Der Epson Perfection V750 Pro wird vom Hersteller als professioneller
Film- und Flachbettscanner der Spitzenklasse bezeichnet.
Er wird standardmäßig mit einem Durchlichtquelle
im Deckel und einer Beleuchtung für Aufsichtsvorlagen
im Gehäuse geliefert. Dieser Scanner ist zum Digitalisieren
von allen Filmtypen über 35mm Kleinbild bis 18x24 sowie
Fotos und Dokumente vorgesehen. Neben der epsoneigenen Scansoftware
liegen eine SilverFast® AI6-Version und MonacoEZcolor
inklusive IT8 Targets bei. Der Scanner hat eine digital
ICE Funktion. Sie dient zum Erkennen und Beseitigen von
Schmutz, Fingerabdrücken und Staub auf den Vorlagen.
ICE funktioniert mit Farbfilmen aber nicht mit konventionellen
Schwarzweissfilmen.
Gemeint sind Aufsichtsvorlagen
bis ca. Din A4 und Filme von Minox bis 18x24.
Systemanforderungen
Betriebssystem
Apple MacOS X, ab Microsoft Windows
98 Secon Edition
Linux geht auch
Sonstiges
Software
Adobe Photoshop Elements, Silverfast
Ai 6, Epson Scan, Monaco EZ lite, OCR
Zubehör
Netzteil, Filmhalter für
35mm Film bis 4x5 inch, USB-Kabel,
Abmessungen
30,5 x 50,8 x 15,2 cm.
Markteinführung
Sommer 2006
Hohe Nennauflösung-
Was darf man erwarten?
Theoretisch soll der Kunde das bekommen, was
auf der Packung steht. Doch wecken die hohen
Nennangaben unrealistische Erwartungen. Mit
6400 dpi (dots per inch = Punkten pro Inch)
sollte die Strecke von einem Millimeter so
gut aufgelöst werden können, dass
250 nebeneinanderliegende Punkte trennbar
sind. Das entspricht 125 Linienpaaren aus
weissen und schwarzen Linien. In den technischen
Daten über Filme stehen Angaben zur Höchstauflösung.
Für handelsübliche Filme werden
Werte zwischen 80 bis 120 Linien pro Millimeter
genannt. In der Praxis werden diese Angaben
durch Mängel an der Optik, Verwackeln,
nicht 100prozentiges Scharfstellen und andere
Faktoren nicht annähernd erreicht. Ausgehend
davon, müssten Scanner, die angeblich
Auflösungen über 4800 dpi schaffen,
nahezu jede Filmvorlage bis ins letzte Detail
auflösen.
Die Epson Perfection V700 und V750 Pro schaffen
laut Hersteller bis zu 6400 dpi. Je mehr dpi
(dots per inch / Punkte auf einem Inch) verfügbar
sind, desto größer werden die Dateien.
Angenommen, ein 1000 dpi Scan von einer Vorlage
würde 10 MB groß sein, dann benötigt
die 2000 dpi Datei bereits 40 MB und für
4000 dpi benötigen 160 MB Speicher. Wenn
der Sprung von 1000 dpi zu 2000 dpi zu einer
Vervierfachung der Datengröße führt,
sollten viermal so viele Bildinformationen
vorhanden sein. Mit 4000 dpi steht bereits
die 16-fache Menge an Bilddaten zur Verfügung.
Je höher die dpi Zahl, desto länger
dauern das Scannen und die Nachbearbeitung.
Wenn auf einer Breite von einem Inch (ca.
25mm) 800 feine schwarze und weisse Linien
gleicher Breite nebeneinander gezeichnet werden,
sollte ein perfekter 1600 dpi Scan, diese
gerade noch trennen können. Dazu müßten
sich die Linien beim Scannen deckungsgleich
über den Rezeptoren des Scansensors befinden
und die dazwischen liegende Optik nahezu fehlerfrei
abbilden. Das ist niemals der Fall. Daher
verwendet man beim Vergleich von Scannern
Testtafeln mit Rastern, Mustern, Kreisen,
Siemenssternen oder einfach immer wieder dieselbe
Vorlage, beispielsweise ein scharfes Dia.
Dem alten Epson Scanner 'Expression 1680'
wurden in Tests maximal 1600 dpi zugeschrieben.
Seine Leistung wird von vielen Scannern, die
angeblich bis 4800 dpi auflösen, nicht
erreicht. In der Regel erreichen solche Geräte
mit der vorletzten Stufe (2400 dpi) bereits
ihre maximale Auflösung, die in der Praxis
deutlich unter dem theoretisch möglichen
Ergebnis für die betreffende dpi-Zahl
liegt. Zudem muss die Qualität der Vorlagen
berücksichtigt werden. Wenn Fotos und
Filme grobkörnig und/oder unscharf sind,
bringt eine hohe Auflösung nichts.
Wieviel dpi benötigen die Bilder? Salopp formuliert,
sind 600 dpi für Aufsichtsvorlagen (Fotos auf Papier)
mehr als genug, um feinste Details herauszuarbeiten.
Kleinbildfilme (35mm Dias und Negative) werden mit 2000
dpi detailreich digitalisiert. Feinkörnige, scharfe
und detailreiche 35mm Filme sollten mit 3000 dpi und
höher gescannt werden. Es gibt Filme, bei denen
noch feinere Abtastungen mehr Details hervorbringen.
Das geht nur mit speziellen Scannern. Es ist unrealistisch,
in der Preisklasse des Epson Perfection V750 ein Gerät
zu finden, das selbst 2700 dpi als höchste Auflösung
verdientermaßen trägt.
Nicht so schön ...
Bei der Anlieferung des
neuen Scanners befanden sich auf der Unterseite
der Glasscheibe Staubfussel und ein feiner
milchiger Belag. Der ist bei Epson Flachbettscannern
nicht unüblich. Wer optimale Ergenisse
haben möchte, wird um eine Reinigung
des Glases nicht umhin kommen. Der Gehäusedeckel
läßt sich nach dem Abnehmen des
Gehäusedeckels entfernen, indem auf
der Oberseite vier Plastikschrauben mit
einen V-förmigen Schlitz rausgedreht
werden. Das ist nicht einfach, denn wer
hat schon einen solchen Schraubenzieher?
Vorsicht - das gefährdet den Garantieanspruch!
Zum Reinigen der Glasplatte nehme ich das
Mittel Optical Wonder vom Baader Planetarium.
Diese Prozedur übernimmt man auf eigene
Gefahr.