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EPSON PERFECTION 2450 PHOTO © Autor: Thomas Gade April 2002, überarbeitet im Dezember 2004    

Im Jahre 2002 erschienen Flachbettscanner mit Möglichkeiten, die bisher wesentlich teureren Profigeräten vorbehalten waren. Zu ihnen zählt der EPSON PERFECTION 2450 PHOTO Flachbettscanner mit Durchlichteinheit und einer optische Nennauflösung von 2400x4800 dpi. In Fotokreisen fiel dieses Gerät auf, da es offenbar alle Vorlagen vom 20x30 Print abwärts über 4x5 inch Großformatfilme bis hin zum Kleinbildformat in hoher Qualität scannen soll.

Man meint den langersehnten, bezahlbaren Scanallrounder vor sich zu haben, der es erlaubt, die konventionelle Dunkelkammer ein für allemal zu schließen. Doch gibt es Mängel, die diese Meinung trüben. Zunächst einmal ist die Durchlichteinheit nicht vollflächig. Sie ist zu schmal, um digitale Kontaktabzüge von Filmen anzufertigen. Der Epson-Treiber gibt in der Durchlichtoption nur den 4x9 inch Korridor frei, sodass es nicht möglich ist, sich mit einer großflächigeren Beleuchtung (Leuchtkasten) zu behelfen.

Auf der Verpackung wurde mit der neuen Schnittstelle USB 2.0 geworben, die bis dahin kaum bekannt war. Das war schlecht für die Benutzer von Windows 9x oder Apple Systemen. Für Windows XP und 2000 war ein Update zur Aktivierung des USB 2 Modus notwendig. Obwohl der Scanner seit Anfang 2002 auf dem Markt war, gab es lange kein entsprechendes Update für die deutschen Versionen. Somit war es ausgeschlossen, den High Speed Modus zu erreichen. Im September 2002 wurde das Servicepack 1 für Windows XP angekündigt, welches Abhilfe schaffen sollte. Daneben hat der Scanner eine Firewire-Schnittstelle. Eher versteckt war zu lesen, dass der Scanner auch an USB 1.1 anzuschließen ist. Das durfte man damals nicht als bekannt voraussetzen. Die ersten Versuche konnte ich im März 2002 mit USB 1 unternehmen. Der verwendete Computer hatte einen 1400 Mhz Prozessor auf einem Elitegroup K7S5A Board. Die übrigen Bestandteile waren auf einem ähnlichen Stand. In dem PC befanden sich drei große Festplatten mit jeweils einer bootfähigen Partititon. Auf einer war ein Windows 98SE System, auf der zweiten Windows ME und auf der dritten Windows XP installiert.
Technische Daten (auszugsweise laut Epson)

Scanmethode single pass
max. Scanbereich 216 x 297 mm (für Aufsichtsvorlagen!)
Optische Auflösung 2400 x 4800 dpi
Farbtiefe 48 Bit
Optische Dichte 3,3 D
Geschwindigkeit Monochrom: 3,8 ms/Zeile
Farbe: 11 ms/Zeile
Abmessungen 304 x 476 x 122 mm (B x T x H)
Gewicht 5,8 kg
Unterstützte Betriebssysteme Windows 98
Windows Me
Windows 2000
Windows XP
> Mac OS Classic 8.1

Installationsprobleme

Der EPSON PERFECTION 2450 PHOTO ließ sich unter Windows Millenium und Windows 98SE zunächst nicht installieren. Zwar wurde der Epson Scanner ohne Fehlermeldung in der Geräteliste angezeigt und die Epson Twainsoftware ohne Gemeckere aktzeptiert, doch ließ er sich nicht ansteuern. Lag es an der "falschen" Schnittstelle? Eine Firewirekarte wurde angeschafft. Mit dem gleichem negativen Erfolg wurde eine USB 2.0 Karte eingesetzt. Das war seltsam, da der PC unter allen Betriebssystemen keine Schwierigkeiten mit einem Nikon LS 2000 und diversen Agfa Flachbettscannern hatte. Die darauf fällige Kontaktaufnahme mit dem Epson-Support verlief völlig unbefriedigend. Bereits das Emailformular auf der Supportseite hatte nur ein kleines unübersichtliches Texteingabefenster. Zusätzlich wurden viele Informationen zum PC-System abgefragt. Nach dem Absenden des Formulars ging keine Kopie als Beleg an den Absender. Die lächerlichen, nichtsagenden Antworten möchte ich nicht wiedergeben. Recherchen im Internet führten zu hilfreichen Hinweisen, um den Epson unter Win ME und Win 98SE anzuschließen. Dazu war jeweils eine Neuinstallation des Betriebssystems und die Einbindung des Scanners vor dem Aufbau meines üblichen Programmixes erforderlich. Das Installieren unter Windows XP erfolgte problemlos.

Scanergebnisse

Die Tests erfolgten mit Windows XP. Der EPSON PERFECTION 2450 PHOTO erwies sich als hervorragender Scanner für Aufsichtsvorlagen. Man kann mehrere Bilder auf die Glasplatte legen. Sie werden vom Scanner automatisch als einzelne Bilder erkannt. Zudem stellt der Scanner schief aufgelegte Bilder gerade. Das erlaubt eine sehr zügige Arbeitsweise. Die Ergebnisse sind tadellos.

Im Durchlichtmodus ließen sich schwarzweiße Negativglasplatten bei 1200 dpi mit erfreulichen Ergebnissen abtasten. Die Schärfe war in Ordnung und die Tonwertkurve vorbildlich. Es gab keine Tonwertabrisse in den Lichtern und Schatten. Allerdings war die Geschwindigkeit im Durchlichtmodus enttäuschend. Es dauerte mehrere Minuten, bis eine transparente 9x12cm große Schwarzweißvorlage gescannt war.

Das Scannen von Kleinbildfilmen brachte Dateien mit sehr guten Farben und Tonwerten. Ein Vergleich mit Scans aus einem Nikon LS 2000 Filmscanner zeigte in dieser Hinsicht überraschend gute Ergebnisse des Epson Flachbettscanners. Bildrauschen, das sich besonders gerne in Schattenpartien bemerkbar macht, war kaum wahrnehmbar. Leider hielt die Bildschärfe nicht mit. Die Detailauflösung von feinen Strukturen kommt nicht annähernd die Fähigkeiten des Nikonscanners heran. Eine echte optische Auflösung von 2400 dpi müßte mehr Details bringen. Ein weiteres Manko war die Scanzeit. Sie war mit ca. 4-5 Minuten bei 2400 dpi pro Kleinbildnegativ viel zu lang. Aus diesem Grund habe ich Scanversuche mit einer Einstellung von 4800 dpi gar nicht erst ausprobiert.

Epson erklärt die langen Scanzeiten mit dem Abtastelement, welches eine Mindestlichtmenge benötigt, um gute Scans mit geringem Rauschen zu liefern. Die Lichtmenge der Durchlichteinheit sei begrenzt, da eine höhere Lichtausbeute mit einer stärkeren Erwärmung der Filme verbunden sei. Um das Material zu schonen, ist eine wesentlich geringere Scangeschwindigkeit notwendig. In der Computerzeitschrift Chip, Ausgabe 5/ 2002, berichtete ein Leser über ähnlich schlechte Erfahrungen mit der Geschwindigkeit und dem Epson Support. Man hatte ihm als Lösung empfohlen, anstelle seines HP Druckers, der ebenfalls über USB angeschlossen war, einen Epson Drucker zu verwenden.

Fazit

Der Epson 2450 Photo ist ein sehr guter Scanner für Aufsichtsvorlagen, für Filme jedoch nur mit einem hohen Zeiteinsatz und nicht so hoher Auflösung wie erwartet, verwendbar. Die Schnittstellen haben keinen Einfluß auf die Scangeschwindigkeit. Die von mir getätigten Investitionen für die USB 2- und Firewirekarten waren überflüssig. Eine USB 1 Schnittstelle ist genauso schnell. Als der Scanner auf dem Markt erschien, war nicht nachvollziehbar, warum Epson die bewährte SCSI-Verbindung zugunsten noch nicht unterstützten Technik verabschiedet hat. Aus heutiger Sicht und Erfahrungen mit den Nachfolgern Epson Perfection 3200, dann 4870 und inzwischen dem 4990, ist klar, dass der Epson 2450 Photo ein experimenteller Scanner war. Ich habe mit etlichen älteren und neuen Scannern von Epson gute Erfahrungen gemacht. Seit Jahren setzte ich sie in ABM-Projekten täglich mehrere Stunden ein. Wenn einer ausfiel, dann nur nach ruppigen mechanische Beanspruchungen bei Umzügen. Der Epson 2450 Photo fällt aus der Reihe. Sollte man auf dem Gebrauchtmarkt nach einem filmtauglichen Scanner suchen, sollte man ihn meiden. Die Nachfolger sind relativ günstig zu haben und wesentlich besser.

Wer Kleinbildfilme in guter Qualität scannen möchte, wird mit dem Epson Perfection 2450 Photo nicht zufrieden sein. Die Auflösung ist zu gering. Mittelformate und Planfilme scannt der Epson mit passablen Ergebnissen. Ein guter 1200x2400 Scanner (Linotype Ulta Saphir II) mit vollflächiger Durchlichteinheit ist günstiger und dürfte für die meisten Verwendungszwecke genauso gut geeignet sein.

Scanner für Aufsichtsvorlagen sind bereits ab 70 Euro erhältlich. Zudem gibt es bei ebay attraktive Gebrauchtgeräte. Der EPSON PERFECTION 2450 PHOTO kostete stolze 450 €. Für das Geld gab es professionelle Alternativen, wie z.B. den Alpha Vista II von Umax (baugleich mit dem Agfa Arcus 1200). Er hat eine Din A4 große Leuchtfläche. Filme können glaslos gescannt werden (weniger Staubprobleme, bessere Qualität). Trotz der maximalen optischen Auflösung von 1200x2400 dpi ist die Detailauflösung bei einer Einstellung von 2400 dpi bei beiden Scannern ähnlich.

Was schreiben andere zum Thema?

http://www.geocities.com/aanticulturee/escantest.htm

http://www.virtualtraveller.org/epson2450.htm

1999 - 2008 © Thomas Gade - Jede Veröffentlichung ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Erlaubnis des Verfassers gestattet.



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