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Corel Paint Shop Pro X |
Thomas Gade Oktober
2005 |
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In der Bildbearbeitung
gilt Potoshop als das Maß aller Dinge. Aber gegen eine Anschaffung
sprechen der hohe Preis sowie der intensive Einarbeitungsaufwand.
Mit Paint Shop Pro X bietet Corel für ca. 85 € ein Produkt
an, welches in vieler Hinsicht erstaunlich gut mithalten kann
und es Ein- und Umsteigern leicht macht, zügig mit dem Programm
vertraut zu werden. Der Funktionsumfang deckt nahezu alle wichtigen
Aufgaben ab. Wer als Photoshop-Kenner mit Paint Shop Pro X experimentiert,
wird vom Bedienungskonzept und einigen Arbeitsmethoden angenehm
überrascht sein. Grundsätzlich ist die Bedienung ähnlich
und die Unterschiede im Vokabular sind gering.
Nach der Installation öffnet sich Paint Shop Pro mit einer
Leiste an der linken Seite des Displays. Sie enthält das
Lernstudio. Das ist eine sehr gut gemachte Einarbeitungshilfe,
die man anfangs aktiviert lassen sollte. Auf modernen Bildschirmen
mit hoher Auflösung stört sie kaum. Sie erklärt
die Anwendung der aktivieren Werkzeuge. Wunderbar! Seit Jahren
weise ich Mitarbeiter in die Bedienung von Photoshop ein und schreibe
dafür Tutorials für die Werkzeuge, mit denen sie bestimmte
Aufgaben lösen sollen. Das ist mit Paint Shop Pro unnötig.

Paint Shop Pro mit Lernstudio.
Paint Shop Pro X ohne Lernstudio.
Das Einfügen von Texten ist einfach. Zunächst bildet
jeder Text eine eigene Ebene auf dem Hintergrundbild. Die Eingaben
sind skalierbar, dehnbar, drehbar etc. Sämtliche Funktionen
werden abermals knapp und deutlich im Lernstudio beschrieben.

Paint Shop Pro zeigt bei Einstellungen immer ein Doppelbild mit
dem Original vor und nach der eingestellten Veränderung.
Da diese Fenster vollformatig den ganzen Bildschirm nutzen (können)
und sowohl die totalen Bilder als auch Ausschnitte nebeneinanderstellen,
hat der Anwender eine gute Kontrolle über die Wirkung.

Wem das Arbeiten mit Tonwert- und Gradationskurve nicht vertraut
ist, kann auf anschaulichere Instrumente zurückgreifen. Vergrößert
man stark in das Bild hinein, sieht man auch so, ob sichtbare
Tonwertverluste stattfinden.
Mit Photoshop Plugins wird der Funktionsumfang von Paint Shop
Pro beliebig erweitert. Der Akvis
Stamp ergänzt den fehlenden Reparaturpinsel. Das
Polaroid-Dust-Removal-Tool sowie NoiseNinja
oder NeatImage
und ein Lens-Corrector-Plugin zur Korrektur von Mängeln der
Objektive sollten nicht in der Werkzeugpalette fehlen. Es gibt
unzählige Plugins im Internet. Viele sind kostenlos. Paint
Shop Pro versorgt Plugins nicht mit den Exifdaten. Daher sollten
'Lens Corrector'-plugins gewählt werden, die manuelle Einstellungen
zulassen.
Neben einer umfangreichen Basiswerkzeugausstattung gibt es etliche
Spielereien, wie Bilderahmen und Malwerkzeuge. Sie zu beschreiben
würde den geplanten Rahmen dieses Beitrags sprengen. Das
pdf-Handbuch umfaßt 113 Seiten und bieten einen guten Überblick
über die Möglichkeiten des Programms.
Wenn man nach einem Mangel in Paint Shop Pro sucht, stößt
man dessen eingeschränkte 16-Bit Kompatibilität. Und
das ist seltsam, weil im Handbuch auf der Seite 3 ein Satz folgendermaßen
beginnt: "Die vollständige Unterstützung von 16-Bit-Bildern
erlaubt professionellen Fotografen ...". Das stimmt leider
nicht und selbst die Tonwertkorrektur mittels Histogramm funktioniert
nur im 8-Bit-Modus. Dagegen sind Manipulationen an der Gradationskurve
im 16-Bit-Modus anwendbar. Leider ist darin kein Histogramm eingeblendet.
Alle, auch 16-Bit-fähige, Plugins funktionieren nur im 8-Bit-Modus.
Auf eine Anfrage bei Corel erhielt ich am 3. 11. 2005 folgende
Auskunft: Eine wichtige Neuheit in Corel Paint Shop Pro
X ist die 16-Bit-Unterstützung vieler Funktionen. Auf Funktionen,
die noch nicht im 16-Bit-Farbmodus verwendet werden können,
weisen entsprechende Dialogfenster hin. Der Benutzer hat zwei
Möglichkeiten zur Auswahl: Er kann das Bild entweder in 8-Bit-Farben
umwandeln und die entsprechende Funktion nutzen oder die Funktion
abbrechen und das Bild im 16-Bit-Farbmodus erhalten. Corel arbeitet
selbstverständlich an der Unterstützung weiterer Funktionen.
Eine vollständige 16-Bit Fähigkeit ist nicht gegeben.
Diese Schwäche ist bedauerlich, denn die Photoszene konvertiert
zunehmend RAW-Dateien zu 16-Bit-Tifs, die moderat behandelt als
Urdateien archiviert werden. Für anspruchsvolle Anwender
könnte die 8-Bit-Beschränkung ein Ablehnungsgrund gegen
das ansonsten vorzügliche Programm sein. Hoffentlich bessert
Corel mit einem Update nach.
1999 - 2008 © Thomas Gade - Jede Veröffentlichung ist
nur mit ausdrücklicher schriftlicher Erlaubnis des Verfassers gestattet.
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