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Drucken
mit Fremdtinte.
Empfehlenswert aber aufgepasst! |
Thomas Gade
Oktober 2009 |
Seit mehreren Jahren benutzte ich
diverse Drucker von Canon mit billigen Fremdtinten.
Meine älteren Drucker (PIXMA ip4000, PIXMA ip6000
und bis vor kurzem i865) funktionieren mit Tintenpatronen
ohne Füllstandschips. Sie sind jeweils für
ca. 1 Euro zu kaufen.

Die nachstehenden Hinweise sollen nicht davon abhalten,
mit fremden Tinten zu arbeiten, sondern auf einige
Dinge hinweisen, die beim Drucken mit Tintenstrahldruckern
mit verschiedenen Tinten auf unterschiedlichen Materialien
zustande kommen können.
Drucken mit billigen Tinten von No-Name-Herstellern
Das Verarbeiten von billigen No-Name-Tinten
und ebensolchen Fotopapieren geht einher damit, dass
die Ergebnisse nicht unbedingt so geraten, wie sie
mit der vorherigen Tintensorte erzielt wurden. Die
Drucke können sich hinsichtlich ihrer farblichen
Stimmung unterscheiden. So druckt eine Tintencharge
auf einem bestimmten Papier eher gelblich, grünlich
oder rötlich. Während man dieses bei Farbfotos
innerhalb gewisser Grenzen übersieht, ist eine
ungewünschte farbige Tönung von Schwarzweissfotos
störend. Nicht immer sind diese Abweichungen
befriedigend zu kompensieren. Es ist ratsam, ein paar
Experimente zu machen und sich dann mit den am besten
funktionierenden Materialien ausreichend einzudecken.

Das Tableau zeigt vier Ausdrucke aus zwei Tintenstrahldruckern
von Canon (PIXMA ip4000 und PIXMA ip6000D). In allen
Fällen wurde im Druckermenue die Einstellung
'Grayscale printing' (Schwarzweiss bzw. Graustufendruck)
gewählt. Es wurden identische Papiersorten verwendet.
Je nach Eingabe der Papiersorte ändert sich der
Farbton.

Die beiden Fotos von einem herbstlichen Wald wurden
aus dem Programm Thumbs Plus 7 von derselben Datei
auf eine identische Papiersorte mit gleichen Einstellungen
gedruckt. Das Bild aus dem Canon PIXMA ip6000 wirkt
natürlicher als das zu rötliche Bild aus
dem Canon ip4000. In den Canon Druckern ip6000, der
mehr Tintensorten als der ip4000 enthält, und
im ip4000 befanden sich Tintensätze aus unterschiedlichen
Quellen. Hier ist Experimentieren angesagt. Außerdem
sollte man beim Kauf von Fremdtinten über das
Internet darauf achten, von einem renommierten Anbieter
zu kaufen, der viele gute qualitative und vertrauenswürdig
anmutende Bewertungen von seinen Kunden hat. Auf der
Plattform Ebay wird man schnell fündig.
Verwendet man günstige Tinten,
die nicht vom Druckerhersteller stammen, gibt es vier
mögliche Folgen:
1. Alles funktioniert bestens! Das ist meistens der
Fall und der äußerst geringe Preis der
Tinten und Papiere wird besonders diejenigen erfreuen,
die viel drucken.
Mögliche Risiken:
2. Eine Tinte tropft dauerhaft nach dem Abziehen der
Laschen. Setzt man sie ein, läuft die Tinte in
den Drucker hinein.
3. Eine Tinte druckt nicht, weil die Patronenkonstruktion
mangelhaft ist und die Tinte nicht austritt.
4. Eine Tinte druckt nur ganz wenig oder gar nicht
und setzt den Tintenkanal (Düsen) zu. Im schlimmsten
Fall ist das nicht zu beheben.
Meistens funktioniert alles korrekt und das Drucken
verläuft problemlos.
Fall 2 und 3 treten gelegentlich auf. Man kann eine
Tintenlieferung bekommen, in der die Patronen von
einer Farbe durchgängig einen der genannten Mängel
haben. Besonders bei den großen schwarzen Patronen
für Canon Tintenstrahldrucker (ip 4000 - i865)
erlebte ich manchmal, dass sie kräftig tropften.
Solche Patronen sollten umgehend entsorgt und der
Anbieter darüber informiert werden.
Fall 4 ist bei mir bisher nur mit einer Tintenlieferung
vorgekommen.
Was kann man im Schadensfall tun? Der relativ geringe
finanzielle Schaden rechtfertigt keine rechtliche
zeit- und kostenintensiven Auseinandersetzungen. Sie
lohnen sich nicht. Vielleicht erstattet einem der
Tintenverkäufer die Kosten für die Patronen
oder schickt Ersatz. Schäden an Druckköpfen
und an den Druckern wird man nur mit Mühe auf
den Tintenanbieter abwälzen können, wenn
eine Lieferung zu Problemen geführt hat.
Abgesehen von einem sachlichen kritischen Feedback
im Internet (Ciao, Dooyoo,... ) auf eigenen Websites,
im Blog und in speziellen Foren, in der Hoffnung,
dass die betreffenden Anbieter und Hersteller zukünftig
sorgsamer handeln, muss man Bagatellschäden wegstecken
können. Natürlich sollte man vorab den Anbieter
über ein aufgetretenes Problem informieren und
ihm die Gelegenheit geben, darauf zu reagieren.
Das Veröffentlichen von negativen Feedbacks kann
zu Reaktionen seitens des betroffenen Unternehmens
führen. Ein von uns verfasster kritischer und
sachlicher Erfahrungsbericht über eine Tintencharge
von einem bekannten Anbieter aus dem Internet auf
der Website www.ciao.de, eine Preisvergleich- und
Bewertungsplattform für die Webcommunity, führte
seitens des Tintenanbieters zum Einschalten einer
Rechtsanwaltskanzlei. Wer mag, kann die Details dazu
hier
lesen.
Tintenpatronen oder refillen?
Die Antwort darauf ist abhängig
vom Druckertyp. Beschränken wir uns mal auf die
üblichen Din A4 oder A3 Drucker mit relativ kleinen
Tanks. Leere Tintenbehälter kann man komplett
austauschen oder nachfüllen. Das sogenannte 'Refillen'
mit Spritzen und Tinten ist eine schmuddelige Angelegenheit
mit unsicherem Ausgang. Für viele Inkjetprinter
von Canon gibt es Tintenpatronen für weniger
als einem Euro pro Stück. Der Aufwand für
das Wiederbefüllen mit dem Risiko des Mißlingens
und dem Einfärben der Hände steht in keinem
rechten Verhältnis zum geringen Preis für
eine volle Patrone von einem Fremdtintenanbieter.
Hat man einen Drucker von Hewlett Packard mit Tintenpatronen,
an denen der Druckkopf angebracht ist, sollte man
diese von einem gewerblichen Tintenshop nachfüllen
lassen oder eine professionell wiederbefüllte
Patrone bestellen.
1999 - 2009 © Thomas Gade - Jede Veröffentlichung
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des Verfassers gestattet.
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Gade - Mai 2005 |
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