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Bridgecamera
/ Bridgekamera |
Thomas Gade März
2010 |
Der englische Begriff Bridgecamera wird hierzulande
als Bridgekamera übersetzt. Eigentlich müsste man
Brückenkamera sagen, denn diese Gattung soll eine Brücke
bilden zwischen den Spiegelreflexmodellen, einfacheren Kompaktkameras
und Camcordern.
Bridgekameras sehen aus wie kleine Spiegelreflexkameras. Sie
haben Zoomobjektive mit großen Brennweitenbereichen,
die alles vom Weitwinkel bis zum starken Teleobjektiv nebst
Makro abdecken. Man kann mit ihnen fotografieren und filmen.
Neben einem Display auf der Rückseite haben sie einen
elektronischen Sucher, der wohl nur zum Tragen kommt, wenn
helles Umgebungslicht die Benutzbarkeit des Rückseitendisplays
erschwert. Trotz ihres Aussehens ähneln sie weniger den
Spiegelreflexkameras als den flachen Kompaktkameras. Wie diese
haben sie einen viel kleineren Aufnahmesensor als digitale
Spiegelreflexkameras, was massgeblich die erreichbare Qualität
der Bilder beeinträchtigt.
Die Kameramodellentwicklung der letzten Jahre zeigte, dass
sich die Funktionsumfänge der Kameragattungen einander
annähern. Von einem guten modernen Camcorder wird erwartet,
dass er neben guten Filmen auch scharfe und detailreiche Fotos
liefern kann. Die Spiegelreflexkamera wurde mit den Funktionen
Live View und Video ausgestattet. Die Kompakt- und Bridgekameras
kameras sollen sowohl gute Foto- als auch Filmqualität
anbieten.
Gegenüber den Spiegelreflexmodellen haben Bridgekameras
diverse Vorteile. Das festeingebaute Objektiv deckt einen
riesigen Brennweitenbereich ab. Beispielsweise besitzt die
Kodak Easyshare einen 24fachen optischen Zoom, der bezogen
auf die konventioneller 35mm Kamera einem Bereich von 26 bis
624 Millimetern entspricht. Das Wegfallen des Objektivwechsels
bedeutet zugleich, dass der Aufnahmesensor nicht verstaubt.
Zudem sind Bridgekameras relativ leicht und klein. Das Mitschleppen
von schweren Wechselobjektiven und großen Taschen entfällt.
Der Bildqualitätsunterschied zugunsten der Spiegelreflex
aufgrund ihres großen Aufnahmesensors läßt
sich nicht wegdiskutieren, doch hat eine kompakte, leichte
'Immer dabei Kamera' den Vorteil, bequem mitgenommen werden
zu können, ohne belastend zu wirken.
Fujifilm Finepix S2000HD und eine Panasonic Lumix DMC-FZ28 neben
der Spiegelreflexkamera Pentax K10D mit einem 18-200mm Zoom.
Fujifilm Finepix S2000HD
Technische Details:
Auflösung: 10 Megapixel, optischer Zoom 15x (entspricht
28-414mm), Dateiformate: AVI, JPG, WAV, Stromversorgung: 4
AA-Batterien/Akkus, Videoauflösung bis 1280 x 720, Bildstabilisator,
integrierter Blitz, Gewicht ohne Batterien: 386 Gramm. Der
elektronische Sucher hat keinen Dioptrienausgleich.
Diese Kamera ist gemessen an ihrem Preis (März 2010 /
ca. 170 bis 200 €) gut und erstaunlich robust.
Panasonic Lumix DMC-FZ28
Technische Details:
Auflösung: 10 Megapixel, optischer Zoom 18x (entspricht
27-486mm), lichtstarkes Leica DC Vario-Elmarit 2,8-4,4 Objektiv,
Dateiformate: JPG, RAW, MOV, Stromversorgung: Lithiumionen-Akku,
Videoauflösung bis 1280 x 720, Bildstabilisator, Gesichtserkennung,
integrierter Blitz, Gewicht mit Akku: 417 Gramm. Der elektronische
Sucher hat einen Dioptrienausgleich. Preis im März 2010:
ca. 260 bis 300 €.
Ihr Nachfolger, die Panasonic Lumix FZ38,
hat nahezu die gleichen Daten. Sie hat 12 statt 10 Millionen
Pixel, was bei den geringen Abmessungen der Aufnahmesensoren
nicht unbedingt von Vorteil ist. Im Web gibt es genügend
Vergleiche, in denen die FZ28 wegen des geringeren Rauschens
bei höheren ISO-Werten als die bessere Kamera bezeichnet
wird. Die Lumix FZ28 erzeugt beim Filmen in hoher Auflösung
recht große Dateien. Nach etwas über 8 Minuten
sind 2 GB erreicht. Die FZ38 bietet zusätzlich das AVCHD
Lite-Format an, wodurch die Datengröße etwa halbiert
wird. Die Aufnahmebereitschaft und der Autofokus der FZ38
sollen gegenüber der FZ28 schneller sein. Preis der Lumix
FZ38 im März 2010: ca. 280 bis 399€.
Die Option, mit der Lumix FZ28 oder Lumix FZ38 Fotos im RAW-Modus
aufnehmen zu können, bietet gegenüber der Fujifim
Finepix S2000HD erweiterte Möglichkeiten der individuellen
Tonwertanpassung. Ob die üblichen Käufer von Bridgekameras
damit etwas anfangen können, steht auf einem anderen
Blatt.
Auf der Unterseite der Bridkameras befinden sich Klappen,
hinter denen die Stromversorgung verstaut ist. Bei der Panasonic Lumix DMC-FZ28 befindet sich hier auch der Schacht für
die Speicherkarte. Die Fujiflm Finepix S2000HD hat dafür
eine weitere Klappe an der Kameraseite, was günstiger
ist, wenn die Kamera auf einem Stativ befestigt ist.

Kartenschacht der Fujifilm Finepix S2000HD |

Die Stativgewinde befinden sich bei beiden Bridgekameras
dicht neben den Klappen, unter denen sich die Akkus
befinden. Die Panasonic hat ein Gewinde aus Metall. |
Beachtenswert sind die Objektivdeckel. Schaltet
man eine Bridgekamera ein, fährt ihr Objektiv ein Stück
aus dem Gehäuse raus. Der lose aufsitzende Deckel der
Fujifilm Finepix S2000HD wird dabei einfach weggeschoben.
Dagegen ist der Deckel der Panasonic Lumix DMC-FZ28 mit zwei
Klemmen stabil vor dem Objektiv befestigt. Entfernt man ihn
nicht vor dem Einschalten, stösst das rausfahrende Objektiv
mit einem vernehmbaren "Klack" dagegen und wird
vor dem Erreichen seiner Startposition gestoppt. Auf dem Display
erscheint die Aufforderung, das Objektiv abzunehmen. Das ist
uns mehrmals ohne erkennbare negative Folgen passiert. Ob
dieses irgendwann zu Schäden an der Kamera führt,
wissen wir nicht. Sicherlich ist es besser, den festsitzenden
Deckel der Panasonic vor dem Einschalten abzunehmen.
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Thomas Gade März
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