photoinfos.com

Tamron SP 300mm 54B

2009 / 2011 © Thomas Gade

Das 300mm Teleobjektiv ist kompakt und robust gebaut. Das Objektiv hat eine verschiebare Sonnenblende und ein 58mm Filtergewinde. Die Frontlinse dreht sich beim Fokussieren mit. Eine Stativschelle, die bei 300mm Brennweite sinnvoll wäre, ist nicht vorhanden. Wenn das Kameragehäuse stabil ist, kann man die Kombination aus dem Gehäuse und dem 300mm Teleobjektiv noch über das in der Kamera befindliche Gewinde auf ein Stativ montieren. Das ist keine ideale Lösung, weil die Kamera mit dem Objektiv extrem vorderlastig ist. Die mechanische Beanspruchung des Kameragehäuses beim Hantieren mit dem Teleobjektiv ist hoch. Jedoch gibt es eine optionale Tamron-Stativschelle, die zu mehreren Adaptall-Objektiven passt. Man sollte sie oder ein ähnliches Produkt zusätzlich erwerben, um das Teleobjektiv zu komplettieren.

Der Tubus ist relativ dünn. Die kleine Frontlinse läßt Zweifel daran aufkommen, dass die größte Blende tatsächlich den Wert 5,6 verdient. Dafür müßte der offene Bereich der Frontlinse einen Mindestdurchmesser von 53,6mm (300mm : 5,6 = 53,57mm) haben. Mit einem Lineal konnte ich als volle öffnung gerade mal 52mm messen. Das entspräche der Blende 5,8 sofern die tatsächlich genutzte maximale öffnung im Tubus nicht durch Streulichtblenden verringert wird. Hier hat Tamron ein wenig gemogelt. Scharfgestellt wird mit Hilfe eines breiten und gut laufenden Scharfstellrings. Abhängig von der Qualität des Kamerasuchers ist das einfach bis schwierig. An Pentax DSLRs verwende ich stets eine Okularlupe zur Verbesserung der Schärfebeurteilung. Verwendet man ein Stativ, ist die LiveView-Funktion hilfreich.


Das Tamron SP 5,6 300mm (model 54B) mit dem dazugehörigen Köcher.

Technische Daten

Produktionszeitraum: 1979 -1984
Blende: 5,6 - 32, AE
Gewicht: 610 Gramm
Filtermass 58mm
Länge bei unendlich mit Adapter 168mm
Entfernung 1,2m - unendlich



Tamron SP 300mm an der Pentax K-5. Das Objektiv ist für eine 300mm Optik relativ kompakt. Zum manuellen Scharfstellen sollte man eine Sucherlupe nehmen, um das Bild etwas zu vergrößern.

Tipp: Pentax DSLRs interpretieren die Blende des Objektivs inkorrekt. Statt 5,6 wird Blende 4 als größte Blende angezeigt. Das setzt sich über den gesamten Blendenbereich fort. Um das zu kompensieren, stellt man die Belichtungskorrektur auf -1. Entsprechend sind die Blendenangaben in den Exif-Daten zu korrigieren.



Das Objektiv hat keine Stativschelle, doch gibt es eine von Tamron, die passt.

Optische Qualität

Optiken, bei denen man stets prüfen soll, wie stark chromatische Aberrationen (CA) auftreten, also störende Farbsäume an kontrastreichen Kanten, wie bei entlaubten Zweigen vor blauem Himmelshintergrund. Das Ausmass der CA ist ein wichtiges Kriterium bei der Beantwortung der Frage, ob man ein bestimmtes Objektiv mag oder nicht. Bei offener Blende treten besonders bei älteren Objektiven häufig auffallende Farbsäume auf. Durch das Abblenden reduziert sich dieser Effekt. Es ist aber unbefriedigend, wenn beispielsweise ein Objektiv mit Blende 4 als größte Blende erst ab Blende 11 Bilder ohne störendes CA erzeugen kann.



Tamron SP 5.6 300mm, Pentax K-7, ISO 200, Blende 8, 1/60 Sekunde. Das Wetter war trübe, auch wenn das auf dem Foto nicht so aussieht. Bei wolkenfreien Himmel hätte die Belichtungszeit eher 1/250 oder 1/500 Sekunde bei Blende 8 und ISO 200 betragen.



Ausschnitt aus dem obigen Bild. (100%) Das Objektiv hat eine ordentliche Farbkorrektur. Die Farbsäume sind ab Blende 8 unwesentlich. Die Schärfe könnte besser sein, doch sollte man bei diesem Bild nicht vergessen, dass es bei trüben Herbstwetter zustande kam und trockene, klare Luft bei einer Fernaufnahme erheblich zur Verbesserung der Bildqualität beiträgt.

Fazit

Dieses Objektiv ist auf den Gebrauchtmärkten günstig zu bekommen. Für rund 100 € kann man mit einem gut erhaltenen Exemplar rechnen. Einen passenden Adaptall Adapter benötigt man zusätzlich. Das Tamron SP 5.6  300mm ist relativ kompakt und nicht schwer. Es ist ein gutes Porträtobjektiv für Aufnahmen aus größerer Distanz und macht sich auch gut im Nahbereich. Die Bildqualität liegt über dem Niveau vieler Universalzooms mit Brennweitenbereichen von 18-200 oder mehr im äußeren Telebereich. Wer gerne mit klassischen Objektiven arbeitet und manuell scharfstellen kann, sollte dieses Objektiv in Betracht ziehen.

Testbilder: Vergleichsaufnahmen mit diversen Teleobjektiven



© Thomas Gade | photoinfos.com | ISSN 3054-4769 (Online). Unsere Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung ist nur mit schriftlicher Erlaubnis des Verfassers gestattet und stets honorarpflichtig.