Tamron SP 400mm F/4
LD (IF)

Pentax K20D mit Tamron SP 400mm F/4 LD (IF)
und 1,4x Telekonverter.
Das Tamron SP 400mm F4, auf dem Bild mit einem
1.4x Telekonverter von Tamron, ist ein lichtstarkes
Teleobjektiv. Es wird manuell fokussiert und
hat zwei LD-Elemente, die eine gute Bildschärfe
mit verringerten Farbsäumen an den Kanten
bewirken sollen. Die Frontlinse dreht sich dank
der Innenfokussierung nicht mit. Der olivgrüne
Lack des Objektivs neigt zum Abrieb und Abplatzen.
An mechanisch belasteten Stellen kommt dann
ein dunkelgrauer Untergrund zum Vorschein. Bei
Verwendung des passenden Adaptall-Adapters funktionieren
die Offenblendmessung, Programm-, Zeit- und
Blendenautomatik an modernen Kameras. Die Brennweite
wird nicht übertragen. Kameras mit einer
einbauten Anti-Verwacklungsfunktion müssen
manuellüber die Brennweite informiert werden,
sonst funktioniert die Verwacklungskompensation
nicht richtig.
| Produktionszeitraum: |
1988 -1995 |
| Blende: |
4 - 32, AE |
| Gewicht: |
2270 Gramm |
| Entfernung (ab Aufnahmesensor): |
3m - unendlich |
Ein gutes Stativ zum Tragen des relativ schweren
Objektivs ist immer anzuraten. Unverwackelte
Freihandaufnahmen sind mit der langen Brennweite
kaum zu machen. Bei korrekter Handhabung und
transparenter, ruhiger Luft gelingen scharfe
Aufnahmen.
Die nachstehenden beiden Bilder wurden mit dem
Tamron SP 400mm mit dem 2x Telekonverter aufgenommen.
Aufnahmedaten: Pentax K20D, 1600 ASA, größte
Blende (mit Konverter Blende 8). Das Bild links
zeigt das gesamte Bild; rechts sieht man einen
Ausschnitt aus demselben Bild. Für eine
Aufnahme über eine lange Distanz durch
wabernde Stadtluft ist die Qualität gut.

Zum Vergleich sieht man hier ein Foto, dass
mit einem 200mm Objektiv vom selben Standpunkt
aufgenommen wurde:
Storch I

Tamron SP 400mm mit Blende 8. Störche in
einem Horst.
Ausschnitt aus dem Bild. Es wurde nicht unscharf
maskiert. Erkennbar ist, dass Farbsäume
bei Blende 8 in den Zonen,
die scharfgestellt sind, praktisch nicht vorkommen.
Beim unscharfen Geäst vor blauem Himmel
sind farbige Kanten
erkennbar. Diese Bilddatei ließe sich
mit korrekter Unscharf-Maskierung deutlich verbessern.
Storch II

Tamron SP 400mm mit Blende 8. Storch in seinem
Horst. Das Bild ist leicht angeschnitten.
Ausschnitt aus dem Bild. Es ist scharf und Farbsäume
sind kein Thema.
Ein weiterer Ausschnitt. Die Beringung des Storchs
ist gut erkennbar. An den Zweigen des Horstes
gibt es keine Farbsäume.
Tamron SP 300mm F/2,8 LD (IF)
In der gleichen Liga befindet sich die lichtstarke
Tamron 300mm Teleobjektive mit Blende 2,8. Es
gab drei Varianten. Die erste hatte noch keine
Innenfokussierung; ihre schwere Frontlinse drehte
mit und das Objektiv war weiss. Dann folgte
eine olivgrüne Version, die sehr dem Tamron
SP 4/400mm ähnelt. Ihr Nachfolger im schwarzen
Tubus wurde bis 2006 produziert.
Telekonverter
Tamron stellte für sein Adaptall-System
Telekonverter mit den Faktoren 1,4x und 2x her.
Tamron SP 400mm mit 1,4x Telekonverter. Vor
der Stativschelle gibt es einen Filterhalter
für 43mm Filter.
Er sollte immer mit dem Original von Tamron
bestückt sein, weil die Optik dafür
berechnet wurde.
Fazit:
Das Tamron SP F4 400mm Teleobjektiv hat eine
gute Optik, deren Leistung vor allem von der
Luftunruhe und möglichen Mängeln beim
Scharfstellen beeinträchtigt wird. Mit
diesen Einschränkungen haben alle größeren
Teleobjektive zu tun. Gegen wabernde Luft kann
die beste Optik nichts ausrichten. Das Objektiv
wiegt 2,2 Kilogramm und ist schwer. Ein modernes
Sigma 150-500mm Zoom wiegt 'nur' ca. 1,8 Kilogramm.
Das hohe Gewicht ist ein Tribut an die hohe
Lichtstärke und den Metalltubus. Das Tamron
SP F4 400mm kann mit offener Blende benutzt
werden, wird aber erst mit Blende 8 richtig
scharf.
Für Fotografen, die auf einen schnellen
Autofokus verzichten können, ist das Tamron
SP F4 400mm LD-IF eine attraktive Optik mit
guter Abbildungsleistung. Ich verwende gerne
das Pentax SMC DA 55-300mm Zoom (F 4 - 5,8).
Es ist lichtschwächer aber mit 470g wesentlich
leichter. Es liefert schon bei offener Blende
selbst mit 300mm gute Bilder und verträgt
einen Telekonverter. Man sollte sich gut überlegen,
ob man wirklich ein 2,2 Kilogramm schweres Gerät
durch die Gegend schleppt oder nach einer verträglicheren
Alternative sucht.

Tamron SP F4 400mm mit einer Pentax K20D auf
einem Linhof Stativ beim Birdwatching.