Videos wurden von Amateuren
schon in den 1980'er Jahren fleissig produziert.
Damals löste dieses Verfahren den Super-8
Schmalfilm ab, der unsere Großväter
beschäftigt hat. Die Aufnahmetechnik wurde
stetig weiterentwickelt. Aus den frühen Verfahren
des Speicherns von Filmens auf Magnetbändern
sind heute nur noch die Mini-DV Camcorder aktuell.
Die darin verwendeten Cassetten sind klein.
Parallel dazu speichern moderne Camcorder ihre
Filme auf Speicherkarten, Festplatten und kleinen
DVDs. Demnächst wird die unempfindliche und
stromsparende Solid State Festplatte in Camcorder
verbaut.
Im Gegensatz zur VHS-Zeit ist das Digitalisieren
der Filme von modernen Camcordern unnötig,
denn sie sind bereits digitalisiert und das Übertragen
der Daten auf einen PC ist ein Kinderspiel. Wenn
man nicht gerade einen alten Mini-DV Camcorder
hat, wird er einen Anschluss für die Firewire-Schnittstelle
am PC haben. Das Einspielen der Filme dauert zwar
seine Zeit, doch ist es technisch unkompliziert.
Schliesst man einen Mini-DV Camcorder über
Firewire an einen Computer an, wird er über
das Schnittprogramm gesteuert. Im einfachsten
Fall macht man das mit dem Movie Maker von Windows.
Die anderen Camcorder werden wie eine Festplatte
erkannt und man kopiert die Daten auf den Rechner.
Wird der Film auf einer Speicherkarte gespeichert,
steckt man diese in ein Kartenlesegerät und
kopiert die Filmclips.
Für Mini-DV-Camcorder wird noch manche Lanze
gebrochen, doch würde ich jedem Einsteiger
raten, die Finger davon zu lassen. Das nachstehende
Bild zeigt einen kleinen Mini-DV Camcorder von
JVC. Er liegt auf einem Karton mit 100 Kassetten
à 60 Minuten. Sie kosten ca. 250 €,
benötigen viel Platz und müssen zeitaufwendig
in den PC überspielt werden. Zudem kostet
das Spulen viel Strom. Daher sind große
und mehrere Akkus für eine Mini-DV notwendig.
Die Filmspul- und Aufnahmemechanik ist sehr empfindlich.
Welche Kamera?
Neben den Camcordern haben
moderne Mobiltelefone und Kompaktkameras Filmfunktionen.
Viele digitale 'Fotoapparate' sind ganz brauchbare
Filmkameras. Aktuelle Bridgekameras können
mit guten Videomöglichkeiten aufwarten. Vielleicht
ist der passende 'Camcorder' bereits vorhanden?
Videofähige Bridgekamera Panasonic Lumix
FZ28
Die wesentlichen Unterschiede
bestehen im Speichertyp, in der möglichen
Auflösung und dem Objektiv.
Als Speicher eignet sich am besten Speicherkarten
gefolgt von Festplatten. Camcorder mit einbautem
DVD-Brenner sind zu empfindlich und benötigen
mehr Strom. Die maximale Auflösung
sollte mindestens 1280 x 720 Pixel betragen.
Damit hat man etwas mehr als doppelt soviele
Punkte wie das PAL-Format mit 414720 Bildpunkten.
Hochwertige Spielfilme werden mit 1920 x1080
(2.073.600) Punkten pro Bild produziert.
Diese Full-HD Auflösung gibt es bereits
in Camcordern ab 100 €, die bei dem
Preis aber kein oder nur ein bescheidenes
Zoomobjektiv haben. Ab 250 € kann man
aber nicht mehr viel falsch machen.
Beim Kauf sollte man alle Angaben über
digitale Zooms vergessen, weil damit nur
ein Teil des Bildes auf ein größeres
Format interpoliert wird. Das ist Blödsinn
und kann nachträglich mit einem Schnittprogramm
realisiert werden. Camcorder in mittleren
Preissegmenten ihrer Auflösungsklasse
haben häufig Zoomobjektive mit grossen
Brennweitenbereichen. Die Werte liegen zwischen
20x bis 60x. Bei den teureren Modellen sinken
die Angaben auf ca. 10x. Hier wird offenbar
mehr Wert auf eine durchgehend hohe Lichtstärke
und sehr hohe Bildqualität gelegt,
die mit Megazooms jenseits der 20x nicht
machbar sind.
Weiterhin ist die Tonaufnahmequalität
zu beachten. Das eingebaute Mikrophon
nimmt immer ein paar Geräusche der
Kamera auf, wie das Laufen der Zoom- und
Scharfstellmotoren. Stören sie? Kann
man ein externes Mikrophon anschließen?
Wenn man die Möglichkeit hat, die Kamera
seiner Wahl daraufhin zu prüfen, darf man
sie nicht versäumen. Am besten nimmt man
eine eigene Speicherkarte in eines der großen
Elektronikhäuser oder in ein Fachgeschäft
mit und speichert darauf mit verschiedenen Kameras
Testfilme. Zum Prüfen der Naheinstellmöglichkeiten
und Zuordnung der Dateien filmt man zuerst das
Schild mit dem Kameranamen. Zuhause wird die
Ausbeute in Ruhe ausgewertet.
Zunehmend gehört Video auch zu den Funktionen
der digitalen Spiegelreflexmodelle. Derzeit
(März 2010) haben wir die erste videotaugliche
DSLR-Generation auf dem Markt. Die Bildqualität
ist ausgezeichnet und man kann die Eigenschaften
seiner Wechseloptiken gestalerisch für
großartige Bilder gestalerisch nutzen
wie dies niemals zuvor mit Amateurtechnik möglich
war.
Das Hauptproblem einer Spiegelreflexkamera mit
Filmfunktion ist paradoxerweise ihr Spiegelreflexsucher.
Im Videomodus wird der optische Sucher deaktivert,
weil der Schwingspiegel nach oben klappt und
in der Stellung verharrt, solange gefilmt wird.
Damit ist die Mattscheibe verdeckt und der Blick
in den Sucher zeigt nur Dunkelheit.
Stattdessen gibt es die LiveView Funktion.
Wie bei einer Kompaktkamera sieht man das Motiv
auf dem rückwärtigen Display. Der
Autofokus der DSLR ist beim Filmen nicht funktionsfähig.
Das Scharfstellen des Bildes, Das Zoomen und
Wählen eines Ausschnitts sowie das Verfolgen
eines Motivs über das Display ist völlig
unbefriedigend. Das Bild ist wegen der Lichtumstände
häufig gar nicht zu sehen. Viele Aufnahmesituationen,
die sich mit billigen Bridge- oder Kompaktkameras
mühelos bewältigen lassen, sind mit
den aktuellen DSLRs mit Videofunktion kaum abzudecken.
Motive in Bewegung, die vom Autofokus verfolgt
werden müssten, kann man eigentlich abhaken.
Dennoch ist die Videofunktion ein starkes Argument
für den Erwerb einer neuen digitalen Spiegelreflexkamera.
Wer bisher gar nicht gefilmt hat, wird sich
wundern, wieviel Spass das macht. Mit der relativ
geringen Qualität der bisherigen Amateurvideotechnik
hat das nichts mehr zu tun. Die DSLRs liefert
viel bessere Videobilder und weckt zwangsläufig
das Interesse an dieser Funktion auch bei denen,
die bislang nur fotografiert hat.
Der Handel bietet mittlerweile Lichtschächte
mit integrierten Sucherlupen an, die man über
den Displays befestigent. Die sogenannte Hoodloupe,
eine Art Gummitrichter kostet mit allem drum
und dran über 100 €. Möchte man
mit aufgesetzter Hoodloupe zwischendurch mal
ein paar Fotos machen, läuft das nur über
den Live View Modus, weil der Einblick in den
optischen Sucher nicht möglich ist. Dies
zeigt doch bereits, wohin der Hase läuft.
Ein universeller Sucher für alle Betriebsarten
der DSLR ist gefragt. Erste Meldungen über
demnächst kommende spiegelreflexlose Systemkameras
für die bestehenden DSLR-Wechseloptiken
sind bereits von Nikon und Canon in die Welt
gesetzt worden.
Welches Schnittprogramm und sonstige
Software?
Es gibt verschiedene Schnittprogramme.
Empfehlenswert ist Pinnacle Studio Ultimate
(ab Version 14). Es kostet ca. 70 €. Mit
dem Programm sind aufwendige und schnelle Produktionen
zu bewältigen. Wer ein paar Programme kennengelernt
hat und nicht auf den Kopf gefallen ist, kann
sich die Basisfunktionen von Pinnacle Studio Ultimate
in wenigen Stunden ohne Handbuch beibringen.
Die meisten Filmclips sind zu lang und stellenweise
technisch unbrauchbar. Sie sollten auf einen verwertbaren
Teil gekürzt werden. Das geht sehr gut mit
dem kostenlosen Programm VirtualDub,
welches die gekürzten Filme in Originalqualität
verlustfrei speichern kann. Für VirtualDub
gibt es nützliche Plugins, beispielsweise
DeShaker, eine Funktion zum Beruhigen von verwackelten
Filmen. Neben vielen weiteren Funktionen, kann
man mit VirtualDub Filme, die irrtümlich
im Hochformat gefilmt wurde, drehen und schneiden.
TMPGEnc XPress ist ein schönes
Schnittprogramm, das einen zügigen Schnitt
erlaubt. Es hat interessante Filter zur Korrektur
der Filme, wie Aufhellen, Kontraständerung
und Tonverbesserung. TMPGEnc XPress kostet 99,95
US$.
Wichtig ist die Installation von Codecs, die es
den Programmen ermöglichen, die Filme zu
de- und encodieren. Am besten installiert man
das K-Lite Codec Pack, das aus
dem Internet runtergeladen werden kann. Zusätzlich
sollte QuickTime installiert sein.
Welcher Computer?
Jeder moderne Computer ist videoschnittfähig.
Wichtig sind schnelle Festplatten, am besten eine
SSD, und mindestens 2 GB Ram. Hier lohnt sich
der Umstieg auf ein 64-Bit Betriebssystem, um
Arbeitsspeicher ab 4 GB RAM nutzen zu können.
Welches Zielformat?
Anfänger stehen orientierungslos
vor der Frage, in welcher Auflösung und in
welchem Format der fertige Film gespeichert werden
soll. Es gibt viele Formate. Für Filmclips,
die per Email verschickt werden sollen oder ins
Netz (youtube.com) gestellt werden, bieten moderne
Schnittprogramme die dafür geeigneten Formate
automatisch an.
Ansonsten ist das Format Xvid MPEG-4
empfehlenswert. Mit einer Qualitätseinstellung
zwischen 1 bis 4 speichert es die Ergebnisse komprimiert
aber ohne auffällig sichtbare Qualitätsverluste.
Wer sicher gehen will und keine unkomprimierten
Riesendateien erzeugen möchte, wählt
eine Einstellung zwischen 1 bis 2. Die Filme sollen
als avi gespeichert werden.
Jeder Nachdruck und jede andere Veröffentlichung, auch
auszugsweise, ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher
Erlaubnis des Verfassers gestattet. Eine unauthorisierte Verwendung
wird rechtlich verfolgt.