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Bridgecamera / Bridgekamera


2010 © Thomas Gade



Der englische Begriff Bridgecamera wird hierzulande als Bridgekamera übersetzt. Eigentlich müsste man Brückenkamera sagen, denn diese Gattung soll eine Brücke bilden zwischen den Spiegelreflexmodellen, einfacheren Kompaktkameras und Camcordern.

Bridgekameras sehen aus wie kleine Spiegelreflexkameras. Sie haben Zoomobjektive mit großen Brennweitenbereichen, die alles vom Weitwinkel bis zum starken Teleobjektiv nebst Makro abdecken. Man kann mit ihnen fotografieren und filmen. Neben einem Display auf der Rückseite haben sie einen elektronischen Sucher, der wohl nur zum Tragen kommt, wenn helles Umgebungslicht die Benutzbarkeit des Rückseitendisplays erschwert. Trotz ihres Aussehens ähneln sie weniger den Spiegelreflexkameras als den flachen Kompaktkameras. Wie diese haben sie einen viel kleineren Aufnahmesensor als digitale Spiegelreflexkameras, was massgeblich die erreichbare Qualität der Bilder beeinträchtigt.

Die Kameramodellentwicklung der letzten Jahre zeigte, dass sich die Funktionsumfänge der Kameragattungen einander annähern. Von einem guten modernen Camcorder wird erwartet, dass er neben guten Filmen auch scharfe und detailreiche Fotos liefern kann. Die Spiegelreflexkamera wurde mit den Funktionen Live View und Video ausgestattet. Die Kompakt- und Bridgekameras kameras sollen sowohl gute Foto- als auch Filmqualität anbieten.

Gegenüber den Spiegelreflexmodellen haben Bridgekameras diverse Vorteile. Das festeingebaute Objektiv deckt einen riesigen Brennweitenbereich ab. Beispielsweise besitzt die Kodak Easyshare einen 24fachen optischen Zoom, der bezogen auf die konventioneller 35mm Kamera einem Bereich von 26 bis 624 Millimetern entspricht. Das Wegfallen des Objektivwechsels bedeutet zugleich, dass der Aufnahmesensor nicht verstaubt. Zudem sind Bridgekameras relativ leicht und klein. Das Mitschleppen von schweren Wechselobjektiven und großen Taschen entfällt.

Der Bildqualitätsunterschied zugunsten der Spiegelreflex aufgrund ihres großen Aufnahmesensors läßt sich nicht wegdiskutieren, doch hat eine kompakte, leichte 'Immer dabei Kamera' den Vorteil, bequem mitgenommen werden zu können, ohne belastend zu wirken.


Fujifilm Finepix S2000HD und eine Panasonic Lumix DMC-FZ28 neben der Spiegelreflexkamera Pentax K10D mit einem 18-200mm Zoom.


Fujifilm Finepix S2000HD

Technische Details:

Auflösung: 10 Megapixel, optischer Zoom 15x (entspricht 28-414mm), Dateiformate: AVI, JPG, WAV, Stromversorgung: 4 AA-Batterien/Akkus, Videoauflösung bis 1280 x 720, Bildstabilisator, integrierter Blitz, Gewicht ohne Batterien: 386 Gramm. Der elektronische Sucher hat keinen Dioptrienausgleich.

Diese Kamera ist gemessen an ihrem Preis (März 2010 / ca. 170 bis 200 €) gut und erstaunlich robust.



Panasonic Lumix DMC-FZ28

Technische Details:

Auflösung: 10 Megapixel, optischer Zoom 18x (entspricht 27-486mm), lichtstarkes Leica DC Vario-Elmarit 2,8-4,4 Objektiv, Dateiformate: JPG, RAW, MOV, Stromversorgung: Lithiumionen-Akku, Videoauflösung bis 1280 x 720, Bildstabilisator, Gesichtserkennung, integrierter Blitz, Gewicht mit Akku: 417 Gramm. Der elektronische Sucher hat einen Dioptrienausgleich. Preis im März 2010: ca. 260 bis 300 €.

Ihr Nachfolger, die Panasonic Lumix FZ38, hat nahezu die gleichen Daten. Sie hat 12 statt 10 Millionen Pixel, was bei den geringen Abmessungen der Aufnahmesensoren nicht unbedingt von Vorteil ist. Im Web gibt es genügend Vergleiche, in denen die FZ28 wegen des geringeren Rauschens bei höheren ISO-Werten als die bessere Kamera bezeichnet wird. Die Lumix FZ28 erzeugt beim Filmen in hoher Auflösung recht große Dateien. Nach etwas über 8 Minuten sind 2 GB erreicht. Die FZ38 bietet zusätzlich das AVCHD Lite-Format an, wodurch die Datengröße etwa halbiert wird. Die Aufnahmebereitschaft und der Autofokus der FZ38 sollen gegenüber der FZ28 schneller sein. Preis der Lumix FZ38 im März 2010: ca. 280 bis 399€.

Die Option, mit der Lumix FZ28 oder Lumix FZ38 Fotos im RAW-Modus aufnehmen zu können, bietet gegenüber der Fujifim Finepix S2000HD erweiterte Möglichkeiten der individuellen Tonwertanpassung. Ob die üblichen Käufer von Bridgekameras damit etwas anfangen können, steht auf einem anderen Blatt.


Auf der Unterseite der Bridkameras befinden sich Klappen, hinter denen die Stromversorgung verstaut ist. Bei der Panasonic Lumix DMC-FZ28 befindet sich hier auch der Schacht für die Speicherkarte. Die Fujiflm Finepix S2000HD hat dafür eine weitere Klappe an der Kameraseite, was günstiger ist, wenn die Kamera auf einem Stativ befestigt ist.


Kartenschacht der Fujifilm Finepix S2000HD

Die Stativgewinde befinden sich bei beiden Bridgekameras dicht neben den Klappen, unter denen sich die Akkus befinden. Die Panasonic hat ein Gewinde aus Metall.

Beachtenswert sind die Objektivdeckel. Schaltet man eine Bridgekamera ein, fährt ihr Objektiv ein Stück aus dem Gehäuse raus. Der lose aufsitzende Deckel der Fujifilm Finepix S2000HD wird dabei einfach weggeschoben. Dagegen ist der Deckel der Panasonic Lumix DMC-FZ28 mit zwei Klemmen stabil vor dem Objektiv befestigt. Entfernt man ihn nicht vor dem Einschalten, stösst das rausfahrende Objektiv mit einem vernehmbaren "Klack" dagegen und wird vor dem Erreichen seiner Startposition gestoppt. Auf dem Display erscheint die Aufforderung, das Objektiv abzunehmen. Das ist uns mehrmals ohne erkennbare negative Folgen passiert. Ob dieses irgendwann zu Schäden an der Kamera führt, wissen wir nicht. Sicherlich ist es besser, den festsitzenden Deckel der Panasonic vor dem Einschalten abzunehmen.

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1. Einleitung
2. Bildbeispiele
3. Bildbeispiele 2
4. Video
5. Schlussfolgerungen

 

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