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Teleskope für Natur und Sterne


 
 
Sky-Watcher 127 mm Maksutov / SKM 127 Thomas Gade - 2007


Der SKM 127 auf einer HEQ5 Montierung. Der Binokularansatz stammt von Seben. Diese Montierung ist für dieses kleine Teleskop überdimensioniert, doch kann ein massiver Unterbau nie schaden.

Technische Daten

Teleskoptyp Maksutov
Öffnung 127 mm / 6"
Brennweite 1540 mm
Öffnungsverhältnis 1:12,1
Gewicht 3,2 kg
Länge / Durchmesser knapp 40 cm
Scharfstellung Innenfokussierung
Preis (mit Sucher und 2 Okularen) ca. 350 € (Dezember 2007)

Preis (Dezember 2007):

Ca. 350 Euro mit zwei Okularen, 30mm Sucher und Transporttasche. Die Okulare sind brauchbar und haben Brennweiten von 10mm und 25mm. Damit werden Vergrößerungen von 60x und 150x erzielt.

Preis (Dezember 2010): Die Kosten für dieses Teleskop in etwas überarbeiteter Version mit Stativ, passender parallaktischer Montierung, zwei Okularen und Leuchtpunktsucher lliegt bei 399,- €. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hervorragend.

Konstruktion

Das Teleskop ist relativ klein und damit auch ein idealer Reisebegleiter. Es ist robust. Der Tubus besteht aus Metall. Auf der Unterseite gibt es eine Schiene zur Befestigung an einer Montierung oder auf einem Fotostativ. Es gibt einige Bohrungen mit Fotostativgewinde. Bei meinem Exemplar war keine Prismenschiene vorhanden. Sie muss vor einer Verwendung auf Montierungen mit der entsprechenden Teleskopbefestigung angebracht werden. Das blaue SKM 127 hat okularseitig einen T-2 Anschluß. Die Folgemodelle haben einen SC-Anschluss.

Der SKM 127 ermöglicht mit einer Öffnung von 127mm bereits den Blick auf einige lichtschwache Objekte. In dunklen sternenklaren Nächten lassen sich der Orionnebel und einige Sternhaufen gut betrachten. Für Sonne, Mond und Planeten ist dieses Teleskop hervorragend gut geeignet.

Der kurz gebaute SKM 127 belastet eine Montierung nicht so stark wie ein gleichschweres langes Teleskop. Der kurze Abstand zwischen dem Fokussierer und der Stelle, die mit der Montierung verbunden wird, bedingt relativ geringe Hebelwirkungen beim Scharfstellen. Zudem bietet das kompakte Teleskop eine geringere Fläche für Windstöße als ein langer Newton oder Refraktor. Die Ansprüche an eine Montierung für den SKM 127 sind gering. Bereits eine Vixen New Polaris (Kosten - gebraucht, guter Zustand: 100 Euro) trägt es ruhig. Mein Exemplar läßt sich direkt auf eine Vixen New Polaris schrauben. Die Abstände der Gewinde in der Schiene am Teleskop und die Bohrungen an der Montierungsplatte stimmen überein. Montierungen in der Vixen GP-Klasse sind ideale Träger für dieses Teleskop. Zudem kann das SKM 127 auf einem stabilen (!) Fotostativ für terrestische Beobachtungen eingesetzt werden.

Auf der Rückseite des Teleskops befinden sich Schrauben zum Justieren des Spiegels, ein Drehknopf zum Scharstellen sowie ein Okularanschluss mit T-2 Gwinde. Der Innendurchmesser des Blendrohres beträgt 28mm.

Sonnenbeobachtung mit dem Skywatcher SKM 127 Maksutov auf einer Vixen Porta Montierung. Zum Schutz gegen die starke Sonneneinstrahlung wurde die Frontlinse mit einer Baader Sonnenfolie verdunkelt.

Die Bildqualität wird von Temperaturunterschieden zwischen dem Teleskop und der Umgebung beeinträchtigt. Es ist sinnvoll, dieser Optik vor der Benutzung Zeit zu geben, sich an die Umgebungstemperatur anzupassen. Trägt man es abends aus dem 20° warmen Wohnzimmer ins Freie, wo die Temperaturen deutlich niedriger sind, sollten je nach Temperaturunterschied 15 bis 60 Minuten Anpassungszeit eingeplant werden. Hat man dem Teleskop diese Anpassungsphase gegönnt, bringt es bei ruhiger und transparenter Luft Vergrößerungen bis über 200x. Größere Teleskope dieser Art brauchen weitaus länger, um sich an die Umgebungstemperatur anzupassen. Beim Beobachten der Sonne mit Hilfe eines geeigneten Sonnenfilters ist eine zusätzliche Abschattung des Teleskops angebracht, um das Flirren der Luft in und um das Teleskop zu minimieren.



Das Scharfstellen funktioniert über das Bewegen des Hauptspiegels und begünstigt durch einen großen Verstellweg die Benutzung von jedem okularseitigen Zubehör. Egal, was man einsetzt - alles ist scharfzustellen. Das Binokular am Zenitspiegel geht genausogut wie ein einzelnes Okular, dass direkt ohne jede Umlenkung des Lichtstrahls verwendet wird.

Die Fokussierung mittels Hauptspiegel geht einher mit dem berüchtigten 'shifting'. Durch ein leichtes Verkippen des Spiegels beim Wechsel zwischen Vor- und Zurückschieben bewegen sich die Objekte im Bild hin und her. Dieser Effekt kann stark ausgeprägt sein und die Benutzung eines Teleskops vermiesen. Beim Skywatcher Maksutov 127mm tritt dieser Effekt, selbst bei hohen Vergrößerungen, so gut wie gar nicht auf.

Vergleich. links: Meade LX200 8"   rechts: Skywatcher 127mm auf einer Vixen New Polaris.

Fazit

Wer ein unkompliziertes, kompaktes Teleskop mit einem exzellenten Preis-/Leistungsverhältnis sucht, hat es mit dem SKM 127 gefunden. Die Bildqualität ist wirklich gut. Schon eine günstige Second-Hand Montierung wie die Vixen NP trägt das Maksutov prima. Beim Beobachten mit einem Binokular ist kein Glaswegkorrektor notwendig.


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