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Tetenal Emofin Filmentwickler

für Schwarzweißfilme. Dunkelkammer. Fotolabor. Analoge Fotografie

2018 © Thomas Gade


Tetenal Emofin Zweistufen-Feinstkorn-Entwickler

Emofin ist ein Zweistufen-Feinstkornentwickler mit höchster Empfindlichkeitsausnutzung. Er wurde 1928 eingeführt. Um 2015 wurde seine Produktion eingestellt und ist nicht mehr im Handel erhältlich.

Auszug aus der Gebrauchsanleitung

Die Emofin-Entwicklung weicht von der herkömmlichen dadurch ab, daß in zwei Bädern nacheinander - ohne Zwischenwässerung! - entwickelt wird. Diese Entwicklungstechnik, bedingt durch die speziellen Eigenschaften des Emofin-Entwicklers, hat besondere Vorteile:

1. Keine Verlängerungsfaktoren, wenn der Entwickler mehrmals benutzt wird.
2. Lange Haltbarkeit des angesetzten Entwicklers (bis max. 6 Monate).
3. Hohe Ausgleichswirkung bei extremen Lichtkontrasten im Aufnahmeobjekt (Gegenlichtaufnahmen).
4. Ausgesprochen feinkörnige Entwicklungsergebnisse, ohne zerrissene Bildstruktur bei hochempfindlichen Filmen.
5. Erhöhung der ausnutzbaren Filmempfindlichkeit bei einem normalen Objektumfang und volle Ausnutzung der fabrikatarischen Filmempfindlichkeit bei hohen Objektumfängen (z. B. Bühnenaufnahmen).

Diese Eigenschaften beruhen im wesentlichen darauf, daß in der Stufe I das belichtete Halogensilber nur mit den entwickelnden Substanzen in Kontakt gebracht wird und die eigentliche Entwicklung erst in der Stufe II erfolgt. Hierbei nimmt die Schwärzung der Lichter nur bis zu einem bestimmten Grad zu, während die Schattenpartien bis zum äußersten herausentwickelt werden. Durch die Wirkungsweise der Zweistufenentwicklung mit Emofin werden harmonisch abgestufte
und gut kopierbare Negative von den verschiedensten Aufnahmeobjekten erzielt. Selbst Aufnahmen unter schwierigsten Bedingungen und Lichtverhältnissen erfordern bei der Entwicklung in Emofin keine besonderen Maßnahmen.

Emofin ist ein Ansatz aus Pulver. Es gibt Emofin-Packungen zum Ansatz von je 350 ml, 1 Liter, und 2,5 Liter.

Ansatzvorschriften

Es ist ratsam, Emofin etwa 12 Stunden vor der ersten Entwicklung anzusetzen. in dringenden Fällen kann auch sofort entwickelt werden; der dann bei einigen Filmen auftretende erhöhte Schleier bleibt ohne Einfluß auf die Bildqualität. Er verlängert lediglich die Belichtungszeit für das Papier geringfügig.

Jede Packung enthält drei Beutel mit Substanzgemischen. Mit den Substanzen Part A und B wird die Arbeitslösung der Stufe I hergestellt. Zuerst wird die kleinere Substanzmenge (Part A) vollständig wie folgt gelöst:

350ml zu lösen 300 ml Wasser
1000 ml zu lösen 800 ml Wasser
2500 ml zu lösen 2000 ml Wasser

Die Wassertemperatur darf 30° C nicht überschreiten, die angegebene Wassermenge darf nicht unterschritten werden! Erst wenn die Substanz sich vollständig aufgelöst hat, wird unter Umrühren die größere Substanzmenge (Part B) hinzugefügt und ebenfalls vollständig gelöst.

Abschließend wird mit kaltem Wasser auf das jeweilige Endvolumen aufgefüllt. Nach dem Temperieren auf 20° C ist die Arbeitslösung gebrauchsfertig. Zum Aufbewahren ist eine Flasche zu wählen, deren Fassungsvermögen der angesetzten Lösung angepaßt ist. Diese Flasche wird mit dem Etikett Stufe I deutlich gekennzeichnet.

Achtung! Sicherheitsratschlag auf der letzten Seite beachten. Zum Herstellen der Stufe II ist das Substanzgemisch im Beutel "Stufe II" bestimmt. Dieses wird unter Umrühren in etwa 300 ml Wasser von 25 bis 30° C bei der 350-ml-Packung, in etwa 300 ml Wasser bei der 1-Liter Packung in 800 ml, bzw. in etwa 2 I Wasser bei der 2,5-Liter Packung aufgelöst. Dann wird mit kaltem Wasser auf das Endvolumen von 350 ml /1 Liter / 2,5 Liter aufgefüllt und die Lösung nochmals durch Schütteln oder Umrühren gut durchgemischt Nach dem Temperieren auf 20° C ist sie gebrauchsfertig. Die Vorratsflasche mit dieser Lösung wird mit dem Etikett "Stufe II" deutlich gekennzeichnet.

Entwicklungszeiten für 20° C

Entwicklungszeit in Minuten bei 20°C bei einem 3-Sekunden-Kipprhythmus. Die angegebenen Zeiten ändern sich nicht mit der Anzahl der entwickelten Filme.




2004 feierte Tetenal das 75-jährige Bestehen seines Entwicklers Emofin.  Seit einigen Jahren ist er nicht mehr im Handel. Er wurde ohne Ankündigung aus Sortiment genommen, geht aus einer Diskussion im Jahr 2016 in einem Forum über analoge Fotografie hervor.

Der Entwickler konnte durch seine ungewöhnliche Arbeitsweise eine große Spanne zwischen hell und dunkel bewältigen und war gut geeignet für Aufnahmen mit hohen Kontrasten.

Geübte Anwender schätzen ihn sehr, aber es gab auch Kritik durch Schaumbildung und Flecken. Desweiteren wird in Foren berichtet, dass sich beim Verwenden eines sauren Stoppbades nach dem zweiten Bad des Entwicklers in der Entwicklerdose durch Gasbildung ein Druck aufbauen konnte.

Download:

Emofin Ansatzvorschrift

Emofin Entwicklungszeiten



Jobo Unitank 1520 mit Tetenal Emofin Filmentwickler
 

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