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Digital oder analog fotografieren?

2007 / 2017 © Thomas Gade

Seite: 1 Der Abschied vom Film
  2 Paradigmenwechsel in der Fototechnik
  3 Fotografie auf Film - zukünftiger Stellenwert
  4 Konventionelles Fotolabor versus digitale Technik
  5 Digitale Praxis - Unruhe und wenig Entspannung

Der Abschied vom Film

Die Frage, ob die konventionelle Fototechnik eingemottet wird und stattdessen voll auf Digitalkameras gesetzt wird, bewegt vor allem ambitionierte Fotoamateure, die Dunkelkammererfahrung haben und im Laufe der Jahre reichlich Foto- und Labortechnik erwarben. Technische Aspekte werden diskutiert. Was kann mit einem Film erreicht werden, was schafft die Digitale? Welchen Helligkeitsumfang verkraften Film und Aufnahmechip? Ist die Auflösung des Kleinbildfilms mit 5 Millionen, 8 Millionen oder erst 20 Millionen Pixeln erreicht? Das läßt sich nicht pauschal klären, da es Filme mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften gibt und die Aufnahmetechnik nebst anderen Faktoren entscheidend die Qualität der Bilder beeinflussen. Es gibt scharfe, feinkörnige Filme, die mit exzellenter Technik belichtet wurden und detailreiche große Vergrößerungen zulassen. Daneben gibt es andere, bei denen schon die Abzüge im 10x15cm Format erkennbare Qualitätsschwächen haben. Jahrzehntelang wurden vor allem Schwarzweissfilme verwendet und darunter sind sehr scharfe, detailreiche Vorlagen zu finden. Weder ein hochauflösender Chip noch ein feinkörniger Film werden mit einer mangelhaften Optik, schlechten Scharfstellung und Unschärfen durch Verwacklung ihr volles Potential entfalten. Techniken, die Verwacklungsunschärfen mindern, stehen beiden Verfahren zur Verfügung.


Fotos auf Filmstreifen

Fotos auf Datenspeichern

Eine gute Kamera mit sehr guter Optik und einem feinkörnigen Film auf einem soliden Stativ kann bei richtiger Bedienung technisch hervorragende Bildern ermöglichen, die mit einem exzellenten Filmscanner Dateien liefern, welche sich qualitativ noch deutlich von einer guten 8 Millionen Pixel Aufnahme abheben. Sobald das Stativ weggelassen wird und freihändig mit Automatik fotografiert wird, liegen die Bilder der konventionellen und digitalen Technik üblicherweise weit ab vom technisch Möglichen des Aufnahmemediums. Das haben viele erst nach dem systematischen Scannen ihrer Bilder und den sichtbaren Ergebnissen an 17 bis 21 Zoll großen Monitoren begriffen. Bei der Bildgröße fallen Unschärfen durch ungenaues Scharfstellen, Verwacklungen und Schwächen der Objektive auf, die auf 13x18 Abzügen kaum zu sehen waren.

Digitale versus analoge Fotografie

Digital oder analog entscheidet sich nicht zuletzt am Einsatzbereich. (Amateur-)Astronomen, die nahezu ein Jahrhundert lang mit Filmen oder Glasplatten Astrofotografie betrieben haben, können mit Digitalkameras auf einfache Weise unvergleichlich bessere Bilder am Teleskop erzeugen. Schon einfache Amateurgeräte wie ein guter apochromatischer 8 cm Refraktor oder ein 8 Zoll (20cm) Spiegelteleskop ermöglichen bei transparenter unbewegter Luft Digitalbilder, die den Ergebnissen des in einer Umlaufbahn um die Erde befindlichen Hubble-Teleskops ähneln. Wer sich mit Makrofotografie befasst, wird seine Freude an den Digitalkameras haben. Die schwenkbaren Displays erlauben bequeme Aufnahmepositionen. Die Kameras sind teilweise extrem makrotauglich, wie man das aus der konventionellen Fotografie nicht kennt. Man kann in kürzesten Aufnahmeabständen sehr scharfe Aufnahmen mit einem relativ großen Tiefenschärfebereich realisieren. Unterwasserfotografen dürfte die Bildanzahlgrenze von 36 Bildern pro Tauchgang gestört haben. Unter Wasser konnte der Film nicht gewechselt werden. Mit der Digitalen, die viele hundert Bildern in vorzügliche Qualität ermöglicht, gerät man eher in Gefahr, in einem Korallenriff an Sauerstoffmangel zugrunde zu gehen als an die Grenzen des Speichers zu stoßen.


Negativbogen auf der Leuchtplatte

Digitaler Leuchttisch mit Bildordnern

Digitale Bildkorrektur

Die Software zum Optimieren der Bilddaten wird immer raffinierter. Sie ist auch auf gescannte Bilder anwendbar. Jede Digitalkamera schreibt Exifdaten in jede einzelne Bilddatei. Sie enthalten Angaben über die Kamera, den Aufnahmezeitpunkt, die eingestellte Brennweite, das Objektiv, die Belichtungszeit etc. Die Softwareentwickler prüfen, welche optischen Fehler von Objektiven verursacht werden. Es gibt die Vignettierung. Damit meint man ein Abschatten in den Bildecken, was besonders bei weitwinkligen Brennweiten und/oder großen Blenden / Objektivöffnungen zu sehen ist. Zudem verzeichnen die meisten Objektive sichtbar. Das führt zu einer Verformung oder Krümmung des Motivs. Parallele Linien sind besonders zu den Rändern hin (leicht) nach außen oder innen gebogen. Wenn man weiß, wie stark ein Objektiv bei einer Brennweite und Blende vignettiert oder verzeichnet, läßt sich das mittels Software korrigieren. Die Entwicklung der (halb-) automatischen Bildoptimierung bzw. gar die Aufstellung der Liste der zu verbessernden Bildfaktoren.

Neue fotografische Möglichkeiten

Zudem gibt es Panoramaprogramme, die aus mehreren Aufnahmen eine einzelne machen. Das funktioniert folgendermaßen: Man fotografiert eine Szene mit mehreren Einzelbildern. Bei jeder Aufnahme dreht man die Kamera eine Stück weiter, so dass eine Anzahl Bilder entstehen, die nebeneinandergelegt ein Panorama ergeben. Es ist darauf zu achten, dass die Bilder an den Nahstellen etwas überlappen. Eine 6 Millionen Pixelkamera liefert Bilder mit 3000 x 2000 Pixeln. Man kann die Kamera hochkant auf ein solides Stativ montieren und wie oben angeben mit mehren Aufnahmen eine Landschaft bis zum Vollkreis im 360°-Winkel fotografieren. Mit einem 120° Schwenk sind bereits attraktive Panoramen machbar, welche im zweidimensionalen Druck noch als natürlich empfunden werden. Da die Kamera hochkant fotografiert, hat die schmale Kante 3000 Pixel Höhe und wird kaum unter 9000 Länge Pixel haben. So kommen wir bereits an beachtliche 27 Millionen Pixel, die man mit feinen Details großformatig drucken kann.


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