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ACDSee Classic (2.4x) ist seit langem
mein bevorzugter Bildbetrachter. Kein anderes Programm zeigt
Bilder schneller an. Mit dem Aufkommen der digitalen Spiegelreflexkameras
setzten sich RAW-Dateien durch, die von ACDSee Classic nicht
angezeigt werden. Mit ACDSee Pro 8 wurde eine Version auf
den Markt gebracht, die laut Werbung mit RAW-Dateien kompatibel
ist und einiges mehr zu bieten hat. Das Programm kostet
99 Euro.
Installation:
Die Installation der Demo-Software erfolgte problemlos.
Beim ersten Start nahm die Funktion ACDIntouch eine Verbindung
mit dem Internet auf. Läßt man sie zu, kann man
einen Code zur Verlängerung der Testphase von sieben
auf 30 Tage anfordern. ACD Systems hatte mir einen Code
für die Vollversion zur Verfügung gestellt. Nach
dessen Eingabe verliefen weitere Neutstarts ohne ACDIntouch.
Ich habe es nicht ausprobiert, doch könnte ACDSee Pro
auf einem Computer ohne Internet anfangs problematisch sein.
Wie bei so vielen Programmen dieser Art wird automatisch
der Inhalt des Ordners 'Eigene Bilder' indiziert. Die Datenbank,
Alben, HTML-Seiten und die Cachedateien zur RAW-Konvertierung
werden in Ordnern in der Systempartition gespeichert. Das
muß geändert werden. Stattdessen wird ein Ordner
mit entsprechenden Unterverzeichnissen auf einer anderen
Partition eingerichtet. Die Ansichten der Bildübersichten,
Einzelbilddarstellungen im Bearbeitungs- und Betrachtungsmodus
lassen sich weitgehend konfigurieren. Es ist empfehlenswert,
die Liste mit den Tastaturbefehlen zur Hand zur haben und
sich eigenen Auszug für die bevorzugten Befehle anzufertigen.
Das beschleunigt die Arbeit enorm und reduziert die Menge
an verwirrenden Symbolen, die bei dem Funktionsumfang zunächst
nicht vermeidbar sind. Nach den ersten Experimenten, die
eine unerwartete Funktionsvielfalt der Programmes offenbarten,
druckte ich mir das Handbuch aus, um mittels des Inhaltsverzeichnisses
und der Kapitel einen Überblick über die Software
zu erhalten.
Bildbearbeitung:
Viele gute Werkzeuge machen ACDSee Pro zu einem interessanten
Bildbearbeitungsprogramm. Eigentlich fehlen nur jene zum
Abwedeln und Nachbelichten, die Ebenenfunktionen, die Graupipette,
die Auswahlwerkzeuge (Lasso/Zauberstab) und die selektive
Farbkorrektur. Ansonsten bietet Acdsee die gesamte Palette
der aktuellen Features, die ein gutes Bildbearbeitungsprogramm
haben muß. Dazu gehören das Histrogramm mit Reglern,
die Gradationskurve, eine hervorragende Lichter- und Schattenkorrektur,
die Unscharf-Maskierung, ein RAW-Konverter und ein komfortables
Werkzeug, um Bilder gerade auszurichten. Stapelverarbeitungen,
HTML-Seitenerstellung und vielfältige Druckfunktionen
sind ebenfalls vertreten. Zudem sind Tools zur Korrektur
der stürzenden Linien, sowie der kissen- und tonnenförmige
Verzeichnungen vorhanden. Und vieles mehr, doch alle Funktionen
aufzulisten, würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen.
Nicht umsonst umfaßt das spärlich bebilderte
Handbuch ganze 350 Seiten. Sollte die Folgeversion die o.g.
fehlenden Werkzeuge enthalten und mit Photoshop-Plugins
kompatibel sein, könnten viele Anwender getrost auf
Photoshop verzichten. Das ist mehr als man von einem Betrachtungsprogramm
für Bilder erwartet. ACDSee ist 16-Bit fähig aber
in dem Modus funktionieren nicht alle Werkzeuge. Zur Unterstützung
des Bildmanagements können Dateinamen von Bilderserien
verändert werden und IPTC- und teilweise EXIF-Infos
eingegeben werden. Die Dateien werden in verschiedenen Listen-
und Miniturbildübersichten dargestellt. Während
die Bildbearbeitungsfunktionen kompletter und überwiegend
besser sind, als ich sie von Fotostation oder ThumbsPlus
Pro kenne, ziehe ich deren IPTC-Editoren vor. Sie sind etwas
übersichtlicher, doch kann man sich an die ACDSee-Methode
gewöhnen. ACDSee Pro erstellt nur eine Datenbank für
den gesamten Bildbestand. Das ist bei größeren
gemischten Beständen ungünstig. Diese Einschränkung
läßt sich umgehen, indem ACDSee stets über
einen leeren Ordner startet und mehrere Speicherorte für
Datenbanken eingerichtet werden. Mittels der Programmeinstellungen
kann man Datenbanken wechseln, indem die Speicherorte gewechselt
werden. Das Verfahren ist im Vergleich mit ThumbsPlus Pro,
welches von Haus aus für mehrere Datenbanken vorgesehen
ist, bedeutend komplizierter aber machbar. Vor dem souveränen
Umgang mit ACDSee Pro ist eine Einarbeitung nötig.
Autodidakten mit guten EDV Kenntnissen werden mithilfe des
Handbuches kaum Schwierigkeiten haben, sich mit dem Programm
vertraut zu machen. Nochmals empfehle ich den Einsatz von
Tastaturkürzeln.
Das Aktivieren eines Werkzeuge in ACDSee Pro 8 öffnet
ein neues Fenster, in dem die jeweilige Aktion vorgenommen
werden kann. Das erinnert an das Arbeiten mit plugins im
Photoshop. Beim Benutzen des Reparatur- und Klonwerkzeuges
(im Photoshop: Stempel und Reparaturpinsel) wird manchmal
eine Macke erkennbar. Entweder stürzt das Programm
ab oder einige Stellen, die bereits bearbeitet wurden, werden
wieder im ursprünglichen Zustand gezeigt.
Fazit:
Es gibt viele Angebot an Verwaltungs- und Betrachtungsprogramme
für Fotos. Der Umfang der Funktionen dieser Programme
erweitert sich zunehmend und ist nicht am Preis erkennbar.
Die IPTC-Beschriftung gehört inzwischen zu den Standards.
Editiermöglichkeiten von Exif-Infos sowie die 16-Bit
Kompatibilität nehmen zu. ACDSee Pro ragt aus diesem
Umfeld durch seine Bildbearbeitungsfunktionen heraus. Sie
sind in dieser Klasse hervorragend. Mit dem verwendeten Testcomputer
(AMD 3200+, 2 GB Ram, Win XP Pro) verlaufen die Prozesse flott.
Man kann ACDSee Pro so einstellen, dass es so schlicht wie
ACDSee Classic aussieht und genauso funktioniert, wobei stets
viele Werkzeuge aufgerufen werden können, von denen einige
beim Erscheinen der alten Version nur in kühnsten Träumen
auftauchten. ACDSee Pro läßt sich mit Photoshop
kombinieren. Der Zugriff auf Bilder erfolgt schneller über
ACDSee Pro, wodurch die Einzelbearbeitung der Bilder ganzer
Serien komfortabler erfolgt. Reichen dessen Werkzeuge oder
Optionen nicht, wird der Altmeister Photoshop hinzugezogen.
Erfreulicherweise ist die Installationsdatei des vielfältigen
ACDSee Pro nur 25 MB groß. |

Zum Vergleich: ACDSee 2.41 - Thumbnailansicht

ACDSee Pro 8.0 - Thumbnailansicht
In dem Modus lassen sich weitere Leisten und ein Eigenschaftsfenster
andocken.

ACDSee Pro 8.0 - Vollbildansicht mit Icons für Werkzeuge

ACDSee Pro 8.0 - Vollbildansicht
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