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Tamron Adaptall 2 System

2009 / 2011 © Thomas Gade

Tamron SP 3.5 17mm 151B




Das Tamron SP Objektiv mit 17mm Festbrennweite ist unter Kennern gesucht, weil es einst für das 24x36mm Filmformat gerechnet wurde und heute auch an digitalen 'Vollformatkameras' mit einem ebensogroßen Sensor verwendet werden kann. Dann ist es ein Ultraweitwinkel mit einem Blickwinkel von 104°. Am heute weit verbreiteten APS-C Sensor mit einer Größe von ca. 16x24mm hat es noch einen Blickwinkel von 79°.



Das Modell 151B wurde von 1985 bis 2000 produziert und ist der Nachfolger des Modells 51B (1979 bis 1984). Der Vorgänger hatte mehrere eingebaute Filter für die Schwarzweiss-Fotografie (UV normal, 81B, 80B, Y2), die im späteren Modell 151B weggelassen wurden. Die optischen Elemente scheinen identisch zu sein. Für das Objektiv gibt es eine Sonnenblende aus Metall, die aufgeschoben und mit zwei Schrauben fixiert wird. Sie enthält ein 82mm Filtergewinde, wohingegen der Objektivtubus keines hat. Das Tamron SP 3,5 / 17mm wird manuell fokussiert. Der Fokussierring ist relativ schmal und mit aufgesetzter Sonnenblende etwas fummelig bedienbar. Sie ist für einer Verwendung an einer 24x36mm Kamera gedacht und entsprechend groß ausgefallen. Für kleinere Aufnahmesensoren reicht ein Weitwinkel-Gummisonnenblende mit einem 67mm Anschluss. Dazu opfert man einen billigen UV-Filter mit 67mm Gewinde, entnimmt das Glas und klebt den Metallring mit einem Epoxidkleber an das Objektiv, weil der Objektivtubus nicht mit einem Filtergewinde versehen wurde.

Im Vergleich mit vielen der heute üblichen Objektiven fällt die solide Bauweise des Tamron SP 17mm auf. Der Fokusring läuft weich und spielfrei. Der Tubus besteht aus Metall und gibt dem Weitwinkelobjektiv eine angenehme Masse. Wem die gute alte Spiegelreflexfotografie liegt, wird dieses Objektiv mögen.

Technische Daten


Hersteller Tamron
Bezeichnung Tamron SP 17 mm F/3.5
Model 51B (Produktion 1979 - 1984/ mit integrierten Filtern)
151B (Produktion 1985 - 2000 / ohne intergrierte Filter)
Blendenbereich 3.5 - 22 / AE (Automatische Blende)
Bildwinkel 104°
Filterdurchmesser 82mm
Neupreis (1/2015) ab 389 US$ aus Japan (amazon.com)
Gebraucht Je nach Zustand 150 bis 350 €.
Bei hohem Preis sollte die Sonnenblende dabei sein. Oft fehlt sie.



Das Tamron SP 17mm mit Sonnenblende an einem Pentax K-7 Gehäuse.










Jedes Kitobjektiv der digitalen Spiegelreflexkameras mit APS-C Sensor beginnt üblicherweise mit der Brennweite 18mm und hat eine Anfangsöffnung um Blende 3,5. Daher scheint die 17mm Festbrennweite im Objektivbestand im Zusammenspiel mit dem APS-C Sensor nicht unbedingt wichtig zu sein. Aber es gibt genug Fotografen, die das Fotografieren mit Festbrennweiten sehr reizvoll finden und allmählich werden die digitalen Vollformat-DSLRs billiger, wodurch sie eine größere Verbreitung erfahren. Dafür gibt es keine modernen günstigen Ultraweitwinkelobjektive. Nicht zuletzt aus diesem Grund steigen die Preise der interessanteren Tamron-Adaptall-Objektive auf den Gebrauchtmärkten in jüngster Zeit kräftig und Fremdhersteller erzeugen zusätzliche Adaptall-Adapter für neue Anschluss-Systeme.

Optische Qualität


Tamron SP 17mm - Aufnahmedaten: Blende 8, Pentax K-7, ISO 400, 1/4 Sekunde Belichtung.


Ein 600 Pixel breiter Ausschnitt aus dem obigen Bild. Die Darstellung ist in Ordnung. Die relativ lang belichtete 400-ISO-Datei der Pentax K-7 zeigt eher Strukturschwächen durch die RAW-Konvertierung als seitens der Optik.


Blende 9, Belichtungszeit 1/640 Sekunde. ISO 400, Pentax K-7


600 Pixel breiter Ausschnitt aus dem Zentrum des Bildes. Die Schärfe ist gut. Man sollte auf Blende 8 bis 11 abblenden, um beste Ergebnisse zu bekommen. Das Bild wurde nicht geschärft.


600 Pixel breiter Ausschnitt aus der linken oberen Ecke des Bildes. Die Schärfe bleibt gut. Es sind leichte Farbsäume zu erkennen, die bei solchen Motiven (dunkle Linien / Zweige vor dem blauen Himmel) am ehesten entstehen. Ab Blende 8 sind sie, zumindest am 15x26mm Sensor, unbedeutend. Das Bild wurde nicht geschärft. Es fand keine digitale Reduzierung der Farbsäume statt.

Beim Vergleich des Tamron SP 17 mm mit einem Pentax DA 18-55mm bei 18mm Brennweite und Blende 8 zeigen sich keine bedeutenden Unterschiede hinsichtlich der Schärfe und Verzeichnung.

Das Tamron SP 17 mm (51B und 151B) ist ein sehr gutes Ultra-Weitwinkelobjektiv mit sehr guter Schärfe und hohem Kontrast über das gesamt Bild. Ab Blende 5,6 ist die Abbildung sehr gut und erreicht ihr Maximum zwischen Blende 8 und 16.


Fazit

An einer digitalen Spiegelreflexkameras mit einem Sensor im Format von ca. 15x24mm bietet dieses Objektiv keine wirklichen Vorteile gegenüber einem guten (!) modernen Standardzoom, das üblicherweise mit 18mm Brennweite beginnt. In dem Kontext gesehen ist das Tamron SP 17 mm eher ein Luxusartikel ohne wirklichen fotografischen Mehrwert, zumal gegebenenfalls Filter mit einem Durchmesser von 82mm exotisch und damit teuer sind.

Dieser Standpunkt ändert sich dramatisch bei einer Verwendung an einer konventionellen Spiegelreflexkamera mit 35mm Film oder einer digitalen Spiegelreflex mit einem Full-Format Sensor, der ebenso wie der Film eine Bildgröße von 24x36mm hat. Dann wird dieses Objektiv zu einem Ultraweitwinkel, das relativ verzeichnungsfrei und scharf mit großem Aufnahmewinkel abbildet. Das Tamron SP 17 mm kostet auf den Gebrauchtmärkten im guten Zustand zwischen 250 bis 350 €. Sollte sich der Vollformat-Aufnahmesensor stärker durchsetzen, ist mit einem Steigen der unteren Preisgrenze zu rechnen, weil es nur wenige gute bezahlbare Alternativen gibt. Das modernere Nikon 16mm f/2.8D AF wird gebraucht zwischen 400 bis 500 Euro gehandelt und kostet neu ca. 800 €. Auf einen Autofokus kann man sich bei dieser Brennweite verzichten.

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