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Teleskope für Natur und Sterne



Celestron C8 Thomas Gade - 2006


Allgemeines



Urheber: Szocs Tamás Tamasflex / Quelle: Wikipedia
(Diese Grafik ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert.)


Die Optik des Schmidt-Cassegrain Teleskop besteht aus einem sphärischen Hohlspiegel und einem gewölbten, brennweitenverlängernden, Fangspiegel, der auf einer speziell geschliffenen Glasscheibe (Schmidt-Platte) angebracht ist. Ein Schmidt-Cassegrain Teleskop wirkt neben den klassischen Refraktoren kurz und dick. Aber diese plump aussehende Tonne hat nicht nur die Amateurastronomie revolutioniert. Mit dieser Konstruktion gelang es, Teleskope mit großer Öffnung in kompakter Bauweise zu realisieren. Dadurch reduziert sich einerseits das Gewicht, aber auch die Hebelwirkung auf die Montierung. Zudem lassen sich solche Teleskope viel einfacher transportieren als lange Fraunhofer-Teleskope mit achromatischen Objektiven.

In den USA gab es diverse Unternehmen, die seit den 1950'er Jahren mit Teleskopen dieses Typs in den Markt für Amateurastronomen einsteigen wollten. Nachhaltig durchgesetzt haben sich die Marken Meade und Celestron. Seit mehreren Jahrzehnten werden diese Teleskope nahezu baugleich angefertigt, auch wenn die Hersteller durch unterschiedliche Farben der Tuben und verschiedene Vergütungen der Glasflächen suggerieren, dass dieses Teleskop einem Fortschritt unterliegt. Die Geschichte der Produktion dieser Teleskop ist wechselhaft. In Astronomiekreisen gibt es Geschichten über Qualitätsschwankungen, die verschiedene Ursache haben sollen. Die früheren SCT-Teleskope sollen von fähigen Optikern allesamt genau geprüft und handretuschiert worden seien, was auch immer das bedeutete.

Das Scharfstellen erfolgt durch ein hin und her Bewegen des Hauptspiegels, der relativ groß und schwer ist. An irgendeiner Stelle wird gedrückt oder gezogen, um ihn in eine Richtung zu bewegen. Beim Wechsel der Richtung kommt es durch Spiel in der Konstruktion zu einem leichten Verkippen des Hauptspiegels. Dies ist beim Beobachten durch das Okular durch eine Versetzung des Objektes erkennbar. Dieses sogenannte Shifting ist bei jedem Tubus mehr oder weniger stark ausgeprägt. Es gibt SCT-Teleskope, die bis in den höchsten sinnvollen Vergrößerungsbereich praktisch kein feststellbares Shifting aufweisen, wohingegen andere schon in unteren Vergrößerungsbereichen mit einem ausgeprägten hin und her Versetzen des Bildes beim Ändern der Drehrichtung während des Scharfstellens den Beobachtungsgenuss massiv beeinträchtigen. Ein wesentlicher Vorteil der Hauptspiegelfokussierung bersteht darin, dass mit fast alle mögliche Kombinationen aus Okularen, Zenitprismen, Zenitspiegeln, Binokularen, Kameras etc. problemlos scharf gestellt werden kann.

Die gebräuchlichsten Celestron-Teleskope aus den 1970'er und frühen 1980'er Jahren mit orangen Tuben haben den verdienten Ruf, eine hervorragende Optik und Mechanik zu haben. Der Shifting-Effekt ist nur in einem geringen Maße vorhanden.

Celestron

Das dargestellte Schmidt-Cassegrain Teleskop (SCT) mit 8 Zoll / 20 cm Öffnung mit orangem Tubus in originaler Gabel wurde 1981 an seinen Erstbesitzer verkauft. Die Schmidt-Platte dieses Models ist noch unvergütet. Celestron produzierte die ersten SCTs in den 1960'ern. 1970 bestand die Palette der Celestron SCTs aus den C6, C8, C10, C12, C16 und dem C22. Die Zahlen stehen jeweils für die Teleskopöffnung in Inch oder Zoll. Der Teleskoptyp wurde schnell populär, weil große Öffnungen mit kurzen Baulängen kombiniert werden konnten. Ein Refraktor mit 20cm Öffnung war damals mindestens 2,5 Meter lang, sehr schwer und sehr teuer. Dagegen sind SCTs bis zum C12 von einer (kräftigen) Person im PKW transportier- und aufbaubar. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich grundsätzlich wenig an diesen Teleskopen verändert.

Das hier gezeigte Modell zeigt bei guten Sichtbedingungen (transparente Luft, wenig Flimmern etc.) trotz der fehlenden Vergütung der Schmidtplatte scharfe Bilder. Unter Astronomen haben die alten orangen Celestrons einen guten Ruf. Sie sollen handretuschiert sein, während spätere Versionen mit Massenfertigungsanlagen hergestellt wurden und angeblich etwas an Qualität einbüßten.


Celestron C8, Gabelmontierung, Okularrevolver mit vier Steckplätzen


In dieser Gabelmontierung befinden sich zwei Synchronmotoren, die mit 220 Volt laufen.
Es ist eine Version für den europäischen Markt. Die 'amerikanischen' Gabeln benötigen 110 Volt.


Schmidt-Platte mit zentraler Fangspiegelhalterung



Okularrevolver mit viel klassischen Okularen im 'Vulkan-Design'.



Celestron C8 auf einer HEQ 5 mit Zenitspiegel und binokularem Ansatz

Das Celestron C8 als Teleobjektiv

Das Celestron C8 kann gut als Teleobjektiv für irdische Motive verwendet werden. Die Kamera wird über einen Tubus mit T2 Anschluss und dem entsprechenden Kameraadapter mit dem Teleskop verbunden. Diese Kombination hat 2000mm Brennweite mit einer Öffnung von 200mm. Durch die Abschattung vom Fangspiegel entspricht dies dem Lichtwert der Blende 11. Sinnvoll ist der Einsatz eines 2000mm Teleobjektivs nur bei ruhiger klarer Sicht. Die Luft darf nicht flimmern. Dieser Idealzustand wird an vielen Orten nie erreicht.


Vergleich
Um den Effekt der Brennweite des C8 zu demonstrieren, wurde das Motiv vom selben Standpunkt mit anderen Brennweiten aufgenommen:

Brennweite: 100mm

Brennweite: 500mm


Celestron C8 - Brennweite 2000mm
Komplettes Bild
Ausschnitt

Das Celestron C8 ist mit 2000mm Brennweite bereits ein extrem weitreichendes Teleobjektiv, das ein stabiles Stativ benötigt und nur unter guten Sichtbedingungen einsetzbar ist. Von störenden Farbsäumen ist hier nichts erkennbar. Das Teleskop hat eine hervorragende Farbkorrektur, die auf den Haupstpiegel zurückzuführen ist. Er reflektiert das Licht anstatt es wie Linsen zu brechen. Aufnahme mit Pentax K-5 , ISO 1600, 1/1000 Sekunde

Optische Qualität

Ein ordentlicht justiertes SCT von Celestron ist hervorragend. Trotzdem mangelt es im Internet nicht an Kritiken mit theoretischen Begründungen. Aber meine Erfahrungen mit dem hier gezeigten alten C8 sprechen eine klare Sprache zu Gunsten dieses Teleskoptyps. Wer dessen Leistungsfähigkeit negativ bewertet, sollte sich die Website eines hervorragenden Planeten-Fotografen, Damian Peach, ansehen. Seine Bilder sagen mehr als alle theoretischen Abhandlungen. http://www.damianpeach.com/


Fazit

Mit diesem Teleskoptyp ist ein genialer Kompromiß aus Leistung, Kompaktheit, Gewicht, Handhabbarkeit, Preis und mehr gelungen, ohne wirkliche Abstriche in der Bildqualität zu bedingen. Bei korrekter Handhabung ist die Leistung spektakulär. Eine große Anzahl dieser Instrumente wurde in den vergangenen Jahrzehnten verkauft. Es gab seit der Verbreitung dieses Teleskops beginnend in den 1970'er Jahren keine wesentlichen Veränderungen an der Konstruktion. Selbst die Zubehöranschlüsse sind gleich geblieben. Daher ist ein gut erhaltenes, 40 Jahre altes SCT mindestens genauso gut wie ein neu gekauftes. Wenn diese Teleskope unter ordentlichen Bedingungen aufgehoben werden, bleiben sie sehr lange uneingeschränkt gebrauchsfähig. Besonders das C8 mit 20cm Durchmesser, ist weit verbreitet. Andauernd werden welche aus Nachlässen angeboten. Der Preis für einen gut erhaltenen, gebrauchten Tubus mit keinem oder wenig Zubehör ist auf 400 € gesunken. Ein C8 mit umfangreicher Ausstattung aus mehreren Okularen, Stativ und guter Montierung wechselt für unter 1000 € den Besitzer. Angesichts der Neupreises von ca. 1000 € für einen C8 Tubus sind 400 € für einen aus zweiter Hand wenig.

Die frühen Exemplare mit orangem Tubus und massivem Metalldeckel sind unter Kennern begehrt. Dafür blättert mancher einen Sammlerzuschlag hin.



Zubehör aus den 1980'ern

Fokussierer für Schmidt-Cassegrain Teleskope

Üblicherweise wird mit der Hauptspiegelfokussierung scharf gestellt. Beim Wechseln der Drehrichtung verkippt der Spiegel leicht. Dadurch springt das beobachtete Objekt im Okular hin und her. Dieser Effekt heißt 'shifting'. Es ist von Teleskop zu Teleskop sehr unterschiedlich ausgeprägt. Bei starken Vergrößerungen fällt der Effekt besonders stark auf. Zur Vermeidung benutzt man nach einer groben Vorfokussierung einen zweiten Crayford-Auszug, für die Feinjustierung.





Filterdapter

Anstatt ein Filter in ein Okular zu schrauben wird hier ein Zwischentubus mit dem Filter eingesetzt. Das erlaubt ein rasches Wechseln der Okulare.


Porroprisma

Er ermöglicht das aufrechte und seitenrichtige Beobachten durch ein Teleskop.





Kameraadapter

Der kurze Tubus wird teleskopseitig mit dem SC-Gewinde verschraubt. Kameraseitig kommt ein T-2 Adapter, für den es weitere Adapter für nahezu alle gängigen Spiegelreflextypen gibt, zum Einsatz.



Zenitprisma mit 1 1/4 Zoll Einsteck-Klemmhülse


8,4 - 21 mm Zoomokular. Ein frühes Modell dieses Typs. Die optische Qualität litt unter dem geringen Gesichtsfeld bei längeren Brennweiten.





Ausgleichsgewichte für Celestron Teleskope. Sie werden direkt an den Tubus geschraubt.


Stromversorgung und Steuereinheit für die alte graue Celestron Gabel.


Okularrevolver für 1 1/4 Zoll Okulare








Beleuchtetes Fadenkreuzokular

12,5 mm orthoskopisches (Ortho) Okular. Das Fadenkreuz kann scharfgestellt werden. In die seitliche Öffnung wird eine rote Leuchtdiode reingeschoben. In den orangen Reglerkasten steckt eine 9 Volt Batterie.




Off-Axis-Guider mit Telekompressor





2x Barlowlinse
Die lange Version wird zwischen Zenitprisma und Teleskop eingesetzt.


6x30mm Sucher mit 90° Einblick.


Zum Ausgleich des Stativs auf unebenen Böden gibt es schraubbare Füße.



Viel Zubehör. Wer sich mit einem Teleskop aufs Feld begeben möchte, sollte sein Zubehör gut organsieren. Es gehören eine Menge Kleinteile dazu.








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