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  Pentax K10D / K200D versus K20DT Thomas Gade    November   2008 / März 2010

Pentax K10D

Fakten: 10,2 Megapixel Auflösung, 23,5 x 15,7 mm CCD-Farbsensor, 2,5 Zoll Display, Shake Reduction (Funktion gegen Verwackeln), 22 Bit A/D Wandler, Dust Removal (Reinigung des Sensors), Spritzwasserschutz, Ultraschall AF. Stromversorgung: Lithium-Ionen-Akku vom Typ D-LI50, Abmessungen 141,5 x 101 x 70 mm, Gewicht 710 g (nur Gehäuse), 790 g (mit SD-Karte und Akku)

Die K10D ist im Vergleich mit den 6-Millionen-Pixeln Vorgängern relativ klobig und schwer. Die K10D wird von einem speziellen Akku mit Strom versorgt. Es gibt Gründe Stromquellen im AA-Batterieformat vorzuziehen. Sie sind überall zu kaufen. Doch zeigte sich an der Pentax *ist DS und an der Pentax K200D, dass die Stromversorgung über vier AA-Akkus oder AA-Batterien nicht ideal ist. Egal, ob 'gute' Akkus von Ansmann oder Sanyo verwendet werden oder billige noname Varianten - das Risiko, einen nicht sauber funktionierenden Akku im Satz zu haben, ist gross.

Trotz Verwendung eines guten Ladegerätes halten viele Akkus, ob billig oder teuer, nicht lange. Beim Akkuwechsel mit vermeintlich frisch geladenen Akkus kann es vorkommen, dass sie nach wenigen Bildern zuwenig Strom liefern oder im schlimmsten Fall von Anfang an zuwenig. Das passiert mit den Akkus, die in der Pentax K10D und K20D zum Einsatz kommen, nicht. Sie erweisen sich als ausserordentlich zuverlässig und halten lange durch. Gute Ersatzakkus von fremden Herstellern gibt es über Ebay zum Spottpreis.

Die K10D hat an der Vorder- und Rückseite Infrarotempfänger für eine Fernbedienung. Ich fotografiere gelegentlich durch Teleskope, die nichts anderes als Teleobjektive mit ungewöhnlich langen Brennweiten sind. Eines meiner Teleskope ist ein 1800mm Teleobjektiv. Das andere hat eine Brennweite von 2 Metern. Mit Hilfe von Okularen und sogenannten Barlowlinsen (In der Fotosprache: Telekonverter) können bedeutend grössere Brennweiten erzielt werden. Für solche Aufnahmen ist ein extrem stabiles Stativ notwendig. Je nach Unterbau wird die Kombination aus Kamera und Optik beim Scharfstellen mehr oder weniger zittern. Die Pentax K10D hat eine Einstellung, die es ermöglicht, sie mit einer Infrarotfernbedienung auszulösen. Dabei klappt zunächst der Spiegel hoch, dann verstreichen drei Sekunden, in der ihr Zittern abklingt, und anschließend belichtet wird. Für diese Funktion ist die Fernbedienung zum berührungsfreien Auslösen an der Rückseite der Kamera sehr nützlich. Das gilt auch für die Verwendung des Gehäuses an einem Mikroskop, an der Reprosäule wie auch in anderen Aufnahmesituationen. Die Pentax K10D hat leider keine Blitzbuchse.

Fotos mit der K10D:


Aufnahme mit dem 18-55mm Kit-Zoom. Einstellung: 24mm / Blende 8. Zeitautomatik. Autofokus. Belichtung vom Stativ mit Fernauslöser mit drei Sekunden Verzögerung nach Spiegelvorauslösung.   

links: Einstellung auf 200 ASA rechts: Einstellung auf 800 ASA
links: Einstellung auf 200 ASA rechts: Einstellung auf 800 ASA

Die Aufnahmen wurden nicht geschärft. Bei 200 ASA löst die K10D Details mit respektablen Tonwertumfang fein auf. Bei 800 ASA läßt die Bildqualität nach.




Pentax K10D neben der Pentax K200. Die K10D ist größer und robuster. Sie bezieht ihren Strom aus Akkus. Die K200D arbeitet mit AA-Batterien bzw. AA-Akkus.

Pentax K200D

Fakten: 10,2 Megapixel Auflösung, 23,5 x 15,7 mm CCD-Farbsensor, 2,7 Zoll Display, Shake Reduction (Funktion gegen Verwackeln), Dust Removal (Reinigung des Sensors), Spritzwasserschutz, Ultraschall AF.  Stromversorgung: 4x Typ AA-Batterien, 4x Ni-Mh-Akkus, 2 x CR-V3 Lithium-Akkus oder AA-Lithium-Batterien Abmessung 133,5 x 95 x 74 mm, Gewicht ca. 630 g (nur Gehäuse), ca. 690 g (mit SD-Karte, mit Lithium-Batterien), ca. 725 g (mit SD-Karte, mit 4x AA Batterien) Dateigrößen: RAW - ca. 9 bis 10 MB, Tiff (16Bit/48 Bit) ca. 59 MB

Pentax K10D und Pentax K200D gehören zur 10 Millionen-Pixel-Klasse. Sucht man nach Unterschieden, so sind bei der K200D mehr Belichtungsprogramme verfügbar, die man kaum benötigt. Die K10D hat auf der Vorder- und Rückseite jeweils einen Empfänger für die Infrarotfernbedienung, während die K200D diesen Sensor 'nur' auf der Vorderseite aufweist. Die K200D hat vorne kein Einstellrad. Ihr Display ist geringfügig größer. Praktisch sind die Unterschiede zwischen den beiden Kameras unbedeutend.

Die mögliche Aufnahmequalität mit der Pentax K10D bzw. K200D ist, gute Objektive und korrekte Anwendung vorausgesetzt, hervorragend. Die RAW-Dateien enthalten viel Spielraum für Bearbeitungen. Die 10-Millionen-Pixel des Sensors ermöglichen große detailreiche Drucke.


Pentax K20D

Fakten: 14,6 Megapixel Auflösung, 23,4mm x 15,6mm CMOS-Sensor, 2,7 Zoll Diasplay, Lithium-Ionen-Akku vom Typ D-LI50, Shake Reduction (Funktion gegen Verwackeln), Dust Removal (Reinigung des Sensors), Spritzwasserschutz, Ultraschall AF, Live View, AF Front-/Backfocus Justierung, Pixelmapping, konventionelle Blitzbuchse (!!)
Abmessung: 141,5 x 101 x 70 mm, Gewicht 715 g (nur Gehäuse), 800 g (mit SD-Karte und Akku)
Dateigrößen: RAW - ca. 11 bis 15 MB, Tiff (16Bit/48 Bit) ca 86 MB

Erste Tests mit der K20D offenbarten, dass ihre höhere (mögliche) Auflösung praktisch kaum Vorteile gegenüber der K10D und der K200D brachte. In den Schatten der Bilder aus der geborgten K20D waren gesprenkelt weiße Punkte zu entdecken, sogenannte Hot Pixels. Das Gehäuse stammte von einem Pentax Vertreter, der sie einem Fachverkäufer ausgeliehen hatte. Angeblich war es ein frühes Modell, das Vertretern gegeben wird bevor die ausgereiften Gehäuse in den Handel kommen. Die Pentax K20D hat nahezu das gleiche Gehäuse wie die Pentax K10D. Die beiden Infrarotsensoren für Fernauslöser sind vorhanden. Die K20D hat zusätzlich eine Blitzbuchse. Offenbar haben die Nörgeleien in den Foren dazu geführt, dass dieser Anschluss sein Comeback erlebt. Die Pentax K10D hat mit ihren guten Ergebnissen einen hohen Maßstab vorgelegt, an dem sich ihre Nachfolgerin messen muss. Die K10D wird mit 22 Bit Farbtiefe pro Kanal beworben. Davon ist bei der K20D nichts mehr zu lesen, bei der sich ca. 50% mehr Pixel auf einem geringfügig kleineren (!) Sensor zusammendrängen.

Eine zweite, später produzierte, Pentax K20D wurde an einem sonnigen Herbsttag mit einem Tamron 18-200mm Zoom versehen auf eine Dame gerichtet, die in einem Park ihren Drachen steigen ließ. Die Blende war auf den Wert 8 eingestellt. Das Model war ständig in Bewegung. Die Aufnahmen enstanden ohne Stativ. Der Autofokus kümmerte sich um das Scharfstellen. Erwartungsgemäß wurden unter diesen Umständen nicht alle Bilder scharf, aber das Verhältnis zwischen scharf, nicht ganz scharf und unbrauchbar sprach zugunsten der Pentax K20D.

Die knapp 14,6 Millionen Pixel ergeben Dateien, die man großzügig beschneiden kann, um einen gefälligen Ausschnitt zu erhalten. Der vollformatige Druck von Ausschnitten auf hochglänzendes Din A4 Papier zeigte, dass selbst ein Verlust von 60% der Daten verblüffend detailreiche Ergebnisse ermöglicht. Vergleichbare Ausschnittsvergrößerungen von handelsüblichen Kleinbildnegativen kämen qualitativ keinesfalls mit. Die höhere Auflösung der K20D-Daten bietet einen größeren Spielraum als die 10-Millionen-Pixel-Klasse. Um das Potenzial der K20D ausnutzen zu können sind gute Objektive nötig.

Neben diesem positiven Aspekt gibt es leider eine ernstzunehmende Einschränkung. Die dunklen Partien der K20D-Dateien weisen erheblich mehr Rauschen auf als vergleichbare Bilder aus der K10D oder K200D. Das Rauschen (Farbsprenkel und Tonwertabrisse in den dunkelsten Bildpartien) ist selbst bei unteren Empfindlichkeitseinstellungen sichtbar. Die RAW-Daten der K10D-Klasse bieten einen großen Spielraum zum Aufhellen von Schattenpartien, der bei der Pentax K20D nicht mehr vorhanden ist.


Fotos mit der K20D:

Aufnahme mit dem 18-55mm Kit-Zoom. Einstellung: 24mm / Blende 8. Zeitautomatik. Autofokus. Belichtung vom Stativ mit Fernauslöser mit drei Sekunden Verzögerung nach Spiegelvorauslösung.

Einstellung auf 800 ASA



Vergleich Pentax K10D mit K20D

Die Bilder wurden mit 1,7/50mm SMC-A Objektiven bei Blende 6,7 aufgenommen. Die Auslösung der nebeneinandergestellten Kameras erfolgte mittels Infrarot-Fernauslöser, Spiegelvorauslösung und 3 Sekunden Wartezeit bis zum Öffnen des Verschlusses.


Pentax K10D - volles Bild


Pentax K20D - volles Bild

Pentax K10D / 200 ASA

Pentax K20D / 200 ASA

Pentax K10D / 800 ASA

Pentax K20D / 800 ASA



Pentax K10D / 200 ASA

Pentax K10D / 800 ASA

Pentax K10D: Bei höherer Empfindlichkeitseinstellung nimmt das Rauschen zu und die Detailauflösung sinkt.


Pentax K20D / 200 ASA

Pentax K20D / 800 ASA

Pentax K20D: Bei höherer Empfindlichkeitseinstellung werden homogene Flächen in Farbsprenkel aufgerissen. Zudem gibt es erkennbare Tonwertabrisse an den Kanten zu sehr dunklen Zonen (Schatten). Hat man vor, die Schatten aufzuhellen, sind die Dateien der K20D bei höhen ASA-Einstellungen nicht optimal. Dank der internen Bildstabilisatoren in den Pentax K10D und K20D sind 200 ASA am Tage meistens die richtige Wahl. In der Praxis fällt die Qualitätsverschlechterung bei 800 ASA erst beim Din A4 Print auf. Hilfreich ist bei hohen Empfindlichkeitseinstellungen die Verwendung eines guten Korrekturprogramms wie NoiseNinja, um feine Bildstörungen zu beseitigen. Über 800 ASA lassen sowohl die K10D als auch die K20D stark nach.

Din A4 Abzüge von unbeschnittenen Dateien aus beiden Kameras kann man nicht eindeutig der einen oder andern Kamera zuordnen. Die K10D erreicht bereits das Auflösungsvermögen von guten Tintenstrahldruckern. Bei Ausschnitten und/oder größeren Druckformaten hat die K20D einen Vorsprung.

Hinweis: Alle Fotos wurden als RAW-Dateien ausgegeben, diese mit Adobe DNG Converter zu dng-Dateien konvertiert und mit RAW-Shooter-Premium (für Pentax modifiziert) zu Tiffs verarbeitet. Die technischen Daten der Kameras sind auf der Homepage von Pentax zu finden.

Fotoindex Pentax DSLRT Thomas Gade    November   2008 / März 2010


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