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   Tamron Adaptall System Thomas Gade - Oktober 2010

Tamron SP 5.6 200-500mm 31A
Dieses Objektiv wurde von 1984 bis 1992 produziert und ist der Nachfolger des Tamron 6,9 / 200-500mm, welches noch nicht zur SP-Serie gehörte. Es hat eine verschiebbare Sonnenblende und eine Stativschelle, in der das Objektiv rotiert werden kann. Die Frontlinse dreht sich beim Fokussieren mit. Beim Scharfstellen von Unendlich bis 2,5m (kürzeste Aufnahmedistanz) verlängert sich das Objektiv um 6 cm. Dafür hat es einen 'Innenzoom', der keine Veränderung der Länge des Objektivs bei unterschiedlichen Brennweiten bewirkt.

Technische Daten:

Produktionszeitraum: 1984 -1992
Blende: 5,6 - 32 , AE
Gewicht: 2,7 kg
Filtergewinde vorne: 95mm, hinten: 43mm
Entfernung (ab Aufnahmesensor): 2,5m - unendlich


Pentax K-7 mit Tamron SP 200-500mm auf einem Linhof Stativ mit großem Kugelkopf. Das Objektiv ist nicht nur schwer; beim Umgang treten aufgrund seiner Länge beträchtliche Hebelwirkungen auf, die ein stabiles Stativ mit einem schweren Kopf bedingen. Die Drehringe zum Zoomen und Scharfstellen sind angenehm drehbar. Beim Vormodell liefen sie etwas weicher.


Optische Qualität

Komplettes Bild mit 500mm Brennweite.
Aufnahme vom Stativ.
Das Tamron SP 200-500mm (model 31A) hat eine scharfzeichnende Optik. Bei Fernaufnahmen ist die Schärfe schon bei offener Blende hervorragend. Sie nimmt beim Abblenden kaum zu. Bis Blende 8 können deutliche Farbsäume auftreten, die ab Blende 11 stark reduziert sind. Der Ton der Farbsäume läßt sich relativ leicht korrigieren, wie die nachstehende Beispiele zeigen. Bei Nahaufnahmen sollte man auf Blende 11 abblenden, weil die Schärfe dann etwas nachlässt.

500mm / Blende 5,6

Korrigiert in Bibble Pro 5

500mm / Blende 8

Korrigiert in Bibble Pro 5

500mm / Blende 11

Korrigiert in Bibble Pro 5

Verschiedene Lichtbedingungen


Komplettes Bild

Komplettes Bild
Die nachstehenden Ausschnitte stammen aus zwei Bildern, die kurz nacheinander unter anderen Lichtbedingungen entstanden sind. Beim ersten Bild war es total bewölkt, beim zweiten Bild schien die Sonne auf das Gebäude, während der Himmel im Hintergrund noch bewölkt war. Bei beiden Fotos wurden mit dem Programm Bibble Pro 5 beim Wandel vom pentaxeigenen RAW-Format (PEF) zum Tiff die blauen Säume unterdrückt.

500mm / Blende 5,6

500mm / Blende 5,6

500mm / Blende 8

500mm / Blende 11
Das Auflösungsvermögen dieses nicht gerade modernen Objektivs ist verblüffend gut. Die Ausschnitte mit den Fahnenmastspitzen zeigen, dass beim rechten Foto mit direkter Sonneneinstrahlung das Flimmern der Luft zugenommen hat und die Bildqualität negativ beeinflusste. Die Kanten der Masten sind etwas verschwommen und die Leinen nicht mehr sichtbar. Die Antennenstäbe auf dem Ausschnitt darüber zeigen den Qualitätsverlust durch eine Verschlechterung der Sichtbedingungen am deutlichsten. Sie verflüchtigen sich fast in der unruhigen Luft über den sich aufwärmenden Dächern.

Zum Vergleich sieht man zwei Ausschnitte aus Fotos, die mit dem Sigma Apo HSM 150-500mm zeitnah vom gleichen Standpunkt mit 500mm Brennweite aufgenommen wurden. Erst mit Blende 11 erreicht das Objektiv die Schärfe des Tamron SP 200-500mm Telezooms. Das modernere Sigma hat schwächere Farbsäume. Das Blende-11-Bild des Sigmas ist dem Tamron Bild eher durch das geringere Luftflimmern etwas überlegen als durch die optische Qualität des Sigma-Objektivs.

Sigma Apo HSM 150-500mm - 500mm / Blende 6,3
Bei offener Blende ist die Optik nicht herausragend.

Sigma Apo HSM 150-500mm - 500mm / Blende 11
Ab Blende 11 wird dieses Objektiv sehr gut.

Tamron SP 200-500mm 31A mit 2x Soligor Telekonverter (Foto mit effektiv 1000mm)

 

Einstellung 500mm

500mm plus 2x Telekonverter / Blende 11 (effektiv 22)
Die Schärfe bricht nicht wesentlich ein. Bei dieser langen Brennweite sind die Stabilität des Stativs, Wind als Verwacklungsfaktor und die Sichtbedingungen kritische Faktoren. Sie bedingen möglichst kurze Belichtungszeiten, die widerum (qualitätsmindernde) hohe ISO-Einstellungen verlangen.

Empfehlung?

Das Tamron SP 5,6 200-500mm model 31A ist ein großes, schweres und optisch hervorragendes Telezoom. Bereits bei offener Blende ist es knackscharf, was so nicht mal vom Tamron SP 4 / 400mm LD behauptet werden kann. Die bei offener Blende auftretenden Farbsäume sind keine übermäßige Bürde, weil sie leicht korrigierbar sind. Man sollte diesbezüglich berücksichtigen, dass die meisten Teleobjektive im Bereich von 400 bis 500 erst mit Blende 11 scharfe Bilder produzieren. Das gilt auch für moderne Telezooms, die um mindestens zwei Stufen abgeblendet werden müssen, um optimale Leistung zu erhalten. Daher ist die (motivabhängig) eventuell vorzunehmende Farbsaumkorrektur für scharfe Bilder mit Blende 5,6 und 500mm kein wirkliches Gegenargument. Das Stativ kann praktisch nur in Kombination mit einem stabilem Stativ verwendet werden.

Wer 1000 € investieren mag, sollte eher ein modernes Telezoom mit Autofokus anschaffen, beispielsweise das Sigma Apo HSM 150-500mm, welches ab Blende 8 recht gut ist und wesentlich leichter. Schrecken einen das hohe Gewicht und die Maße des Tamron SP 200-500mm nicht ab und erhält man es im guten Zustand für bis zu 450 €, ist es eine lohnende Investition für Naturfotografen, deren Motive weiter weg sind. Die flexible Anschlussmöglichkeit über das Adaptallsystem an Kameras von diversen Herstellern macht diese Optik, die bei vielen Fotografen aufgrund seines extremen Telezoombereichs wohl eher selten eingesetzt wird, zu einem interessanten Zoomobjektiv für einen Fotografenverein mit einem Pool an gemeinschaftlich genutzter Technik.

   Testbilder:      Vergleichsaufnahmen mit diversen Teleobjektiven

© Thomas Gade - Die Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Jeder Nachdruck und jede andere Veröffentlichung, auch auszugsweise, ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Erlaubnis des Verfassers gestattet. Eine unauthorisierte Verwendung wird rechtlich verfolgt.