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ACDSee Pro © Thomas Gade    März   2006   Seite: 1  2  3

ACDSee Classic (2.4x) ist seit langem mein bevorzugter Bildbetrachter. Kein anderes Programm zeigt Bilder schneller an. Seit dem Aufkommen der digitalen Spiegelreflexkameras setzen sich RAW-Dateien durch, die von ACDSee Classic nicht angezeigt werden. Mit ACDSee Pro wurde eine Version auf den Markt gebracht, die laut Werbung mit RAW-Dateien kompatibel ist und einiges mehr zu bieten hat. Das Programm kostet 99 Euro.

Installation:


Die Installation der Demo-Software erfolgte problemlos. Beim ersten Start nahm die Funktion ACDIntouch eine Verbindung mit dem Internet auf. Läßt man sie zu, kann man einen Code zur Verlängerung der Testphase von sieben auf 30 Tage anfordern. ACD Systems hatte mir einen Code für die Vollversion zur Verfügung gestellt. Nach dessen Eingabe verliefen weitere Neutstarts ohne ACDIntouch. Ich habe es nicht ausprobiert, doch könnte ACDSee Pro auf einem Computer ohne Internet anfangs problematisch sein. Wie bei so vielen Programmen dieser Art wird automatisch der Inhalt des Ordners 'Eigene Bilder' indiziert. Die Datenbank, Alben, HTML-Seiten und die Cachedateien zur RAW-Konvertierung werden in Ordnern in der Systempartition gespeichert. Das muß geändert werden. Stattdessen wird ein Ordner mit entsprechenden Unterverzeichnissen auf einer anderen Partition eingerichtet. Die Ansichten der Bildübersichten, Einzelbilddarstellungen im Bearbeitungs- und Betrachtungsmodus lassen sich weitgehend konfigurieren. Es ist empfehlenswert, die Liste mit den Tastaturbefehlen zur Hand zur haben und sich eigenen Auszug für die bevorzugten Befehle anzufertigen. Das beschleunigt die Arbeit enorm und reduziert die Menge an verwirrenden Symbolen, die bei dem Funktionsumfang zunächst nicht vermeidbar sind. Nach den ersten Experimenten, die eine unerwartete Funktionsvielfalt der Programmes offenbarten, druckte ich mir das Handbuch aus, um mittels des Inhaltsverzeichnisses und der Kapitel einen Überblick über die Software zu erhalten.



Zum Vergleich: ACDSee 2.41 - Thumbnailansicht



ACDSee Pro - Thumbnailansicht. In dem Modus lassen sich weitere Leisten und ein Eigenschaftsfenster andocken.


Bildbearbeitung:

Viele gute Werkzeuge machen ACDSee Pro zu einem interessanten Bildbearbeitungsprogramm. Eigentlich fehlen nur jene zum Abwedeln und Nachbelichten, die Ebenenfunktionen, die Graupipette, die Auswahlwerkzeuge (Lasso/Zauberstab) und die selektive Farbkorrektur. Ansonsten bietet Acdsee die gesamte Palette der aktuellen Features, die ein gutes Bildbearbeitungsprogramm haben muß. Dazu gehören das Histrogramm mit Reglern, die Gradationskurve, eine hervorragende Lichter- und Schattenkorrektur, die Unscharf-Maskierung, ein RAW-Konverter und ein komfortables Werkzeug, um Bilder gerade auszurichten. Stapelverarbeitungen, HTML-Seitenerstellung und vielfältige Druckfunktionen sind ebenfalls vertreten. Zudem sind Tools zur Korrektur der stürzenden Linien, sowie der kissen- und tonnenförmige Verzeichnungen vorhanden. Und vieles mehr, doch alle Funktionen aufzulisten, würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Nicht umsonst umfaßt das spärlich bebilderte Handbuch ganze 350 Seiten. Sollte die Folgeversion die o.g. fehlenden Werkzeuge enthalten und mit Photoshop-Plugins kompatibel sein, könnten viele Anwender getrost auf Photoshop verzichten. Das ist mehr als man von einem Betrachtungsprogramm für Bilder erwartet. ACDSee ist 16-Bit fähig aber in dem Modus funktionieren nicht alle Werkzeuge. Zur Unterstützung des Bildmanagements können Dateinamen von Bilderserien verändert werden und IPTC- und teilweise EXIF-Infos eingegeben werden. Die Dateien werden in verschiedenen Listen- und Miniturbildübersichten dargestellt. Während die Bildbearbeitungsfunktionen kompletter und überwiegend besser sind, als ich sie von Fotostation oder ThumbsPlus Pro kenne, ziehe ich deren IPTC-Editoren vor. Sie sind etwas übersichtlicher, doch kann man sich an die ACDSee-Methode gewöhnen. ACDSee Pro erstellt nur eine Datenbank für den gesamten Bildbestand. Das ist bei größeren gemischten Beständen ungünstig. Diese Einschränkung läßt sich umgehen, indem ACDSee stets über einen leeren Ordner startet und mehrere Speicherorte für Datenbanken eingerichtet werden. Mittels der Programmeinstellungen kann man Datenbanken wechseln, indem die Speicherorte gewechselt werden. Das Verfahren ist im Vergleich mit ThumbsPlus Pro, welches von Haus aus für mehrere Datenbanken vorgesehen ist, bedeutend komplizierter aber machbar. Vor dem souveränen Umgang mit ACDSee Pro ist eine Einarbeitung nötig. Autodidakten mit guten EDV Kenntnissen werden mithilfe des Handbuches kaum Schwierigkeiten haben, sich mit dem Programm vertraut zu machen. Nochmals empfehle ich den Einsatz von Tastaturkürzeln.

Das Aktivieren eines Werkzeuge in ACDSee Pro öffnet ein neues Fenster, in dem die jeweilige Aktion vorgenommen werden kann. Das erinnert an das Arbeiten mit plugins im Photoshop. Beim Benutzen des Reparatur- und Klonwerkzeuges (im Photoshop: Stempel und Reparaturpinsel) wird manchmal eine Macke erkennbar. Entweder stürzt das Programm ab oder einige Stellen, die bereits bearbeitet wurden, werden wieder im ursprünglichen Zustand gezeigt.
  Bildbearbeitungsbeispiele
   
  RAW-Konverter


Fazit:

Es gibt viele Angebot an Verwaltungs- und Betrachtungsprogramme für Fotos. Der Umfang der Funktionen dieser Programme erweitert sich zunehmend und ist nicht am Preis erkennbar. Die IPTC-Beschriftung gehört inzwischen zu den Standards. Editiermöglichkeiten von Exif-Infos sowie die 16-Bit Kompatibilität nehmen zu. ACDSee Pro ragt aus diesem Umfeld durch seine Bildbearbeitungsfunktionen heraus. Sie sind in dieser Klasse hervorragend. Mit dem verwendeten Testcomputer (AMD 3200+, 2 GB Ram, Win XP Pro) verlaufen die Prozesse flott. Man kann ACDSee Pro so einstellen, dass es so schlicht wie ACDSee Classic aussieht und genauso funktioniert, wobei stets viele Werkzeuge aufgerufen werden können, von denen einige beim Erscheinen der alten Version nur in kühnsten Träumen auftauchten. ACDSee Pro läßt sich mit Photoshop kombinieren. Der Zugriff auf Bilder erfolgt schneller über ACDSee Pro, wodurch die Einzelbearbeitung der Bilder ganzer Serien komfortabler erfolgt. Reichen dessen Werkzeuge oder Optionen nicht, wird der Altmeister Photoshop hinzugezogen. Erfreulicherweise ist die Installationsdatei des vielfältigen ACDSee Pro nur 25 MB groß.


ACDSee Pro - Vollbildansicht mit Icons für Werkzeuge


ACDSee Pro - Vollbildansicht



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