Tamron SP 3.5 17mm
151B
Das Tamron SP Objektiv mit 17mm Festbrennweite
ist unter Kennern gesucht, weil es einst für
das 24x36mm Filmformat gerechnet wurde und heute
auch an digitalen 'Vollformatkameras' mit einem
ebensogroßen Sensor verwendet werden kann.
Dann ist es ein Ultraweitwinkel mit einem Blickwinkel
von 104°. Am heute weit verbreiteten APS-Sensor
mit einer Größe von ca. 16x24mm hat
es noch einen Blickwinkel von 79°.

Das Modell 151B wurde von 1985 bis 2000 produziert
und ist der Nachfolger des Modells 51B (1979
bis 1984). Der Vorgänger hatte mehrere
eingebaute Filter für die Schwarzweiss-Fotografie
(UV normal, 81B, 80B, Y2), die im späteren
Modell 151B weggelassen wurden. Die optischen
Elemente scheinen identisch zu sein. Für
das Objektiv gibt es eine Sonnenblende aus Metall,
die aufgeschoben und mit zwei Schrauben fixiert
wird. Sie enthält ein 82mm Filtergewinde,
wohingegen der Objektivtubus keines hat. Das
Tamron SP 3,5 / 17mm wird manuell fokussiert.
Der Fokussierring ist relativ schmal und mit
aufgesetzter Sonnenblende etwas fummelig bedienbar.
Sie ist für einer Verwendung an einer 24x36mm
Kamera gedacht und entsprechend groß ausgefallen.
Für kleinere Aufnahmesensoren reicht ein
Weitwinkel-Gummisonnenblende mit einem 67mm
Anschluss. Dazu opfert man einen billigen UV-Filter
mit 67mm Gewinde, entnimmt das Glas und klebt
den Metallring mit einem Epoxidkleber an das
Objektiv, weil der Objektivtubus nicht mit einem
Filtergewinde versehen wurde.
Im Vergleich mit vielen der heute üblichen
Objektiven fällt die solide Bauweise des
Tamron SP 17mm auf. Der Fokusring läuft
weich und spielfrei. Der Tubus besteht aus Metall
und gibt dem Weitwinkelobjektiv eine angenehme
Masse. Wem die gute alte Spiegelreflexfotografie
liegt, wird dieses Objektiv mögen.

Das Tamron SP 17mm mit Sonnenblende an einem
Pentax K-7 Gehäuse.
Jedes Kitobjektiv der digitalen Spiegelreflexkameras
mit APS-Sensor beginnt üblicherweise mit
der Brennweite 18mm und hat eine Anfangsöffnung
um Blende 3,5. Daher scheint die 17mm Festbrennweite
im Objektivbestand im Zusammenspiel mit dem
APS-Sensor nicht unbedingt wichtig zu sein.
Aber es gibt genug Fotografen, die das Fotografieren
mit Festbrennweiten sehr reizvoll finden und
allmählich werden die digitalen Vollformat-DSLRs
billiger, wodurch sie eine größere
Verbreitung erfahren. Dafür gibt es keine
modernen günstigen Ultraweitwinkelobjektive.
Nicht zuletzt aus diesem Grund steigen die Preise
der interessanteren Tamron-Adaptall-Objektive
auf den Gebrauchtmärkten in jüngster
Zeit kräftig und Fremdhersteller erzeugen
zusätzliche Adaptall-Adapter für neue
Anschluss-Systeme.

Tamron SP 17mm - Aufnahmedaten: Blende 8, Pentax
K-7, ISO 400, 1/4 Sekunde Belichtung.
Ein 600 Pixel breiter Ausschnitt aus dem obigen
Bild. Die Darstellung ist in Ordnung. Die relativ
lang belichtete 400-ISO-Datei der Pentax K-7
zeigt eher Strukturschwächen durch die
RAW-Konvertierung als seitens der Optik.
Blende 9, Belichtungszeit 1/640 Sekunde. ISO
400, Pentax K-7
600 Pixel breiter Ausschnitt aus dem Zentrum
des Bildes. Die Schärfe ist gut. Man sollte
auf Blende 8 bis 11 abblenden, um beste Ergebnisse
zu bekommen. Das Bild wurde nicht geschärft.
600 Pixel breiter Ausschnitt aus der linken
oberen Ecke des Bildes. Die Schärfe bleibt
gut. Es sind leichte Farbsäume zu erkennen,
die bei solchen Motiven (dunkle Linien / Zweige
vor dem blauen Himmel) am ehesten entstehen.
Ab Blende 8 sind sie, zumindest am 15x26mm Sensor,
unbedeutend. Das Bild wurde nicht geschärft.
Es fand keine digitale Reduzierung der Farbsäume
statt.
Beim Vergleich des Tamron SP 17mm mit einem
Pentax DA 18-55mm bei 18mm Brennweite zeigten
sich keine bedeutenden Unterschiede hinsichtlich
der Schärfe und Verzeichnung.
An einer digitalen Spiegelreflexkameras
mit einem Sensor im Format von ca. 15x24mm bietet
dieses Objektiv keine wirklichen Vorteile gegenüber
einem guten (!) modernen Standardzoom, das üblicherweise
mit 18mm Brennweite beginnt. In dem Kontext
gesehen ist das Tamron SP 17mm eher ein Luxusartikel
ohne wirklichen fotografischen Mehrwert, zumal
gegebenenfalls Filter mit einem Durchmesser
von 82mm exotisch und damit teuer sind.
Dieser Standpunkt ändert sich dramatisch
bei einer Verwendung an einer konventionellen
Spiegelreflexkamera mit 35mm Film oder einer
digitalen Spiegelreflex mit einem Full-Format
Sensor, der ebenso wie der Film eine Bildgröße
von 24x36mm hat. Dann wird dieses Objektiv zu
einem Ultraweitwinkel, das relativ verzeichnungsfrei
und scharf mit großem Aufnahmewinkel abbildet.
Das Tamron SP 17mm kostet auf den Gebrauchtmärkten
im guten Zustand zwischen 250 bis 350 €.
Sollte sich der Vollformat-Aufnahmesensor stärker
durchsetzen, ist mit einem Steigen der unteren
Preisgrenze zu rechnen, weil es nur wenige gute
bezahlbare Alternativen gibt. Das modernere
Nikon 16mm f/2.8D AF wird gebraucht zwischen
400 bis 500 Euro gehandelt und kostet neu ca.
800 €. Auf den Autofokus kann man sich
bei dieser Brennweite getrost verzichten.