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Sigma Apo F5.6 400mm AF Macro

Juli 2012 © Thomas Gade

Das 'Sigma APO 5.6 / 400mm Tele Macro Auto Focus' ist ein solide gebautes Teleobjektiv mit Innenfokussierung und sehr guter Optik. Die optische Konstruktion besteht aus 10 Elementen in 7 Gruppen mit 2 SLD Elementen. Die Frontlinse rotiert nicht beim Scharfstellen. Es hat eine verschiebbare Sonnenblende sowie eine Stativschelle, in der das Objektiv drehbar gelagert ist. Sie ist abnehmbar.

Der Fokussierbereich ist auf zwei Bereiche, nämlich von 1,6m - 2,5m und von 3,5m - Unendlich begrenzbar. Neben dem breiten Scharfstellring gibt es einen weiteren Ring zum Schalten zwischen Autofokus und manuellem Scharfstellen. Der Autofokus dieses Objektivs ist ausreichend flott und an der Pentax K-5, mit der dieses Objektiv verwendet wurde, sehr treffsicher.


Sigma AF Apo 5.6 / 400mm Tele Macro an einer Pentax Spiegelreflex aus der Zeit des Films.



Technische Daten

Länge 256mm
Gewicht 1,4 kg
Fokusbereich 1,6m bis Unendlich
Filtermass 77mm
Stativschelle vorhanden, rotierbar
Sonnenblende Einschiebbar
Produktionszeitraum* 1996 - 1997

* Die Angaben über den Produktionszeitraum wurden dieser Tabelle entnommen:
http://home.arcor.de/objektive/MFF.html


Dieses 400mm Teleobjektiv war das letzte in einer Serie von mehreren Modellen, die Sigma im Laufe der Jahre herstellte. Die Einstellung der Produktion der Festbrennweite ist im Zusammenhang mit der Aufkommen der extremen AF-Telezooms, wie das 50-500mm, zu sehen. Sigma ging davon aus, dass für Festbrennweiten kein ausreichender Markt mehr vorhanden war.

Für Canon wurde dieses Modell bereits mit HSM Motor geliefert. Es gibt spärliche Hinweise im Web, die darauf hindeuten, dass auch für Nikon eine HSM-Version existierte. Der frühe Produktionszeitraum spricht dagegen. Zweifelsfrei konnten wir diese Frage nicht klären.

Viele ältere Sigma Objektive für Canon funktionieren nicht mehr an neuen Modellen. Einige Jahre lang hat Sigma die eingeschickten Objektive umgechippt, um sie mit späteren Canon-Gehäusen kompatibel zu machen. Diese Möglichkeit wurde eingestellt. Daher ist beim Gebrauchtkauf einer Version für Canon darauf zu achten, ob sie uneingeschränkt verwendbar ist.

Für Pentax wurde dieses Objektiv mit Stangenfokus produziert. Seinerzeit war Pentax noch weit entfernt von Ultraschallmotoren in den Objektiven. Keine Kamera hätte sie ansteuern können.

Die verschiedenen 400mm Teleobjektive von Sigma haben Optiken von unterschiedlicher Qualität. Nur diesem Modell wird eine hohe Qualität nachgesagt. Wer sich auf die Suche danach macht, sollte auf die charakteristische Bauweise achten. Sonst sind Enttäuschungen vorporgrammiert.

Optische Qualität


Nahbereich

Während meines ersten Ausflugs mit dem Sigma Apo 400mm Objektiv sprach mich eine Dame in der NABU Station im brandenburgischen Linum an. Ob ich die Rotbauchunken fotografiert hätte, fragte sie nach einem Blick auf das lange Objektiv, das hier wohl als eine Art Zugehörigkeitssymbol interpretiert wird. Ich wusste nicht, was eine Rotbauchunke war. Sie ging zu einem kleinen Tümpel. "Kommen Sie mal mit! Ich hole eine raus. Das macht ihr nichts." Kurzerhand kniete sie neben dem kleinen angelegten Becken und erwischte mit dem dritten Grapschen ein kleine Unke, die sie in ihrer Handfläche auf den Rücken legte und mir zum Fotografieren hin hielt. Aus dieser Distanz mit einem 400mm Objektiv, fragte ich mich. Das wird wahrscheinlich nichts. Dennoch, die Frau hatte sich die Mühe gemacht. Aus Höflichkeit richtete ich die Kamera auf die Rotbauchunke. Zu meiner überraschung wurden die Bilder etwas.


Rotbauchunke in der Hand. Näher konnte ich mit dem 400mm Teleobjektiv nicht ran. Blende 8 mit 1/400 Sekunde.


Ausschnitt aus dem Bild. (leichte unscharf Maskierung des Crops: Stärke 50, Radius 1)
Die Qualität ist erstaunlich gut. Der Autofokus funktionierte bei allen drei Aufnahmen, die ich davon machte, einwandfrei.

Sicherlich hat ein 400mm Objektiv nicht gerade die ideale Brennweite für diese Aufnahmesituation, doch wenn nichts anderes zur Hand ist, kann man es ohne technische Bedenken einsetzen.

Ferne


Auf einem weiteren Bild ist die Flagge der NABU Station mit einem Storch im Horst auf dem Dach zu sehen.


Blende 8 und 1/250 Sekunde


Ausschnitt aus dem Bild (700x450 Pixel / keine Unscharf Maskierung)


Ausschnitt aus dem Bild (700x450 Pixel / mit moderater Schärfung)



Ausschnitt aus dem Bild (700x450 Pixel / mit leichter Unscharf Maskierung)
Rechts unten aus dem Bild. Bei schlechter Farbkorrektur wäre ein Farbsaum an der Kante
vor dem Himmelshintergrund sichtbar. Der Begriff 'Apo' ist zurecht vergeben worden.

Ferne - II


Blende 8 und 1/500 Sekunde.



Blende 8 und 1/500 Sekunde. Ausschnitt aus dem Bild. Die Taue an den Fahnemasten sind erkennbar. Es gibt hier nicht den Hauch eines Farbsaums.


Blende 5,6 und 1/1000 Sekunde. Ausschnitt aus dem Bild. Die Qualität ist bereits bei offener Blende beeindruckend.

Bewertung

Das Sigma APO 5.6 / 400mm ist ein hervorragendes Objektiv. Mit leicht über 1,4 kg Gewicht, ist es noch transportabel und einigermaßen ruhig zu halten, was für die knapp zwei Kilo schweren 150-500mm oder 50-500mm Sigma-Zooms nicht im gleichen Maße gilt. Für ein 400mm Objektiv ist das Sigma relativ kompakt. Seine Naheinstellgrenze von 1,6 Meter ist für diesen Teleskoptyp kurz. Der Begriff 'Macro' im Namen ist nur leicht übertrieben.

Auf dem Gebrauchtmarkt wird dieses Objektiv vor allem für Nikon im noch passablen Zustand für 300 bis 450 € angeboten. In der Produktpalette von Nikon gibt es kein Pendant, aber bei Canon das Canon EF Teleobjektiv - 400 mm - F/5.6, welches ca. 1300 € kostet.

Laut diversen Testberichten kann dieses Sigma Teleobjektiv mit dem Canon mithalten. Fände man eines der seltenen umgechippten Modelle, die auch mit aktuellen Canon Gehäusen kompatibel wären, könnte der Preis für ein gut erhaltenes Exemplar wegen des seltenen Auftauchens 500 € betragen. Für Pentax ist es sehr selten zu bekommen.

Testbilder: Vergleichsaufnahmen mit diversen Teleobjektiven


 

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