| AGFA
Arcus 1200
und Agfa F40 |
© Autor: Thomas
Gade |
Dezember 2002 |
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Der Agfa Arcus 1200 ist relativ groß
gebaut und schwer. Der Anschluß erfolgt über
SCSI. Agfa hat sich zum Jahresende 2001 von seiner Scannersparte
getrennt. Entweder bekommt man den Arcus aus Agfa-Restbeständen
zu einem attraktiven Preis oder als baugleiches Modell von
der Fa. Umax unter dem Namen AlphaVista II. Der Arcus wird
mit der Agfa Software Fotolook geliefert. Umax arbeitet
mit Silverfast. Dabei liefert Umax den Scanner mit verschiedenen
Softwarepaketen aus, die den Gesamtpreis zwischen 500 bis
900 Euro liegen lassen.
Der Arcus 1200 ist ein sogenannter Midrange-Scanner
und soll Profis ansprechen. Er hat eine maximale Auflösung
von 1200 x 2400 dpi, zwei SCSI Schnittstellen (25-polig
und 50-polig) und eine integrierte Durchlichteinheit im
Deckel. Dias und Negative können glaslos gescannt werden.
Damit verringert man die Menge der Flächen, auf denen
sich Staub sammeln kann und vermeidet Newton-Ringe. Für
diesen Zweck sind spezielle Scanrahmen vorhanden, die in
einen Einschub gesteckt werden. Sie haben Aufnahmeplätze
für diverse Filmtypen und Größen. Da der
Scanner eine Stapelscanfunktion hat, wäre es sinnvoll,
weitere Scanrahmen zu haben, die den Verwendungumfang erweitern.
So sollten Rahmen zu haben sein, die ausschließlich
Kleinbildfilmstreifen oder gerahmte Dias aufnehmen. Wer
Mittelformate glaslos scannen möchte, muß seine
Filmstreifen zerschneiden. Das dürfte denjenigen, der
einzeln verpackte Agenturbilder bekommt, nicht weiter stören,
ist aber nicht optimal gelöst. Andererseits ist es
nicht schwierig, sich eigene Rahmen zu basteln oder herstellen
zu lassen, die für die eigenen Wünsche optimiert
wurden. Auf der Webseite www.astronomie.de gibt es Foren,
in denen Hobbyastronomen über den Selbstbau von Teleskopen
diskutieren. Es sind Leute darunter, die Zugang zu einer
digital gesteuerten Fräse haben, mit der man alles
mögliche aus dünnen Aluminiumplatten herausarbeitet.
Unter ihnen dürfte man jemanden finden, der für
einen akzeptablen Betrag ein paar maßgeschneiderte
Rahmen herstellt.
Nach dem Auspacken des Agfa Arcus 1200
sucht man vergeblich nach der bisher üblichen Transportsicherung
auf der Unterseite des Gehäuses. Im Inneren des Scanners
passiert das automatisch. Sollte jedenfalls. Falls er nach
dem Anschluß nicht startet, ist es ratsam, ihn nochmals
hochzuheben und sanft auf die waagerechte Oberfläche
zurückzustellen. Allerdings hat die Durchlichteinheit
eine Sperre, die man entriegeln muß. Die Installation
verläuft in der Regel problemlos. Wer (noch) das kleine
1x1 der SCSI-Anschlüsse kennt, wird keine Schwierigkeiten
haben. Die Software Fotolook ist gutmütig und läuft
auf den von mir zu Testzwecken eingesetzten Betriebssystemen
Windows 98, Windows Millenium und Windows XP ohne die von
der Nikon Software her bekannten Schwierigkeiten. Agfa hat
eine ausgezeichnete Software, die nur wenige Wünsche
offen läßt. Auf der amerikanischen Webseite von
Agfa gibt es sogar eine neuere Fotolook Version, die man
herunterladen sollte.
Dem Scanner liegen zwei Handbücher
bei. Eins für Windows und eins für Macintosh.
Letzteres ist wesentlich dicker als die Windows-Ausgabe.
Die Bücher sind absolut vorbildlich. Hier werden alle
wichtigen Punkte klar und deutlich beschrieben und mit Bildern
illustriert. Es ist ratsam, sich anfangs Zeit zu nehmen
und das Handbuch vor dem Installieren und dem ersten Gebrauch
genau durchzugehen.
Ein Scanner mit dieser Auflösung wird jeder Aufsichtsvorlage
gerecht. Alle Farb- oder Scharzweißvorlagen, die ich
damit gescannt habe, gelangen vorzüglich. Für
Groß- und Mittelformatfilme ist der Scanner ebenfalls
hervorragend, wenn es nicht die Beschränkungen durch
die glaslosen Halter gäbe. So muß man Mittelformatfilme
in Einzelbilder zerschneiden, um sie in die Halter einzuspannen.
Das ist nicht immer angenehm. Einschränkungen gibt
es bei sehr kontrastreichen oder sehr dunklen Vorlagen durch
den Dmax von 3,4. Das reicht nicht immer, um alle bildwichtigen
Tonwerte sauber zu differenzieren. In den Schatten kann
es zu sichtbaren Schwächen kommen, die in der Regel
mit dem Gaußschen Weichzeichner (Zauberstab auf dunklen
Bereich setzen / Ähnliches auswählen / Weiche
Kante ...) mühelos in den Griff zu bekommen sind.
Sehr erfreulich waren auch die Ergebnisse mit Kleinbildfilmen!
Das Bild wurde vom 35mm Fuji Sensia 200
Colornegativ mit der Einstellung 2400 dpi gescannt. Im Himmel
verläuft ein Kratzer, der beim Scan mit dem Nikon Coolscan
4000 ED deutlich zu sehen ist. Die weiche Beleuchtung des
Agfa unterdrückt ihn total. Auch feiner Staub wird
komplett unterdrückt, was die Nachbearbeitung erheblich
vereinfacht. Durch Klicken auf das Bild sieht man es stark
vergrößert (ca. 500 kb Download).
Über die Qualität der Farbwiedergabe mag man sich
streiten. Dieses Bild wurde mit einem Polaroid Sprintscan
Plus 35, einem Reflecta Proscan 3600, dem Agfa Arcus und
mit dem Nikon Coolscan gescannt. Jedes Gerät liefert
je nach Einstellung eine andere Farbabstimmung.
Sehr gut ist der Agfa für fotografische Zwecke zu verwenden,
z.B. für Makros von Pflanzen.
Die Pflanzen werden locker auf die saubere Glasplatte gelegt
und gescannt. Die leidige Unschärfe, die sich beim
Fotografieren in der freien Natur durch Wind und Bewegung
ergibt, ist hier ausgeschaltet.
Die Detailvergrößerung aus dem darüber gezeigten
Bild zeigt, wie gut der Agfa mitspielt.
Fazit: Der Agfa Arcus ist groß, schwer und
gut. Er leistet seine Arbeit und liefert gute Scans von
allen Vorlagen, für die er konzipiert wurde. Seine
weiche Beleuchtung unterdrückt wirksam Staub und Kratzer.
Agfa F40
Der Agfa F40 ähnelt dem Agfa Arcus 1200. Allerdings hat der
F40 eine Firewireschnittstelle und arbeitet sehr schnell. Von
seiner Bauweise her entspricht er der Duoscanreihe, die neben
der obenliegenden festeingebauten Glasplatte für Aufsichtsvorlagen
einen darunterliegenden Einschub für Filmhalter hat. Die
optische Auflösung wird mit 1200 x 2400 dpi angegeben. Der
Dmax mit 3,0. Die Ergebnisse des von mir benutzten F40 konnten
mit den Scans des Agfa Arcus nicht mithalten. Obwohl ihre technischen
Daten sehr ähnlich sind, liefert der Agfa Arcus 1200 viel
schärfere Bilddateien bei Scans von Filmen. Falls die Unschärfe
ein Zugeständnis an die kürzeren Scanzeiten sein soll,
ziehe ich die Arbeit mit dem Agfa Arcus vor.
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