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Kritischer Erfahrungsbericht über eine Fremdtinte
auf Ciao wird
von einem Rechtsanwalt beantwortet. |
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Thomas Gade / Oktober
2009
Pech mit einer Tintenlieferung
Beim Suchen nach einem Tintenlieferanten gerät
man über Google schnell an einen Druckerzubehörhändler
mit Sitz in Bielefeld. Die Webseite ist mit vielen
Testsiegerhinweisen von Computer Bild übersät.
Die für meine Drucker angezeigten Tinten sollen
aus den USA und der Schweiz stammen und werden vom
Anbieter als 'Premiumqualität' eingestuft. Im
Text zur schwarzen Tinte wird damit geworben, dass
die "... Markentinte aus USA und nicht aus Asien.
..." stammt. Es wird 10 Jahre Garantie gewährt.
Das Hinweise machen einen seriösen Eindruck.
Ich bestellte am 3. 10. 2009 zum Testen erstmal 5
Sätze Tintenpatronen für die Canon-Drucker
PIXMA ip4000 und i865.
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| Ausschnitt aus der Tinten-Rechnung
mit Rechnungsdatum am 3.10.2009. Die Tinten
wurden per Internet bestellt, umgehend bezahlt
und rasch geliefert. Zur Tinte wird die Spezifikation
Canon PIXMA iP4000 genannt. Die Canon Drucker
i865 und PIXMA ip4000 werden mit exakt denselben
Druckköpfen und Tintenpatronen bestückt.
Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass die
richtige Tinte geordert wurde. |
Die schwarze Tinte aus einer
Lieferung von einem Druckerzubehörhändler
druckt nicht.
Gleich nach der Lieferung der Tinten
testete ich die neue Tinte mit zwei Canon i865-Druckern.
Beide Drucker hatten bis dahin einwandfrei gedruckt.
Zu meinem Erstaunen druckte einer der beiden Drucker
kein Schwarz aus der großen Patrone. Der andere
Drucker druckte beim ersten Druck etwas Schwarz und
danach ebenfalls nicht mehr. Nach einigen ergebnislosen,
tintenzehrenden Intensivreinigungen fürchtete
ich um die Kapazität der Schwämme, die bei
den Reinigungsvorgängen in den Druckern die dabei
freigesetzte Tinte aufsaugen und entnahm zur Sicherheit
beide Druckköpfe. Sie wurden sorgfältig
gespült und gereinigt, wie es mehrmals erfolgreich
mit solchen Druckköpfen gemacht habe. (siehe
Druckkopfreinigung)
Das brachte keine Änderung. Nun warnen Tintenanbieter
vor einem Wechsel der Tinten; man soll bei eine Sorte
bleiben, weil Druckköpfe durch das Vermischen
von der neuen Tintesorte mit alten Tintenresten verstopfen
können. Das habe ich noch nie erlebt und halte
diese Hinweise vor allem für Marketinggewäsch,
um Kunden zu binden. Aber diesmal vermutete ich, dass
so etwas doch zustande gekommen war. Selbst die Behandlung
mit einer dafür vorgesehenen Druckkopf-Reinigungsflüssigkeit
ließ aus beiden Druckköpfen kein Schwarz
mehr auf das Papier kommen. Auch ein Wechsel zurück
zur Schwarzpatrone aus einer alten Lieferung, die
bisher anstandslos funktioniert hatte, änderte
nichts. Das war ärgerlich, weil die Drucker zuvor
einwandfrei gedruckt hatten.
Versuch mit neuem Druckkopf mißlingt
Daraufhin bestellte ich am 10. 10.
2009 einen neuen Druckkopf. Er wurde zunächst
in einen Canon i865 eingesetzt und ausschließlich
mit frischen Tintenpatronen aus der Lieferung dieses
Druckerzubehörhändlers bestückt. Dann
wurde ein Prüfmuster ausgedruckt. Die vier Tinten
aus den schmalen Patronen wurden gedruckt aber das
Schwarz aus der großen Patrone nur teilweise!
Ich wiederholte den Druck und nun kam gar kein Schwarz
mehr. Das änderte sich auch nach mehreren Intensivreinigungen
nicht. Ein Vermischen mit alten Tinten war in diesem
Fall vollkommen ausgeschlossen.
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1. Düsentest mit packungsfrischem neuen
Druckkopf
Ganz am Anfang druckt die schwarze Tinte aus der
großen Patrone noch. |
2. Düsentest mit neuem Druckkopf
nach Intensivreinigung
Die große Schwarztinte druckt gar nicht
mehr. |
Der neue Druckkopf hatte 52 €
gekostet. Mit einwandfreien Tintepatronen hätte
der Drucker jede Tinte mängelfrei drucken müssen.
Einen Defekt des Druckers schloss ich aus, da der
erste Düsentest immerhin ein bischen Schwarz
gedruckt hatte. Es war nicht anzunehmen, dass die
Ansteuerung des Schwarzkanals nicht funktionierte.
Um sicherzugehen setzte ich den Druckkopf in einen
Canon PIXMA ip4000 Drucker ein und sah wieder keine
Schwarz aus der großen Patrone.
Ich schrieb ein Mail mit einer ausführlichen
Schilderung der Vorgänge an den Tintenverkäufer.
In der ersten Antwort hieß es: "...Wir
haben Ihre Anfrage zur weiteren Bearbeitung an unseren
Second-Level-Support weitergeleitet, der sich in Kürze
zur endgültigen Klärung mit Ihnen in Verbindung
setzen wird. ..."
Kundenveralbernde Reaktion
auf Problemmeldung
Am nächsten Tag schrieb mir ein Mitarbeiter vom
sogenannten 'Second-Level-Support' des Anbieter eine
bemerkenswerte Antwort, in der Folgendes stand:
"
... Ihre geschilderte Problematik deutet auf einen
ggf. verschlissenen oder verschmutzten Druckkopf hin.
Eine Farbvermischung kann leider auch der Fall sein,
wenn die Tintenpatronen nicht korrekt im Druckkopf
sitzen.
Leider
ist der Druckkopf ein Bestandteil, der natürlichem
Verschleiß ausgesetzt ist. Ich bitte um Verständnis,
dass wir für altersbedingten Verschleiß
an Ihrem Druckergerät nicht haften können.
Zu Ihrer
Fehlerbehebung:
- Reinigen Sie die Kontakte sowohl an der Tintenpatrone
als auch am Druckkopf. Verwenden Sie hierfür
ggf. extern unsere Reinigungsflüssigkeit oder
unsere Pflegepatronen.
- Sorgen Sie dafür, dass Ihre Patronen korrekt
im Druckerschacht sitzen und die Chipkontakte direkt
aufeinander liegen. ..."
Das war starker Tobak! Die Patronen
für diesen Drucker haben nicht mal Chipkontakte.
Grundsätzlich ist es nachvollziehbar, dass die
Händler keine Verantwortung für Schäden
an Druckköpfen und Druckern übernehmen möchten.
Die rsachen für technische Probleme sind häufig
nicht klar erkennbar und nur in den seltensten Fällen
wird einem Tintenanbieter nachgewiesen werden können,
dass sein Produkt einen Schaden verursacht hat. Es
ist verständlich, dass Händler abwiegeln,
zumal sie auch nicht dabei sind, wenn ihren Kunden
etwas nicht gelingt. Bei meinen bis zum Einsatz der
von druckerzubehoer.de stammenden Tinten einwandfrei
arbeitenden Druckköpfen nahm ich hin, dass sie
eventuell durch einen Wechsel der schwarzen Tinte
mit einer Vermischung von der bisherigen Tinte mit
der neuen mangelhaft druckten. Dass aber ein nagelneuer
Druckkopf, frisch der Verpackung entnommen, nach dem
Einsatz der schwarzen Tinte eines großen Druckerzubehörhändlers
auf einem Tintenkanal nicht druckt, ist nicht akzeptabel.
Rezensionen
auf der Seite des Druckerzubehöranbieters
Die Kunden des Druckerzubehörhändlers,
von dem die mangelhaften Patronen stammten,
können auf seiner Website Rezensionen über
die gekauften Produkte hinterlassen. Ich bewertete
die scharze Tinte mit einem Stern und schrieb
einen sachlichen Bericht über meine schlechten
Erfahrungen damit. Diese Rezension habe ich
nicht in der einsehbaren Liste der Feedbacks
sehen können und befürchte, dass sie
nicht veröffentlicht wurde. Rechts sieht
man den Rezensionsstand vom 28.11.09 für
die kritisierte schwarze Tinte.
(An dieser Stelle hatte ich in einer ersten
Textfassung eine persönliche Bewertung
des Zustandekommen eines solchen Diagramms erwähnt,
die ich nach dem Erhalt eines Briefes von dem
Rechtsanwalt des Anbieters gelöscht habe.
- 8.12.2009 TG) |
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Die Gefahr der Zerstörung eines
Druckers im Zuge von wiederholten Versuche, einen
nicht einwandfrei funktionierenden Druckkopf zu reaktiveren,
ist groß. Der Druckkopfhalter eines meiner beiden
Canon i865 bewegte sich während der Versuche
mit den Tinten von druckerzubehoer.de unerwartet bei
geöffneter Klappe während der Entnahme einer
Patrone und wurde aufgrund der nach oben ragenden
Patrone während der 'Fahrt' gestoppt, was zu
einem Defekt der Transportmechanismus führte.
Das Ergebnis war ein Totalschaden. Das ganze Hin und
Her mit den versagenden Druckköpfen, tintenbefleckten
Händen, unbefriedigenden Antworten vom druckerzubehoer.de-Support
führte letztendlich dazu, dass ich meine beiden
i865 entnervt in die Mülltonne warf. Zum verbleibenden
Canon PIXMA ip4000 konnte aber schnell ein PIXMA ip6000
über Kijiji (Ebay-Kleinanzeigen) aufgetrieben
werden.
--------- Nachtrag vom 8.
12. 2009 -------------
(In einem Brief vom Rechtsanwalt des Tintenanbieters
wurde ich darauf hingewiesen, dass ich es unterlassen
hatte, ein Angebot des Supports zu erwähnen und
füge daher die fehlenden Informationen hinzu.)
Meine Antwort auf das obige Mail lautete:
Sehr geehrter Herr
S...,
warum vergeuden Sie Ihre
und meine Zeit mit so einem Mail?
Ich habe doch klipp und
klar dargestellt, dass ich nach den ersten Fehlschlägen
mit gebrauchten Druckköpfen, die bis dahin einwandfrei
druckten, einen niegelnagelneuen Druckkopf gekauft
habe und damit dasselbe erlebte.
Bitte reagieren Sie sachlich
korrekt auf das Mail und verkaufen mich nicht für
dumm. Sonst sehe ich mich dazu aufgefordert, diesen
Vorfall auf meinen Websites medienarchiv.com, photoinfos.com
und oxly.de darzustellen, um andere zu warnen.
Mit freundlichem Gruß
T... G...
Die Antwort vom Support des Druckerzubehörhändlers
lautete:
Sehr geehrter Herr G...,
vielen Dank für Ihre
Rückmeldung!
Die Ihnen entstandenen
Komplikationen bedauere ich sehr. Ich kann mir Ihre
Beanstandung derzeit allerdings nicht erklären
und bitte Sie uns die Ware bitte zunächst freigemacht
zur Prüfung und zum Austausch bzw. zur Warenerstattung
einzuschicken. Die Rücksendeportokosten werden
wir Ihnen im üblichen Rahmen selbstverständlich
ebenfalls zurückerstatten. Anbei der auszufüllende
Rücksendeschein. Wir danken für Ihr Verständnis.
----------------------------------------------------------------------------
33-facher Sieger in der
Fachpresse:
2-facher Sieger in "Guter
Rat" (06/2009)
2-facher Sieger in "Test & Kauf" (10/2009)
3-facher Sieger im Fachmagazin "c't" (17/2007)
10-facher Sieger in der "Computerbild" (11/2007)
16-facher Sieger in der "Computerbild" (11/2009)
Alleine in der Computerbild
9x Testsieger vor allen anderen getesteten Anbietern
(Canon, Epson, HP, Lexmark, Pelikan, Jettec, Geha,
Pearl, KMP etc.) und zudem 17x Preis-Leistungs-Sieger.
Die Computerbild bestätigt uns hohe Qualität
und eine Ersparnis bei den Druckkosten von bis zu
98%. Das Gesamtergebnis unserer 10 Testsieger Patronen
ist besser als das Testergebnis der Originale direkt
von Brother, Canon, Epson, Lexmark und HP.
----------------------------------------------------------------------------
Bei weiteren Fragen stehe
ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
S ....
Second-Level-Support
In dem Brief des Anwalts steht:
"Jedoch unterlassen Sie es in den entsprechenden
Darstellungen zu erwähnen, dass unsere Mandantin
Ihnen mit Datum vom 22. Oktober 2009 angeboten hat,
die Waren unserer Mandantin zur weiteren Prüfung
des Sachverhalts an unsere Mandantin kostenfrei zu
versenden."
Es handelte sich um fünf Patronen zu einem Stückpreis
von 0,97 €. Der Gesamtpreis beträgt 4,85
€. Ich verstehe die zweite Antwort des Anbieters
folgendermaßen: "Schicke uns die Tintenpatronen
zurück. Wenn wir nachvollziehen können,
dass sie nicht in Ordnung sind, bekommt du sie ersetzt
oder den Preis erstattet."
Keinesfalls kann ich in dem Mail die Bereitschaft
zur Prüfung des gesamten Sachverhalts mit der
möglichen Absicht, für den Schaden aufzukommen
bzw. sich angemessen daran zu beteiligen, erkennen.
In meinem ersten Mail hatte ich geschrieben:
" ... Ich kann den Kauf des Druckkopfes (52 €)
vom 11. 10. 2009 belegen. Einer der alten Druckköpfe
ist noch vorhanden und trocknungsfest eingepackt.
Die Ausdrucke der Düsentests mit dem neuen Druckkopf
liegen vor. .."
Nichts davon wurde von Druckerzubehörhändler
angefordert!
Daher hatte ich keinen Anlaß zur Annahme, dass
mir neben der Erstattung des Kaufpreises der Patronen
und des Rücksendeportos zumindest der defekte
neue Druckkopf ersetzt wird. Aus diesem Grund war
das Angebot uninteressant und aus meiner Sicht unangemessen.
Der Rechtsanwalt war mir vor: "... Leider haben
Sie nach eigenen Aussagen die Drucker bereits vernichtet,
so dass eine Prüfung des Sachverhalts trotz des
ausdrücklichen Angebotes nicht mehr möglich
ist. ..." Wie bitte? An welcher Stelle wurde
die Prüfung des Sachverhaltes unter Einbeziehung
der Drucker und der Druckköpfe 'ausdrücklich'
angeboten?
Die beiden i865 wurden tatsächlich entsorgt,
doch ein Canon Pixma ip4000 sowie einer der drei betroffenen
Druckköpfe sind noch vorhanden.
Nach dem Erhalt des Briefes von einem Rechtsanwalt
als Reaktion auf meine kritischen aber sachlichen
Erfahrungbericht auf der Plattform Ciao bin ich froh,
dass ich drei der fünf Schwarz-Patronen aus der
betreffenden Lieferung beiseite gepackt habe und vorweisen
kann.
Ansonsten habe ich auf einer Extraseite eine dazugehörige
Korrespondenz mit Ciao eingestellt.
Zum
Emailwechsel mit Ciao.
------------ Ende des Nachtrags vom 8.
12. 2009
| Inkjet-Prints |
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Thomas Gade 2009 |
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