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DxO OpticsPro 10

2015 © Thomas Gade

DxO OpticsPro 10 kommt aus dem Softwareunternehmen DxO Labs in Frankreich. Es wurde bekannt durch seine Messungen der technischen Eigenschaften von Objektiven und Kameras. DxO OpticsPro ist ein Raw-Konverter, der mithilfe von konkreten Messergebnissen für Optiken, die von ihnen erzeugten Verzeichnungen und Farbsäume korrigiert. Das Programm liest die Exifdaten, um zu erfahren, mit welcher Kamera und welchem Objektiv fotografiert wurde. Die Brennweite (beim Zoom) und eingestellte Blende fließen in die Korrektur ein. Die Idee dahinter ist, dass die Fotografen möglichst wenig Zeit mit Korrekturwerkzeugen verschwenden, da vieles durch Software und konkrete Meßergbnisse automatisch zu verbessern ist.

Außerdem kann man eine Aufnahme so verändern, als ob sie mit einer anderen Kamera oder sogar mit einem bestimmten Film aufgenommen wurde.

DxO OpticsPro 10 Pro gibt es in zwei Versionen und mit zusätzlichen Modulen. Man kann alles zusammen als Suite erwerben.


Versionen und Preise

Versionen DxO OpticsPro 10 Pro Essential DxO OpticsPro 10 Pro Elite
Preis Essential ab 100 € Elite ab 150 €
Betriebssystem Windows Mac
     
Zusätzliche Module DxO FilmPack 5 (ab 70 €) DxO ViewPoint 2 (ab 70 €)
Suite DxO Photo Suite (enthält OpticsPro, FilmPack und ViewPoint / 189 €)

Hinweis

Die Suite enthält alle Module und unterscheidet sich
preislich nur geringfügig von OpticsPro Elite.



Registrierung und Installation


Wir installierten DxO Optics Pro auf einem Computer mit Windows 7 Pro, i72600k CPU (3,4 Ghz), 8 GB Ram, 256 SSD. Der Installationsvorgang verlangte Microsoft NET Framework 4.6 und lud die Daten automatisch herunter. Anschließend startete der Computer neu. Zum Aktivieren mussten wir uns bei DxO registrieren.

Wer mag, kann anschließend im Installationsordner überflüssige Dateien löschen. So gibt es das Benutzerhandbuch als PDF Datei in mehreren Sprachen. Ordnernamen wie de, fr und ja deuten auf verschiedene Sprachen hin. Wir löschten fr (französisch) und jp (japanisch). Im Ordner Bilder / Pictures belegt DxO Optics Pro 10 rund 84 MB mit Beispieldateien.

Anwendung

DxO Optics Pro 10 hat zwei verschiedene Oberflächen. Unter der oberen Menüleiste gibt es die Schalter 'Organisieren' und 'Bearbeiten'. Damit wechselt man zur jeweils gewünschten Ansicht.


Nach dem Starten des Programms, kommen erfahrene User schnell zurecht. In der linken Spalte der Oberfläche 'Organisieren' befindet sich ein Verzeichnisbaum. Damit navigiert man zum Verzeichnis mit den Bilddateien. Sie werden daraufhin als kleine Thumbnails in der Fußleiste dargestellt. Es gibt keine nervigen Importvorgänge. In einem weiteren Register kann man 'Projekte' anlegen. Das sind im Prinzip eigene Datenbanken zu bestimmten Themen. Die dazugehörigen Bilder können sich in verschiedenen Verzeichnis befinden.

Das erste Bild wird automatisch vergrößert dargestellt. Falls das Programm die Kombination aus Kamera und Objektiv festgestellt, fragt es, ob es die DxO-Module herunterladen soll, mit denen Verzeichnungen und chromatische Abberationen korrigiert werden. DxO empfiehlt nur die Module zu laden, die man auch benötigt.


DxO OpticsPro 10 benötigt eine Internetverbindung, um Module herunterzuladen.




Beim Klick auf 'Bearbeiten' verschwindet der Verzeichnisbaum. Auf der rechten Seite erscheint eine Spalte mit verschiedenen Bildbearbeitungsfunktionen und einem Histogramm. Man kann die Spalte individuell konfigurieren, um nur die für einen selbst wichtigsten Werkzeuge zu sehen.

Auf der linken Seite sehen wir statt des Verzeichnisbaums eine kleine Darstellung des Fotos mit Zoom und Navigationsfunktion. Zudem werden einige Exif-Daten angezeigt. In der Mitte sieht man das zu bearbeitende Foto.


Wer auf die Infos in der linken Spalte verzichten kann, schaltet die darin befindlichen Register 'Bewegen/Zoom', 'EXIF' und 'Preseteditor' aus. Dadurch gewinnt man mehr Platz, um das Foto beim Bearbeiten zu betrachten.

Automatische Korrektur



Wir haben verschiedene Fotos mit DxO OpticsPro 10 bearbeitet und mit den Ergebnissen anderer RAW-Konvertern verglichen. Bleibt man bei den Standardeinstellungen, bringt DxO OpticsPro mehr Zeichnung in die Schatten. Die Darstellung in den vormals dunklen Partien ähnelt beinahe einem HDR-Foto. Zuerst findet man das gut, aber beim Vergleich mehrerer Fotos aus verschiedenen RAW-Konvertern, lässt die Freude daran nach, denn nicht immer ist dieser Effekt erwünscht. Beispielsweise, wenn ein Segelboot mit weißen Segeln vor einem Ufer mit dunklem Wald zu sehen ist. Auf so einem Foto soll das Segel leuchten und eine kontrastreiche Darstellung des dunklen Hintergrunds ist eher störend.


DxO OpticsPro 10

ACDSee Ultimate 8

Mit allen Programmen kann man ähnliche Ergebnisse erzielen, jedoch betont DxO einige Details stärker. Wir haben die Ergebnisse auf verschiedenen Monitoren verglichen. Auf einigen sah es so aus, als ob im Ergebnis von ACDSee die Zeichnung in den Schatten verloren gegangen war, doch täuschte das. Auf sehr guten Monitoren, sah das ganz anders aus. Das Steigern der Kontraste in den Schatten mit den Standardeinstellungen von DxO bewirkt eine Zunahme des Rauschens in den dunklen Partien. Man muss sich mit den Einstellungen und ihren Wirkungen vertraut machen, um das bestmögliche aus seinen Bildern herauszuholen. Die Auswirkungen der Einstellungen sind am besten auf einem sehr guten Display feststellbar.

Die Korrektur der optischen Schwächen funktioniert bei einigen Objektiven sehr gut. Das gilt besonders für Zoomobjektive, deren optisches Design nicht optimal ist. Bilder, die mit einem Universalzoom wie das 18-200 mm von Tamron oder das 55-300 mm von Pentax aufgenommen wurden, profitieren von der Technik dieses Programms. Bei einem Spitzenobjektiv wie das aktuelle 100mm Makroobjektiv vom Pentax, kann man bei Blende 2,8 und 4 eine Reduzierung der Farbsäume erkennen, aber auch eine Verschlechterung der Detaildarstellung. Beim Fotografieren mit guten Festbrennweiten sollte man die Einstellungen sorgfältig wählen.

Sehr gute Gradationskurve




Erfreulich ist die Gradationskurve. Wenn man in den Farbkanälen individuelle Korrekturen vornimmt, bleiben die verschiedenen Kurven als farbige Linien sichtbar. Im Gegensatz zur Gratulationskurve von Andobe Lightroom ist die von DxO OpticsPro 10 sehr gut zu handhaben. Daher kann man dieses Programm auch gut verwenden, um abfotografierte Negative zu bearbeiten. Die Tonwertumkehrung ist einfach und kann als Preset gespeichert werden.

Handbuch ausdrucken



Die Funktionsweise und der Funktionsumfang werden sehr gut in einem Handbuch beschrieben, das als PDF Datei im Installationsverzeichnis im Unterordner 'help' zu finden ist. Man sollte es ausdrucken und als Leitfaden verwenden.

Hinweis: Dies gilt für viele Programme. Darum ist die Beschaffung eines Thermobindegerätes sinnvoll, um aus den Ausdrucken gebundene Bücher zu erstellen.

Fazit

DxO OpticsPro 10 ist ein interessanter RAW-Konverter, mit dem sehr gute Ergebnisse erzielt werden können. Der Ansatz, die messbaren Eigenschaften von Kameras und der Abbildung von Objektiven für automatische Korrekturen zu verwenden, ist bestechend. Kamerahersteller und andere Softwareentwickler verfolgen ihn ebenfalls, jedoch ist DxO Labs auf diesem Gebiet sehr erfahren und hat eine umfangreiche Modulbibliothek.

Wer seine Digitalkamera zum Fotografieren von Colornegativen und Schwarzweißnegativen verwendet, kann dank einer einfach zu bedienenden Gradationskurve schnell zu guten Ergebnissen kommen. Wiederholbare Abläufe lassen sich als Presets speichern.

Der Einstellbereich einiger Werkzeuge ist weit gefasst. Man muss sich mit ihnen vertraut machen, um optimale Bilder zu erzeugen.

Das Programm ist als Suite mit allen Modulen für rund 180 € nicht gerade billig. Durch seine Technik sticht es aber aus dem Angebot der RA W-Konverter positiv hervor.

Wer mit alten Objektiven arbeitet oder im Makrobereich mit Vergrößerungsobjektiven, muss häufig leider auf die automatische Korrektur von optischen Fehlern diese Optiken verzichten, weil sie nicht in der Modulbibliothek vorhanden sind. Viele Fotofreunde interessieren sich für alte Objektive, weil sie billig sind und oftmals gar nicht so schlecht abbilden. Die Korrektur ihrer chromatischen Aberrationen ist jedoch häufig nicht so gut, dass diese Objektive an hochauflösenden Digitalkameras keine Wünsche offen ließen. Gäbe es auch für sie ansprechende Profile, die zur automatischen Beseitigung von störenden Farbsäumen beitragen, könnte DxO damit stark punkten. Man kann beim Softwareentwickler über ein Onlineformular das Vermessen von bestimmten Optiken beantragen.


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