Im Jahre 2004 brachte Canon mit der EOS 300D eine digitale
Spiegelreflexkamera mit 6 Millionen Pixeln auf den Markt.
Nikon konterte mit der D70. Andere Hersteller wie Olympus
und Pentax zogen nach. Mit dieser Kameraklasse standen erstmals
relativ preiswerte Spiegelreflex-Modelle zur Verfügung,
deren Bilder die Vorbehalte der Skeptiker zum Wanken brachten.
Tatsächlich gibt es viele als gut empfundene Aufnahmen
auf Kleinbildfilm (35mm), die qualitativ nicht mit den möglichen
Ergebnissen dieser Kameras mithalten können.

Bild
1: Pentax *ist DS mit 18-55mm Zoom.
Die Pentax *ist DS ist eine digitale Spiegelreflexkamera,
ebenfalls mit 6 Millionen Pixeln Auflösung. Sie kostete
im März 2005 mit einem 18-55mm Zoom knapp 1000 Euro.
Ihren Strom bezieht sie aus vier gewöhnlichen AA-Akkus
oder AA-Batterien. Ich verwendete Akkus von Ansmann mit einer
Nennkapazität von 2400 mAH und zusätzlich Noname-Akkus,
die angeblich 2600mAh Strom enthielten. Eine volle Ladung
reichte für mehr als 500 Aufnahmen. Innerhalb von zwei
Jahren kam ich trotz intensiver Fotoaktionen mit und ohne
Blitz nur einmal in die Verlegenheit, ohne Strom dazustehen.
Die hohe Kapazität hatte mich leichtsinnig werden lassen
und ich versäumte, die Ersatzakkus aufzuladen.
Etwas Sorge bereitete zunächst das Display. Würde
es schnell verkratzen? Bei Ebay gibt es Schutzfolien, doch
wurde darauf verzichtet. Das Display erwies sich als erstaunlich
resistent. Viele Ausflüge mit Fahrrad und Schultertasche,
einem ständigen Kamera-raus-und-rein, haben dem Display
keinen Schaden zugeführt.
Erfreulicherweise passte der alte Metz 32CT4 Blitz zu dieser
Kamera. Alle Pentax-Objektive mit dem KA, F, FA und neueren
Anschlüssen passten an diese digitale Kamera. Selbst
die alten K-Objektive waren zu nutzen, jedoch ohne automatische
Blendenübertragung. Eine ein Gigabyte fassende SD-Karte
reichte für 92 RAW-Dateien in voller Auflösung.
Man musste unbedingt mehr Speicher haben. Praktisch war ein
zusätzlicher Image Tank mit einer Festplatte und einem
Speicherkartenschlitz. Damit wurden die Daten von einer vollen
Karte auf die Festplatte geladen. Der Vorgang war unkompliziert.
Aber er dauerte ca. 4 Minuten pro Gigabyte, sodass eine zweite
Speicherkarte sinnvoll war.
Der Autofokus war in Ordnung. Er funktionierte gut bei ausreichendem
Licht. Ein Vergleich mit einer Canon EOS 350 D zeigte, dass
diese schneller und sicherer fokussierte, insbesondere in
schwach beleuteten Innenräumen. Das Sucherbild der *ist
DS war kleiner als in einer konventionellen Pentax-Spiegelreflex,
reichte aber aus, um im Bedarfsfall manuell fokussieren zu
können.
Firmwareupdates
Pentax hat diverse Firmwareupdates auf seiner Website veröffentlicht.
Das Aktualisieren war einfach. Man musste unbedingt dafür
sorgen, dass während des Vorgangs eine unterbrechungsfreie
Stromversorgung (frische Akkus) gewährleistet war, da
die Kamera ansonsten funktionsunfähig wurden. Ursprünglich
konnte die Pentax *ist DS nur SD-Karten mit Kapazitäten
bis einem Gigabyte nutzen. Mit der Firmware 2.02 wurde die
Kamera in die Lage versetzt, SD-Karten mit höherer Kapazität
zu nutzen. Zudem wurden ein paar Dateninterpretationsvorgänge
verbessert.
Für das Erzielen einer hohen Bildqualität war es
unter anderem wichtig, die Dateien im RAW-Modus auszugeben.
Wer sich mit dem jpg-Format begnügte, welches die Interpretation
der Aufnahmedaten der kameraeigenen Software überliess,
konnte die Möglichkeiten dieser DSLR nicht voll ausschöpfen.
Für die familiären Schnappschüsse mochten sie
genügt haben, aber nicht, um das volle Potenzial der
Daten auszuschöpfen. Die Canon EOS 350D war der Pentax
*ist DS in dieser Hinsicht weit voraus.