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CaptionWriter II 4.5 |
Thomas Gade
April 2005/Feb 2006 |
IPTC - Editor |
CaptionWriter ist eine Software zum
Beschriften von Bilddateien im Tif- und Jpg-Format.
Digitales Archiv
Digitale Bilddatenbanken, Bildbearbeitungs-, Darstellungs-
und Verwaltungsprogramme nutzen zunehmend Texteinträge
im IPTC Format. Die Pressebranche war ursprünglich
Vorreiter dieser Entwicklung. Der unablässige
Strom der unzähligen Bildern zu den Redaktionen
wurde in den 90'er Jahren des 20. Jahrhunderts auf
die digitale Übermittlung per Funk und Kabel
umgestellt. Um die Jahrhundertwende kamen Digitalkameras
auf, die mittlerweile das Standardwerkzeug der Pressefotografen
geworden sind. Zudem sind in den vergangenen Jahren
große Mengen der archivierten Bilder gescannt
worden und es ist eine realistische Annahme, dass
in wenigen Jahren nahezu alle Bestände digital
kopiert sein werden. Der Trend ist unaufhaltsam und
selbst aus konservatorischer Sicht zum Schutze von
historischen Originale eine logische Konsequenz der
modernen Archivmethodik.
Wie werden Dateien sortiert und beschriftet?
Negativhüllen, Diarahmen und fotografische Abzüge
konnten beschriftet werden. Üblicherweise mit
einem Aufnahmedatum, dem Aufnahmeort und/oder dem
Ereignis und natürlich der Nennung des Fotografen.
Eine Datei kann nicht in die Hand genommen werden,
um auf ihrer Rückseite etwas zu schreiben. In
den 1990'ern führte dieser Sachverhalt neben
anderen Umständen zu Überlegungen und Entscheidungen,
die sich im nachhinein als falsch erwiesen haben.
So speicherten vor allem museale Archive ihre Bilder
auf Datenträgern und verknüpften die einzelnen
Dateien mit Einträgen in Datenbanken. Das ist
heikel, weil die Beschriftungen somit keine Bestandteile
der Bilddateien sind, sondern an einem anderen Ort,
nämlich in der Datenbank, stehen. Geht diese
verloren oder kommen Verknüpfungsfehler zustande,
die eine korrekte Zuordnung der Bilder und Texte verhindern,
entspricht dies einer mittleren Katastrophe. Dateinamen
dürfen in so einem Gefüge nur unter Wahrung
äußester Vorsicht und einem sehr sorgfältigen,
logischen Vorgehen verändert werden. Je größer
so eine Bilddatenbank wird, die externe Datenträger
(CD-Rom / DVD / ...) einbezieht, desto riskobehafteter
ist das Gebilde.
Infos zu den Bildern müssen in den jeweiligen
Dateien stehen.
Diese Problematik wird umgangen, wenn alle Infos zu
einem Bild nach einem festgelegten Standard in der
Datei stehen und sie von Bildbearbeitungs-, und Datenbankprogrammen,
Internetbrowsern und Dateimanagern gelesen werden
können. Dafür wurde die IPTC/NAA Vorgben
entwickelt. Die Abkürzung IPTC steht für
International Press Telecommunications Council. Wer
sich näher damit beschäftigen möchte,
findet auf der Website http://www.iptc.org mehr Informationen.
Praktisch bedeutet IPTC, dass in jede Bilddatei Texte
in diverse Felder mit bestimmten Inhalten, wie Name
des Fotografen, Objektbeschreibung (Caption), Aufnahmedatum,
Schlüsselwörter etc. eingetragen werden
können. Bildbearbeitungs- und Bildverwaltungsprogramme
können die eingebetteten Texte lesen und darüber
hinaus automatisch Datenbanken aus IPTC beschrifteten
Bildbeständen erstellen.
Jede Bilddatei enthält ihre individuelle Beschriftung.
Datenbankprogramme, die auf IPTC basieren, können
in kurzer Zeit große Bildbestände mustern
und daraus eine recherchierbare Datenbank erstellen.
Da dieser Vorgang jederzeit wiederholbar ist und der
automatische Vorgang bei einigen tausend hochaufgelösten
Bildern in einem modernen Computer(-netz) höchstens
ein paar Stunden dauert, sind Sorgen um eine fragile,
mühselig aufgebaute Datenbank überflüssig.
Das ist Schnee von gestern, doch gibt es in einigen
Museen immer noch Verfechter der selbstgebastelten
veralteten Lösungen, die ihre Kunstwerke nicht
aufgeben wollen.
Es gibt gute Programme zum Vornehmen der IPTC Einträge.
Dazu gehört CaptionWriter II. Es läuft unter
Mac und Windows. Es gibt eine CaptionWriter II Basic
Version, die mit Modulen erweitert werden kann. Die
CaptionWriter II Pro Version enthält alle Module.
Das Find&Replace und ImportExport Module sind
unbedingt notwendig. Daher sollte man gleich die Pro
Version installieren. Auf der Website 'www.comnet-software.com'
stehen die aktuellen Preise des Programms und der
Module.
Das Installieren von CaptionWriter II beinhaltet einen
zweistufigen Registriervorgang. Nach Eingabe der Daten
erscheinen zwei Zahlen, die per Email an die Firma
MedienConsulting gesendet werden. In einem Antwortmail
erhält man die dazugehörige Registriernummer.
Bei einer Neuinstallation muss dieser Vorgang wiederholt
werden.
Nach dem Öffnen kann man einen Ordner mit Bildern
wählen und erhält eine typische Thumbnail-Übersicht.
Bei CaptionWriter heißt diese Darstellung 'Galerie'.

Nach dem Klicken auf ein Bild öffnet sich eine
Textmaske mit diversen Abfragen. Grundsätzlich
möchte jeder Fotograf folgende Infos eintragen:
Wer hat das Bild gemacht, wo und wann entstand es
und was zeigt es?
Die CaptionWriter Maske zeigt unter anderen die Felder
Copyright, Fotograf, Credit und Quelle. Diese Vielfalt
verwirrt und erschließt sich erst im konkreten
Archivalltag. Für den Fotografen, der seine Bilder
vermarktet, reicht das Feld 'Fotograf'. Die ihn vertretende
Agentur, die eine Rechnung über das Bildhonorar
stellt, benennt sich im Feld 'Credit'. Unter 'Quelle'
könnte der Name eines Museums stehen, welches
Bilder eines Fotografen besitzt und der Agentur zur
Vermarktung übergeben hat.
Das Feld Caption enthält die Objekt- oder Bildbeschreibung.
Stichworte dienen speziellen Datenbankoptionen. Mittlerweile
ist die Volltextrecherche mit vielen Programmen möglich
und somit sind Stichworte nicht zwingend notwendig.
Wer Bilder anbietet, muss sie gegebenenfalls mit Hinweisen
versehen. Beispielsweise: 'Nur für redaktionelle
Zwecke', ' Additional rights to be cleared' und dergleichen.
Bildanbieter tragen gerne ihre Adressdaten und Bankverbindungen
in das Caption Feld ein. Das ist für die Recherche
in Datenbanken misslich, weil eine Suche nach Bildern
mit einer Bank alle Dateien mit dem Eintrag Bankverbindung
zeigt. Für solche Angaben sollte man das Feld
Kontakt aktivieren und verwenden. Museen, die spezielle
Einträge vornehmen möchten, z.B. mit Hinweisen
über den Erwerb oder Restaurierungen am Original
können entsprechende Felder einrichten. Die IPTC
Entwickler haben viele Informationsbedürfnisse
berücksichtigt. Beschriftungsprogramme wie Fotostation
und CaptionWriter erlauben es den Nutzern, die von
ihnen benötigten Felder in der Texteingabemaske
zu zeigen und andere auszublenden.
CaptionWriter erlaubt die Texteingabe
in Tif- und Jpg-Dateien. Sowohl die Einzelbild- als
auch Bildgruppenbschriftung sind möglich. Letzteres
bedeutet, dass ein Fotograf, der am 23. 4. 2005 in
Berlin-Mitte im Regierungsviertel fotografiert hat,
diese Infos in alle Bilder einer Serie eintragen kann.
Damit ist viel gewonnen, weil eine detaillierte Einzelbildbeschriftung
oftmals nicht notwendig ist, bzw. individuelle Infos
wie 'Reichstag', 'Kanzleramt' oder 'Reichstag' einzeln
oder gruppenweise ergänzt werden können.
CaptionWriter hat eine Suche und Ersetzen Funktion.
Die ist wichtig, um Begriffe in der Beschriftung verändern
zu können. Beispielsweise eine veraltete Adresse
oder die oben erwähnte Bankverbindung etc. Vielfach
wurden Umlaute in ihre Einzelbuchstaben aufgelöst.
Aus dem Ü wurde ein ue. Das ist mittlerweile
unnötig und es besteht die Gefahr, dass dermaßen
angepasste Bildeinträge nicht gefunden werden.
So ist diese Funktion sehr nützlich, um die Einträge
up to date zu halten. Eine Einzelkorrektur in einem
größeren Datenbestand wäre eine schlimme
Quälerei.
Ausblick:
Wer viele Bilddaten verwaltet, benötigt
ein Programm zur Beschriftung. Es gibt Alternativen zum etablierten
CaptionWriter. Thumbs
Plus und Fotostation
sind keine reinen IPTC-Editoren. Sie haben einen größeren
Funktionsumfang und behaupten sich gut am Markt. Wer sich in eines
dieser Programm eingearbeitet hat, wird kaum wechseln wollen.
Derzeit stehen sie vor neuen Herausforderungen. So setzt sich
unter Fotografen mit gehobenen Ansprüchen das Speichern der
Rohdaten aus Scannern und Digitalkameras durch. Rohformate heißen
in der EDV-Welt RAW-Dateien. Sie haben je nach Hersteller eine
eigene Dateiendung und sind leider noch nicht identisch. Adobe
versucht einen Standard mit der Endung '.dng' durchzusetzen. Zudem
gibt es neben den IPTC Einträgen noch die sogenannten EXIF-Informationen.
Das sind Einträge, die von Programmen vorgenommen werden.
So verewigt sich Photoshop mit einem Vermerk in den Exif Feldern.
Digitalkamera schreiben Angaben über die Brennweite, Blende,
Belichtungszeit, Aufnahmezeit, ob mit oder ohne Blitz fotografiert
wurde etc. in die EXIF-Felder. Es werden Kameras mit GPS-Option
kommen, die bei jeder Aufnahme ermitteln, wo sie sich gerade befinden.
Dann stehen die Längen und Breitengrade in den EXIF-Daten.
Der Fantasie sind diesbezüglich keine Grenzen gesetzt. Mithilfe
eines in die Kamera integrierten Kompasses und einem digitalen
Atlas wird man womöglich die Aufnahmerichtung bzw. das angepeilte
Motiv ermitteln können. Einige dieser Daten sollten von IPTC-Editoren
automatisch in IPTC-Felder übernommen werden. Es wäre
zudem sinnvoll, die Exifdaten mit den o.g. Programmen editieren
zu können. Zugleich sollte eine Beschriftbarkeit von RAW-Daten
integriert werden. Vermutlich sind dies die kommenden Kriterien,
an denen Beschriftungssoftware gemessen wird.
1999 - 2008 © Thomas Gade - Jede Veröffentlichung ist
nur mit ausdrücklicher schriftlicher Erlaubnis des Verfassers
gestattet.
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