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Canon EOS 3

Spiegelreflexkamera für Kleinbildfilm - analoge Fotografie

2018 © Thomas Gade


Die Canon EOS 3 ist eine 35 mm (Kleinbildfilm) Spiegelreflexkamera für Profis und ambitionierte Fotografen. Sie wurde 1998 eingeführt und bis 2007 verkauft. Die EOS 3 verwendet verschiedene Accessoires der EOS 1 Linie, wie die Batterypacks für eine bessere Stromversorgung. Mit der EOS-3 wurde ein 45-Punkt Autofokussystem eingeführt, das auch in der EOS 1V (letzte professionelle analoge Spiegelreflex von Canon) und auch in einigen professionellen digitalen Spiegelreflexkameras von Canon zu finden ist.

Der Verschluss soll 100.000 Auslösungen aushalten. Zudem erbte die EOS-3 eine verbesserte Version des Eye-Control Autofocus von der EOS-5.


Canon EOS 3 Eye Control Spiegelreflexkamera mit Canon EF 28-105mm 1:3.5-4.5


Canon EOS 3 Eye Control

Technische Daten

Hersteller Canon
Bezeichnung Canon EOS 3
Markteinführung 2000
Preis (2001) 2700 DM
Film Kleinbildfilm (24 x 36 mm)
Objektiv Anschluss Canon EF
Belichtungszeiten B, 30 - 1/8000 Sekunde. Kürzeste Blitzzeit 1/200 s
Fimltransport integrierter Motor, max 7 Bilder pro Sekunde
Integrierter Blitz Nein
Autofokus Eye Control
Batterie 2CR5 6V
Gewicht (nur Gehäuse) 780 gr

Autofokus mit Eye Control

Die Idee ist bestechend. Beim Blick in den Sucher registriert die Kamera, auf welchen Bereich des Bildes sich die Pupille richtet. Darauf stellt die Kamera scharf. Sie muss dazu kalibriert werden. Bei dem Procedere muss das Auge so an den Sucher herangeführt werden wie beim Fotografieren. Man sollte also zuerst herausfinden, wie man die Kamera in der Praxis hält. Insgesamt ist das nicht ganz einfach und viele Fotografen halten nichts davon, weil Eye Control bei ihnen nicht funktioniert und andere machen damit sehr gute Erfahrungen. Falls es nicht klappt, wird Eye Control einfach ausgeschaltet und der normale Autofokus aktiviert.


Canon EOS 3 Eye Control Spiegelreflexkamera mit Canon EF 28-105mm 1:3.5-4.5

Verriegelung des Batteriefachs

Zum Öffnen des Batteriefachs wird eine Münze oder ein anderer Gegenstand benötigt, der in den Schlitz der Verriegelungsschraube passt.  Da eine Batterie nur für wenige Filme Strom enthält, wünscht man sich einen soliden Mechanismus, der ohne Hilfsmittel auskommt. Als Kameras nur Knopfzellen benötigten, um den Belichtungsmesser zu betreiben, hielten diese sehr lange und liefen oft eher aus, als dass sie verbraucht waren. Wenn eine Batterie aber den Autofokus und Motor mit Strom versorgt nebst Belichtungsmesser und Display, wird sie erheblich stärker beansprucht. Vermutlich geht Canon einfach davon aus, dass Nutzer, die ihre Kamera stärker beanspruchen, ein Batteriepack verwenden.



Spiegelreflexkamera für Kleinbildfilm


Canon EOS 3. Geöffnete Rückwand mit Kleinbildfilm

Stromverbrauch

Die Canon EOS 3 bezieht ihren Strom aus einer kompakten 6 Volt Batterie des Typs 2CR5. Zudem gibt es Batteriepacks, die unter den Boden der Kamera geschraubt werden. Sie enthalten entweder zwei 2CR5 Batterien oder vier Batterien oder Akkus im AA Format.

Eine einzelne 2CR5 Batterie ist in der Praxis nicht ausreichend, wenn auch das Objektiv ordentlich Strom verbraucht. Das gilt auf jeden Fall für mit modernen Objektiven mit Bildstabilisierung. Das Canon Battery Pack BP-E1 sollte auf jeden Fall eingesetzt werden, damit hier kein Flaschenhals entsteht.

Moderne AA Akkus, wie die bewährten Eneloops von Panasonic, sind vorteilhaft. Acht Stück kosten rund 15 €  und dieser Typ lässt sich auch in vielen anderen Geräten im Haushalt, aber auch in Blitzgeräten verwenden.

Darüber hinaus gibt es den Canon Power Drive Booster PB-E2 für acht AA Akkus. Mit dem Kraftwerk geht der Kamera nicht so schnell die Puste aus.

Nachteil: Die Canon EOS 3 ist bereits eine große Kamera und ihr Volumen nebst Gewicht erhöhen sich vor allem mit dem wuchtigen PB-E2 beträchtlich.


Die Canon EOS 3 sieht von vorne aus wie eine moderne DSLR. Aber sie belichtet Film anstatt eines Sensors.

Große Kamera




Canon EOS 3 mit Sigma 24-105mm Zoom neben einer Pentax K-3 mit einem Sigma 17-70 mm Zoom. Die Canon wiegt in der Kombination ca. 1,8 Kilo und die Pentax mit ihrem kompakteren Zoom rund 1,2 kg. Zudem ist die Pentax kleiner.

Das Bild verdeutlicht den Unterschied zwischen zwei gleichwertigen Ausstattungen, jedoch einmal für das Vollformat und für das APS-C Format. Auch wenn die Canon EOS 3 eine analoge Kamera ist, so sind die aktuellen besseren DSLRs von Canon sehr ähnlich gebaut.

Seltsame Klappe

Die Canon EOS 3 ist im Stil gebaut, der auch die heutigen DSLRs prägt. Für kleine Hände ist diese Kamera etwas zu groß, aber für große Jungs hat sie das richtige Format und liegt gut in der Hand.

Eigenartig ist eine Klappe ohne Verriegelung an der schmalen Kante neben dem Auslöser. Sie wird durch einen Federmechanismus verschlossen gehalten und verbirgt einige Knöpfe. So richtig toll ist diese Konstruktion nicht, denn gelegentlich öffnet man die Klappe versehentlich beim Hantieren mit der Kamera, vor allem wenn es warm und hektisch ist und die Hände leicht verschwitzt sind. Canon hat diese Klappe an mehreren Kameratypen verbaut.








Canon EOS 3. Oberseite und Rückseite


Canon EOS 3 mit Sigma 24-105mm DG OS HSM Art

Funktioniert die Bildstabilisierung beim Film?

Viele moderne Objektive für Canon Kameras sind mit einer Bildstabilisierung ausgestattet. Sie unterdrückt Unschärfe durch Verwackeln und wurde erst für digitale Spiegelreflexkameras eingeführt.

Wir probierten mit dem Sigma 24-105mm DG OS HSM Art Zoomobjektiv an der Canon EOS 3 aus, ob die Bildstabilisierung auch für den Film verfügbar ist. Das klappt gut, aber man benötigt dafür Strom. Siehe oben.

Fazit

Die Canon EOS 3 ist eine weit entwickelte Kamera mit schellem Autofokus und kurzer Belichtungszeit. Im Jahre 2000 gehörte sie zu den fortschrittlichsten Spiegelreflexkameras. Danach kam nicht mehr viel und somit gehört sie zu den Topprodukten für die Fotografie mit Kleinbildfilm. Sie war früher sehr teuer und heute (2018) kostet ein gut erhaltenes Gehäuse auf dem Gebrauchtmarkt 150-200 €, Tendenz steigend.

Im ewigen Wettstreit von Nikon und Canon um die Führung in der Fototechnik für Kleinbildfilm, haben beide Systeme einen ähnlich guten Ruf. Bezüglich der analogen Fotografie haben späte und somit auch die besten Nikon Kameras für Film einen gravierenden Mangel. Ihre gummiartige Beschichtung ist klebrig geworden und daher sind diese Kameras nicht so attraktiv. Alternativ sind deshalb die Canon Kameras spannender.

Wer bereits eine digitale DSLR-Ausrüstung von Canon hat, ist mit einem Canon EOS 3 Gehäuse für die analoge Fotografie gut bedient.

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