| Farbmanagement
- Geräteprofilierung |
IT8-Target
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Zum Kalibrieren eines Bildeingabegerätes
benötigt man spezielle Vorlagen, die viele farbige
Felder in unterschiedlichen Helligkeiten (Dichten)
aufweist. Man bekommt sie als Dia und als Foto. Sie
heißt IT8-Target.
Zu jedem Target gibt es eine Referenzdatei, in der
steht, wie der Messwert für jedes einzelne Farb-
oder Graufeld sein sollte. Das Kalibrieren funktioniert
nur mit der exakt zu dem IT8-Target passenden Datei.
Weiterhin benötigt man eine Software, die in
der Lage ist, die Referenzwerte des Targetherstellers
mit den Meßwerten des zu kalibrierenden Bildeingabegerätes
zu vergleichen und ein sogenanntes Profil zu erstellen.
Das ist eine Datei mit der Endung .icc oder .icm.
Sie enthält Informationen darüber, wie die
Meßergebnisse des Scanners oder der Kamera interpretiert
werden sollen.
Beim Kalibrieren wird die Fähigkeit eines Bildeingabegerätes
diagnostiziert. Dazu scannt man ein Target oder fotografiert
es und vergleicht das unbearbeitete Ergebnis mit der
Referenzdatei. Die Kalibriersoftware stellt fest,
welche Abweichungen zu den Sollwerten existieren und
erstellt Korrekturregeln, die in einem sogenannten
Profil als Datei mit der Endung .icc gespeichert werden.
Theoretisch hat dieses Profil nur für ein konkretes
Bildeingabegerät eine Bedeutung. |
Scanner, die mit sich verbrauchenden Lampen bestückt
sind, sollten gelegentlich neu kalibriert werden. Dazu gehören
die alten Polaroid Sprintscan 35 Plus Filmscanner und viele
Flachbettscanner, die mit auswechselbaren Neonlampen scannt.
Ihr Licht ist nicht konstant, weil sich sein Charakter mit
dem Verschleiß der Neonröhre verändert. Daher
ist ein gelegentliches Kalibrieren notwendig. Digitalkameras
sind Bildeingabegeräte, die im Gegensatz zu Scannern
nicht mit einer einigermaßen konstanten Beleuchtung
arbeiten. Das Licht unterscheidet sich bei Kunstlicht, Mischlicht,
Tageslicht zu unterschiedlichsten Tageszeiten, den veränderlichen
Sonnenständen, bei mehr oder weniger dicker Bewölkung
usw. Der automatische Weißabgleich, mit dem Digitalkameras
diesen Umstand berücksichtigen, funktioniert oft ganz
gut. Wer aber zum Erzielen von optimalen Ergebnissen mit Rohdateien
arbeitet und die Interpretation der Daten beeinflussen möchte,
sollte das Kalibrieren seiner Kamera in verschiedenen Aufnahmesituationen
einbeziehen.
Targets mit Referenzdateien erhält man von Fuji, Kodak,
Lasersoft und Wolf Faust. Im Fachhandel werden immer noch
Lagerbestände von Agfa Arcus 1200 Scannern verkauft,
denen ein Color Tune Paket beiliegt. Es enthält ein Durchlicht-Target
(Dia) und ein Aufsichts-Target (Foto) mit den Referenzdateien.
Andere Scanner von Linotype und Umax wurden ebenfalls mit
Kalibriersets ausgeliefert. Zu bezahlbaren Preisen bekommt
man Targets von Wolf Faust: http://www.targets.coloraid.de
Jedes IT8-Target hat einen Namen. Er besteht aus Buchstaben-Zahlen
Kombination. Auf einem Datenträger findet man Referenzdateien.
Man muß die richtige finden. Zum Target mit dem Namen
zb09879 gehört die Referenzdatei zb09879.txt.
Kalibrieren mit Vuescan
Profilerstellung mit IT8-Targets: Scanner oder
einer Digitalkamera
| 1. |
„Input|Task“ auf „Profile
scanner“ einstellen |
| 2. |
Die zum dem IT8-Target gehörige Referenzdatei
wird in das VueScan-Verzeichnis kopiert und in “scanner.IT8“
umbenannt |
| 3. |
'Preview' starten. |
| 4. |
Im Previewfenster erscheint die Farbtafel.
Sie muß richtig ausgerichtet sein und darf nicht
spiegelverkehrt oder verdreht gescannt sein. Die Grauskala
ist unten. |
| 5. |
Über dem Vorschaubild liegt ein gestrichelter
Rahmen mit vielen gestrichelt umrandeten Feldern. Man
zieht die äußeren Ränder mit der Maus
so zurecht, dass die gestrichelte Maske wie im obigen
Bild erkennbar über den Farb- und Grauwerten platziert
wird. Eventuell muss das Target im Scanner neu ausgerichtet
werden, wenn es schief liegt. In dem Fall muss ein neuer
Preview gemacht werden. |
| 6. |
Nun wird erneut 'Preview' gestartet. |
| 7. |
IWählen Sie den Befehl „Profile|Profile
scanner“ aus der Menü-Leiste |
| 8. |
Das ICC-Profil wird mir dem Namen „scanner.icc“
im VueScan-Verzeichnis gespeichert |
Diese Datei wird umbenannt, um eindeutig zugeordnet werden
zu können. Beipielsweise 'nikon-coolscan5000.icc"
für den Nikon Coolscan 5000.
Um das Profil zu nutzen sind folgende Einstellungen nötig:
| 1. |
„Color|Scanner color space“
auf „ICC profile“ einstellen |
| 2. |
Den Namen und Ort der ICC-Datei in „Color|Scanner
ICC profile“ eingeben |
Die Einstellungen in der „Color“-Registerkarte
beeinflussen die Profilerstellung nicht. Um dies zu prüfen
sollte „Color|Color balance“ auf „Neutral“
stehen. Damit werden die Farben des Targets originalgetreu
angezeigt.
Profilerstellung mit IT8-Targets: Drucker
"Erstellen eines Druckerprofils" bedeutet, die
genauen Farbeigenschaften eines Druckers festzulegen. Dieses
Profil bezieht sich auf eine bestimmte Papierart und ist
auf eine bestimmte Einstellung des Druckers beschränkt.
Bei diesem Vorgang wird mit einem profilierten Scanner die
IT8-Vorlage nochmals gescannt und ausgedruckt. Der Druck
wird erneut gescannt und die Farbwerte mit der Refernzdatei
vergliechen. Aus den Abweichungen erstellt VueScan ein Profil,
welches für einen bestimmten Drucker mit gleichbleibenden
Tinten und einer bestimmten Papiersorte verwendbar ist.
Legt man eine andere Papiersorte ein, werden die Farben
wahrscheinlich falsch ausfallen. Man kann dafür eine
weiteres Profil erstellen. Folgende Schritte werden vorgenommen:
1) Den Scanner profilieren (siehe oben)
2) „Input|Task“ auf „Make IT8 target“
einstellen
3) „Scan“-Schaltfläche betätigen
4) den Ausdruck in den Scanner einlegen
5) „Input|Task“ auf „Profile printer“
einstellen
6) „Preview“-Schaltfläche betätigen
7) Wenn nötig, drehen sie das Vorschaubild so, dass
die Grauskala unten ist, und sie die Buchstaben und Zahlen
lesen können.
8) Der Ausschnitt wird der Abbildung des IT8-Targets angepasst.
Eventuell muss das Target im Scanner neu ausgerichtet werden,
wenn es schief liegt. In dem Fall muss ein neuer Preview
gemacht werden.
9) Wählen sie den Befehl „Profile|Profile printer“
aus der Menüleiste
10) Das ICC-Profil wird in die Datei „printer.icc“
in das VueScan-Verzeichnis gespeichert.
Diese Datei wird umbenannt, um eindeutig zugeordnet werden
zu können, beispielsweise: canon-i865-glossy270-tetenal.icc.
Der Name beinhaltet den Drucker (Canon i865) sowie die Papiersorte
(270 Gramm pro Quadratmeter, Hochglanz, Tetenal).
Um das Profil anzuwenden, werden bei VueScan folgende Einstellungen
getroffen:
1) „Color|Printer color space“ auf „ICC
profile“ einstellen
2) den Namen der ICC-Datei in „Color|Printer ICC profile“
eingeben
VueScan liest und speichert normalerweise die ICC-Profile
für den Drucker mit der Datei „printer.icc“.
Alternativ können sie den Dateinamen für das ICC-Profil
bei „Color|Printer ICC profile“ eingeben.
Diverse Druckerprogramme können mit ICC-Profilen umgehen.
Das/die ICC-Profil(e) können in die entsprechenden
Ordner kopiert werden und stehen dann auch anderen Anwendungen
zur Verfügung. Das ist ein tolle Funktion, die sonst
den Profis vorbehalten ist und viel Geld kostet.
Profilerstellung mit IT8-Targets: Farbnegative
"Erstellen eines Filmprofils" bedeutet, die genauen
Farbeigenschaften eines Farbnegativfilms festzulegen. Um
dies zu tun wird ein IT8-Target abfotografiert. Die Lichtverteilung
muss sehr gleichmäßig sein. Die Vorlage darf
nicht spiegeln. Entweder hat man einen Druck auf mattem
Papier oder fotografiert mit einem Makroobjektiv ein transparentes
IT8-Target, welches von hinten durchleuchtet wird. Man kann
diesen Vorgang in verschiedenen Lichtsituationen wiederholen
und beschriftet die Ergebnisse entsprechend: Kodak-Ektar-25-tageslicht-mittag-blauer-himmel
oder Kodak-Ektar-25-mittags-stark-bewölkt. So lassen
sich die Eigenschaften eines Films unter verschiedenen Beleuchtungssituationen
feststellen. Die Anwendung der in den Scanprogrammen enthaltenen
Negativprofile liefert oft enttäuschende Ergebnisse,
weil die Profilerstellungen für eine genormte Lichtsituation
(diffuses Licht, 5500 Grad Kelvin) stattfanden, die nicht
mit den Aufnahmesituationen bei der Belichtung der gescannten
Negative übereinstimmen.
Wer dieses Thema ernsthaft verfolgt, sollte immer ein IT8-Target
dabeihaben und es in unterschiedlichen Aufnahmesituationen
zur Bearbeitung der unter diesen Umständen entstandenen
Fotos verwenden. Bei der Aufnahme des Targets wird sichergestellt,
dass es rechteckig auf dem Film erscheint. Folgende Schritte
sind vorzunehmen.
1) Das Profil eines Scanners erstellen (siehe oben)
2) „Input|Task“ auf „Profile film“
einstellen
3) Eine Kopie der IT8-Referenzdatei wird in "film.IT8"
umbenannt und in das VueScan-Verzeichnis kopiert.
4) „Preview“-Schaltfläche drücken.
5) Im Vorschaubild muss die Grauskala unten sein. Die Buchstaben
und Zahlen dürfen nicht spiegelverkehrt sein.
6) Passen sie die Größe des Ausschnitts der Abbildung
des IT8-Targets an. Möglicherweise muss das Target
im Scanner neu ausgerichtet werden. In dem Fall muss ein
neuer Preview gemacht werden.
7) Wählen Sie den Befehl „Profile|Profile film“
aus der Menüleiste
8) Das ICC-Profil wird in der Datei „film.icc“
im VueScan-Verzeichnis gespeichert.
Diese Datei wird umbenannt, um eindeutig zugeordnet werden
zu können, beispielsweise: Kodak-Ektar-25-tageslicht-mittag-blauer-himmel.icc
1) „Color|Film color space“ auf „ICC profile“
einstellen
2) den Namen der ICC-Datei in „Color|Film ICC profile“
eingeben
Hinweis:
Die Kalibriervorlagen bestehen aus fotografischem Material.
Sie sind mittlerweile sehr farbstabil und bei richtiger
Lagerung (kühl und dunkel aber nicht feucht) einige
Jahre verwendbar. Im Laufe der Zeit muß man mit Veränderungen
rechnen. In der Regel sind die Targets dann unbrauchbar
und sollten ersetzt werden. Aber es gibt eine Ausnahme.
Angenommen man hat in der Vergangenheit, sagen wir in den
1990'er Jahren, viele Dias auf einem bestimmten Filmtyp
fotografiert und hat aus der Zeit ein Target aus dem gleichen
Material, welches unter gleichen Bedingungen wie die Dias
gelagert wurde. Dann wird das Target sehr ähnliche
Veränderungsprozesse wie das Fotomaterial durchgemacht
haben. Für das Scannen dieser Diaserie kann man den
Scanner mit dem alten Target profilieren, um die Veränderungen
optimal zu berücksichtigen. Targets sollte man mit
zeitnahen Archivbeständen aus dem gleichem oder ähnlichen
Material aufheben und nicht vernichten. Dazu entnimmt man
die Targets ihren (möglicherweise konservatorisch fragwürdigen)
Verpackungen und archiviert sie in den gleichen Hüllen
wie das übrige Fotomaterial. Nur so ist ein ähnliches
Altern gewährleistet.
Man kann viele Profile herstellen und daher ist es sinnvoll,
im Vuescanordner einen Unterordner einzurichten, in dem
die .icc Profile gespeichert werden. Direkt nach dem Profilieren
liegt das icc-Profil im Vuescanordner und hat den Namen
scanner.icc. Die Datei
bekommt einen eindeutigen Namen wie nikon-coolscan-5000-sensia.icc
oder Pentax-ds-sonnigestageslicht.icc
oder Pentax-DS-Diasduplikate.icc.
Die Namen sollen eine eindeutige Zuordnung zu dem jeweiligen
Scanner oder einer Kamera und der entsprechenden Aufnahmesituation
sein.
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