| Okulare |
Thomas Gade - 2005 - 2011 |
Die folgenden Bilder und Kommentare sind
im Laufe mehrerer Jahre entstanden ohne die Absicht, daraus
einen Artikel zu erstellen. Auch wenn die Erläuterungen
weit entfernt sind von objektiven und wissenschaftlichen Vergleichen,
mögen sie dennoch für den einen oder anderen Zweck
von Interesse sein.
Celestron
Okular-Konvolut, das sich bei einem älteren
Celestron C8 Schmidt-Cassegrain Teleskop befand. Baujahr um
1980. In dem guten Zustand sind es schöne Sammlerstücke.
5mm Ortho, 9mm, 25mm und 40mm Kellner.
Größenvergleich. Die alten Celestron Okulare waren
kompakt, wohingegen ihre 25 Jahre jüngeren Nachfolger
deutlich an Volumen zugelegt haben.

Von Celestron gelabeltes Zoomobjektiv (University Optics Zoom)
- 8,4 bis 21mm. Baujahr vermutlich in den 1970'ern. Es hatte
einen kleinen Blickwinkel (38° bis 55°).
Seben ED - Vixen - Celestron - Meade
Die folgenden Okulare wurden an verschiedenen Teleskopen mit
Brennweitenverhältnissen zwischen 1:6 bis 1:20 ausprobiert.
Seit mehreren Jahren ist ein Trend zum Bau von wuchtigen,
großen Okularen zu beobachten. Fast alle der dargestellten
Okulare gehören nicht zu den Auge-direkt-am Glas Typen.
Für jemanden, der keine Brille trägt, sind sie hinsichtlich
des Einblickverhaltens in Ordnung.
Das 22mm Seben-ED bietet im Vergleich mit
dem Vixen LV 20mm das bessere Einblickverhalten und ein weiteres
Bildfeld. Das Vixen hat ein leicht gelbliches Bild, während
das Seben farbneutral abbildet. Das Vixen LV 20mm ist dreimal
so teuer wie das 22 mm Okular von Seben. Andererseits hält
das 7,5mm Seben aus derselben Okularserie nicht mit. Das Auge
muß sehr präzise positioniert werden. Sonst sieht
man Schatten oder Farberscheinungen, die nichts mit dem anvisierten
Objekt zu tun haben. Ich verglich ein Vixen LV 10mm mit einem
älteren 10 mm Plössel, welches wahrscheinlich auch
von Vixen stammt, aber keine Bezeichnung auf dem Tubus hat.
Die Bildqualität war sehr ähnlich. Von einer Verbesserung
wegen des moderneren Okulardesigns des LV 10mm konnte an keinem
meiner Instrumente die Rede sein. Da ich kompakt gebaute Instrumente
schätze, gebe ich dem kleinen Plössel den Vorzug.
An einigen Okularen stört mich der Gummiwulst. Bei ihnen
ist er eher im Wege als nützlich. Das 40mm Okluar von
Celestron ist trotz seiner massiven Bauweise qualitativ minderwertig.
Sein Bildfeld ist einfach zu klein.
Von links nach rechts:
Seben ED 7,5mm, Seben ED 22mm,- Vixen LV 20mm, Vixen LV 10mm,
Celestron 40mm,
Vixen 17mm Plössl, Vixen 10mm Plössl, Vixen 12,5mm
Ortho, Meade 26mm Plössl.
Ein weiterer Größenvergleich:

Kompakte Okulare sind vielseitiger. Sie passen in Zubehörteile
für die Okularprojektion.
Antares Speers Waler
(Dezember 2007)
Die Antares Speers Waler (in den Kartons) haben einen Blickwinkel
von 82°. Die Okulare haben einen guten Ruf.
Größenvergleich. Die Antares Speers Waler sind
relativ große Okulare.
Wie man am nächsten Bild erkennt, ist ein Speers Waler
Okular schon recht groß, gehört aber noch nicht
ans Ende der Fahnenstange. Auf dem Bild sieht man ein 2"
Zenitspiegel, der mit dem SC Gewinde fest an das Teleskop
geschraubt wurde. Die Kombination ist stabil genug, um das
große Okular zu halten.
Zwei Antares Speers Waler wären in Kombination mit
einem Binokular eine starke Belastung für den Okularauszug.
Bei teuren Refraktoren gibt es einen Trend zum robust gebauten
3" Okularauszug. Der dürfte dem Gewicht und den
Hebelwirkungen eines Zenitspiegels, nebst schwerem Bino,
Glaswegkorrektor und zwei größeren Okularen gewachsen
sein. Ansonsten sollte die Belastung durch das okularseitige
Zubehör in angemessen Grenzen gehalten werden.
(Dezember 2007)
Skywatcher Okulare

links: Vixen LV 40 mm, mitte: 25mm Sky-Watcher, rechts Sky-Watcher
9mm
Der SKM 150 (150mm Maksutov) wird mit zwei Okularen ohne nähere
Bezeichnungen geliefert. Sie haben 9mm und 25mm Brennweite.
Das 25mm Okular liefert mit meinem Vixen ED80SF Refraktor
(F = 1/7,5), dem 150mm Mak (150mm/1800mm) und dem Celestron
(200mm/2000mm) eine gute Bildqualität. Der Einblick ist
dank des großen Einblickabstands zum Okular angenehm.
Die Bauform des Okulars wirft die Frage auf, mit welchem Deckel
dieser Okulartyp geschützt werden kann. Andere preisgünstige
Okularen (EDs von Soligor, Seben und anderen / Goldkanten)
haben wesentlich größere Bildfelder.
Beim Sky-Watcher 9mm Okular muss das Auge sehr nah an die
Optik heran. Es ist relativ schwierig, die richtige Position
zu halten, um das Bild gut zu sehen.
(Dezember 2011)
Baader Eudiaskopische Okulare
35mm, 30mm und 7,5mm.
Das 30mm Okular hat eine Optik, die den Innendurchmesser der
Hülse ausfüllt. Das 7,5mm Okular hat deutlich kleinere
Linsen, die vollkommen ausreichen, um einen kleinen Bildausschnitt
stark zu vergrößern. Die Baader Eudiaskope haben
relativ kleine Gesichtsfelder (ca. 45°). Der Einblick
in die Eudiaskopen ist angenehm. Man muss nicht mühsam
nach der richtigen Position suchen.
Es gibt ein 35mm Okular mit 1 1/4 Anschluss. Es ist laut Baader
nicht unbeliebt ("auf vielfachen Kundenwunsch wieder
lieferbar"), was seltsam anmutet. Wer zu dieser Brennweite
greift, wird an den meisten Teleskopen eher ein Übersichtsokular
mit großem Blickwinkel suchen. Da wäre ein weitwinkeliges
2" Zoll Okular vorzuziehen. Die kürzeren Brennweiten
machen sich gut bei hohen Vergrößerungen.
In einem Artikel
von Baader werden die Eudiaskopen aufgeführt. Es gab
sie von 3,5mm bis 80mm in 11 Stufen.
TS-SW Okulare
Diese Okulare heißen 'Skywatcher Ultrawide' und sind
unter anderem als 'Goldkanten', 'Orion Expanse' und 'TS-SW'
auf den Markt gekommen. Die Versionen mit den blauen Streifen
sind angeblich besser verarbeitet worden. Die Kanten ihrer
Linsen sind geschwärzt und ihre Vergütung wurde
verbessert. Doch gibt es auch Goldkanten, die diese Merkmale
aufweisen. Die Okulare sind kompakt und haben ein großes
Bildfeld. Der 'Einblick' bei den 15mm und 20mm Okularen ist
angenehm und die Bildqualität ist selbst am 1:6 ED-Refraktor
erstaunlich gut.
Diese Okulare müssten eigentlich der Albtraum der Astrohändler
sein. Sie kosten gerade mal 39 € pro Stück und sind
gut. Besonders das 15mm Okular ist hervorragend. Sie sind
aufgrund ihrer geringen Größe und Gewichts gut
mit binokularen Ansätzen kombinierbar. Preisbewußte
Freizeitastronomen können damit nicht falsch machen.
Die beiden Versionen mit dem goldenen Streifen waren pro Stück
sogar 10 € billiger. Angesichts ihrer hohen Qualität
erscheint das kaum glaubhaft. Es gibt die Brennweiten 20mm,
15mm, 9mm und 6mm. Das 6mm Okular ist das einzige, das nicht
so gut in die Reihe paßt. Der Einblick ist schwieriger.
Man muß das Auge sehr genau am Okular positionieren,
um das Bild gut zu sehen.
Die Qual der Wahl
Welche Okulare soll man kaufen? Die Antwort auf diese Frage
kann man keinem abnehmen. Jedoch sind veraltete Okulare des
Typs Ramsden, Huygens, Kellner etc. nicht mehr zeitgemäß
und gehören nicht in den Zubehörkoffer. Plössl,
Orthos, Super-Plössl und diverse Weitwinkel sind zwischen
40 bis 120 € pro Stück zu haben. Muss man sich ein
Okular für 1000 € zulegen? Wegen des Beobachtens
sicherlich nicht. Aber wenn die Gattin einen Perlenkette bekommt,
darf der Mann sich auch mal etwas Edles gönnen. Dann
nimmt er eben ein teueres 100° bis 120° Okular. Nur
wenige werden Teleskope, Sichtbedingungen und das entsprechende
Sehvermögen haben, die den Aufwand praktisch rechtfertigen.
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