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Zenit Spiegelreflexkamera SLR


2017 © Thomas Gade

Die Spiegelreflexkameras mit der Bezeichnung Zenit (russisch: Зенит) stammen aus der ehemaligen Sowjetunion. Die erste Zenit Spiegelreflexkamera erschien 1951 und war damals auf dem Stand der damaligen Fototechnik.

Zwischen 1965 und 1981 werden die Zenit E Modelle produziert, die technisch nicht mit den damaligen deutschen und japanischen Kameras mithalten können, die Mitte der 1970er vom M42 Objektivanschluss abweichen und Bajonette einführen, die bessere Möglichkeiten der Blendensteuerung durch das Kameragehäuse verfügen und somit die Einführung von Belichtungsautomatiken begünstigen. Die Zenit bietet relativ wenige Belichtungszeiten an: B, 1/30, 1/60, 1/125, 1/250, 1/500.

Jedoch reicht dies für die meisten Aufnahmesituationen und die Zenit E Fotoapparaten sind/waren äußerst preiswert. Somit wurde sie zur meistverkauften SLR.

Generelle Daten der Zenit Spiegelreflexkameras

Hersteller Krasnogorski Mechanitscheski Sawod, KMZ und Belarusskoe Optiko-Mechanitscheskoe Objedinenie
Bezeichnung Zenit (verschiedene Modellbezeichnungen)
Produktion 1951 - 2012
Verschlusszeiten B, 1/30 (X), 1/60, 1/125, 1/250, 1/500 Sekunde
Verschluss Tuchverschluss
Film Kleinbild
Aufnahmeformat 24 x 36 mm
Objektiv Wechselobjektive


Zenit 3 M



Produktion 1962 - 1970
Verschlusszeiten B, 1/30 (X), 1/60, 1/125, 1/250, 1/500 Sekunde
Film Kleinbild
Aufnahmeformat 24 x 36 mm
Objektiv Helios 44 1:2/58 mit 49 mm Filterwinde, Wechselobjektiv mit ZM39, Zenit Schraubanschluß
Belichtungsmesser nicht eingebaut
Blitzschuh nicht eingebaut
Blendensteuerung manuell einstellen und vor der Aufnahme schließen, keine Blendenautomatik
Gewicht (Gehäuse) 627 g












Zenit - B



Produktion 1968 - 1973
Verschlusszeiten B, 1/30 (X), 1/60, 1/125, 1/250, 1/500 Sekunde
Film Kleinbild
Aufnahmeformat 24 x 36 mm
Objektiv Industar-50-2 3,5/50, Wechselobjektiv mit M42 Schraubanschluß
Belichtungsmesser nicht eingebaut
Blitzschuh nicht fest angebaut, aber aufsteckbar, ohne Blitzkontakte
Blendensteuerung Manuell einstellen und vor der Aufnahme schließen, keine Blendenautomatik
Gewicht (Gehäuse) 680 g











Die Zenit Spiegelreflexkameras sind geeignet für Fotografen, die nicht vor dem manuellen Einstellen aller Variablen zurückschrecken: Scharfstellen, Belichtungszeit, Blendensteuerung. Viele Modelle haben keinen Belichtungsmesser; somit ist ein externer nötig.

Schwachstelle - Schlitzverschluss

Der Schlitzverschluss dieser Kameras ist die hauptsächliche Schwachstelle. Der zweite Vorhang läuft nach vielen Jahren ev. nicht mehr knackig und vor allem nicht bis zum Ende. Dadurch schließt sich der Verschluss nicht ganz und ein Streifen des Films wird ständig belichtet. Das kann man leicht bei geöffneter Rückwand überprüfen. Die Kamera lässt sich spannen und auslösen. Dabei sieht man, ob der Vorhang bei allen Zeiten richtig funktioniert.

Ledertasche


Zenit Ledertasche. Bereitschaftstasche für diverse Zenit Modelle geeignet.

Bewertung

Die Zenit Spiegelreflexkameras sind spartanisch ausgestattete Fotoapparate. Sie sehen ungewöhnlich aus. Die Zenit 3 M hat ein rundliches Design; spätere Modelle haben eckige Kanten.

Wenn solche Kameras vorhanden sind, kann man sie ruhig einsetzen. Aber eine 'Neuanschaffung' auf dem Gebrauchtmarkt lohnt sich nur bei geringen Flohmarktpreisen (bis 30 €), weil meistens noch ein Handbelichtungsmesser benötigt wird und es wesentlich bessere Gehäuse mit wenigstens einem Objektiv aus Deutschland und Japan gibt, die ab deutlich unter 100 € zu haben sind. Als erste analoge SLR für den Nachwuchs ist eine Zenit gut geeignet. Wenn sie während jugendlicher Experimente einen Schaden erleidet, ist das durch den geringen finanziellen Wert kein Beinbruch.


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