| |
Ein Druckerzubehörhändler reagiert mittels
eines Rechtsanwalts auf eine kritische Rezension
bei Ciao. |
Thomas Gade / Dezember 2009
Ergänzend zu meinem Bericht
über die Folgen eines Kaufes von Tinten über
den Internnetshop eines Druckerzubehörhändler
mit Sitz in Bielefeld und den Reaktionen auf eine negatives
Feedback von meiner Seite, veröffentliche ich hier
die Korrespondenz mit Ciao zu dem Thema:
Email von Ciao am 7. 12.
2009
Sehr geehrter Herr Müller,
Wir wurden bezüglich Ihres Erfahrungsberichtes
zum Thema "druckerzubehoer.de" leider anwaltlich
seitens des beurteilten Unternehmens mit dem Vorwurf
konfrontiert, dieser enthalte falsche Tatsachenbehauptungen
und geschäftsschädigende Äußerungen.
Konkret lässt das Unternehmen über deren
Anwaltskanzlei ausrichten:
Diesem Erfahrungsbericht liegt offensichtlich ein
Kauf des Users bei unserer Mandantin zu Grunde.
Offensichtlich gab es dabei Probleme mit einer Druckerpatrone,
die der User in seinem Erfahrungsbericht darstellt.
Zunächst bleibt anzumerken, dass eine Namensänderung
eines Mitarbeiters unserer Mandantin hier unverhältnismäßig
ist, da diese für die Darstellung
des Sachverhalts nicht erforderlich ist.
Im Übrigen ist es auf Seiten unserer Mandantin
bei Beantwortung einer e-mail Anfrage des Users zu
einem Missverständnis gekommen, sodass der User
eine nicht zuftreffende Antwort auf seine e-mail Anfrage
erhielt. Dies stellt der User in seinem Bericht auch
dar, jedoch sind die weitergehenden Sachverhaltsdarstellungen
unvollständig.
Mit Datum vom 20. Oktober 2009 wurde dem User angeboten,
die entsprechenden Waren an unsere Mandantin zurück
zu schicken, damit eine Prüfung
vorgenommen werden konnte. Dieses Angebot hat der
User bis zum heutigen Tag nicht angenommen und stattdessen
den entsprechenden Bericht vom 2. Dezember verfasst.
Nach Prüfung des Berichtes durch unsere Rechtsabteilung
hat Ciao sich entschlossen, dem Wunsch auf Löschung
vorerst nicht nachzukommen. Wir
behalten uns jedoch die Löschung vor.
Da wir den Wahrheitsgehalt des Berichts nicht überprüfen
können, müssen wir in solchen Fällen
auf Sie als User vertrauen. Bitte überprüfen
Sie daher
von sich aus noch einmal gewissenhaft, ob alle Behauptungen
in Ihrem Bericht tatsächlich der Wahrheit entsprechen
und teilen uns bitte mit, ob Sie die
Aussagen im Ernstfall auch vor Gericht oder durch
eidessatttliche Versicherung bestätigen würden.
Auf Ihren persönlichen Wunsch können wir
aber auch gerne die Löschung des Berichts veranlassen.
Wir erwarten Ihre Stellungnahme bis spätestens
15.12.2009. Sollten wir bis dahin von Ihnen keine
Rückmeldung von Ihnen erhalten, behalten wir
uns
vor, > den Bericht vorläufig von unserer Seite
nehmen.
Mit freundlichen Grüßen,
Management Online Community Support
Ciao Commerce Division
Microsoft Deutschland GmbH
Leopoldstr. 236 | 80807 München | Deutschland
Telefon +49 (0)89 25551 0
Fax +49 (0)89 25551 700
www.ciao-group.com <http://www.ciao-group.com/>
| www.bing.com
<http://www.bing.com/>
www.ciao.de <http://www.ciao.de/> | www.ciao.co.uk
<http://www.ciao.co.uk/>
www.ciao.fr <http://www.ciao.fr/> | www.ciao.es
<http://www.ciao.es/>
|
www.ciao.it <http://www.ciao.it/> | www.ciao.se
<http://www.ciao.se/> |
www.ciao-shopping.nl <http://www.ciao-shopping.nl/>
Geschäftsführung: Achim Berg (Vorsitzender),
Marcel Schneider, Benjamin O.
Orndorff, Keith Dolliver
Amtsgericht München, HRB 70438
Mein Antwort vom Montag, 7. Dezember 2009 20:26
An: Ihr Ciao Team
Betreff: Re: Ihre Bewertung zu druckerzubehoer.de (opinion-id
8572131) / Unser Zeichen de277bb
Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Bericht enthält keine falschen Tatsachenbehauptungen.
Es gibt für mich kein Motiv, mit einem erfundenen
Erfahrungsbericht einem Unternehmen mutwillig Schaden
zufügen zu wollen. Der Anbieter druckerzubehoer.de
war mir bis zu dem beschriebenen Ereignis nicht bekannt.
Den erwähnten Namen eines Mitarbeiters habe
ich aus dem Bericht gelöscht.
Gerne kann ich Ihnen die gesamte Emailkorrespondenz
mit dem Unternehmen zukommen lassen. Sie werden feststellen,
dass von einer ernsthaften Schadenskompensation keine
Rede war. Allenfalls hätte man mir, so verstehe
ich diese Emails, fünf Farbpatronen für
je knapp einem Euro erstattet oder ersetzt. Das war
die Mühe nicht wert und wäre der Situation
nicht angemessen gewesen. Zudem hätte ich auf
diesem Wege ein Beweismittel preisgegeben, dass im
Falle eines rechtlichen Nachspiels von Bedeutung sein
kann. Aus dem gleichen Grund habe einen Druckkopf,
der seit dem Bestücken mit den genannten Tinten
nicht mehr Schwarz aus einem bestimmten Kanal druckt,
sorgfältig verpackt in Verwahrung. Im Zweifelsfall
kann ein Gericht diesen Druckkopf von einem Chemiker
oder einen Sachverständigen untersuchen lassen.
Übrigens wurde ich über ein Mail von druckerzubehoer.de
zu meinem Ciao-Bericht veranlaßt. Darin stand:
> Sie sind von uns begeistert oder wollen einfach
Ihre Meinung über
> uns mit anderen teilen? Wenn Sie innerhalb von
90 Tagen nach Erhalt
> unserer Waren eine Bewertung auf dem folgenden
Meinungsportal abgeben
> http://www.ciao.de/Erfahrungsberichte/druckerzubehoer_de__1204628/
> und uns eine Kopie der Bewertung per Email an
> info@druckerzubehoer.de senden, erhalten Sie
von uns nachträglich
> einmalig einen Preisrabatt von 10% auf den Warenwert
Ihrer letzten
> Bestellung (Überweisung auf Ihr Konto).
> 25% extra Sonderrabatt: Sollte Ihr Bericht von
der Ciao Gemeinde
> als mindestens durchschnittlich "hilfreich"
bewertet werden,
> erhalten Sie sogar 25% Rabatt auf den Warenwert
Ihrer letzten
> Bestellung (Überweisung auf Ihr Konto).
> Viel Spaß beim Sparen
> Ihr druckerzubehoer.de - Team
Ohne dieses Mail wäre ich gar nicht auf den
Gedanken gekommen, einen Bericht auf Ciao zu veröffentlichen.
Das auf meinen Bericht, von dem ich
hoffe, dass er nicht unsachlich und polemisch verfasst
wurde, ein Rechtsanwalt reagiert hat und jedwede konstruktive
Reaktion vom Anbieter ausbleibt, finde ich äußerst
bedenklich. Es steht dem Anbieter frei, einen sachlichen
Kommentar unter meinen Beitrag zu setzen.
Selbstverständlich würde ich meinen Bericht
mit einer eidesstattlichen Versicherung bestätigen.
Sollte der Beitrag insgesamt oder in Teilen formal
und inhaltlich gegen geltendes Recht verstoßen,
bitte ich Sie um entsprechende Hinweise, damit ich
ihn korrigieren kann. Auch hoffe ich, dass sie
diesen Beitrag nicht löschen, denn es wäre
unfair, der Webgemeinschaft kritische Stimmen vorzuenthalten
nur weil sie Anbietern unbequem sind. Immerhin können
sie daraus lernen, was Kunden stört und ihre
Strategie anpassen, um sich besser im Markt zu behaupten.
Und es wäre auch nicht richtig, nur sehr viele
positive Stimmen zu veröffentlichen, die (siehe
das druckerzubehoer.de-Email) vermutlich zu einem
großen Teil durch Rabattanreize zustande gekommen
sind.
Abschließend möchte ich erwähnen,
dass ich mich aus datenschutzgründen grundsätzlich
unter einem Pseudonym in Communities anmelde. Mein
Name ist nicht Markus Müller sondern Thomas Gade.
Sollte es aufgrund dieser Angelegenheit aus rechtlichen
Gründen notwendig sein, dies zu ändern,
würde ich das machen. Aufgrund von Meldungen
über abhanden gekommene Datenbestände würde
ich es gerne bei dem Pseudonym belassen. Dass ich
gegenüber dem Unternehmen nicht mit verdeckten
Karten spiele, können Sie meiner Nennung der
Bestell-/Kundennummer entnehmen.
Mit freundlichem Gruß
Thomas Gade
Von Ciao am Dienstag, 8. Dezember 2009
Sehr geehrter Herr Gade,
vielen Dank für Ihre rasche und ausführliche
Antwort.
Aufgrund Ihrer Aussagen werden wir Ihren Erfahrungsbericht
bis auf Weiteres online belassen. Sollten sich weitere
Informationen in dieser Angelegenheit ergeben, werden
wir Sie selbstverständlich umgehend darüber
informieren.
Mit freundlichen Grüßen,
Online Community Support
Ciao Commerce Division
Microsoft Deutschland GmbH
Leopoldstr. 236 | 80807 München | Deutschland
Telefon +49 (0)89 25551 0
Fax +49 (0)89 25551 700
www.ciao-group.com | www.bing.com
www.ciao.de | www.ciao.co.uk | www.ciao.fr | www.ciao.es
| www.ciao.it |
www.ciao.se | www.ciao-shopping.nl
Geschäftsführung: Achim Berg (Vorsitzender),
Marcel Schneider, Benjamin O.
Orndorff, Keith Dolliver
Amtsgericht München, HRB 70438
Kommentar:
Sollte die Darstellung von Ciao korrekt sein, finde
ich die Äußerung der Kanzlei, mein Erfahrungsbericht
"... enthalte falsche Tatsachenbehauptungen ..."
verleumderisch. Auch diese Worte "... Offensichtlich
gab es dabei Probleme mit einer Druckerpatrone ...."
sind völlig daneben, da der Kanzlei die gesamte
Emailkorrespondenz zwischen mir und druckerzubehoer.de
nach eigenen Angaben in einem Brief vom 4. 2. 2009
an mich vorliegt und ihr bekannt war, dass es sich
um mehrere Druckköpfe, darunter ein funkelnagelneuer,
handelte.
Die Reaktion von dem Unternehmen Bielefeld GmbH ist
total übertrieben. Es gibt soviele positive Feedbacks
von zufriedenen Kunden, dass ein paar Meinungen von
Kunden, die nicht zufrieden waren und der Webcommunity
ihre Gründe dafür mitteilen, kaum ins Gewicht
fallen sollten.
Der gesamte Vorgang hinterläßt einen unangenehmen
Nachgeschmack. Die populären Feedbackmöglichkeiten
im Internet sind wichtig, weil die Kunden üblicherweise
keine Möglichkeit haben, Anbieter und deren Geschäfte
zu sehen. Daher ist es sinnvoll, Bewertungen abzugeben.
Es ist kaum vorstellbar, das sich ein Anbieter über
positive Reaktionen beschwert und diese löschen
läßt. Zugleich wird es in (fast) allen
Geschäften Vorgänge geben, die nicht zur
Zufriedenheit der Kunden verlaufen. Beispielsweise
bemängeln sie Lieferzeiten, die ihrer Ansicht
nach zu lang sind, der Zustand einer Ware entsprach
nicht ihren Vorstellungen oder die Kontaktversuche
per Telefon, Kontaktformular, Email etc. sind aus
Sicht der Kunden unangemessen schwierig und unbefriedigend.
So kommt es zu negativen Feedbacks, die ärgerlich
sein mögen aber wichtig sind, um eine konstruktive
Internet-Handelskultur zu entwickeln und zu pflegen.
Anbieter können viel daraus lernen und ihren
Service anpassen. Letztendlich kommt das ihren Geschäften
zugute. Auch bei einem um guten Service bemühten
Anbieter wird es in der Praxis gelegentlich zu Vorfällen
kommen, die aus Sicht der betroffenen Kunden nicht
positiv bewertet werden können. So wird es immer
ein paar begründete kritische Berichte geben,
denen mehr oder weniger positive Feedbacks gegenüber
stehen. Entscheidend ist die Quote.
Der oben genannte Vorfall ist aus meiner Sicht erschreckend,
weil ein Anbieter auf der einen Seite mit Hilfe einer
Kanzlei negative Feedbacks als 'geschäftsschädigend'
und 'falsche Tatsachenbehauptungen' bewertet und in
einschüchternden Weise deren Löschung nahelegt
aber andererseits seine Kunden mit Emails dazu auffordert,
Rezensionen zu verfassen, die sogar vergütet
werden. Diese 'Zuckerbrot und Peitsche' Taktik lehne
ich ab.
|