| Bildfehler |
2. Korn, Rauschen, JPG-Artefakte Thomas
Gade Oktober 2005 |
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Korn
Die konventionelle Fotografie basiert auf lichtempfindlichen
Silberverbindungen, die als mikroskopisch kleine Partikel
in der Filmschicht vorhanden sind. Nach der Belichtung folgt
ein chemischer Entwicklungsprozeß, in dem von den belichteten
Partikeln nur das Silber in der Schicht verbleibt und die
unbelichteten Partikel aus der Schicht entfernt werden. Dabei
ballen sich die verbleibenden Silberteilchen zu sogenenannten
Körnern zusammen. Das können sehr fein verteilte
winzige Körner sein oder grob verteilte größere
Körner. In der Farbfotografie werden diese Körner
durch Farbpigmente ersetzt. Man kann die Kornstruktur mit
einer guten Lupe erkennen. Die Dunkelkammertechnik hat spezielle
Beleuchtungsverfahren zum Vergrößern von Negativen
hervorgebracht. Darunter gibt es diffuse Leuchtquellen, mit
deren Hilfe körnige Negative so vergrößert
werden können, daß ihre Bilddetails erhalten bleiben
aber gleichzeitig das Korn unterdrückt wird. Erfreulicher
Nebeneffekt: Auch dünne Kratzer und feiner Staub werden
nicht abgebildet.
In vielen Scannern befinden sich Leuchtquellen, die das Korn,
Kratzer und andere Defekte stark betonen. Vielleicht hätten
die Konstrukteure erstmal in der Dunkelkammer arbeiten sollen,
bevor sie sich an den Bau der Scanner machten. Um die hardwarebedingten
Mängel wettzumachen, gibt es in vielen Scanprogrammen
eine Option (GEM) zur Kornreduzierung. Sie wird nicht von
jedermann akzeptiert, weil mit ihr eine Weichzeichnung des
Bildes und ein geringer Detailverlust verbunden sind. Zudem
ist eine Softwareanwendung mit Rechenzeiten verbunden, wodurch
sich der Scanvorgang verlängert. Die Funktion GEM ist
mittlerweile überholt. Andere Programme wie Noise Ninja
arbeiten effektiver und mit besseren Ergebnissen.
Links: Das Bild wurde 1970 in Japan auf Diafilm im Kleinbildformat
aufgenommen.
Das Dia wurde mit einem Epson Perfection 3200 Flachbettscanner
(unten links) mit 3200 dpi und einem Nikon Coolscan 5000 Filmscanner
(unten rechts) mit 4000 dpi gescannt. Die stark vergrößerten
Ausschnitte zeigen Unterschiede in der Bildwiedergabe. Der
Nikon betont das Korn. Flächen, die aus ähnlichen
Farbtönen bestehen, sind farbig gesprenkelt. Auf dem
weißen Hemdkragen und der Haut bemerkt man deplaziert
wirkende Farben wie Blau und Grün. Der Epson hat eine
geringere Auflösung aber dank seiner weichen diffusen
Beleuchtung eine angenehme Umsetzung der Tonwerte neben einer
effizienten Kornunterdrückung. Bemerkenswert ist das
gräuliche Gerüst in den rechten oberen Ecken der
Ausschnitte. Der Epson-Scan zeigt es farbreiner. Bei einer
Vorlage mit mäßiger Schärfe und einem Mangel
an extrem feinen Details bietet das höhere Auflösungsvermögen
des Nikon keine Vorteile. |
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Rauschen
Digitalkameras arbeiten mit Aufnahmechips mit Millionen
von Rezeptoren. Sie registrieren das einfallende Licht.
Verschiedene Faktoren bewirken, daß die Rezeptoren
auf Wärme reagieren, sich gegenseitig beeinflussen,
reflektiertes Licht wahrnehmen etc. und stets ein diffuses
Signalmuster, das sogenannte Rauschen, aufnehmen.
Wenn im Moment der Aufnahme viel Licht auf den Chip fällt,
hat dies einen viel stärkeren Einfluß als die
geringen Signale des Rauschens, welche vollständig
überlagert werden. Eine hohe Empfindlichkeitseinstellung
aktiviert eine Signalverstärkung. Dadurch ist es möglich,
mit wesentlich weniger Licht auszukommen. Gleichzeitig werden
die Signale des Rauschens verstärkt. Die Abstände
zwischen den Rausch- und den Aufnahmesignalen verringern
sich. Bei höchsten Empfindlichkeitsstufen werden die
Fehlsignale stark sichtbar. Analog zum Dolby in der Audiotechnik
entwickelt(e) die Industrie digitale Rauschunterdrückungsverfahren.
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JPG-Artefakte
JPG-Dateien sind komprimierte Bilddateien. Das Reduzieren
der Dateigröße kann in einem weiten Rahmen stufenlos
eingestellt werden. Eine Reduzierung der Größe
auf weniger als Einhundertstel der Ursprungsdatei im Tif-Format
ist möglich.
Die JPG-Komprimierung teilt das Bild in Pixelblöcke aus
acht mal acht Pixeln auf. Bei einer sehr starken Komprimierung
werden diese Pixelblöcke sichtbar. Sie sind quadratisch
und können kontrastreiche Kanten zu den Nachbarblöcken
aufweisen. Wenn sie ein Bild mosaikmäßig kacheln,
spricht man von JPG-Artefakten.
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Korn, Rauschen, JPG-Artefakte sind Bilddefekte, die mit spezieller
Software minimiert werden können. Dabei sind zwei nahezu ebenbürtige
Programme empfehlenswert:
- Neat
Image
- Noise
Ninja
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ausdrücklicher schriftlicher Erlaubnis des Verfassers gestattet.
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