| Kameraobjektive |
Thomas Gade - Mai 2007 |
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Viele Fachzeitschriften und Websites berichten über
Fototechnik. Ältere Objektive werden in den Tests selten
beachtet. Durch ihre massenhafte Präsenz in Studios,
Haushalten und auf den Gebrauchtmärkten sind Vergleiche
zwischen alten und neuen Optiken angebracht. Zumal Kamerahersteller
wie Pentax und Nikon damit werben, dass ihre alten Objektive
an die Bajonette ihrer digitalen Spiegelreflexkameras passen.
Einige althergebrachte Unterscheidungsmerkmale bzw. Qualitätskriterien
verlieren durch die Digitaltechnik an Bedeutung, weil geringe
optische Fehler wie kissen- und tonnenförmige Verzeichnungen
oder chromatische Aberrationen (Farbsäume) gut mit
dem Computer kompensiert werden können. Derzeit ist
ein Trend zur Automatisierung solcher Korrekturvorgänge
erkennbar. Gleiches gilt für leichte diffuse Unschärfen
und Mängel an der Bildbrillanz. Dagegen hilft die Unscharf-Maskierung.
Sie verbessert die Detailwahrnehmung und den Schärfeeindruck.
Es ist möglich, das Verhalten der Objektive bei verschiedenen
Brennweiten-, Entfernungs- und Blendeneinstellungen zu messen
und Profile anzulegen, die exakt vermitteln, welche Fehler
vorhanden sind. Die Werte der aktuellen Objektive werden
allmählich seitens der Hersteller an die jeweiligen
Softwareentwickler weitergereicht.
Typische Bildfehler
Verzeichung, Vignettierung, Farbsäume -> siehe
hier!
Zoom oder Festbrennweite?
Die Anforderungen an optische Systeme mit einer variablen
Brennweite sind hoch. Sie sollen bei jeder Einstellung gute
Ergebnisse ermöglichen. Eine relativ hohe Lichtstärke
mit guter optischer Leistung über den gesamten Brennweitenbereich
wird nur mit teuren und schweren Zooms realisiert, die nicht
unbedingt freizeit- oder reisetauglich zu nennen sind. Einige
moderne, kompakte, preisgünstige und lichtschwächere
Zooms mit großem Brennweitenbereich liefern abgeblendet
auf den Wert 8 und kleiner ganz passable Dateien. Ältere
Zoomobjektive sind mit Vorsicht zu genießen, weil
sie wahrscheinlich starke optische Schwächen haben.
An einer digitalen Spiegelreflex ohne integrierte Reinigungstechnik
für den Sensor ist der Objektivwechsel wegen des dabei
möglichen Eindringens von Schwebeteilchen riskant.
Seit dem Erscheinen der Modelle mit einer kamerainternen
Entstaubung des Sensors, gelten die alten Festbrennweiten
mit 28mm, 35mm, 50mm bis 135mm als Geheimtipp. Auf den Gebrauchtmärkten
ziehen die Preise dafür kräftig an, sofern die
Optiken mit den Blendensteuerungen der digitalen Spiegelreflexkamera
kompatibel sind. Das alte Pentax SMC-A 1,7/50mm Standardobjektiv
hat bereits ab Blende 4 eine ausgezeichnete Bildschärfe
über den gesamten Bildbereich. Ein besseres Zoom aus
der Amateurklasse schafft das erst ab Blende 8. Das 1,7/50mm
Pentax ist ab 50 Euro aus zweiter Hand zu haben. Für
dieselbe Optik mit Autofokus verlangt der Gebrauchtmarkt
das Dreifache.
Autofokus - ja oder nein?
Wenn er funktioniert, ist der Autofokus eine praktische
Sache. Wer mitten im Gewusel einer quirligen Love-Parade
die Kamera von Motiv zu Motiv richtet und interessante Szenen
heranzoomt, mag ihn nicht missen. Mit etwas Übung gelingen
solche Aufnahmen auch per Hand. Es gibt Fotografen, die
grundsätzlich manuell fokussieren, auch wenn die Optik
mit einem Autofokus ausgestattet ist. Das kann bei problematischen
Motiven schneller gehen und ist oftmals präziser. Vor
allem im Nahbereich und besonders bei selektiver Schärfeeinstellung.
Ein Autofokus ist nicht immer zuverlässig und versagt
gelegentlich total. Eine Kamera löst ohne Autofokus
schneller aus.
Die meisten digitalen Spiegelreflexkameras haben ein kleineres
Sucherbild als traditionelle Kleinbildkameras. Zudem sind
die Standard-Mattscheiben nicht primär als Fokussierhilfe
gedacht. Wer das manuelle Scharfstellen schätzt, sollte
sich zumindest eine Sucherlupe zulegen. Bei einem Vergrößerungsfaktor
von 1,2 wird das sichtbare Bild um ca. 44% vergrößert.
Trotz des gering anmutenden Faktors ist das Bild deutlich
größer und wirkt heller. Das Scharfstellen per
Hand oder die Kontrolle des Autofokus erfolgen sicherer.
Es gibt hervorragende Objektive ohne Autofokus, solide gebaut
mit sehr guter Optik und auf dem Gebrauchtmarkt spottbillig
erhältlich. Zudem sind Teleskope, Spektive, Mikroskope,
Spiegelteleobjektive und andere optische Instrumente gut
als Aufnahmeoptiken an den digitalen Spiegelreflexkameras
verwendbar. Jedes Autofokusobjektiv sollte auch einen ordentlichen
Drehring zum manuellen Fokussieren haben.
Vorsicht! Neue Objektive für kleine Sensoren
Zur Zeit erscheinen hochpreisige Objektive auf den Markt,
die eigens für die kleineren Aufnahmesensoren entwickelt
wurden. Pentax bietet das DA 21mm / 3,2 für 440 Euro
an. Das ist ein Haufen Geld für eine nicht besonders
lichtstarke Festbrennweite. Für welchen Profi käme
sie in Frage? Der verwendbare Bildkreis reicht nicht für
das 24x36mm Format der Kleinbildkameras. Das Objektiv hat
keinen Blendenring. Ist es ratsam, in solche Optiken zu
investieren?
Die Entwicklung der Kameratechnik ist im vollen Gang. Auch
wenn mit einer entsprechenden 4 Millionen Pixel-Datei ein
guter Din A4 großer Druck möglich ist, wird die
Pixelzahl, die derzeit (Mai 2007) im anspruchsvollen Amateurbereich
bei 10 Millionen Pixeln angekommen ist, weiter hochgetrieben.
Man kann alle zwei Jahre mit einem deutlichen Sprung rechnen,
da die Pixelanzahl ein wichtiges Marketinginstrument ist.
Für eine kräftige Erhöhung der Pixelmenge
müssen die Sensoren größer werden, um eine
Vermeidung von technischen Problemen aus der Verdichtung
der Pixel zu bewirken. Aus heutiger Sicht ist es wahrscheinlich,
dass digitale Spiegelreflexkameras, die sich von den mittlerweile
sehr leistungsfähigen Kompaktknipsen und immer besser
werdenden Handy-Kameras abheben müssen, bald mit größeren
Sensoren ausgestattet werden, um ihre Überlegenheit
zu behaupten. Dann war die Anschaffung der eigens für
die kleinen Sensoren gerechneten Objektive, für die
derzeit unglaublich hohe Summen genannt werden, ein teurer
Spass. Die Anschaffung eines guten Zooms mit kurzen Brennweiten,
die in der KB-Fotografie unüblich sind, ist ok. Doch
Festbrennweiten und Zooms ab 24mm sollten auch größere
Formate bedienen können.
Preisbeispiele
| Marke |
Bezeichnung |
Autofokus |
für Vollformat
(24x36) |
Neupreis |
Zweite Hand * |
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| Pentax |
SMC DA 50-135 mm / 2,8 ED |
x
|
nein
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ab 800 €
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| Pentax |
SMC-A 28mm / 2,8 |
|
x
|
|
ab 60 €
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| Pentax |
SMC-A 50mm / 1,7 |
|
x
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|
ab 50 €
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| Pentax |
SMC-FA 50mm/1,7 |
x
|
x
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ab 150 €
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| Pentax |
SMC-FA 50mm/1,4 |
x
|
x
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ab 260 €
|
ab 220 €
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| Pentax |
FA 31mm / 1,8 |
x
|
x
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ab 850 €
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| Pentax |
SMC-A Macro 100mm / 4 |
|
x
|
|
ab 200 €
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| Sigma |
EX DC HSM 50-150mm / 2,8 |
x
|
nein
|
ab 500 €
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| Sigma |
EX 70-200mm / 2,8 |
x
|
x
|
ab 860 €
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| Tamron |
XR 28-300mm / 3,5-6,3 |
x
|
x
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ab 270 €
|
ab 200 €
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* guter Zustand bis neuwertig
Diese Preisunterschiede werfen die Frage nach dem praktischen
Wert einer Optik auf.
Objektive vergleichen
Die Vergleiche von Objektiven sollen offenbaren, welche
Optiken schlecht sind. Der Unterschied zwischen gut
und sehr gut ist in der Praxis selten sichtbar. Andere Faktoren
wie Verwackeln, leichte Mängel beim (Auto-)Fokussieren,
Bewegung des Motivs etc. haben einen so großen Einfluss,
dass eine wirklich überragende Qualität der Optik
selten zum Tragen kommt.
Versuchen Sie mal aus der Nähe Blätter oder Gräser
scharf zu fotografieren wenn ein wenig Wind weht! Sie bewegen
sich innerhalb einer Sekunde um ein Vielfaches ihrer eigenen
Größe mehrfach hin und her. Und das sogar im
dreidimensionalen Raum. Die anvisierten Motive bleiben nicht
im optimalen Schärfebereich. Um die Tiefenschärfe
zu erhöhen, hilft Abblenden. Doch verlängern sich
dadurch die Belichtungszeit und die Bewegungen des Fotografen
und/oder des Motivs beeinflussen die Ergebnisse noch intensiver.
Außerdem entfällt damit das Abheben eines scharfgestellten
Motivs vor einem unscharfen Hintergrund. Es gibt kontrollierte
Aufnahmesituationen, in denen mit einem hohen Aufwand optimale
Aufnahmebedingungen erzeugt werden. Dann ist auch eine Verwendung
von exzellent korrigierten Optiken sinnvoll.
Zwei Hilfsmittel, die viele Bilder mehr verbessern als der
Wechsel von einem guten zu einem sehr guten Objektiv, sind
stabile Stative und Fernauslöser, die ein berührungsfreies
Bedienen der Kameras ermöglichen.
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