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Teleskope für Natur und Sterne


 
 
Celestron C5

2015 © Thomas Gade


Schmidt-Cassegrain

Das Celestron C5 ist ein Schmidt Cassegrain Teleskop. Seine Optik besteht aus einem sphärischen Hohlspiegel und einem gewölbten, brennweitenverlängernden Fangspiegel, der auf einer speziell geschliffenen Glasscheibe (Schmidt-Platte) angebracht ist. Dadurch entsteht ein kompaktes System mit verhältnismäßig großer Öffnung und Brennweite. Das Scharfstellen erfolgt durch das Vor- und Zurückschieben des Hauptspiegels. Ein wesentlicher Vorteil der Hauptspiegelfokussierung besteht darin, dass mit fast allen möglichen Kombinationen aus Okularen, Zenitprismen, Zenitspiegeln, Binokularen, Kameras etc. problemlos scharf gestellt werden kann.




Urheber: Szocs Tamás Tamasflex / Quelle: Wikipedia / Modifiziert Thomas Gade
(Creative Commons-Lizenz 3.0)

Neben den Vorteilen der Hauptspiegelfokussierung gibt es einen Nachteil. Beim Wechsel der Richtung kommt es durch Spiel in der Konstruktion zum leichten Verkippen des Hauptspiegels. Dies ist beim Beobachten durch das Okular durch eine Versetzung des Objektes erkennbar. Dieses sogenannte Shifting ist bei jedem Tubus mehr oder weniger stark ausgeprägt. Es gibt SCT-Teleskope, die bis in den höchsten sinnvollen Vergrößerungsbereich praktisch kein feststellbares Shifting aufweisen, wohingegen andere schon in unteren Vergrößerungsbereichen auffällig darunter leiden. Beim Erwerb eines SCT sollte man diesen Aspekt prüfen.

Celestron C5 (um 1980)

Celestrons kompakte Teleskope waren um 1980 zu einer starken Konkurrenz der konventionellen Refraktoren und langen Newton Reflektoren geworden. Vor allem das C8 mit 20cm Öffnung und 2 Metern Brennweite war ein Hit, weil es erschwinglich war, portabel und unvergleichlich leistungsfähiger als die Refraktoren der damaligen Zeit mit Öffnungen, die begrenzt durch das Budget der Hobbyastronomen kaum über 10cm hinausgingen.

Zu den orangen Tuben gehören Gabelmontierungen. Beim Celestron C5 ist sie so massiv ausgeführt, dass die Kritik von Kombinationen auf bedeutend größeren Schmidt-Cassegrains in verhältnismäßig filigran aussehenden Gabelmontierungen hier nicht greift. Das Celestron C5 hat in der dargestellten Form einen soliden Unterbau. Diese frühe Gabelmontierung hat in der Basis zwei Synchronmotoren zum Ausgleich der Sternenbewegung. Es gibt Versionen für 110 Volt und 220 Volt. Auf dem Balkon mit erreichbarer Steckdose ist das sehr praktisch.


Celestron C5 aus der Zeit um 1980 mit orangem Tubus in der grauen Gabelmontierung

1971 brachte Celestron sein erstes C5 auf den Markt und die ersten Serien wurden bis 1983 produziert. Anschließend nahm Celestron es aus dem Programm, weil die Produktion zu teuer war. In der Herstellung kostete das ursprüngliche C5 kaum weniger als das bedeutend größere C8. Der Bauplan bestand aus einer verkleinerten Blaupause des C8. Zwar waren die Teile etwas kleiner, doch zugleich waren die Fertigungstoleranzen strenger definiert. Letztlich kostete die Produktion des C5 mehr als ein C8, das dreimal so häufig verkauft wurde. Deswegen stellte Celestron die Produktion des C5 ein.

Jedoch machte die Zunahme der Lichtverschmutzung in Ballungsgebieten das kleine portable Teleskop zur Mitnahme in dunkle Gegenden attraktiver und Celestron führte das C5 im Jahr 1993 wieder ein. Diesmal was nicht nur eine verkleinerte Kopie des C8, sondern eine eigenständige Entwicklung. Die Gabelmontierung mit zwei Armen wurde durch eine einarmige Montierung ersetzt, die zunächst im Ruf stand, zu schwingen, doch setzte sich das Konzept durch. Das C5 ist bis heute in mehreren modernisierten Versionen auf dem Markt geblieben.

Technische Daten

Öffnung 125mm / 5"
Brennweite 1250 mm
Länge 406mm
Durchmesser 182mm
Gewicht 3,7 kg
Anschluss SC-Gewinde

 



Celestron C5 mit Gabelmontierung auf einem Stativ



Die Gabelmontierung hat zwei Synchronmotoren zur Nachführung der Rec-Achse.
Es gibt Versionen für 110 V und für 220 V. Die Feineinstellung der DEC-Achse erfolgt manuell.




Celestron Nexstar 5

1999 brachte Celestron eine C5 Variante mit einer einarmigen Montierung und Computer heraus. Das System ist in der Lage, das Teleskop selbst auf Himmelsobjekte zu richten und ihnen zu folgen. Einfacher kann man astronomische Objekte kaum auffinden.


Celestron NexStar 5 Schmidt-Cassegrain Teleskop


Celestron NexStar 5 Schmidt-Cassegrain mit einarmiger Montierung


Das Nexstar 5 ist ein edles Spielzeug - aber auch gut für ernsthaftes Beobachten einsetzbar. Dieser Teleskoptyp (Celestron C5) wird von der NASA für Forschungsaufgaben verwendet. Das kompakte NexStar 5 eignet sich neben seinen astronomischen Verwendungszwecken sehr gut für Naturbeobachtungen und als Teleobjektiv. Für Astrofotografie ist eine parallaktische Aufstellung notwendig.

Die Montierung des NexStar ähnelt der Gabelmontierung, ist aber einarmig. Dennoch ist sie solide und trägt sogar ein 8 Zoll SCT. Es gibt diese Kombination mit baugleicher Montierung als Nexstar 8i.

Die Kerne des Arms und der Basis sind aus Aluminium gefertigt. Das Geräusch der integrierten Servomotoren ist bei hohen Geschwindigkeiten erträglich und bei langsamen Anfahraktionen oder der Nachführung leise. Die mechanischen und optischen Komponenten machen einen soliden Eindruck.

Bedient wird die Montierung mit einem Handcontroller, der einer TV-Fernbedienung ähnelt. Die Datenbank des Handcontrollers enthält über 18000 astronomische Objekte, von denen die meisten aber erst mit größeren Teleskopen visuell erfaßbar sind. Die GOTO Funktion richtet das Teleskop automatisch auf die gewünschten Motive. Hat man sich mit der Bedienung vertraut gemacht, ist das Set sehr komfortabel und ideal für Leute, die ohne großen Aufwand beobachten wollen. Wer möchte kann sein Nexstar auch per Laptop steuern.

Die Bewegung des Teleskops erfolgt ausschließlich über die Motoren. Wenn der Strom ausfällt, ist der Spaß vorbei. Doch ist das Nexstar sparsam und kommt lange mit acht Mignon-Akkus aus. Es ist unwahrscheinlich, dass man eine Ladung moderner Akkus in einer Nacht verbraucht.

Das originale Stativ von Celestron ist ein Schwachpunkt. Man sollte gleich etwas Stabileres verwenden. Alternativ stellt man das Nexstar ohne Stativ auf einen erhöhten Standort, beispielsweise eine Mauer. Die Basis ist schwer, hat drei Gummifüße und ist somit ein gutes 'Tischstativ'.





Technische Daten:

Schmidt-Cassegrain
Öffnung 127 mm
Brennweite 1250 mm
Öffnungsverhältnis 1:10
Gewicht 7kg
Spannungsversorgung 12V
DC Servomotor mit Encoder in beiden Achsen
9 Geschwindigkeiten











Celestron NexStar 5 im passenden Koffer


Wartungs eines 1980er Celestron C5

Beim gut behandelten Celestron C5 ist die Optik nach 35 Jahren im erstaunlich guten Zustand. Die Versilberung ist noch in Ordnung und Glaspilz ist auf der Rückseite der Schmidt-Korrektorplatte selten zu finden. Falls es doch dazu gekommen ist, lässt sich die Fassung der Schmidt-Korrektorplatte leicht lösen, um die Rückseite der Glasscheibe zu reinigen.

Verharzter Scharfstellmechanismus

Die beweglichen Teile der Fokussierung sind an manchen Stellen gefettet. Im Laufe der Jahre können alte Schmiermittel verharzen und/oder austrocknen. Sie erfüllen dann nicht mehr ihren Zweck.

Bei einem unserer Celestron C5 war dies nach 35 Jahre der Fall. Der Drehknopf zum Scharfstellen ließ sich nicht mehr butterweich drehen, wie wir dies von anderen Exemplaren kannten. Beim Drehen hakte es mit gelegentlichem Widerstand und die Sprunghaftigkeit schien ein kräftigeres Shifting zu bewirken.

Der Tubus wurde zu den bewährten Teleskop-Spezialisten geschickt, wo sich der Inhaber Karl Kloss der Sache annahm.






Ein einzelnes verharztes Kugellager wird gegen zwei neue ausgetauscht.

Nach der Reparatur wird die Optik am künstlichen Stern kollimiert.

Foto von der Reparatur mit freundlicher Genehmigung von Teleskop -Spezialisten



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