Das Scharfstellen funktioniert über das Bewegen
des Hauptspiegels. Dabei kann durch ein leichtes
Verkippen des Spiegels beim Wechsel zwischen Vor-
und Rückwärtsbewegung das sogenannte 'Shifting'
auftreten. Das beobachtete Motiv bewegt sich dabei
im Okular. Bei meinem 127mm Skywatcher Maksutov
tritt dieser Effekt kaum auf, doch ist das Shifting
an dem getesteten SKM 150 deutlicher ausgeprägt.
Abhilfe würde hier ein zusätzlicher Crayfordfokussierer
leisten. Leider benötigt man dazu einen Adapter,
weil das T-2 Gewinde um den Okulartubus nicht dem
üblichen SCT-Anschluß entspricht.
Okularseitig
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Die Rückseite
des Teleskops hat sechs Schrauben zum Justieren
des Spiegels, einen Drehknopf zum Scharfstellen
und den Okularanschluss mit T-2 Gewinde.
Der Durchmesser des Blendrohres ist relativ
klein. Es gibt eine Metallblende, die den
Ausgang auf 25mm verringert. Beim kleineren
SKM 127mm ist die Öffnung 3mm größer
und entspricht damit dem inneren Tubusdurchmesser
eines 1 1/4 Zoll Okulars. Im Teleskophandel
ist ein 2" Adapter erhältlich, der
angesichts des relativ dünnen Blendrohres
fragwürdig erscheint. Ein Astohändler
versicherte mir, dass 2" Okulare mit
Feldlinsen bis 41mm Durchmesser ausreichend
ausgeleuchtet werden.
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Links: Celestron C8 SCT Rechts:
Sky-Watcher Pro Series 150mm Maksutov
Der innere Durchmesser des Celestron-Blendrohres
beträgt 38mm. Beim SKM 150 ist die rückwärtige
Öffnung viel kleiner.
Der Drehknopf zum Fokussieren ist mit Gummi ummantelt.
Er läßt sich leicht und ohne Spiel drehen.
Dank der Hauptspiegelfokussierung ist das Teleskop
mit Binokularansätzen prima verwendbar. Das
Teleskop wurde mit zwei Okularen geliefert, die
designmäßig an teure Pentaxoptiken erinnern.
Das 25mm Okular geht so, während das 9mm nicht
überzeugt. Beide haben ein relativ kleines
Bildfeld und sollten gegen bessere Okulare ersetzt
werden, um dem Teleskop gerecht zu werden.
Okulare
Das mitgelieferte 25mm Okular ist gut und dank eines
langen Betrachtungsabstands absolut brillentauglich.
Dagegen wird das 9mm Okular durch sein schwieriges
Einblickverhalten wenig Freude bereiten.
Leistung
Die Bildqualität wird von Temperaturunterschieden zwischen
dem Teleskop und der Umgebung beeinträchtigt. Es ist sinnvoll,
dieser Optik Zeit zu geben, sich abzukühlen oder zu erwärmen
bis die Umgebungstemperatur erreicht ist. Dafür sollte
man je nach Ausgangslage bis zu 45 Minuten einplanen. Hat man
sich diese Anpassungsphase gegönnt, steht ein Teleskop
zur Verfügung, dass Vergrößerungen bis über
250x gut verkraftet.
Die Bilder zeigen keine Farbsäume an kontrastreichen Kanten,
wie man sie von den klassischen Fraunhofer Refraktoren her kennt.
Das Öffnungsverhältnis von 1:12 ist vor allem für
Planeten, Sonne und Mond interessant. Für großflächige
Deep-Sky-Objekte wäre ein Teleskop mit einem Öffnungsverhältnis
zwischen 1:5 bis 1:8 geeigneter. Doch lassen sich Objekte wie
der Orion Nebel sehr gut mit diesem Teleskop beobachten.
Beim Beobachten der Sonne mit Hilfe eines geeigneten Sonnenfilters
ist eine Abschattung des Teleskops angebracht, um das Flirren
der Luft in und um das Teleskop zu minimieren.
Transportabel?
Angesichts der Maße
und des Gewichts gehört dieses Teleskop
zu den transportablen Optiken. Dieser Eindruck
wird lediglich von einem optionalen Zubehörteil
beeinträchtigt. Es gibt nämlich
einen Transportkoffer, der stolze 100 bis
120 Euro kostet. Er ist riesig und nicht besonders
stabil. Man kann sich nicht darauf setzen,
was draußen beim Beobachten praktisch
wäre. Den Neupreis halte ich für
überzogen.
Alukisten in besserer Qualität gibt es
bei Ebay für den halben Preis. Die 'Polsterung'
im Sky-Watcher Original ist einfacher Kaltschaum.
Der SKM 127 wird mit einer praktischen gepolsterten
Tasche geliefert. Ähnliches kennen wir
von den Intes Maks. Die wäre auch für
den SKM 150 interessant. Man findet sicherlich
etwas passendes im Kaufhaus oder im Web. Alternativ
verstärkt man die Alukiste und unterteilt
sie in zwei Segmente, um noch eine Montierung
hineinzustopfen.
Rechts: Das Teleskop könnte in einem halb so großen
Koffer verstaut werden. |
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Anforderungen an eine Montierung
Dieses Teleskop harmoniert mit Montierungen wie
eine Vixen GP und ähnliche Typen. Bei einem
Eigengewicht von knapp 6 kg und Zubehör, dass
weitere 2 kg auf die Waage bringen kann, ist die
Nenn-Tragfähigkeit dieser Montierungen nicht
ganz erreicht. Aufgrund der kurzen Bauweise ist
die Hebelkraft, die beim Bedienen der Fokussierers
auf dem System lastet, gering. Ein langer Refraktor
mit dem gleichen Gewicht und langem Hebel würde
die Vixen GP viel stärker belasten. Die oben
auf dem Bild zu sehende HEQ 5 ist eine gute Plattform
für dieses Teleskop.
Fazit
Der 150mm Maksutov ist mit 6 Kilogramm Gewicht und
45 cm Länge noch gut transportabel, sofern
man nicht den zu groß geratenen Koffer durch
die Gegend schleppt. Die Optik ist in Ordnung; die
Bildqualität ist gut. Die Konstruktion wirkt
relativ solide. Dieses Teleskop könnte ein
größer dimensioniertes Blendrohr vertragen,
um eine brauchbare 2" Option zu gewährleisten.
Vergleicht man dieses Teleskop mit einem 6"
Intes Maksutov, wird deutlich, dass das problemlos
möglich wäre. Diesen Aspekt finde ich
irritierend.
Das Teleskop ist nicht teuer. Dennoch ist das 'gefühlte'
Preis-Leistungsverhältnis ist nicht so prickelnd. Für
denselben oder einen geringeren Betrag ist ein sehr guter 150/750mm
GSO - Newton mit 2" Crayford, einer guten Barlowlinse nebst
zwei ordentlichen Okularen erhältlich. Der Newton wiegt
mit Rohschellen ebenfalls 5,9 kg und hat eine Länge von
69 cm. Für viele wäre der Newton wahrscheinlich die
bessere Wahl.
1999 - 2008 © Thomas Gade