer sich eingearbeitet hat, dem steht mit SilverFast DC ein ordentliches Programm zur Verfügung. Seine Bedienung erfolgt nicht so intuitiv wie andere Software.

Der Vollständigheit halber möchte ich darauf hinweisen, dassSilverFast DC beim Einsatz einer Digitalkamera als Filmscanner beim digitalen Reproduzieren von Farbnegativen und ihrer Umwandlung in Positive Vorteile gegenüber seinen Mitstreitern haben kann. Hier kommen die Erfahrungen aus der Scannerbedienung zum Tragen.



www.silverfast.de

Hinweis:  SilverFast HDR ist ebenfalls in der Lage, RAW-Dateien nach dem gleichen Muster zu verarbeiten.




Capture One Pro 3.7

Preis: 525 €

Capture One von Phase One wird seit 2002 mit Profirückteilen von teuren digitalen Fachkamera- und Mittelformatrückteilen verkauft. Im professionellen Fotostudio hat dieses Programm einen hohen Bekanntheitsgrad. In dem Umfeld sind 500 € eine Bagatelle, doch für Privatanwender ist diese Software aus ökonomischer Sicht wenig attraktiv.

Die Einstellmöglichkeiten für Tonwert- und Kontrastkorrekturen sind komplett. Auf der Registrierkarte Weißabgleich findet man Farbeinstellungswerkzeuge.

Auffallend ist die effektive Schärfen-Funktion, die selbst bei starker Einstellung keine übermäßigen scharzen Konturen erzeugt.

 

www.phaseone.com

 


Vuescan Pro 8.4

Preis: 89 $

VueScan stammt wie SilverFast aus der Scanntechnik. Es ist ein universelles und sehr nützliches Programm, mit dem einige Hundert Scannertypen gesteuert werden können. VueScan verarbeitet Daten von Datenträgern sowie Bilder aus digitalen Kameras.

Mit Vuescan läßt sich zum Bearbeiten der RAW-Dateien programmieren. Dadurch muß man nicht jede einzelne Datei in einer großen Vorschau aufrufen und jeweils individuelle Einstellungen treffen. Wer sich mit dem Programm auskennt, hat ein gutes Werkzeug.


Mehr dazu hier: VueScan


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Tipp: Bizarre Tierfotos
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