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ThumbsPlus Pro 7 |
Thomas Gade Februar
2005 |
ThumbsPlus ist vor allem eine Software
zum Verwalten von Bilddateien. Zudem gibt es eine Reihe
von nützlichen Bildbearbeitungsfunktionen. ThumbsPlus
unterstützt 180 Bildformate. Dazu gehören auch
RAW, Jpg2000 und Lurawaves. ThumbsPlus enthält eine
Stapelverarbeitungsfunktion, mit der u.a. das Konvertieren
in andere Größen und Dateiformate möglich
ist. Typischerweise kann man eine leuchttischähnliche
Dateidarstellung in Form von Miniaturbildern (im Fachjargon:
thumbnails) einstellen. Links läßt sich ein Verzeichnisbaum
andocken. Einzelne Bilder können angeklickt und vollformatig
dargestellt werden.
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Die Thumbnaildarstellung ist schlicht
gehalten. ThumbsPlus verzichtet darauf, die Bilder
zu umrahmen.
Wer viel mit Bilddateien zu tun hat, weiß, dass
es kein Programm gibt, welches alle Bedürfnisse
hinsichtlich der Bearbeitung und Verwaltung vollständig
erfüllt. So arbeitet man mit einem Mix aus mehreren
Programmen, die sich ergänzen. Ich schätze
ACDSee Classic, also eine 2.4x Variante zum schnellen
Betrachten meiner Bilder in tif- oder jpg-Formaten.
Zur Bildbeschriftung, Bildverwaltung und der Erstellung
von Bild-Webseiten setzte ich seit Jahren Fotostation
ein.
Wozu braucht man dann noch ThumbsPlus Pro 7?
Dafür gibt es mehrere Gründe.
Fotostation ist prima für jpg Dateien geeignet,
bietet aber keine Batch IPTC-Beschriftung von Tif-Dateien
an. Die aktuelle Fotostation Pro 5.x enttäuscht
hinsichtlich des Umgangs mit 16-Bit Dateien. ACDSee
Classic stellt keine RAW Dateien dar. Die aktuelle
Version ist mir zu verspielt.
Inzwischen favorisieren immer mehr Fotografen das
RAW Format zur Ausgabe ihrere Bilddaten aus Digitalkameras.
Die Dateien werden üblicherweise in 16-Bit Tifs
konvertiert. Diese werden sortiert, bearbeitet und
beschriftet. Dann brennt man sie auf permanente Datenträger
und erstellt Kopien im jpg-Format für das Festplattenarchiv.
Im Rahmen dieses Arbeitsflusses ist ThumbsPlus sehr
hilfreich. Das Programm ist robust und selbst beim
Einlesen von großen Datenmengen und deren Batchverabeitung
zuverlässig. Andere Programme verhalten sich
bei gleichen Aufgaben kapriziös. |
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Im Report View Mode sieht man
links den Verzeichnisbaum. Die grünen oder türkis
gefärbten Ordner wurden von ThumbsPlus eingelesen
und enthalten Bilder und/oder Unterordner mit Bildern.
Im rechten Fenster sieht man Miniaturansichten der
Bilder mit diversen Angaben, sowie den Spalten Annotation.
(Bildbeschreibung) und Keywords (Schlüsselwörter).
Um das zu realisieren, sind in den Einstellmenues
von ThumbsPlus einige Veränderungen vorzunehmen.
Diese Ansicht ist ein gute Möglichkeit, um IPTC-Einträge
zu prüfen, bzw. sich zu vergewissern, dass welche
vorhanden sind. Obwohl nur die Schlüsselworte
und die Bildbeschreibung sichtbar sind, sieht man
hiermit die zwei wichtigsten Textfelder, die zur Bildrecherche
in Datenbanken notwendig sind.
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| Besonderheiten
von ThumbsPlus |
Ähnliche und gleiche Bilder
suchen
Seit vielen Jahren kann man mit ThumbsPlus nach sich gleichenden
oder ähnlichen Bildern in einem Bestand suchen. Man
findet die doppelt (oder mehrfach) vorhandene Dateien und
auch solche, die sich stark ähneln. Diese wichtige
Funktion zur Bereinigung des Archivs ist sehr hilfreich.
IPTC Beschriftung - Massenbeschriftung von Tiff-Dateien!
Man kann in jede Bilddatei Textinformationen einfügen.
Digitalkameras tragen Exifdaten ein. Das sind Texte, in
denen Angaben über die Kamera und dem Aufnahmezeitpunkt
sowie die Kameraeinstellungen stehen. Die Software Photoshop
hinterläßt in den Exifdaten einen Hinweis darauf,
das es verwendet wurde! IPTC Daten werden von den Fotografen
oder Bildbetextern eingetragen. Es gibt verschiedene Felder,
in die spezielle Einträge erfolgen können. Beispielsweise
'Fotograf' oder 'Objektbeschreibung', 'Aufnahmedatum' und
'Schlüsselwörter'. IPTC bedeutet, dass viele in
der Medienbranche verwendete Bildbearbeitungs- und Bildverwaltungsprogramme
die eingebetteten Texte lesen können und darüber
hinaus automatisch Datenbanken aus IPTC beschrifteten Bildbeständen
erstellen können.
Beim Aufkommen vieler Bildverwaltungsprogramme in den 1990er
Jahren gab es diesen Standard nicht. ThumbsPlus , Cumulus,
ACDSee, Faust und viele andere hatten ihre eigene Bildbeschriftung,
die sogar in Form von Verknüpfungen der Bilder mit
externen Einträgen in Datenbanken erfolgte. Wehe, wenn
die Datenbank verloren ging oder unbrauchbar wurde! Dann
war die Betextungsarbeit verloren und der Bildbestand völlig
unübersichtlich. Photoshop hat seit langem eine IPTC
kompatible Dateibeschriftungsfunktion. Sie ist nicht unheikel,
da diese Informationen beim Konvertieren von Tif Dateien
in ein anderes Format diese Informationen verloren gehen
(können). Mit Caption Writer und Fotostation erschienen
für die Apple- und Windowswelt Programme, die eine
Massenbeschriftung der Dateien ermöglichten. Das unauthorisierte
Beseitigen und Verändern der IPTC Einträge kann
als arglistiges Verhalten zur Beseitigung von Urheber- und
Nutzungshinweisen ausgelegt werden.

Maske zum Eintragen der Bildbeschriftung im IPTC Editor. |
Die hohe Akzeptanz
der IPTC Beschriftung legt den Schluß nahe,
dass Bildverwaltungsprogramme, die einen abweichenden
Weg verfolgen, wenig Chancen auf dem Markt haben.
So wurde in alle ernstzunehmenden Programme IPTC integriert.
In der Verlagswelt, die IPTC zum Standard machte,
werden Bilder als Jpg-Dateien gespeichert. Daher wurde
selbst in professioneller Software, die nahe an den
Ansprüchen der Redaktion und Pressefotografen
entwickelt wurde, die Beschriftung von TIF Daten vernachlässigt.
Starker IPTC Editor
Angesichts der mittlerweile lächerlichen Preise
für Speicher legen anspruchsvolle Fotografen
Wert darauf, 16-Bit Tifs als digitale Urdateien zu
archivieren, von denen für jeden erdenklichen
Zweck entsprechend aufbereitete Kopien hergestellt
werden. Einige IPTC-Editoren haben bei der Betextung
von Tif-Daten Einschränkungen. So ist es nicht
möglich, mit ihnen eine beliebige Menge Tif-Bilder
zu markieren und dann den Befehl zum Eintrag einer
gemeinschaftlichen Beschriftung in jede Datei zu erteilen.
Aber ThumbsPlus 7 Pro beherrscht die IPTC-konforme
Massenbeschriftung von 16Bit-Tif Dateien.
Kritischer
Nachtrag (November 2007): |
Es ist nicht möglich, den Datensatz von einem
einzelnen Bild zu speichern bzw. einen Datensatz in
ein einzelnes Bild zu übertragen. Wenn mehrere
Bilder mit einem Mal beschriftet werden, kann ein
iptc-Datensatz gepeichert werden, aber die wichtige
Objektbeschreibung wird nie gespeichert! Das
sind gravierende Produktfehler, die schnellstens hätten
behoben werden müssen. Im Forum auf der deutschen
ThumbsPlus-Website wurde dies mehrfach beklagt. Das
beharrliche Ignorieren dieses Fehlers ist nicht in
Ordnung. |
RAW Dateien
Etliche Digitalkameras können RAW Daten liefern. Das
gilt insbesondere für digitale Spiegelreflexmodelle.
In dem Modus hat die kamerainterne Software die Meßdaten
des Aufnahmechips (theoretisch) nicht bearbeitet, also weder
geschärft, einen Weißabgleich gemacht oder die
Tonwerte korrigiert. Der Fotograf besorgt das nachträglich
nach seinen Vorgaben. ThumbsPlus kann relativ gut mit RAW
Daten umgehen, z.B. um sie verlustfrei in ein 16 Bit (bzw.
48 Bit / RGB) TIF Format zu wandeln. Dadurch werden sie
mit älteren Bildverwaltungs- oder Bearbeitungsprogrammen
kompatibel. Diese Funktion unterstreicht die Fülle
der Dateiformate, mit denen ThumbsPlus umgehen kann. Jedoch
gibt es bessere Programme zur RAW-Umwandlung. siehe ->
RAW-Konverter
Stapelverarbeitung
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Mit
ThumbsPlus kann man eine beliebige Menge markierter
Bilder in jedem Format in 90° der 180° Grad
Schritten drehen lassen. Das geht mit Fotostation
nur im JPG Format. Frühe Versionen von Fotostation
4 konnten das auch mit Tif Dateien.
Auch wenn einige Funktionen der Thumbs Batchverarbeitung
seltsam erscheinen, z.B. der Tausch von Rot und Blautönen,
sind alleine die Dreh- und Konvertierungsmöglichkeiten
für so viele Dateiformate sehr nützlich.
Die Stapelverabeitung umfaßt ca. 40 Befehle.
Dazu gehört das Versehen der Bilder mit einem
Wasserzeichen, Bildgrößen ändern,
Bilder spiegeln und ihre Ränder beschneiden.
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Webseiten erstellen
ThumbsPlus enthielt schon in frühen Versionen Funktionen
zum automatischen Generieren von Webseiten. Wer damit arbeitet,
muss als einzubindende Bilder entsprechend aufgearbeitete
Kopien von den möglicherweise hochaufgelösten
Urdateien erstellen. Da hilft die Stapelverabeitung. Anschließend
kann man die Webpräsentationen erstellen. Es ist sinnvoll,
mit einem HTML-Editor umgehen zu können, um die ThumbsPlus
Ergebnisse optimal nach den eigenen Wünschen gestalten
oder in eine Website einbinden zu können. Der Wert
dieses Werkzeugs hängt sehr stark von der Fähigkeit
des Nutzers, einen konsequenten Arbeitsfluss zu entwickeln
und einzuhalten sowie seiner EDV Kompetenz ab.
Datenbanken
Sehr interessant sind die Datenbankfunktionen von ThumbsPlus.
Sie sind besonders für die Phase nach dem Scannen oder
des Bildeinlesens, der ersten Bildbearbeitung, des Hin und
Herverschiebens, der (Um- ) Benennung nützlich. Auch
externe Bestände sind einzulesen, was ehemals für
Bild-CDs gedacht war, aber auch mit externen Festplatten
funktioniert. Man kann beliebig viele anlegen und natürlich
löschen. In anderen Programmen sind sie mit den Alben
oder Katalogen vergleichbar. Wenn man viele Bilder hat und
ständig neue einarbeitet, ist die Verwendung von mehreren
Datenbanken sinnvoll. Sie sind in einem eigens dafür
angelegtem Verzeichnis außerhalb der Systempartition
oder gleich in den betreffenden Bilderordnern anzulegen.
Gelegentlich müssen temporär benötigte Datenbanken,
die längst nicht mehr aktuell sind, gelöscht werden.
Innerhalb einer Datenbank, die auch die Miniaturansichten
enthält, können gleiche oder ähnliche Bilder
identifiziert werden und nach Suchbegriffen, die Wörter
in den IPTC Beschriftungen der Bilder sind, gefunden werden.
Die Datenbanken lassen sich in ein Access-Format konvertieren.
Damit ergeben sich interessante Möglichkeiten der Bildverwaltung.
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Den Verzeichnisbaum kann man
beiseite schieben, um mehr Platz für den virtuellen
Leuchttisch zu bekommen.
Das Symbol 'Vorhängeschloß' unter einer
Miniaturansicht, weist auf einen Schreibschutz hin.
Das grüne i steht unter Bildern mit Texteinträgen.
In den 'Optionen' kann man die Größe der
Thumbnails festlegen.
ThumbsPlus ist zum Beschriften von Jpg- und Tif-Dateien
im IPTC Format sehr nützlich. Die Stapelverarbeitung
ist ein hilfreiches Werkzeug. Die Suche nach gleichen
und ähnlichen Dateien hilft bei der Pflege eines
Bestands. ThumbsPlus kann mit sehr vielen Dateiformaten
arbeiten, auch mit RAW Dateien. Für einen günstigen
Preis bekommt man eine Software, welches einige schmerzliche
Funktionslücken von anderen, ehemals unverzichtbaren
Programmen schließt. ThumbsPlus ist nicht der
schnellste Bildbetrachter. Dafür gibt es andere,
beispielsweise ACDSee, sofern sie die Dateiformate
kennen.
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