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Pentax PR-65 EDA Spektiv

Spotting Scope mit ED Optik / Fernrohr


2016 © Thomas Gade


Pentax PR-65 EDA auf einem Sirui VH-10 Fluidkopf

Technische Daten

Hersteller Ricoh (Marke: Pentax)
Bezeichnung Pentax Spektiv PR-65 EDA
Objektiv ED Objektiv (Apochromat)
Öffnung 65 mm
Brennweite 390 mm
Fokussierbereich 8 m bis Unendlich
Fokussierer Dualfokussierer (Grob und Fein)
Einblick 45° Schrägeinblick
Okulare 15-45x Zoom
Austrittspupille 4,3 (15x) - 1,4 (45x)
Gewicht 1,95 kg
Preis (Mai 2016) 719 €

Das Objektiv des Pentax PR-65 EDA ist mit 65 mm Durchmesser kleiner als die üblichen 80 - 90 mm moderner Spektive. Dahinter steckt sicherlich die Idee, das Spektiv etwas kompakter zu bauen und somit transportabler, aber so groß ist der Unterschied gar nicht und mit 1,9 Kilo ist das Pentax PR-65 EDA kein Leichtgewicht. Es ist ein Auslaufmodell, das derzeit für rund 700 € günstig abverkauft wird. Das größerer altere Pentax Spektiv PR-80 EDA muss ebenfalls seinem Nachfolger den Platz räumen und ist derzeit für rund 900 € zu haben. (Mai 2016)



Pentax Spektive werden mit einer gepolsterten Nylontasche geliefert, die während des Gebrauchs am Gerät bleiben kann.

Anschluss von Astrookularen möglich

Die Pentax Spektive unterscheiden sich von anderen aktuellen und hochwertigen Modellen ähnlicher Bauart dadurch, dass Okulare mit einem 1 1/4" Steckmaß verwendet werden, welches an Teleskopen weit verbreitet ist. Somit kann man Astro-Okulare am Pentax Spektiv verwenden. Nicht in jedem Fall kommt man damit in den Fokus, liest man im Internet, aber bei unseren Versuchen mit einem eudiaskopischen Okular von Baader, einem 13mm Hyperion und den 20 mm und 25 mm UWA-Weitwinkelokularen (Goldkanten / Blaukanten - von Skywatcher) gelang dies problemlos.



Das ist auch hinsichtlich des Adaptierens von Fototechnik attraktiv, weil man entsprechendes Zubehör aus dem Astrohandel einsetzen kann und somit diverse Lösungen ausprobieren kann.

Im Lieferumfang unseres Pentax PR-65 EDA Spektivs befand sich das PR XL 8-24  Zoomokular. Diese Kombination bietet einen Vergrößerungsbereich von 15-45x.


Pentax Spektive haben für Okulare das 1 1/4" Steckmaß, das auch bei Teleskopen üblich ist.
Somit ist das System sehr flexibel und eine wohltuende Ausnahme unter den High-Tech Spektiven.

Konstruktion

Das Spektiv ist solide konstruiert und hat einen Dual-Speed Fokussierer. Am Objektiv befindet sich eine ausziehbare Sonnenblende. Das Spektiv hat eine Rohrschelle mit Stativfuß. Es kann darin gedreht werden. Okulare werden durch eine Klemmung mit einem großen Drehring am Spektiv befestigt. Es ist allwettertauglich, staub- und regendicht, sofern man Okulare mit dem dünnen Dichtungsring aus Gummi verwendet. Bei der Verwendung von Astrookularen muss man diesbezüglich Einschränkungen in Kauf nehmen oder ein wenig basteln. Insgesamt ist das Spektiv hochwertig verarbeitet und ein langlebiges Produkt, hinter dem ein großer Hersteller mit langer Tradition in der Fertigung von optisch-mechanischen Produkten steht.

Es gibt auch einen kritikwürdigen Punkt. Wie bei manchen anderen Spektiven ist die Positionierung des Stativfußes unverständlich, weil er nicht unter dem Schwerpunkt des Instrumentes sitzt. Eigentlich müsste der Fuß nach hinten zeigen und nicht zum Objektiv, um eine bessere Balance zu ermöglichen.

Adaptiert man an dieses Spektiv eine Kamera zum Digiscoping, um durch das Spektiv zu fotografieren oder zu filmen, verlagert sich der Schwerpunkt noch weiter weg vom Stativfuß. Pentax steht damit nicht alleine. Die Hersteller von Spektiven sollten hier eine bessere Lösung anbieten.


Pentax EDA 65 Spotting Scope. Schematischer Aufbau. Quelle: Ricoh / Pentax

Visuelles Beobachten

Das Bild im Okular ist hervorragend. Das System zeigt eine gute Korrektur von Farbfehlern. Selbst bei hohen Kontrasten sind an den Kanten nur mit Mühe Farbsäume zu entdecken. Ob sie überhaupt auftreten, hängt auch davon ab, wie man in das Okular einblickt. Das Abbildungsniveau liegt deutlich über dem eines achromatischen Spektivs, was aber in der Praxis bei Tageslicht und niedrigen bis mittleren Vergrößerungen wohl nur von Kennern wahrgenommen wird, die - einmal dafür sensibilisiert - jedoch großen Wert auf eine gute Farbkorrektur legen.

Das Zoomokular ist groß und schwer gebaut worden und entspricht den heutigen Vorstellungen von einem hochwertigen Okular. Die Bildqualität ist exzellent, wenngleich man sich ein etwas größeres Bildfeld wünscht, insbesondere dann, wenn man weiß, was mit Teleskopen diesbezüglich machbar ist. Am besten gefiel uns die Abbildung mit dem UWA 20 mm (ca. 20x) Okular, das nicht von Pentax stammte.  

Die im Vergleich zum 80 mm Objektiv kleinere Öffnung macht sich erst in der Dämmerung oder beim Blick in schattige Bereiche bemerkbar, aber dann sieht man auch, dass die größeren Spektive für solche Verwendungszwecke verdientermaßen einen besseren Ruf genießen.


Pentax PR-65 EDA beim Birding

Fotografie durch das Spektiv - Digiscoping

Wir fotografierten mit der DSLR Pentax K-3 am Pentax PR-65 EDA Spektiv. Leider war zum Test der herstellereigene Kameraadapter nicht lieferbar und wir mussten deshalb improvisieren. Zum Projizieren des Bildes verwendeten wir das Zoomokular von Pentax aber auch einige Astrookulare und zwei Projektive (4x Carl Zeiss Jena, 12x Leitz) für Mikroskope.

Am einfachsten konnte man die Kamera mit dem 13mm Hyperion Okular an das Spektiv adaptieren. Dieses Okular hat speziell dafür einen T2 Ring, sodass das Kameragehäuse mittels eines PK/T2 Adapters fest damit verbunden wird. Das Klemmsystem für Okulare am Spektiv ist dieser Last gewachsen. Die Abbildungsqualität erwies sich als unbefriedigend. In der Mitte war sie bedingt akzeptabel und wurde zum Rand zunehmend schlechter.

Am besten konnte man mithilfe des 20 mm UWA Okulars fotografieren. Um diese Erfahrung zu vertiefen und die Möglichkeiten des Spektiv zur Fotografie auszuloten, hätten wir einen fest an das Spektiv anschraubbaren Tubus benötigt, der die Kamera im richtigen Abstand vom Okular positioniert.


Adaption einer Pentax K-3 mittels eines 13 mm Baader Hyperion Okulars an das Fernrohr Pentax PR-65 EDA.

Die Lösung ist mechanisch erstklassig, aber für eine gute Bildqualität darf man die Kameragehäuse nicht direkt an das Objektiv schrauben, sondern muss ein geeignetes Fotoobjektiv dazwischenschalten. Das SMC-Pentax 2,8/40 mm wäre dafür sehr geeignet. Siehe: Digiscoping mit der Systemkamera am Spektiv

Alternativ ersetzt man zum Fotografieren das Okular mit dem Pentax Camera Adapter PF-CA35 mit PK Anschluss.

Fazit

Pentax Spektive erfüllen hohe Ansprüche von Naturbeobachtern und punkten durch ihre Kompatibilität mit Astro-Okularen und -Zubehör. Das Preis- / Leistungsverhältnis ist hervorragend. Empfehlenswert sind vor allem die Modelle mit 80 mm Öffnung.


 

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