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Tamron 28-200mm F/3.8-5.6 Aspherical Macro IF XR (A03)

2017 © Thomas Gade


Tamron 28-200mm F/3.8-5.6 Aspherical Macro IF XR auf 28 mm Brennweite eingestellt.

Tamron stellte 1992 ein Universalzoom mit 28-200mm Brennweite vor. Bis dahin konnten sich die Fotografen gar nicht vorstellen, dass dieser Bereich durch ein einzelnes Objektiv abzudecken war. Im Laufe der Zeit wurde das Tamron 28-200mm neu designed und technologisch weiterentwickelt. 2001 kam die Version 'model A03' heraus und war (ist) das leichteste und kleinste Zoom dieser Art. Der Filterdurchmesser wurde von 72mm auf 62mm verkleinert. Das Gewicht reduzierte sich um ca. 25%. Das Zoomobjektiv wurde zum Hit für Fotografen, die vorzugsweise mit leichter und kompakter Ausrüstung unterwegs sind. Mit diesem Objektiv wurde ein aspherisches optisches Element eingeführt für eine bessere Schärfe, Farbkorrektur, Bildfeldebnung und geringere Verzeichnung.

Wie das Vormodell (Super II) hat das Tamron 28-200mm F/3.8-5.6 Aspherical Macro IF XR einen Lock-Mechanismus, um den sogenannten 'zoom-creep', also ein unbeabsichtigtes Verstellen der Zoomeinstellung beim nach oben oder unten Richten des Objektiv zu verhindern. Bei unserem Textmodell war diese Funktion überflüssig, weil der Zoom stramm lief und sich in keiner Position selbst verstellte.



Tamron 28-200mm F/3.8-5.6 Aspherical Macro IF XR an einer Pentax K-5 II

Technische Daten

Hersteller Tamron
Bezeichnung Tamron 28-200mm F/3.8-5.6 Aspherical Macro IF XR
Markteinführung 2001
Anschluss für diverse Marken
Filterdurchmesser 62 mm
Fokussieren Manuell und Autofokus
Gewicht 377 g
Blendenring vorhanden
Maße 75.2 x 71 mm
Scharfstellbereich 0,45 m bis unendlich
Optischer Aufbau 15 Elemente in 14 Gruppen

Dank der Innenfokussierung (IF) verändert sich die Länge des Objektivs beim Scharfstellen nicht. Jedoch geht mit dieser Technik einher, dass die längste Brennweite im Nahbereich kürzer wird. IF bedeutet aber auch, dass sich die Frontlinse beim Scharfstellen nicht dreht. Das ist vorteilhaft zur Benutzung eines Polfilters.


Tamron 28-200mm F/3.8-5.6 Aspherical Macro IF XR auf 200 mm Brennweite eingestellt.

Das Tamron 28-200mm an der digitalen Spiegelreflexkamera

Dieses Objektiv wurde für klassische Spiegelreflexkameras entwickelt, mit denen Kleinbildfilm belichtet werden. Inzwischen ist die analoge Fotografie wieder im Trend, jedoch als Nische und wird parallel zur digitalen Fotografie betrieben. Daher stellt sich die Frage, wie gut dieses Zoomobjektiv mit einer DSLR funktioniert. Wir haben es mit einer Pentax K-3 (24 Megapixel, APS-C Sensor) bei sonnigem Wetter mit ISO 400 und Blende 11 und mit Brennweiten zwischen 150-200 mm an Sportbooten auf dem Wasser ausprobiert. Solche Motive sind durch ihre kantigen Konturen gute Prüfmuster für Schärfe und Farbsäume.

Bei dem Test befanden wir uns auf einem Boot vor Anker und andere Boote fuhren vorbei. In dieser Situation kommt durch Wellen zu stärkeren Schwankungen und dementsprechend einer Beeinträchtigung der Trefferquote trotz der Shake Reduktion durch die Kamera.

Rund 80 % der Bilder waren scharf und in der Kategorie Familien- und Urlaubsfotos einwandfrei, jedoch traten beim Hineinzoomen (Pixel Peeping) deutliche Farbsäume zu Tage, insbesondere bei minimaler Fehlfokussierung. Wer ein leichtes und kompaktes Zoomobjektiv mit großem Brennweitenbereich anstelle mehrerer mitführen möchte, kann dieses Tamron XR 28-200mm für viele Zwecke verwenden und gute Ergebnisse erwarten, aber wenn es auf höchste Schärfe und Farbreinheit ankommt, gibt es deutlich bessere Optiken, die jedoch auch teurer sind. Die modernen, speziell zu Digitalfotografie entwickelten Nachfolger dieses Universalzooms sind besser korrigiert. Beispielsweise das Tamron 18-270mm F/3,5-6,3 Di II VC PZD mit sogar einem größeren Brennweitenbereich. Es kostet neu rund 300 €, während ein gut erhaltenes, gebrauchtes Tamron XR 28-200mm (model A03) für 60-100 € erhältlich ist. Die moderne Variante leuchtet nur den APS-C Sensor aus, während das 28-200mm mit seinem größeren Bildkreis für das Vollformat (24x36 mm) reicht.

Bild 1 - Pentax K-3 (24 MP, APS-C Sensor), ISO 400, Blende 11, Brennweite 200 mm


Tamron XR 28-200mm an einer Pentax K-5 II. ISO 400, Blende 11, auf 200mm


Ausschnitt 800x532 Pixel. Bei 200mm Brennweite und Blende 11 sind Farbsäume an prägnanten Kanten zu sehen.


Mit der digitalen Bildbearbeitung lassen sich die Farbsäume größtenteils leicht unterdrücken.

Am Bildrand (APS-C Sensor) sind die Farbsäume ausgeprägter. Wie zeigen sie hier in einem 400x400 Pixel Ausschnitt, der auf 800x800 Pixel hochgerechnet wurde. Dies entspricht einer 200% Betrachtung auf dem Monitor und zeigt nur einen winzigen Ausschnitt aus dem Bild.

200% Ausschnitt vom Bildrand (Extremes Pixel Peeping, nicht überbewerten!)


200% Ausschnitt vom Bildrand. Hier sind die Farbsäume gut erkennbar, aber dazu wurde ein kleiner Ausschnitt sehr stark herausvergrößert. Solche grellgrünen und purpurfarbenen Farbsäume sind meistens leicht zu beseitigen, wenn dies für nötig erachtet wird. Einige RAW Konverter und Bildbearbeitungsprogramme bieten die nötige Funktion.


Bild 2 - Pentax K-3 (24 MP, APS-C Sensor), ISO 400, Blende 10, Brennweite 108 mm




100% Ausschnitt auf dem Foto. Ordentliche Schärfe und minimale Farbsäume. Die Bildqualität ist gut.

Vergleich mit anderen Zoomobjektiven


Auffällig beim Tamron XR 28-200mm (model A03) sind seine relativ geringe Größe und sein geringes Gewicht. Wir stellten es zum Vergleich neben ein Sigma 1:2.8-4.5 17-70mm Zoom (452 g *) und ein Tamron XR DII 18-200mm Zoom (422 g *). Mit 377 g Gewicht *ist das Tamron XR 28-200mm (model A03) auch das leichteste.

* ohne Sonnenblende


Von links nach rechts: Sigma 1:2.8-4.5 17-70mm, Tamron XR Di II 18-200mm, Tamron XR 28-200mm (A03)


Dieses Foto wurde mit zwei Tamron Zooms aufgenommen. Die folgenden Aussschnitte zeigen den Unterschied.


Tamron XR Di II 18-200mm auf 200mm mit Blende 10. ISO 400 an Pentax K-3. 100% Ausschnitt


Tamron 28-200mm (model A03) auf 200mm mit Blende 10. ISO 400 an Pentax K-3. 100% Ausschnitt

Das Tamron 28-200mm F/3.8-5.6 Aspherical Macro IF XR Zoomobjektiv ist schärfer und zeigt weniger Farbsäume. Allerdings nur dann, wenn die Schärfe vom Autofokus exakt getroffen wird. Diesbezüglich sind beide Tamron-Objektive am langen Brennweitenende etwas zickig und die Kamera trifft den Punkt mit beiden Objektiven nicht immer genau.

Bewertung

Faszinierend bei diesem Zoomobjektiv ist sein geringes Gewicht und seine bis dahin für unmöglich gehaltene kompakte Bauweise. Als Immerdrauf-Objektiv ist es empfehlenswert durch den großen Brennweitenbereich, weil es einerseits eine ordentliche Bildqualität liefert und andererseits auf dem Gebrauchtmarkt sehr günstig zu erhalten ist. Moderne Universalzooms für Kameras mit APS-C Sensoren beginnen bereits bei 18 mm Brennweite sind damit weitwinkeliger, während 28 mm ungefähr den gleichen Bildwinkel am 24 x 36 mm Kleinbild oder dem Vollformat-Sensor bieten. Dieser Unterschied trägt dazu bei, dass dieses Objektiv gebraucht für rund 60-110 € zu haben ist, falls man es nicht im Set mit einer alten analogen Spiegelreflexkamera sogar noch billiger bekommt. Aber 100 € ist alle Male wert und bietet dafür allerhand. In Kombination mit einer kompakten und leicht gebauten DSLR kann man kaum eine bessere Lösung für Fotoausflüge mit leichter Systemkamera ohne den Stress des Wechselns von Optiken realisieren. Am kleinen APS-C Sensor muss man dabei Abstriche im Weitwinkel in Kauf nehmen.  Die Farbkorrektur ist nicht optimal, insbesondere nicht bei den längsten Brennweiten, doch zugleich sind die Farbsäume bei Bedarf auch relativ leicht modernen RAW Konvertern oder Bildbearbeitungsprogrammen zu unterdrücken. Aus Sicht eines Preis-/Leistungsverhältnisses ist dieses Zoomobjektiv jedoch ein ausgezeichneter Kompromiss.

In Tests schneiden die Topmodelle mit 2,8 Öffnung und kleinerem Brennweitenbereich, die das Tamron 2,8 / 70-210mm aufgrund ihrer höheren Bildqualität besser ab. Jedoch sind sie erheblich teurer, größer und schwerer. Somit sind sie praktische weniger geeignet für Familienfotografie oder beim Reisen.


 

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