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EPSON PERRFECTION 3200 PHOTO © Autor: Thomas Gade Juni 2004    

Der Epson Perfection 3200 Photo ist ein würdiger Nachfolger des Perfection 2450, den man noch als unausgereiftes Pilotsmodell für eine neue Flachbettscannerreihe betrachten sollte. Er ist für Aufsichtsvorlagen und Filme geeignet. Anfangs kostete er um die 480 € und sackte nach der Einführung des Epson Perfection 4870 auf 300 € ab.

Der Epson 3200 hat eine Durchlichteinheit im Deckel, die für Filmstreifen mit 6 Bildern lang genug ist, aber gerne breiter sein könnte, um mehr als zwei Streifen auflegen zu können. Er wird über eine USB-Schnittstelle mit dem Computer verbunden. Mit USB 2 oder Firewire ist er bei Vorlagen aller Art verhältnismäßig schnell. Der Scanner ist solide verarbeitet. Die Oberfläche der dunklen glänzenden Gehäuseteile ist kratzerempfindlich.

Technische Daten:

Optische Auflösung 3.200 x 6.400 dpi
Maximale Abtastfläche 216 x 297 mm
Durchlichteinheit integriert
Schnittstellen USB 2.0, IEEE 1394 (Firewire)
Farbtiefe 48 Bit
Filmtypen Kleinbild; Mittelformate (4 x 5 Zoll) positiv/negativ (gerahmt, Filmstreifen); Glasplatten
Aufsichtsvorlagen bis Din A4
Software Twain-Treiber, Smart-Panel,Photoshop Elements 1.0.1,Silverfast SE 6.0, Presto OCR
Systemanforderungen ab Windows 98, ab Mac-OS 8.1, Mac-OS X nativ

 

Installation

Der EPSON PERFECTION 3200 PHOTO ließ sich unter Windows Millenium, Windows 2000 und Windows XP problemlos anschließen.

Die Epson-Software ist sehr gut. Das automatische Scannen von mehreren Bildern aus einem Diatableau oder Filmstreifen wurde anwenderfreundlich gelöst. Man sollte beachten, daß die Epson-Software in der Grundeinstellung stets eine Schärfung eingeschaltet, die deaktiviert werden kann. Alternativ wurde VueScan verwendet. Das ist eine hervorragende Software. Silverfast SE ist dabei. Die Anschaffung der teuren Silverfast Ai Version ist unnötig.



Zum Scannen von Filmen gibt es Filmhalter, die dafür sorgen, dass die Vorlagen nicht mit der Leuchtfläche oder dem Glas in Berührung kommen. So vermeidet man Newtonringe. Es sind Halter für Kleinbildstreifen, gerahmte Dias und Mittelformat vorhanden.



Scan vom Kleinbilddia

Die nachstehenden Bilder stammen von einem alten Dia aus den 1960'er Jahren. Es weist eine sichtbare Farbveränderung auf und hat Defekte. Vergleichsweise wurde es mit dem Epson Perfection 3200 bei 3200 dpi und einem Nikon Coolscan 5000 bei 4000 dpi und 2000 dpi gescannt.

Die Tonwerte und Farbigkeit wurde bei allen Scans mit Fotostation korrigiert. Beim Scannen waren ICE (sofern vorhanden) und das Unscharf-Maskieren deaktiviert.

Für einen Flachbettscanner dieser Preisklasse werden Scans überraschend gut.

Man erhält von Kleinbildfilmen brauchbare Ergebnisse. Die diffuse Beleuchtung dämpft das Korn des Filmes. Für Kleinbildfarbfilme bis Anfang der 1980'er Jahre reicht der Epson 3200 allemale. Moderne, feinkörnige Film werden nicht so detailliert aufgelöst, wie es ein spezieller Filmscanner kann. Druckt man die Datei nach entsprechender Vorbereitung im Photoshop mit einem guten Tintenstrahler vollformatig auf glänzendes Din A4 Papier, ähnelt die Qualität gleichgroßen Bildern aus einer guten 4 Millionen Pixel Kamera, deren Dateien für denselben Zweck hochgerechnet wurden.

Der Dichteumfang des Scanner ist nicht schlechter als bei manchem Filmscanner. Konventionelle Schwarzweissnegative, bei denen die ICE Funktion der Filmspezialisten nicht zum Zuge kommen kann, werden mit dem Epson gut gescannt.




links: farblich unkorrigierter Scan

rechts: farblich korrigiert



Epson Perfection 3200 - Scan mit 3200 dpi, kein Unscharf Maskieren aktiviert. Detail aus dem Bild.


Nikon Coolscan 5000 - Scan mit 2000 dpi, kein Unscharf Maskieren aktiviert. Detail aus dem Bild.


Nikon Coolscan 4000- Scan mit 4000 dpi, kein Unscharf Maskieren aktiviert. Detail aus dem Bild.

Die Bilder zeigen, dass der Nikon Coolscan 5000 dieses alte Dia bereits mit 2000 dpi erschöpfend auflöst. Der Epson 3200 kann gut mithalten. Lediglich in den Schatten zeigen sich Schwächen. Wer Filme direkt auf die Glasplatte legt, riskiert Newtonringe. Wenn möglich, sollte man die Filmhalter verwenden.

Aufsichtsvorlagen

Über Aufsichtsvorlagen braucht man beim Epson 3200 nicht viel zu schreiben. Sie werden schnell und erstklassig gescannt. Die Epson Software erkennt sogar schief liegende Bilder und liefert richtig ausgerichtete Dateien an den Computer. Die Bilderkennung bei Aufsichtsvorlagen und Filmen ist nicht völlig ausgereift, aber dennoch beeindruckend.

Fazit

Der Epson Perfection 3200 Photo ist in seiner technischen und preislichen Klasse hervorragend. Er scannt flott, bringt zufriedenstellende Ergebnisse und ist ein guter Allroundscanner, der auch Ansprüche von Profis erfüllen kann. Über den Wahrheitswert der 3200 dpi wollen wir nicht streiten. Betrachten wir sie als ein Märchen aus der Marketingabteilung, wie andere Tests mit entsprechenden Meßvorlagen bestätigen. Bei älteren, aus der Hand fotografierten Farbfilmen erreicht der Epson 3200 bei höchster Auflösung die Detailgrenze. Die feinkörnigen Filme, die seit (ca.) 1985 bis heute produziert werden, weisen jedoch mehr Details auf, als dieser Scanner enthüllen kann. Mittelformate und größere Filme bewältigt der Epson 3200 recht gut. Leichte Schwächen gibt es beim Dichteumfang. Die tiefen Schattenpartien der Dias könnten besser differenziert sein. Die Tonwerte von Schwarzweissfilmen werden sehr gut umgesetzt.

1999 - 2008 © Thomas Gade - Jede Veröffentlichung ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Erlaubnis des Verfassers gestattet.



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