Die Festplatte (englisch hard disk drive = HDD) ist seit langem
das hauptsächliche Speichermedium in Computern. Ab 1988 kamen
die bis heute üblichen 3,5" Festplatten mit exakt 100mm
Breite und ca. 145mm Länge auf den Markt. Daneben gibt es kleinere
Baugrößen für Notebooks, mp3-Player und externe
Speicher. Es gibt Festplatten mit SCSI, IDE oder SATA Anschlüssen.
Im Laufe der Jahre haben sich die 3,5" Harddisks äußerlich
kaum geändert aber eine enorme Steigerung ihrer Speicherkapazität
von 20 Megabyte auf 1000 Gigabyte erfahren. Die Entwicklung ist
noch nicht abgeschlossen, doch steht eine Ablösung dieses für
heutige Verhältnisse relativ großen Speichertyps an.
Fotos: © Thomas Gade
Eine Festplatte ähnelt einem Plattenspieler. Die Schallplatte
dreht sich. Dabei schleift eine Nadel an einem beweglichen Arm durch
eine spiralförmige Rille. Mit bloßem Auge lassen sich
einzelne Musikstücke von den Pausen unterscheiden. In einer
Festplatte dreht sich ebenfalls eine Scheibe. Ein Arm bewegt einen
Datenlese- und -schreibkopf über die Platte. Festplatten sind
stoßempfindlich. Sie werden im Betrieb warm bis heiss und
sollten im Luftstrom gekühlt werden.
Der Speicher in einer Festplatte ist in Sektoren mit festem Fassungsvermögen
aufgeteilt. Das passiert beim Formatieren. Ein Sektor ist 512 byte
groß. Die kleinste Speichereinheit der Festplatte besteht
aus mehreren Sektoren und heißt Cluster. Die Festplatte benötigt
eine Tabelle, in der festgehalten wird, welche Dateien oder Dateiteile
sich in welchen Clustern befinden. Beim FAT32 System heißt
die Tabelle 'File allocation table' (daher FAT). Darin steht, wo
sich der erste Teil einer Datei befindet. Die Posititon der in anderen
Clustern befindlichen Teile wird jeweils als Information beim vorherigen
Dateifragment gespeichert. Das NTFS System hat eine umfangreichere
Datenbank, in welche die Position jedes Dateifragments eingetragen
ist. Da die benötigten Dateien fast nie in nebeneinanderliegenden
Clustern gespeichert sind, wird der Arm mit dem Datenlesekopf häufig
hin und her bewegt.
Prinzipiell speichert der Computer die Dateifragmente in nebeneinanderliegenden
Clustern ab. Doch je voller die Platte ist, desto seltener gelingt
das. Auch gibt es parallele Schreibprozesse, z. B. mehrere gleichzeitige
Downloads, neben gleichzeitig erzeugten temporären Dateien
und Datenbanken, die allmählich wachsen. Daher werden die
Dateifragmente nicht aneinander gereiht. Zudem enstehen durch
Löschvorgänge Lücken, die neu beschrieben werden.
Mit der Zeit werden Dateifragmente immer wirrer auf die Festplatte
verteilt, wodurch die Zugriffszeit ansteigt.
Ein Defragmentierprogramm hat die Aufgabe, die Dateifragmente
von einzelnen Dateien aneinanderzureihen und möglichst
alle Daten ohne Lücken zusammenzulegen. Dadurch
erhöht sich die Geschwindigkeit beim Lesen der
Daten. Die Anzahl der Festplattenzugriffe durch einen
hin und her springenden Arm wird reduziert. Dafür
gibt es Defragmentierungsprogramme. Unter Windows
95 bis Millenium funktionierte Speed Disk von Norton
sehr gut. Schneller als mit dem Programm konnte man
das Datenpuzzle nicht aufräumen. Doch haben sich
die Zeiten geändert. Die Defragprogramme für
Windows XP sind viel langsamer. Zudem haben die Festplatten
immer größere Kapazitäten. Haben Sie
schon mal einen Defragmentierungsvorgang für
eine halbvolle 200 GB große Partition, auf die
häufig zugegriffen wird, gestartet? Das dauert
zwischen Stunden bis mehreren Tagen. Je größer
die Festplatten werden, desto länger dauert das
Aufräumen und Defragmentieren von Dateien, die
in mehrere Einzelteile gestückelt verstreut gespeichert
wurden. Wer häufig parallel mehrere Daten aus
dem Internet saugt, muss mit vielen fragmentierten
Daten rechnen, da die Bestandteile in kleinen Portionen
ankommen. Um dem entgegenzuwirken, reservieren einige
Downloadprogramme (falls möglich) gleich zu Beginn
des Downloads eine zusammenhängende Speichermenge
in der Größe der Gesamtdatei.
Defragmentierungsprogramme zeigen die Situation in einer Partition
mit kleinen Blöcken, die unterschiedlich gefärbt sein
können. Die roten Blöcke stehen in diesem Beispiel für
fragmentierte Dateien. Die weisse Blöcke verweisen auf Stellen,
die nicht zum Speichern benutzt werden.
So soll das Bild nach dem Defragmentieren aussehen. Die Daten
werden zusammengeschoben; der freie Speicher wird ein großer
zusammenhängender Block und es gibt keine fragmentierten
Daten mehr.
Wie defragmentiert man richtig?
Die Pflege der Systempartition mit allen Programmen
erfolgt mit einem Defragprogramm. Das kann ohne weiteres
die windowseigene Lösung sein. Wichtig ist es,
die Menge der Daten in der Partition C (üblichweise
dem System vorbehalten) so gering wie möglich
zu halten, um den Aufräumvorgang einigermaßen
schnell zu erledigen. Mit Hinblick auf diesen Vorgang
soll eine Systempartition relativ klein sein. 10 bis
30 Gigabyte reichen vollkommen, um viele Programme
mit den benötigten Komponenten zu installieren,
wenn eine zweite ähnlich große Partition
für die Auslagerungsdateien und sonstigen temporären
Dateien der Programme vorhanden ist. (Tipp: Temporäre
Dateien nicht auf C speichern!)
Das herkömmliche Defragmentieren ist für große
Festplatten, bzw. große Partitionen, praktisch unbrauchbar,
weil das Verfahren einfach zu lange dauert und es die
Festplatten extrem belastet. Da (externe) Festplatten billig sind,
macht man das anders. Man kopiert den Inhalt einer Partition auf
eine andere Festplatte, formatiert das Ursprungsvolumen und schiebt
die Daten wieder zurück. Dabei passiert genau das, wofür
das Defrag-Programm viele Stunden benötigt. Die Dateien bzw.
die Dateiteile werden schön aneinander gereiht.
Das funktioniert so einfach nicht für die Systempartition,
auf der das Betriebssystem und die installierten Programme vorhanden
sind. Aus diesem Grunde ist es ratsam, die Systempartition sowie
die Menge der Daten und die Anzahl der Ordner, die von Programmen
benutzt werden, um die sogenannten temporären oder cache-Dateien
zu speichern klein zu halten. Wie wir beim nächstfolgenden
Punkt sehen, ist das mittlerweile nicht so einfach.
| Überflüssige
Dateien / August-2007 |
Immer mehr Programme werden mit Unmengen von Dateien
installiert, von denen die meisten absolut überflüssig
sind. Dazu gehören vor allem Sprachmodule, die mehr Platz in
Anspruch nehmen können als die eigentlichen Programme. Die
CS3 Serie von Adobe sowie der Treiber für den Plustek Opticfilm
7200i und Fotostation Pro sind mir in dieser Hinsicht besonders
aufgefallen. Adobe Photoshop CS3 Extended packt 1,1 Gygabyte Daten
auf den Rechner und Dreamweaver CS3 belegt knapp 800 MB. Seltsamerweise
existieren keine Setup-Menues, mit denen Benutzer festlegen könnten,
was und was nicht auf ihrem Rechner installiert werden soll. Vielleicht
stört Sie das nicht, weil Festplatten mit hoher Kapazität
mittlerweile günstig zu haben sind. Das ist aber kein Grund,
sie mit überflüssigen Kram zu beladen und einen gut funktionierenden
PC vorzeitig zum alten Eisen zu erklären, weil seine Innereien
dieser unnötigen Datenflut nicht gewachsen ist. Außerdem
verlängern die vielen Dateien Defragmentierungsvorgänge
erheblich.
| Partitionsmanagement/
August-2007 |
Befinden sich in einem PC mehrere Festplatten, legt man auf der
einen die Partition 'C' an, auf der sich die installierten Programme
befinden. 5 Gigabyte Größe sollten ausreichen. Hinter
'C' legt man eine weitere Partition an, die ca. 10 Gigabyte fassen
sollte. Hier werden alle Temp-, Mail- und Cacheordner der Programme
angelegt. Der Ordner 'Eigene Dateien' befindet sich hier, alle Vorlagen
und Einstellungen. Um das zu realisieren, muss man in die Optionen
der Programme gehen und die entsprechenden Einstellungen treffen.
Die erste Partition der zweiten Festplatte wird ausschließich
für die 'pagefile.sys' von Windows und für Auslagerungsdateien
beispielsweise für Photoshop verwendet. Diese Partition sollte
6 bis 10 GB groß sein. Für alle anderen Daten wie Musik,
Fotos, Texte etc. gibt es zusätzliche Partitionen, die sehr
groß sein dürfen. Hat man drei Festplatten nebeneinander
im Betrieb (kein Raid) könnte die Partition hinter C mit den
Cache- und sonstigen Ordnern, dort als erste Partition angelegt
werden.
Damit steigert man die Geschwindigkeit des Computers, was sich besonders
bei rechenintensiven Anwendungen bemerkbar macht, da die Festplatten
parallel arbeiten können und nicht eine einzelne alles nacheinander
bewältigen muss. Bleibt die Partition 'C' einigermaßen
klein, laufen Defragmentierungsvorgänge schnell ab.
NTFS oder FAT32?
Für Rechner im Netz mit einem Zugangsmanagement erübrigt
sich diese Frage. NTFS ist die richtige Wahl. Für Rechner,
die nur von einer Person genutzt werden, ist FAT32 interessant,
weil der Zugriff etwas schneller ist. NTFS reserviert einen großen
Bereich des Speichers für seine Datenverwaltung. So können
bis zu 20 % der Festplattenkapazität blockiert werden. Ein
PC kann versagen. Im Havariefall muss man eventuell eine Festplatte
über eine anderes Betriebssystem ansprechen. Das geht mit FAT32
problemlos. Inzwischen beherrschen die entsprechenden Rettungssysteme
auf den Notfall-CDs auch NTFS, doch im Falle des Falles ist eventuell
nur eine ältere Version auf Diskettenbasis verfügbar und
dann wird NTFS nicht gelesen.
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